Osterinsel, Chile
Tag 279 (272), 02. März 2005 / Santiago de
Chile - Osterinsel
Sechs Stunden später landen wir um 22:00 Uhr Ortszeit (2 Stunden
Zeitverschiebung) auf der 3'700 Kilometer entfernten Insel. Auf dem
Flughafen treffen wir wieder auf das Westschweizer Pärchen welches auf der
Osterinsel eine Unterkunft für Pesos 5'000.00 (Doppelzimmer, pro Person)
gefunden hat. Logisch, dass wir uns kurz mit dem Besitzer unterhalten und uns
auf einen Zeltplatzpreis von 3'000.00 pro Person und Nacht einigen; es hat
leider keine Doppelzimmer mehr frei.
Wir werden von Ihnen an den fast am Meer gelegenen Zeltplatz gefahren. Da es
jedoch bereits dunkel ist können wir das Meer nur hören, aber nicht sehen. Nach
dem Zeltaufbau essen wir was Kleines, lesen noch ein Bisschen und legen uns
dann schon bald einmal schlafen.
Tag 280 (273), 03. März 2005 / Osterinsel
Wir schlafen heute Morgen aus und machen uns dann nach einem gemütlichen
Frühstück auf den Weg in die 'Stadt' Hanga Roa, wo wir uns bezüglich einem
Mietwagen erkundigen und einkaufen wollen. Es ist angenehm warm, obwohl sich die
Sonne in regelmässigen Abständen hinter den Wolken versteckt und es zeitweise
sogar leicht regnet.
Nach dem wir den billigsten Supermercado ausfindig gemacht haben klappern wir
die diversen Autovermieter ab und entschliessen uns schlussendlich beim
billigsten zu buchen: 48 Stunden für Pesos 45'000.00 (alle anderen wollten
zwischen 48'000.00 und 50'000.00 haben), ab Morgen, 09:00 Uhr. Nach dem wir auch
eingekauft haben kehren wir zurück zu unserem Camping und kochen unser Mittagessen.
Einen Grossteil des restlichen Nachmittags hängen wir in der Sonne rum, welche
in der Zwischenzeit hervorgekommen ist, und
lesen, bis wir uns gegen Abend auf den Weg zur Turtles Bay aufmachen. Na ja,
diesen Weg hätten wir uns sparen können. Bei der Turtles Bay handelt es sich um
einen kleinen Hafen wo ein paar Boote festgezurrt sind aber ansonsten weder
Turtles noch etwas anderes interessantes anzutreffen ist. Auf dem Rückweg
setzten wir uns dann einfach noch für ein Weilchen ans Ufer und schauen dem
Wellenspiel zu: Meterhohe Wellen, welche sich gegen die Klippen werfen und daran
zerschlagen.
Bis zum Nachtessen lesen wir halt nochmals ein bisschen und unterhalten uns mit
zwei Iren, welche wie wir vier Tage auf der Insel verbringen werden und danach
auch mit dem gleichen Flug nach Tahiti fliegen; natürlich auch zum gleichen Hostal.
Danach muss Mano weiter lesen, während sich Heidi auf eine Partie 'Shithead'
einlässt.
Tag 281 (274), 04. März 2005 / Osterinsel
Während der Nacht fängt es an zu regnen und hört bis zum Morgen nicht mehr auf. Nach
dem Frühstück macht sich dann Mano auf den Weg zur Boutique (welche nebenbei
auch ihr privates Auto vermietet) um entweder das Auto abzuholen oder aber zu
kucken, ob wir den Anfangstermin aufgrund des schlechten Wetters auf heute
Abend verschieben können; was überraschenderweise problemlos genehmigt wird.
Entsprechend hängen wir den Rest des regnerischen Tages in unserem Zelt oder
aber im Wohnraum herum und lesen, da es den ganzen Tag nicht aufhört zu regnen.
