ZELT

 

Hier hielt sich zumindest die Anzahl der Hersteller in einem vernünftigen Rahmen. Aber aufgrund der Modell-Vielfalt hat sich unsere Evaluation hier ziemlich in die Länge gezogen. Auch hier empfehlen wir, vorab möglichst viele Muss-Kriterien festzulegen um die in Frage kommenden Modelle möglichst von Anfang an auf ein Minimum zu beschränken.

 

Hier haben wir uns in erster Instanz einmal auf das Gewicht (nicht schwerer als 4000g) und das Verpackungsmass (nicht grösser als 60cm * 25cm) festgelegt. Diese Kriterien haben uns wohl ermöglicht eine Erstauswahl zu treffen, aber richtig weitergeholfen hat uns diese nicht, da die Modell-Vielfalt viel zu gross ist; Zelt A ist leichter als Zelt B, dafür ist Zelt C höher aber nicht so breit, Zelt D hat grosse Eingänge aber kein getrennt aufstellbares Innenzelt, Zelt E hat grössere Apsiden ist aber im Packvolumen etwas grösser….. Hier eine sinnvolle Vorauswahl zu treffen war für uns ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Entsprechend haben wir unsere Muss-Kriterien Gewicht und Verpackungsmass mit den Kriterien zwei Eingänge, zwei Apsiden und einem getrennt aufstellbaren Innenzelt ergänzt. Diese zusätzlichen Punkte haben unsere Auswahl auf eine überschaubare Stückzahl von dreizehn Zelten gebracht. Hierbei hat uns vor allem der Entscheid zu zwei Eingängen einen extrem grossen Dienst erwiesen, da jetzt nur noch Kuppelzelte und kein Tunnelzelte mehr zu Auswahl standen. Mit dieser Liste im Gepäck haben wir uns aufgemacht einige dieser Zelte vor Ort unter die Lupe zu nehmen um feststellen zu können was eine Innenhöhe von 100cm oder 85cm Apsiden eigentlich heissen. Auch hier empfehlen wir euch, einen Laden aufzusuchen welcher verschiedene der in Frage kommenden Modelle im Sortiment hat um entsprechende Vergleiche vor Ort 1:1 vornehmen zu können.

 

Die neu gewonnenen Erkenntnisse konnten auch gleich in zusätzliche Auswahl-Kriterien „umgewandelt“ werden. Je nach verwendeten Schlafmatten (wir haben uns für die Thermarest Matten mit einer Breite von 50cm entschieden) würde grundsätzlich eine Zeltbreite von 100cm reichen, aber das Gefühl ist dann doch ein bisschen beengend. Entsprechend haben wir uns zu einer Mindestbreite von 120cm entschlossen. Auch was die Apsiden anbelangte waren wir uns einig, dass diese doch mindestens 75cm gross sein sollten. Da diese 75cm am Boden gemessen werden und die Apsiden nach oben relativ schnell schmal werden kann bei z.B. 50cm-Apsiden relativ wenig Material darunter verstaut werden. Hier könnte wohl ein 70Liter-Rucksack knapp darunter gestellt werden, aber ein nächtlicher Ausflug aus dem Zelt würde ziemlich umständlich werden. Des weiteren haben wir uns noch für eine Mindest-Innenzelthöhe von 100cm entschieden. Grundsätzlich würden 90cm reichen um aufrecht sitzen zu können; die zusätzlichen 10cm ermöglichen es einem noch einigermassen geduckt auf den Knien im Zelt zu bewegen.

 

Diese zusätzlichen Kriterien zusammen mit dem subjektiven Wohlbefinden ermöglichten es uns, die Auswahl auf fünf Zelte zu reduzieren: von Exped die Modelle „Orion“ und „Orion Extrem“, von Salewa das Modell „Sierra Leone“und die Modelle „Yellowstone II“ und „Chinook“ von Wolfskin.

 

Nach einer zweiten „Vor-Ort-Evaluation“ fielen die beiden Modelle von Exped („Orion“ und „Orion Extrem“) und das Modell „Sierra Leone“ von Salewa aus dem Rennen. Alle Zelte waren sich mehr oder weniger ebenbürtig, aber wir mussten feststellen, dass zwei Eingänge halt nicht = zwei Eingänge sind. Die ausgemusterten Versionen verfügen jeweils über einen grossen und einen kleinen Eingang, wobei der kleine Eingang allenfalls zum Durchlüften verwendet werden kann aber nicht wirklich zum Ein- und Aussteigen ins Zelt. Zusätzlich empfanden wir die Exped-Zelte mit einer Breite von 125cm als relativ schmal und das „Sierra Leone“ fiel seinen im unteren Bereich einzuordnen 80cm -Apsiden zum Opfer.

 

Last but not least hatten wir uns zwischen den Wolfskin-Varianten Chinook und Yellowstone II zu entscheiden. Auch hier haben schlussendlich die Apsiden den Ausschlag zu Gunsten des Yellowstone II gegeben. Beide Zelte sind sich praktisch ebenbürtig, was die relevanten Masse angeht; das eine ist vielleicht ein bisschen geräumiger, dafür ist das andere leichter….

 

Damit es ein bisschen übersichtlicher wird, haben wir hier die für uns relevanten Punkte mit den entsprechenden Mindestmassen zusammengestellt:

 

 Für den Einten oder Anderen fehlen vielleicht noch die Angabe über die Komplexität bzw. Geschwindigkeit des Aufstellen des Zeltes. Da jedoch alle von uns evaluierten Zelte über eine einfache Konstruktion verfügen und gemäss Hersteller relativ schnell aufgebaut werden können entsprechend haben wir bewusst auf diese Angaben verzichtet. Was den Aufbau betrifft variieren die entsprechenden Hersteller-Angaben jeweils zwischen 2 – 4 Minuten. Viele der Zelte sind freistehend und für die anderen genügend ca. 4 Heringe um sie aufzustellen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass damit das Zelt wohl steht und bezogen werden kann, aber dieses noch nicht sauber abgespannt ist und z.B. die Apsiden noch nicht funktionstüchtig sind...