Lima
Hauptstadt von Peru sowie des Bezirks Lima. Die Stadt
liegt am Río Rímac zwischen dem Pazifischen Ozean und den Anden in der trockenen
Küstenregion Perus.
Die größte Stadt des Landes ist Verwaltungs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum
sowie wichtigster Verkehrsknotenpunkt Perus (internationaler Flughafen und
Anbindung an den Pan-American Highway). Von großer Bedeutung für die Wirtschaft
sind Leder-, Textil- und Bekleidungsindustrie. Außerdem werden Fahrzeuge,
chemische Erzeugnisse sowie Fisch- und Erdölprodukte hergestellt.
Die Stadt wurde 1535 von spanischen Eroberern gegründet und erhielt zunächst den
Namen Ciudad de los Reyes (Stadt der Könige). Lima löste Cuzco 1826 als
Hauptstadt des von den Spaniern kolonisierten Peru ab und entwickelte sich zu
einer der reichsten und schönsten Städte des spanischen Kolonialreichs. Während
des südamerikanischen Unabhängigkeitskampfes war Lima das Zentrum der spanischen
Kolonialmacht. Die Stadt wurde von 1881 bis 1883 während des Salpeterkrieges von
chilenischen Streitkräften besetzt und geplündert. Schwere Schäden erlitt Lima
durch die Erdbeben von 1687 und 1746. Der Abbau von Guano auf den der Küste
vorgelagerten Inseln gegen Ende des 19. Jahrhunderts brachte der Stadt Reichtum
und Wohlstand. Am Stadtrand von Lima wurde in den vergangenen Jahren bei
Ausgrabungsarbeiten ein Inka-Friedhof aus dem 15./16. Jahrhundert freigelegt.
Neben mehr als 2 000 Mumien wurden dabei umfangreiche Grabbeigaben entdeckt.
Die Einwohnerzahl in der Agglomeration beträgt etwa 7,44 Millionen.
Callao
Hauptstadt und wichtiger Seehafen der gleichnamigen
Provinz im Großstadtgebiet Lima-Callao (im Westen Perus) an der Callaobucht. Der
Hafen liegt im Schutz der Insel San Lorenzo. Die Hauptexportgüter sind Minerale,
Baumwolle, Nahrungsmittel, Wolle und Felle. Zu den Importwaren gehören
Textilien, Getreide, Maschinen, Papier, Kohle und Nahrungsmittel. In Callao gibt
es ferner Sägewerke, eine Zuckerfabrik, eine Brauerei und eine Eisengießerei.
Außerdem befindet sich hier die Staatliche Technische Universität (1966).
Die Stadt wurde 1537 von den Spaniern gegründet und entwickelte sich in der
Folgezeit zu einem der wichtigsten Häfen an der Westküste Südamerikas. Die
Stadt, die häufig von britischen Seeräubern geplündert wurde, wurde 1746 von
einem Erdbeben und einer Flutwelle zerstört (6 000 Tote). Später wurde Callao
wieder aufgebaut und blieb bis zur Erlangung der Unabhängigkeit 1826 in
spanischem Besitz. Im Salpeterkrieg (achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts) wurde
die Stadt von Chile besetzt. 1940 suchte die Stadt ein schweres Erdbeben heim.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 424 000.
Arequipa
Stadt im südlichen Peru, Hauptstadt des Bezirks Arequipa,
nahe Mollendo gelegen.
Arequipa liegt am Pan-American Highway und ist grenzübergreifendes
Wirtschaftszentrum für das nördliche Bolivien und das westliche Brasilien. Ein
ausgedehnter Handel mit Baumwolle, Weizen, Reis und Zucker wird über
Eisenbahnverbindungen mit dem Seehafen Mollendo betrieben. Einer der
Hauptindustriezweige ist das Sortieren und Verpacken von Alpacawolle. Arequipa
wird von Bergen umrahmt; höchster Gipfel der Umgebung ist der schneebedeckte El
Misti (5 801 Meter). Das Klima ist mild und trocken. Die Stadt wurde 1540 von
dem spanischen Entdecker Francisco Pizarro gegründet. 1868 wurde Arequipa durch
ein Erdbeben vollständig zerstört und musste komplett neu aufgebaut werden. Das
historische Stadtzentrum wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt. Im Juni 2001 wurde die Stadt erneut von einem Erdbeben in
Mitleidenschaft gezogen.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 710 000 (1998).
Trujillo
Trujillo, Stadt in Peru, Hauptstadt des Departements La
Libertad am Pazifischen Ozean.
