Von Aguas Calientes nach Bolivien

Tag 201 (194), 14. Dezember 2004 / Aguas Calientes - Cuzco - Puno
Um 05:00 Uhr werden wir von Josh geweckt und 20 Minuten später sind wir schon auf dem Weg zur Bahnstation. Die Bahnfahrt geht ca. 2 Stunden bis Ollantaytambo wo wir einen Bus für nur 5 Soles direkt nach Cuzco nehmen. Hier verabschieden wir uns auch von Josh und Claire, welche noch ein bisschen hier bleiben werden. Wir tauschen auch noch E-Mail-Adressen aus und hoffen, sie in Australien wieder zu treffen. In Cuzco angekommen, kaufen wir was für das Frühstück ein und gehen ins Hostal Inca essen, wo wir unser Gepäck deponiert haben. Dann ist Handwäsche angesagt, denn die Sonne scheint und wir wollen unser Gepäck noch für die heutige Weiterfahrt packen. Ca. 1 Stunde nachdem wir die Wäsche aufgehängt haben wird es immer dunkler und es fängt tatsächlich an zu regnen. Also hängen wir die Wäsche unters Vordach und gehen zuerst zu SAE.
Hier erkundigen wir uns über Arequipa, machen die Pläne für die nächsten Wochen und Mano lädt noch seine Fotos auf den Laptop. Wir sind ziemlich lange bei SAE und schlussendlich entscheiden wir Arequipa und Puno auszulassen und direkt nach Copacabana, Bolivien zu fahren, da Heidi für den Moment genügend gewandert ist (Arequipa, Cola Canyon) und Puno nicht allzu viel zu bieten hat. So entschieden, gehen wir zuerst noch bei der Post vorbei um ein Packet mit Bücher nach Hause zu schicken, was US$ 40.- für 2.6kg kostet! Dann gehen wir mit dem Taxi zum Busterminal um die Bustickets bei der Firma Imperial für die Fahrt am Abend zu kaufen. Leider ist der direkte Bus um 22:00 Uhr bereits voll, also nehmen wir den 21:00 Uhr Bus, mit welchem wir in Puno umsteigen müssen.
Zurück im Hostal unterhalten wir uns ein wenig mit den anderen, essen z'Nacht und sind dann bald mal wieder auf dem Weg zum Busterminal. Da wir in Puno umsteigen müssen, entscheiden wir uns kurzfristig da trotzdem 2 Tage zu bleiben um die Floating Islands zu sehen (Heidi hat fälschlicherweise angenommen, dass man diese auch von Bolivien aus besuchen kann!). Wir gehen vorher nochmals beim Imperial Schalter vorbei, da sie aufgrund unseres längeren Zwischenstopps unsere Tickets neu ausstellen müssen. Nach neun Uhr stehen wir dann vor einem Bus, welcher nicht von Imperial sondern von Imexco ist. Heidi schaut die neuen Tickets genauer an und tatsächlich steht die Firma Imexco drauf. Auch ist der Preis von 15 Soles bis Puno drauf. Da wir 40 Soles bis Copacabana bezahlt haben, geht Heidi zurück zum Schalter um zu reklamieren und bekommt tatsächlich 5 Soles pro Person zurückerstattet, was nicht gerade viel ist, aber immerhin etwas. Mit der obligatorischen Verspätung geht es dann los. Wir machen es uns so bequem wie möglich und versuchen ein bisschen zu schlafen

Tag 202 (195), 15. Dezember 2004 / Puno, Titikaka See (Floating Island und Amantani Insel)
Ziemlich früh um 04:30 Uhr kommen wir in Puno an. Wir nehmen ein Taxi bis zum Hotel Los Pinos Inn mit einem Umweg über ein anderes Hotel welches uns der Taxifahrer empfiehlt. Dort können wir jedoch die Zimmer nicht anschauen da es voll ist. Wir wollen somit ins Hotel Los Pinos Inn weiter und plötzlich will der Taxifahrer mehr Geld von uns. Wir bleiben hart und gehen nicht darauf ein und schlussendlich fährt er uns doch zum gleichen Preis weiter. Beim Hotel angekommen, holen wir den armen Receptionist aus dem Bett. Da wir heute zu den Floating Island gehen, wollen wir die Zimmerreservation für morgen machen. Mit dem SAE Rabatt zahlen wir US$ 13.- (40 Soles), zwei Dollar billiger, fürs Zimmer.