Auf 19:00 Uhr gehen wir dann unser Suzuki 4WD abholen - endlich wieder einmal
Auto fahren -, machen uns danach aber gleich wieder auf den Weg zum Camping wo
wir nach unserem Nachtessen den Rest des Abends mit den anderen Gästen plaudern
bzw. lesen.
Tag 282 (275), 05. März 2005 / Osterinsel
Gegen 09:30 Uhr machen wir uns bei ansprechendem Wetter (bewölkt mit
zwischenzeitlich auftauchender Sonne) auf unsere Erkundungstour der Osterinsel.
Wir entschliessen uns zuerst den Südosten der Insel abzufahren und dann die
Ostküste hoch und quer durch die Insel wieder zurück zum Ausgangspunkt. Unser
erstes grosses Ziel heisst Rano Raraku. Unterwegs sind auf unserer Karte noch
diverse andere Ahu's (Tempelanlagen) eingezeichnet, aber nach dem wir zwei
abgecheckt und festgestellt haben, dass es hier nun wirklich nicht viel zu sehen
gibt (sie werden von unserem Reiseführer auch nicht erwähnt), fahren wir den
Rest der Strecke direkt durch.
Bei Rano Raraku bietet sich uns ein fantastischer Anblick: hier wurden die Moais
von den Eingeborenen aus dem Felsen gehauen entsprechend stehen hier dutzende
dieser Statuen herum, welche zwar fertig gestellt wurden aber nicht mehr an
ihren Bestimmungsort gebracht wurden. Gewisse sind in der Zwischenzeit bis zum
Hals im Boden versunken, andere hingegen stehen noch andächtig so da wie sie vor
über 500 Jahren hier hingestellt worden sind.
Weiter oben auf der 'Baustelle' hat es noch viele andere Moais, welche nicht
mehr komplett aus dem Felsen gehauen wurden. Kreuz und Quer hängen sie da über-,
unter- und nebeneinander in der Felswand; bei einigen ist erst die Nase zu sehen
während andere praktisch schon fertig gehauen sind und nur noch aufs Herausholen
warten. Klettert man ganz nach oben bekommt man einen wunderbaren Ausblick auf
die Innenseite des Kraters. Der Vulkan ist erloschen und jetzt mit Wasser
gefüllt, aber auch hier waren die Eingeborenen am Werk und es sind einige Moais
zu sehen, welche fertig gestellt aber nicht mehr transportiert wurden.
Unser nächstes Ziel ist die Ahu Tongariki, wo wir auf 15 Moais stossen, welche
in Reih und Glied nebeneinander aufgestellt sind. Bei einigen fehlt mehr oder
weniger bereits der ganze Kopf, während andere fast noch vollständig hier stehen
(restauriert, versteht sich), inklusive Hut! Nicht weit von Ihnen liegen auch
ein paar Hüte zum Betrachten auf der Wiese (die müssen einen mächtig starken
Hals haben ;o)
Als nächstes Highlight besuchen wir die Ahu Anakena, sieben mehr oder weniger
gut erhaltene Moais, welche zwischen Palmen auf der rechten und einem kleinen
Hügel auf der linken Seite stehen und im Rücken der weisse Sandstrand von
Anakena. Sandstrand: selbstverständlich müssen wir hier eine Pause einlegen und
nutzen diese gleich um unser mitgebrachtes Mittagessen zu verzehren.
Nach dem Ahu Akivi, welcher der einzige Ort ist, wo die Moais nicht am Ufer
augestellt wurden und entsprechend aufs Meer hinaus blicken und nicht ins
Landesinnere, besuchen wir zum Abschluss des heutigen Tages noch die Ahu Rao Rao
und Ahu Tahai, welche sich an der Westküste, nördlich von der Stadt befinden.
Aufgrund dieser Lage entscheiden wir uns später nochmals hier vorbei zu kommen
um die Moais bei Sonnenuntergang abzulichten.
Nach diesem super eindrücklichen Tag kehren wir zum Camping zurück, wo wir uns
auch gleich ans Kochen machen und danach wieder einmal ;o) ein bisschen zu
lesen.
