77,4 Prozent (2001) der Bevölkerung der Vereinigten
Staaten leben in Städten. Die größten Städte sind New York
(8,01 Millionen), Los Angeles (3,69 Millionen),
Chicago (2,90 Millionen), Houston
(1,95 Millionen), Philadelphia (1,52 Millionen),
Phoenix (1,32 Millionen), San Diego
(1,22 Millionen), Dallas (1,19 Millionen) und
Detroit (951 000). Die Einwohnerzahlen der
Agglomerationen liegen mitunter um ein mehrfaches höher. Charakteristisch für
das Land ist die Ballung von benachbarten Großstädten auf relativ kurzer
Distanz. Dies liegt daran, dass sich die randlichen Zonen der Großstädte immer
weiter ausdehnen. Ein solche Megalopolis stellt der Verdichtungsraum zwischen
Boston und Washington an der Ostküste der USA dar. In dieser auch „Boswash”
genannten, etwa 800 Kilometer langen Verstädterungszone leben rund 40 Millionen
Menschen und damit fast ein Sechstel der Gesamtbevölkerung des Landes.
New York
New York City, Stadt im Bundesstaat New York, größte Stadt der USA. Die
Einwohnerzahl beträgt etwa 8,01 Millionen (2000). Insgesamt leben im Bereich der
Consolidated Metropolitan Statistical Area, zu der New York und die umliegenden
Städte zählen, ungefähr 18,09 Millionen Einwohner. Die Fläche New Yorks beträgt
rund 781 Quadratkilometer. Greater New York ist administrativ in fünf Bezirke
unterteilt: Queens, Brooklyn, Richmond (auf Staten Island), Bronx und Manhattan.
New York ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsräume der Erde. Das
Hauptgeschäftszentrum liegt in Manhattan. Hier befinden sich in der Fifth Avenue
und Madison Avenue elegante Boutiquen. Im Südteil von Manhattan (Lower
Manhattan) liegt um die Wall Street und die Broad Street der Finanzbezirk mit
der New York Stock Exchange, die 1817 gegründet wurde. In Brooklyn und der Bronx
liegen ausgedehnte Hafenanlagen, Lagerhäuser und Betriebe der verarbeitenden
Industrie. Die „Waterfront” in der Bronx hat eine Länge von circa 130
Kilometern. Über den John F. Kennedy International Airport im Stadtteil Long
Island werden über 50 Prozent der Luftfracht in andere Länder abgewickelt, die
Flughäfen La Guardia und Newark dienen hauptsächlich dem Inlandverkehr. Der
Hafen in New Jersey hat einen großen Teil des Frachtverkehrs von New York
übernommen, der Passagier- und Frachtverkehr verliert im gesamten Stadtgebiet an
Bedeutung.
Wichtige Wirtschaftsbereiche sind u. a. die Textilindustrie, die Druckindustrie,
die chemische und die elektrotechnische Industrie sowie der
Dienstleistungsbereich. Einige der größten Medienkonzerne der Welt haben ihren
Sitz in New York. Ein besonderes Problem stellt die Abwanderung vieler
Industrieunternehmen aus der Stadt in das Umland dar, weil dadurch
Steuereinnahmen und Arbeitsplätze verloren gehen.
Los Angeles
Stadt im Südwesten Kaliforniens (USA) am Pazifischen Ozean und
dem Fluss Los Angeles gelegen. Los Angeles ist Hauptstadt des gleichnamigen
Bezirks und nach New York die zweitgrößte Stadt der Vereinigten Staaten, u. a.
bekannt wegen des milden Klimas und der Film- und Fernsehindustrie.
Die Bevölkerung von Los Angeles nimmt kontinuierlich zu; eine wichtige Rolle
spielt dabei auch die Zuwanderung aus Lateinamerika (insbesondere aus Mexiko)
und Asien. Mehr als ein Drittel der Einwohner von Los Angeles wurde außerhalb
der Vereinigten Staaten geboren. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 3,69 Millionen,
in der Agglomeration rund 13,21 Millionen.
Los Angeles ist ein wichtiges Produktions-, Handels-, Transport- und
Finanzzentrum der Vereinigten Staaten. Hier sind u. a. Elektronik-, Bekleidungs-
und Nahrungsmittelindustrie, Metallverarbeitung, chemische Industrie,
Bauwirtschaft und Verlage ansässig. Die Stadt ist weltgrößter Standort für die
Flugzeug- und Raumfahrtindustrie sowie ein wichtiges Zentrum für Kino-, Radio-,
Fernseh- und Musikproduktionen. Viele große Firmen und Gesellschaften sowie
Forschungseinrichtungen und Banken haben in Los Angeles ihren Hauptsitz. Der
Tourismus spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Wirtschaft der Stadt.