Sie liegt in einer Wüstenregion an der Küste und ist Handelszentrum für die
umliegende landwirtschaftlich genutzte Region. Zuckerrohr und Reis werden auf
den bewässerten Feldern angebaut. Trujillo ist Industriestandort mit
Textilfabriken und Nahrungsmittel verarbeitenden Betrieben. 1824 wurde hier eine
Universität gegründet. Im Westen befinden sich die Ruinen der antiken Stadt Chan
Chan. Trujillo wurde 1534 gegründet. 1612 richtete ein Erdbeben großen Schaden
an. Die Stadt wuchs seit Beginn des 20. Jahrhunderts, als neue
Bewässerungstechniken eine intensivere Landwirtschaft ermöglichten. Die
Einwohnerzahl beträgt etwa 604 000 (1998).
Iquitos
Stadt im Nordosten von Peru, Hauptstadt des Bezirks Loreto, Hafenstadt am Oberlauf des Amazonas. Die Stadt ist Wirtschaftszentrum einer Region, in der Kautschuk, Nüsse, Holz, Reis, Kaffee und Tabak angebaut werden. Anlagen zur Baumwollentkörnung, Sägewerke und Destillerien sind gleichfalls hier zu finden. Der Hafen ist einer der bedeutendsten Binnenhäfen der Welt, selbst Hochseeschiffe laufen hier regelmäßig ein. Iquitos wird von mehreren Fluggesellschaften angeflogen. Die Stadt wurde 1863 gegründet. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 270 000.
Chiclayo
Stadt im Nordwesten Perus, Hauptstadt des Departamentos Lambayeque und der Provinz Chiclayo. Die Stadt liegt in einem Bewässerungsfeldbaugebiet im Tal des Lambayeque. Die wichtigsten Verkehrsverbindungen sind der Panamerican Highway, die Straßen- und Eisenbahnverbindungen zu den Seehäfen am Pazifik und der Flughafen. In der Region wird ein Großteil der Reisernte Perus eingebracht, in der Zuckerproduktion liegt das Gebiet an zweiter Stelle. Ein weiteres wichtiges Produkt ist Baumwolle. Chiclayo wurde 1720 gegründet und erhielt 1835 die Stadtrechte. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 375 000 (1998).
Cuzco
Stadt im Süden Perus, Hauptstadt des gleichnamigen
Departements, im Flusstal des Huatanay, rund 3 415 Meter über dem Meeresspiegel,
gelegen.
Zu den wichtigsten Industriezweigen der Stadt gehören die Textilindustrie und
das Brauereiwesen. Cuzco ist Sitz des Erzbischofs und seit 1962 der Universität
San Antonio Abad. In der Stadt befinden sich viele Ruinen aus der Zeit der Inka,
darunter der berühmte Tempel der Sonne, Reste der Stadtmauer und zahlreiche
Torbögen und Gebäudemauern. Viele der heutigen Häuser, gewöhnlich aus Adobe mit
roten Ziegeldächern, stehen auf einem Fundament aus Resten inkanesischen
Mauerwerkes. Aus der Zeit der spanischen Besatzung stammen u. a. eine
Renaissance-Kathedrale (17. Jahrhundert) und die Präfektur, ehemals der Palast
des spanischen Eroberers Francisco Pizarro. Große Teile der Stadt wurden 1950
bei einem Erdbeben zerstört. Die historischen Stätten wurden jedoch mit großer
Sorgfalt wieder aufgebaut. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 279 000.
Marañón
Fluss in Südamerika. Er entspringt in einer Höhe von etwa 5 800 Metern aus dem Gletschergebiet des Yerupaja, das sich 70 Kilometer südwestlich von Huánuco in den Anden von Peru befindet. Er fließt etwa 1 600 Kilometer nach Norden und vereinigt sich mit dem Ucayali zum Amazonas. Seine wichtigsten Nebenflüsse sind (von Süden nach Norden) der Crisnejas, Chamayo, Urtcubamba, Cenepa, Santiago, Moroña, Pastaza, Huallaga und Tigre. Beim Herausfließen aus den Anden, nördlich der Stromschnellen von Pongo de Manseriche, beginnt der schiffbare Abschnitt des Flusses.