Je später der Abend desto dichter die Wolken, aber wir bleiben
optimistisch und machen uns gleichwohl nochmals auf den Weg zum Ahu Tahai.
Aber auch hier sieht es nicht besser aus, bis kurz vor Sonnenuntergang sich die
Sonne doch noch am Horizont zeigt. Leider nur kurz, denn schon bald darauf verschwindet sie für
heute endgültig hinter den Wolken und mit dem Sonnenuntergang und den Photos wird nix.
Tag 283 (276), 06. März 2005 / Osterinsel - Tahiti
Heute machen wir uns zuerst auf den Weg zum eigentlichen Zentrum des National
Parks (zumindest der einzige Ort wo man Eintritt bezahlen muss: Pesos 5'000.00
pro Person, welche jedoch allen auf der Insel befindlichen Anlagen zu Gute
kommt): Orongo, welches sich am Kraterrand des Vulkans Rano Kau befindet. Unser
erstes Photoshooting findet entsprechend bereits am Kraterrand statt. Der Vulkan
ist wie der bei Rano Raraku erloschen und mit Erde und Wasser gefüllt.
Nach dem wir unseren Eintritt bezahlt haben betreten wir dann Orongo. Als erstes
stossen wir auf eingefallene Hütten der Eingeborenen, welche mit Absicht nicht
restauriert werden, damit man einen Einblick ins Innere bekommt. Danach kommt
das eigentliche Dorf, welches aus zahlreichen, ovalen Steinhütten besteht, deren
Eingänge etwa 50 cm auf 50 cm gross sind. Dieser führt in den Innenraum, welcher
ca. 10 Meter lang und etwa 1.50 Meter hoch ist; was kein all zu grosses Problem
darstellt, da sich das Leben der Eingeborenen vorwiegend vor den Hütten
abgespielt hat.
Von hier oben hat man auch einen fantastischen Ausblick auf die vor der
Osterinsel liegende Vogelinsel. Dies ist von uns aus gesehen mehr oder
weniger auch der einzige Grund nach hier oben zu kommen, denn wir konnten die
Vogelinsel von keinem anderen Ort auf der Insel sehen und ausser den Hütten
und ein paar kaum zu erkennenden, in den Fels gehauene Hieroglyphen gibt es hier
nicht all zu viel zu sehen.
Ein bisschen enttäuscht machen wir uns danach an unser nächstes Ziel, den Vulkan
Rago Aroi, der höchste Punkt der Insel. Aber leider ist die Tour bis auf die
Hin- und Rückfahrt, wobei wir unseren Suzuki mit 4WD an seine Leistungsgrenze
gebracht haben, nicht all zu spektakulär. Gut, die Aussicht ist von gewissen
Punkten aus nicht schlecht, aber bei weitem nicht was wir erwartet haben.
Nach diesem Abstecher heisst es auch schon wieder zurück zum Camping, wo wir
unser Zelt und die Rucksäcke packen und unser Nachtessen kochen. Bevor wir dann
unser Auto zurück bringen brauchen wir unsere letzten Pesos um einkaufen zu
gehen, denn anscheinend sei Tahiti um einiges teurer als die Osterinsel. Später
unterhalten wir uns noch ein bisschen mit den anderen bis wir um 20:30 Uhr von unser
Auto-Vermieterin abgeholt und zum Flughafen gebracht werden; denn schliesslich
haben wir ihr von unserem Camping ja auch einen neuen Mieter für ihr Auto
vermittelt.
Am Flughagen wollen sie dann noch kompliziert tun, da wir unser 'Einreisezettel'
nach Chile nicht mehr haben. Dieses haben sie uns am Flughafen in Santiago de
Chile abgenommen, da wir durch die 'Internationale Flüge Kontrolle' gehen
mussten und diese uns hier logischerweise als 'ausgereist' abgestempelt hatten.
Schlussendlich sind sie dann aber doch so flexibel den Stempel im Pass zu
annullieren und uns einen neuen Stempel rein zu knallen.