Los Angeles verfügt über ein ausgedehntes Autobahnnetz und ist ein
Eisenbahnknotenpunkt (transkontinental und regional). Auf dem Flughafen von Los
Angeles wurden im Jahr 2000 etwa 66,4 Millionen Passagiere abgefertigt; damit
war er der Flughafen mit dem weltweit drittgrößten Passagieraufkommen (nach
Atlanta-Hartsfield und Chicago-O’Hare). Der Hafen Long Beach in der Bucht von
San Pedro macht den größten Frachtumsatz der Pazifikküste innerhalb der USA.
Chicago
Illinois, Stadt im US-Bundesstaat Illinois und drittgrößte
Stadt der Vereinigten Staaten. Sie ist eines der führenden Industrie-, Finanz-
und Verkehrszentren des Landes. Die Stadt erstreckt sich etwa 47 Kilometer
entlang des Südwestufers des Michigansees in einem flachen Gebiet, das von den
beiden kurzen Flüssen Chicago und Calumet durchzogen wird. Beide sind über
Kanäle mit den Flüssen Illinois und Mississippi verbunden, was Chicago zu einem
Verkehrsknotenpunkt an der Wasserstraße zwischen dem Mississippital über die
Großen Seen und den Sankt-Lorenz-Seeweg bis zum Atlantischen Ozean macht. Auf
dem internationalen Flughafen Chicago-O’Hare wurden im Jahr 2000 rund 72,1
Millionen Passagiere abgefertigt; damit war er der Flughafen mit dem weltweit
zweitgrößten Passagieraufkommen (nach Atlanta-Hartsfield).
Die Einwohnerzahl Chicagos beträgt etwa 2,90 Millionen; in der gesamten
Agglomeration leben etwa 6,99 Millionen Menschen. In Chicago ist das kulturelle
Erbe der Immigranten stark präsent und Angehörige zahlreicher ethnischer Gruppen
leben in der Stadt. So sind z. B. viele Bewohner deutscher, polnischer und
irischer Abstammung. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind Schwarze, knapp zehn
Prozent sind Nachkommen von Zuwanderern aus lateinamerikanischen Ländern.
Chicago zählt zu den wichtigsten Verkehrszentren der Vereinigten Staaten. Der
Hafen ist ein wichtiger Umschlagplatz für Exportgüter wie Eisenerz, Kohle,
chemische Erzeugnisse, Textilien, Erdöl und Getreide. Ausländische Schiffe
erreichen den Hafen über den Sankt-Lorenz-Seeweg und liefern Autos, Stahl, Fisch
und alkoholische Getränke.
Chicago: Zentrum des Binnenhandels Dank seiner zentralen Lage innerhalb der
Vereinigten Staaten von Amerika hat sich Chicago zu einem wichtigen
Binnenhandelszentrum entwickelt. Die Stadt im amerikanischen Bundesstaat
Illinois ist die drittgrößte Metropole der USA und das führende Transport-,
Wirtschafts- und Finanzzentrum von Illinois. Das Stadtzentrum von Chicago liegt
direkt am südwestlichen Ufer des Michigansee. Die Stadt verfügt über einen der
größten Binnenhäfen der Welt – Ähnliches gilt für den Flughafen
Chicago-O’Hare.Corbis/Richard Hamilton Smith
Wichtigster Produktionszweig ist die Herstellung elektronischer Geräte, darüber
hinaus sind Maschinen- und Fahrzeugbau, Verarbeitung von Nahrungsmitteln,
Druckgewerbe sowie die Herstellung von Präzisionsinstrumenten, Textilien, Stahl,
Metallwaren und chemischen Erzeugnissen von Bedeutung. Chicago ist ein
bedeutender Messestandort, Sitz einer Wertpapierbörse und wichtiger Handelsplatz
auch für Getreide, Fisch und Blumen.
Houston
Houston, Stadt in Texas (USA), in der Golfküstenebene, Verwaltungssitz von
Harris County. Houston hat einen Binnenhafen am Houston Ship Channel. Während
des 20. Jahrhunderts ist Houston schnell gewachsen und wurde viertgrößte Stadt
der USA und größte Stadt des Südens.