Titicacasee
See im Westen von Südamerika, größter See des Kontinents und höchstgelegener schiffbarer See der Welt (etwa 3 810 Meter über dem Meeresspiegel gelegen). Der See, der sich vom Südosten Perus bis in den Westen Boliviens erstreckt, ist 196 Kilometer lang und durchschnittlich 56 Kilometer breit. Seine Fläche beträgt etwa 8 300 Quadratkilometer, seine größte gemessene Tiefe 280 Meter. Insgesamt münden etwa 25 Flüsse mit einem Einzugsgebiet von ungefähr 58 000 Quadratkilometern in den Titicacasee, die alle im Altiplano der Anden entspringen. Dagegen besitzt der See nur einen Abfluss, den Desaguadero im Süden. Der See verliert 95 Prozent seines aufgenommenen Wassers durch Verdunstung. Im See liegen 41 Inseln, von denen viele bewohnt sind; die größte der Inseln ist die Isla de Titicaca. Das Fischervolk der Uru lebt noch immer auf künstlichen „Inseln” im Titicacasee, die aus Schilfmatten bestehen, und auch ihre Boote sind aus zusammengebundenen Schilfbündeln hergestellt. In der Umgebung des Sees finden sich die Reste zahlreicher Bauwerke, von denen einige noch aus der Zeit vor den Inka stammen. Der See ist überaus fischreich; das Umland wird landwirtschaftlich genutzt.
Machu Picchu
Ruinenstadt der Inka in den peruanischen Anden, ungefähr 80 Kilometer nordwestlich von Cuzco. Die Anlage der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Stadt liegt etwa 600 Meter über dem Fluss Urubamba auf einem Bergsporn. Die Stadt wurde auf Terrassen rund um einen zentralen Platz angelegt. Die Steinhäuser bestehen aus einem Raum und sind um Innenhöfe angeordnet. Alle Gebäude zeugen vom hohen technischen und handwerklichen Können ihrer Erbauer. Zu den Bauwerken zählt u. a. der so genannte Torreón. Dieser Tempelturm wurde um einen heiligen Felsen errichtet. Den höchsten Punkt des Zentrums der Anlage bildet das Intihuatana, der „Sitz der Sonne”, ein pyramidenförmig behauener Steinblock. Die Stadt, die 1450 erbaut wurde, wurde 1911 von dem amerikanischen Forscher Hiram Bingham entdeckt.
Huaca Prieta
Fundstätte einer Siedlung aus der vorkeramischen
Jungsteinzeit (Präkeramikum) auf einer kleinen Halbinsel des Chicama-Tals an der
nördlichen Küste Perus, circa 60 Kilometer nördlich von Trujillo. Das Dorf und
ein dazugehörender 15 Meter hoher Abfallhaufen wurden in den vierziger Jahren
des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die Anfänge der Siedlung konnten mittels
Radiokarbondatierung auf die Zeit um 2125 v. Chr. datiert werden. Sie bestand
weiter bis zur Initialperiode, der Epoche der ersten Keramikproduktion im
Andengebiet zwischen 1900 und 1200 v. Chr.
Die Häuser von Huaca Prieta waren bis zur Hälfte in den Boden eingetieft
(Grubenhäuser), und ihre Wände waren mit Kieseln ausgekleidet. Die Bewohner
ernährten sich hauptsächlich von Fisch und Muscheln sowie von wild wachsenden
Pflanzen. Es wurden aber bereits Bohnen, Pfeffer und Kürbisse angebaut. Aus den
Kürbissen stellte man Gefäße her, die mit Menschen- oder Tiermotiven und
geometrischen Mustern verziert waren. Zudem wurden Steinwerkzeuge, Körbe und
gemusterte Textilien aus geflochtener oder geknüpfter Baumwolle gefunden. Aus
der Spätphase von Huaca Prieta stammen gewebte Textilien, erste Keramikprodukte
und Nachweise von Maisanbau.
Chavín de Huántar
Kultstätte in der Nähe des Callejón de Huaylas in den
nördlichen Anden Perus. Chavín de Huántar ist heute eine archäologische
Ausgrabungsstätte, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die
Ruinen in Chavín stammen von einem Tempelkomplex aus mehreren rechteckigen
Steinbauten mit Innenräumen und Passagen. Sie sind mit Flachreliefs geschmückt,
die Menschen- und Tierfiguren darstellen. Eine davon ist bekannt als Lanzon oder
„lachender Gott”.
Nach dieser Ruinenstätte wurde die Chavínkultur benannt, die von 900 bis 300 v.
Chr. ihre Blütezeit erlebte. Der Chavínstil, für den göttliche Mischwesen und
Jaguarmotive auf Keramiken, Textilien, Metallarbeiten und Knochenteilen
charakteristisch sind, verbreitete sich über ganz Nordperu, was darauf schließen
lässt, dass Chavín de Huántar ein religiöses Kultzentrum war. Von diesem dehnte
sich der Kult auf das ganze Gebiet aus und verband vorher isolierte Gemeinden
miteinander.
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