Wir wollen eigentlich keine Tour zu den Floating Island, Amantani und Taquile Island buchen, doch anscheinend kommt es billiger mit einer 2tages Tour inklusive Übernachtung bei einer Familie, je ein Mittag-, Nachtessen und Frühstück als alles auf eigene Faust zu machen. Deshalb buchen wir die Tour für 40 Soles pro Person.
Da wir erst um 08:00 Uhr beim Hotel abgeholt werden, bekommen wir für die paar Stunden ein Zimmer zum Ausruhen zur Verfügung gestellt. So haben wir auch Zeit umzupacken, denn wir können das Gepäck welches wir nicht brauchen hier deponieren. Wir werden 20 Minuten zu früh abgeholt, doch bis wir alle Touristen abgeholt haben und am Hafen sind, ist es bereits 08:30 Uhr. Mit ca. 30 Touristen geht die Bootsfahrt los bis zum ersten Stopp nach 1 Stunde bei den Floating Island. Hier leben die Uros Leute welche heute Aymara sprechen; die ursprüngliche "Uros"-Sprache ist leider ausgestorben. Auf der Insel sieht man was sie essen, wie sie leben und man erklärt uns wie so eine Insel entsteht.
Mit einem Strohboot kann man eine andere Insel anfahren, aber natürlich nur gegen Bezahlung. Wir verzichten auf das Strohboot und fahren mit dem Tourboot bis zur nächsten Floating Insel. Auf dieser Insel hat es eine Post und ein Telefon! Vor dem Mittag geht es weiter zur Amantani Insel, wo wir von ein paar Einwohner Frauen in Trachten begrüsst werden. Die Insel hat 4800 Einwohner, keine Strassen oder Autos, dafür Elektrizität (mit Generator, jedoch nur an speziellen Tagen) und man spricht hier Quechua. Nach einer kurzen Wanderung den Hügel hinauf, werden wir einer Familie zugeteilt. Wir bekommen Marie Luz zugeteilt und gehen zu Ihrem Haus wo sie uns unser Zimmer zeigt. Im Zimmer müssen wir dann 1 Stunde warten, bis uns um 15:00 Uhr das Mittagessen aufs Zimmer bringt! Es gibt das typische Essen von der Insel: eine Suppe, Reis mit Kartoffel und ein Spiegelei.
Nach dem Essen unterhalten wir uns kurz mit Marie Luz bevor wir uns um 16:00 Uhr wieder mit der Gruppe treffen. Mit einer Verspätung von einer halben Stunde geht es den Berg hinauf um die zwei Aussichtspunkte zu besichtigen. Der einte ist der Pachamama (Muttererde) und der andere Pachatata (Vatererde). Der Weg zu Pachatat wird links und rechts mit Kleider, Getränke und Süssigkeiten verkaufenden 'Ständen' gesäumt. Auf Pachatata warten wir dann auf den Sonnenuntergang. Leider ist es bewölkt und wir können die untergehende Sonne nur kurz sehen.
Zurück bei der Familie gibt es das Nachtessen: wieder eine Suppe und Reis mit Kartoffeln :-(. Wir sind sehr müde, entscheiden uns aber trotzdem kurz bei der Party um 20:00 Uhr vorbeizugehen. Von Marie Luz erhalten wir die traditionelle Kleidung, Mano bekommt einen Poncho und eine farbige Strickkappe, Heidi eine Bluse, ein paar Röcke und ein schwarzes Kopftuch. Mit einer Viertelstunde Verspätung geht es los. Wir tanzen abwechselnd mit Marie Luz, bleiben aber nicht allzu lange (vor allem als die Musik noch einen Hut rumgehen lässt und ums Soles 'bettelt' wird es uns ein bisschen zuviel) und um 21:30 Uhr sind wir im Bett.