Houston ist das Hauptfinanz- und Handelszentrum von Texas und den südlichen USA
und eines der führenden Zentren der herstellenden Industrie im Lande. In der
Nähe befinden sich Öl- und Erdgasfelder, auf deren Grundlage sich die Stadt zu
einem Hauptstandort der amerikanischen Ölindustrie entwickelte. Die Stadt gehört
mit dem umliegenden Ballungsraum zu den führenden Industriezentren der USA für
die Erzeugung von Kunstfasern, Insektiziden und Düngemitteln. Weiterhin werden
hier Papierwaren, elektrische und elektronische Maschinen sowie Eisen und Stahl
hergestellt. Das Lyndon B. Johnson Space Center der NASA (National Aeronautics
and Space Administration) hat in Houston seinen Sitz. Es ist das Kontrollzentrum
für bemannte Weltraumflüge der USA. Über den Hafen von Houston werden vor allem
Erdöl, petrochemische Produkte, Schwefel sowie Rinder, Reis, Baumwolle und
Weizen exportiert.
Houston ist an sechs Haupteisenbahnlinien und neun Hauptverkehrsstraßen
angebunden. Der internationale Flughafen im nördlichen Teil der Stadt wurde 1969
eröffnet. Der ältere Flughafen südöstlich des Stadtzentrums ist auf den
inländischen Flugverkehr beschränkt.
Philadelphia
Philadelphia, fünftgrößte Stadt der USA, flächengleich mit Philadelphia
County, im südöstlichen Zipfel des Bundesstaates Pennsylvania an den Flüssen
Delaware und Schuylkill gelegen. Philadelphia erhielt 1701 das Stadtrecht. Die
Stadt verfügt über einen bedeutenden Hafen an der rund 160 Kilometer von der
Atlantikküste entfernten Delawaremündung. Philadelphia gilt als die Wiege der
amerikanischen Nation – hier wurde die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten
proklamiert und die 1. Verfassung verabschiedet.
Am Wirtschaftsstandort Philadelphia sind Industrie, Handel, Dienstleistung und
Forschung eng miteinander verknüpft. Der am Delaware gelegene Hafen ist einer
der größten Binnenhäfen der Welt, in dem jährlich mehr als 5 000 Frachtschiffe
ihre Ladungen löschen. Im Hafengebiet befinden sich Einrichtungen für die
Weiterverarbeitung von Rohzucker und Erdöl, Nahrungsmitteln und Metallen. Das
Geschäftsviertel mit seinen Wolkenkratzern ist Sitz großer regionaler und
internationaler Unternehmen. Hier befinden sich Forschungszentren führender
Firmen, u. a. aus den Bereichen der pharmazeutischen Industrie und der Computer-
und High-Tech-Branche. Weitere Industriezweige sind der Maschinenbau,
Nahrungsmittelindustrie, das Druckerei- und das Verlagswesen; die Bedeutung der
Textilindustrie geht immer weiter zurück. Sechs medizinische Hochschulen,
mehrere Universitäten und private Colleges, außerdem firmeneigene
Forschungseinrichtungen bilden die Grundlage für den führenden Rang als
Wissenschaftsstandort für Naturwissenschaften, Technologie, Medizin,
Wirtschaftswissenschaft, Kommunikationstechnik und Architektur.
Der innerstädtische Verkehr wird über ein dichtes Netz von Straßen, Untergrund-
und Hochbahnen, Buslinien sowie Pendlerzügen abgewickelt. Die Stadt ist ein
Verkehrsknotenpunkt, an dem mehrere Fernstraßen und Eisenbahnlinien
zusammentreffen.
Phoenix
Stadt, Arizona, Hauptstadt von Arizona, Vereinigte Staaten von
Amerika. Wirtschaftliche Bedeutung hat neben dem Flugzeugbau, der elektronischen
Industrie und der Nahrungsmittelverarbeitung die Textilindustrie. Das Klima, die
Parks und die diversifizierte Wirtschaftsstruktur haben Phoenix nach dem 2.
Weltkrieg zu einer der am schnellsten wachsenden Städte der Vereinigten Staaten
gemacht.
Wichtige Bildungseinrichtungen sind u. a. die University of Phoenix (1976) und
die Grand Canyon University (1949). Bekannte Museen in der Stadt sind das
Heard-Museum, das Pueblo-Grande-Museum und das Arizona State Capitol Museum.
Seit etwa 300 v. Chr. war das Gebiet von der Hohokamkultur besiedelt. 1871 wurde
von Siedlern die Stadt Phoenix gegründet, 1887 wurde die Stadt an das
Eisenbahnnetz angeschlossen. Seit 1889 ist Phoenix die Hauptstadt Arizonas. Die
Fertigstellung des Theodore-Roosevelt-Damms am Salt 1911 stellte die
Wasserversorgung der Stadt sicher und lieferte den elektrischen Strom, der für
die Industriebetriebe benötigt wurde. Durch das Klima entwickelte sich Phoenix
zu einem beliebten Erholungsort, vor allem für Pensionäre. Die Einwohnerzahl
beträgt etwa 1,32 Millionen (2000).
