Peru - Wirtschaft

Verwaltung und Politik

Nach der Verfassung von 1993 ist Peru eine Präsidialrepublik.

Exekutive und Legislative
Der direkt vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählte Präsident ist Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutive. Er ernennt das Kabinett unter Leitung eines Ministerpräsidenten. Die Legislative liegt beim Einkammerparlament, das sich aus 120 Abgeordneten zusammensetzt, die für fünf Jahre gewählt werden.

Judikative
Der Oberste Gerichtshof Perus mit Sitz in Lima besteht aus einem Präsidenten und zwölf weiteren Richtern. Dem höchsten Gericht sind Obergerichte sowie Gerichte erster Instanz nachgeordnet.

Kommunalverwaltung
Peru ist in 25 Regionen (Departamentos) gegliedert, deren politische Führungen von der Zentralregierung in Lima ernannt werden.

Politik
Wichtigste der im Parlament vertretenen Parteien sind die Bewegung Perú Posible (PP), die Alianza Popular Revolucionaria Americana (APRA), die 1989 gegründete Bewegung Cambio 90-Nueva Mayoría (C90-NM), die Unión por el Perú (UPP), der Partido Aprista (PA), der Frente Independiente Moralizador (FIM) und die Acción Popular (AP).

Wirtschaft

Trotz umfangreicher Rohstoffvorkommen befand sich die peruanische Wirtschaft in den siebziger und achtziger Jahren in einer tiefen Krise, die u. a. durch anhaltend hohe Inflationsraten und Haushaltsdefizite gekennzeichnet war. 1990 startete die Regierung ein Sparprogramm, das in Verbindung mit Steuermehreinnahmen zu einer Konsolidierung der Volkswirtschaft führen sollte. Trotzdem wird die Wirtschaft des Landes weiterhin durch eine hohe Verschuldung, besonders im Ausland, belastet (Auslandsverschuldung 1997: über 29 Milliarden US-Dollar). Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 53 466 Millionen US-Dollar (2000).

Landwirtschaft
6 Prozent der Erwerbstätigen Perus arbeiten in der Landwirtschaft (1999). Der Großteil der in der Küstenregion produzierten Anbaufrüchte ist für den Export bestimmt. Produkte für den landeseigenen Bedarf werden vorwiegend in der Montaña und in der Sierra angebaut. Viele der landwirtschaftlichen Betriebe Perus sind sehr klein und betreiben in erster Linie Selbstversorgungswirtschaft. Daneben gibt es auch große Genossenschaftsbetriebe. Hauptanbauprodukte sind Zuckerrohr, Kartoffeln, Reis, Mais, Baumwolle und Kaffee. Eine verbreitete, illegal angebaute Pflanze ist der Kokastrauch: Die mit Kokain erwirtschafteten Erlöse übertreffen diejenigen legaler Exporte. Bei der Tierhaltung dominieren Rinder, Schafe, Ziegen, Alpakas, Lamas und Maultiere.

51 Prozent der Landesfläche sind bewaldet (2000). Diese Areale werden aber kaum wirtschaftlich genutzt. Neben dem Einschlag von Balsaholz spielt lediglich das Sammeln von Naturkautschuk und einer Reihe medizinischer Pflanzen eine Rolle. Bedeutend ist dabei der Chinarindenbaum, aus dem Chinin gewonnen wird.

Die Fischerei ist von großer Bedeutung für die Wirtschaft des Landes und liefert einen beachtlichen Anteil am Gesamtexport. Die niedrigen Temperaturen der küstennahen Gewässer (siehe Humboldtstrom) bedingen einen großen Planktonreichtum. Dieser bildet die Grundlage für reichhaltige Bestände an Sardellen (Anchovis), die etwa 60 Prozent der gesamten Fangraten ausmachen und überwiegend zu Fischmehl verarbeitet werden.

Bergbau
Peru verfügt über große Reserven an Bodenschätzen. Zu den umfangreichsten Rohstoffen gehören Erdöl und Erdgas. Die Erdöllagerstätten befinden sich überwiegend im Amazonastiefland im Norden des Landes. Weitere wichtige Bodenschätze sind neben Kupfer, Gold und Silber vor allem Eisen-, Blei- und Zinkerz sowie Molybdän, Wolfram, Zinn und Quecksilber. Innerhalb der peruanischen Wirtschaft kommt dem Bergbau eine bedeutende Stellung zu. Allein mit der Förderung von Gold, Zink, Blei und Silber erzielt das Land etwa ein Fünftel seiner Exporterlöse. Bei einigen Metallen (z. B. Zink, Blei und Silber) zählt Peru zu den führenden Förderländern der Welt.

Industrie
Der Großteil des verarbeitenden Gewerbes Perus besteht aus Kleinbetrieben, aber seit den fünfziger Jahren haben sich eine Reihe moderner Industriebetriebe an der Pazifikküste angesiedelt (z. B. Talara, Trujillo, Chimbote, Callao und Lima). Zu den bedeutendsten Industriezweigen gehören neben der Textil- und Bekleidungsindustrie die Nahrungsmittelindustrie, die Metallgewinnung und die chemische Industrie.

Etwa 76,43 Prozent der gesamten elektrischen Energie werden in Wasserkraftwerken erzeugt (1999).

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