Tag 203 (196), 16. Dezember 2004 / Puno, Titikaka See (Taquile Insel)
Wir verwachen heute ca. 15 Minuten vor 07:00 Uhr auf und um Punkt 07:00 Uhr gibt es das Frühstück: eine Tasse Tee und einen dicken Pancake. Nach einer halben Stunde sind wir dann am Hafen und müssen nochmals eine halbe Stunde warten bis alle da sind und wir los fahren können. Bis zur Insel Taquile sind es 1 Stunde. Auch auf dieser Insel spricht man Quechua doch sie ist kleiner (1km breit und 6 km lang) und hat kein Elektrizität. Die Leute hier kleiden sich sehr traditionell. Von der Insel sehen wir nicht all zu viel. Nach der Ankunft wandern wir ca. 40 Minuten bis zur Main Plaza und warten da ziemlich lange bis uns der Guide ruft, um uns über die Sitten der Leute zu berichten. Der Guide weis diesbezüglich ziemlich gut bescheid und kann das Ganze entsprechen recht ausführlich und interessant erzählen. Interessant ist, dass hier nur die Männer Stricken und dass je nach Tragweise des Hutes gesagt werden kann,  ob jemand Single ist und auf der Suche nach einer Partnerin ist oder nicht.
Danach gibt es schon um 11:30 Uhr Mittagessen (nicht inklusive in der Tour und da wir nicht genug Geld dabei haben, gibt es für uns Sandwichs, Powerriegel und Früchte). Nach dem Mittagessen geht es über einen anderen Weg zum Hafen und gegen 13:30 Uhr sind wir auf den Rückweg nach Puno: Fahrdauer ca. 3 Stunden.
Beim Hotel angekommen, gibt es zuerst eine lauwarme Dusche und danach gehen wir einen Hamburger zum z'Nacht essen. Zurück im Hotel erfahren wir, dass man eine Ausreisetaxe am Busterminal zahlen muss. Da es unsere letzten Tage in Peru sind haben wir unser Geld schon ziemlich aufgebraucht und es reicht natürlich genau nicht mehr. Entsprechend müssen wir noch 5 Dollar wechseln und haben danach noch genügend Geld um uns einen Apéro zu leisten (Pisco Sour ist bei einer Konsumation eines anderen Getränkes gratis). Danach geht Heidi kurz ins Internet und Mano zurück ins Hotel.
Der Besuch der Insel war grundsätzlich sehr interessant aber das Ganze kommt leider nicht mehr so richtig natürlich herüber. Alles ist irgendwie auf den Tourismus ausgerichtet und jeder versucht entsprechend irgendwo noch ein bisschen persönlichen Profit herauszuschlagen. Wer also gegen Massentourismus nicht immun ist, kann sich diese Tour ersparen; obwohl die Floating Islands einmalig und interessant sind.

Tag 204 (197), 17. Dezember 2004 / Puno - Copacabana (Bolivien)
Wir stehen um 06:00 Uhr auf um eine halbe Stunde später zum Busterminal zu fahren. Beim Büro des Busgesellschaft angekommen sind natürlich unsere Sitzplätze nicht reserviert. Wir haben aber Glück und es hat noch ein paar wenige Plätze ganz hinten im Bus welche noch frei sind. Mit ca. 20 Minuten Verspätung fahren wir los, gehen aber zuerst noch in der Stadt ein paar andere Touristen abholen. Kurz vor 08:00 Uhr sind wir dann endlich auf dem Weg nach Bolivien.
Unsere 'neuen' Sitzplätze befinden sich gleich über der Hinterachse und so kommen wir nach holperigen ca. 2 1/2 Stunden an der Grenze an. Zuerst holen wir den Ausreisestempel bei der Peruanischen Migration und müssen danach die paar Hundert Meter bis zur Bolivianischen Grenze zu Fuss zurücklegen. Wir verlassen Peru um 09:50 Uhr.