San Diego
Hafenstadt im Süden des
US-Bundesstaates Kalifornien, an der San Diego Bay, einer Bucht des Pazifischen
Ozeans.
San Diego ist Produktions- und Handelszentrum für die Agrarerzeugnisse
Südkaliforniens; wichtigste Industriebranchen sind Schiffbau, Luft- und
Raumfahrttechnik, Maschinenbau und die Herstellung von Nahrungsmitteln. Die
Stadt ist ein bedeutender Marine- und Militärstützpunkt. Das angenehme Klima,
die weiten Sandstrände und zahlreiche kulturelle Attraktionen machen die Stadt
das ganze Jahr zu einem beliebten Urlaubsziel
Dallas
Stadt in Texas (USA), nach Houston
zweitgrößte Stadt in Texas. Dallas und das nahe gelegene Fort Worth bilden ein
bedeutendes Geschäfts-, Finanz- und Industriezentrum.
Zu den führenden Arbeitgebern gehören Industrie, Einzel- und Großhandel sowie
das Bank- und Versicherungswesen. Die wichtigsten Erzeugnisse sind elektronische
und elektrische Geräte, Beförderungsmittel, verarbeitete Lebensmittel sowie
diverse Druckerzeugnisse. Dallas ist das führende Bankenzentrum des Südwestens.
In der Stadt haben viele Versicherungen und Ölgesellschaften ihren Sitz
errichtet, und regionale Niederlassungen der Bundesbehörden haben hier ihre
Büros. Dallas dient als Vertriebs- und Versandzentrum von Erdöl und Erdgas sowie
für Produkte des Bergbaus und der Landwirtschaft aus dem Umland, darunter
Baumwolle, Getreide, Viehbestände und Obst. Von den drei Flughäfen der Region
ist der internationale Flughafen Dallas-Fort Worth, auf halber Strecke zwischen
Dallas und Fort Worth gelegen, einer der flächenmäßig größten der Welt. 1999
wurden hier mehr als 60 Millionen Passagiere abgefertigt. Im Juli 2000 wurde der
Bau eines weiteren internationalen Terminals beschlossen.
Dallas breitet sich über eine Fläche von rund 608 Quadratkilometern aus. Das
bedeutendste Museum ist das Dallas-Kunstmuseum (gegründet 1903) und das
Naturgeschichtsmuseum von Dallas (1936). Der Bezirk Deep Ellum (Tiefe Ulme) war
nach dem Nordamerikanischen Bürgerkrieg das Geschäftszentrum der angrenzenden
Wohnviertel der schwarzen Bevölkerung. Bis zu den dreißiger Jahren war er ein
blühender Bezirk, in dessen Clubs beispielsweise der Bluessänger Leadbelly
auftrat.
Detroit
Stadt, Michigan, Stadt in Michigan (USA). Detroit ist die siebtgrößte
Stadt in den Vereinigten Staaten. In den Vorstädten leben 3,5-mal so viele
Menschen wie in der Stadt selbst. Die Region ist eines der weltweit größten
Zentren des Automobilbaues. Das wirtschaftliche Wachstum der Stadt wurde durch
die günstige Lage am Detroit River, der die oberen Großen Seen mit den unteren
Großen Seen verbindet, ermöglicht.
Wirtschaftlich größte Bedeutung hat die Automobilindustrie, hier liegen die
Firmensitze der General Motors Corporation, Ford Motor Company und Chrysler
Corporation. Der Fahrzeugbau hat die Ansiedlung vieler Dienstleistungsbetriebe
aus den Bereichen Forschung, Design und Werbung nach sich gezogen.
Das Zentrum der Stadt liegt am Ufer des Detroit River, wo 1701 die ersten
Siedler an Land gingen. Von dort aus führen die Hauptverkehrsstraßen radial nach
außen. Auf der flusswärts gelegenen Seite des Stadtzentrums steht das
Verwaltungszentrum der Stadt mit dem City County Building und dem Henry and
Edsel Ford Auditorium. Nördlich des Stadtzentrums stehen die von dem
deutschstämmigen Architekten Albert Kahn entworfenen Gebäude von General Motors
und Fisher. Westlich des Stadtzentrums liegt das Militärmuseum Fort Wayne, das
am besten erhaltene Fort aus der Zeit vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg im
Mittleren Westen. Die wichtigste höhere Bildungseinrichtung in Detroit ist die
Wayne State University (1868), in deren Nähe sich das Detroit Institute of the
Arts befindet.
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