Die Hauptstadt Wellington hat etwa 164 000 Einwohner (2001). Größte Stadt des Landes ist Auckland (368 000 Einwohner). Hier leben viele Maori und Polynesier. Andere wichtige Städte sind: Christchurch (316 000), die größte Stadt der Südinsel, Hamilton (115 000) auf der Nordinsel und Dunedin (114 000) im Süden der Südinsel.
Maori
polynesische Bewohner Neuseelands vor dem Eintreffen der
Europäer. Nach einer 1998 publizierten DNA-Studie stammen die Vorfahren der
Maori sowie auch der anderen polynesischen Ureinwohner ursprünglich aus dem
chinesischen Raum.
Die Maori wanderten von den Cook-Inseln um 900 n. Chr. nach Aotearao, dem Land
der großen weißen Wolke, so die Maori-Bezeichnung für Neuseeland, ein. Die Maori
verdrängten die ansässigen Gruppen der Maorioris, der Moajäger, in blutigen
Kämpfen. Die Maori lebten in den ersten Jahrhunderten der Besiedlung vor allem
von der Jagd, dabei rotteten sie bis etwa 1350 die Moas aus, straußenähnliche
Riesenvögel. Danach pflanzten sie vor allem Süßkartoffeln, Yams und Taro an und
lebten vom Fischfang. Wie bei anderen polynesischen Völkern gliedert sich die
Maori-Gesellschaft in drei Klassen: Adelige, Freie und Untertanen. Die
Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen wurde über die Geburt, manchmal aber auch
durch Adoption, festgelegt. Einige Mitglieder der Gemeinschaft spezialisierten
sich auf verschiedene Künste: Dichtung, Rhetorik, Tätowierung sowie Holz-,
Knochen- und Steinschnitzerei. Die Wohnhäuser der Maori waren reich mit
Holzschnitzereien verziert, und die Schmuckherstellung befand sich auf hohem
künstlerischem Niveau.
Als erster Europäer kam Abel Tasman 1642 mit den Maori in Kontakt. 1840
schlossen die Maori-Häuptlinge und die britische Krone den Vertrag von Waitangi.
Die Vertragsbedingungen, die bis heute umstritten sind, bilden immer noch die
Grundlage für die Beziehungen zwischen Maori und Europäern. Dabei entstanden die
meisten Konflikte durch unterschiedliche Landansprüche. 1843 kam es zu ersten
Auseinandersetzungen zwischen Maori und Europäern – in den so genannten
Neuseeländischen Kriegen.
1856 wählten die Maori mit Te Koote den ersten Häuptling mit
stammesübergreifenden Kompetenzen (noch heute gibt es eine Maori-Königin, die
von beiden Gruppen anerkannt wird). Zunächst wurde diese „Königsbewegung” jedoch
als Herausforderung der britischen Souveränität aufgefasst, und es kam zu einer
Fortsetzung des Krieges. Nachdem Te Koote 1865 aus der Haft geflohen war, führte
er einen Guerillakrieg gegen die Briten, der im Februar 1872 endete. Als Folge
des Krieges konfiszierten die Engländer Land der Maori.
Zwischen 1840 und den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts nahm die
Maori-Bevölkerung rapide ab. Dies war zurückzuführen einerseits auf die Kriege
und andererseits auf das Einschleppen von Krankheiten durch die Europäer, gegen
die die Maori keine Abwehrkräfte besaßen. Die Bevölkerungszahl, die 1769 bei
etwa 120 000 gelegen hatte, fiel bis 1896 auf 42 000. Seit den neunziger Jahren
des 19. Jahrhunderts ist die Maori-Bevölkerung jedoch bis heute wieder auf etwa
350 000 angestiegen (ein Zehntel der Gesamtbevölkerung Neuseelands). Zwischen
1910 und 1930 tauchten einige Führungspersönlichkeiten auf, die sowohl in den
Traditionen der Maori als auch der Europäer unterrichtet waren, und gründeten
die Young Maori Party. Diese versuchte auf parlamentarischem Wege die
Forderungen der Maori durchzusetzen. Da viele Führer mit den Engländern
kooperierten und den Handel mit Land unterstützten, stießen sie auf Ablehnung in
der Bevölkerung.
Andere führende Persönlichkeiten, die europäische Traditionen und
Regierungsformen ablehnten, setzten sich ausschließlich für ihre eigenen Gruppen
ein, wodurch die „Einheit der Maori” in den Hintergrund trat. Diese Führer
versuchten über kulturelle und soziale Projekte sowie Verbesserungen im
Gesundheits- und Bildungswesen sowie auf wirtschaftlichem Gebiet das
Selbstbewusstsein (Mana) der einzelnen Ethnien zu fördern. Diejenigen, die sich
mit dem wachsenden Tribalismus nicht anfreunden konnten, fanden ihre politische
Heimat in der so genannten Ratana-Bewegung, die ursprünglich religiös motiviert
war, sich später aber zunehmend politisch für die Maori engagierte. Die Bewegung
ging ein Bündnis mit der Labour Party ein, was zum Erfolg dieser Partei bei den
Parlamentswahlen führte und sich schließlich in einer staatlichen Politik zur
Verbesserung der Lebensverhältnisse der Maori ausdrückte. Nach dem 2. Weltkrieg
beteiligten sich die Maori in weit stärkerem Umfang am gesellschaftlichen Leben.
Dies war mit einer Flucht vom Land in die Stadt verbunden: 1936 hatten nur elf
Prozent der Maori in Städten gelebt; in den achtziger Jahren waren es mehr als
90 Prozent. Der Verlust der kulturellen Identität führte dazu, dass viele Maori
in der neuseeländischen Gesellschaft eine Randexistenz führen. Ihr Anteil an
Arbeitslosen, Analphabeten, Drogenabhängigen und Kriminellen ist
überproportional hoch.
Seit dem Ende der achtziger Jahre gewinnen Revitalisierungsbewegungen immer
stärkeren Einfluss unter den Maori. Sprachkurse in Maori finden ebenso Zulauf
wie Kurse zum Haka, dem traditionellen Kriegsritual der Maori. Die Maori
beziehen ihr Identitätsbewusstsein nicht aus der „rassischen” Abstammung, die
meisten der heutigen Maori sind in diesem Sinn Halb- oder Viertelmaori, sondern
beziehen sich auf eine gemeinsame, durchaus verklärte Geschichte und Zukunft.
„Maori ist, wer sich Maori fühlt”, ist der Wahlspruch dieser Bewegung.
Im November 1995 entschuldigte sich die britische Krone indirekt für den
Landraub im 19. Jahrhundert und sicherte die Zahlung von insgesamt 160 Millionen
DM zu. Im Dezember 1996 traten drei Maori-Minister in das Kabinett des
Premierministers Jim Bolger ein. Nach der neuen neuseeländischen Verfassung ist
die Regierung dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass alle ethnischen
Gruppierungen entsprechend ihres Bevölkerungsanteils im Kabinett vertreten sind.
Die Freigabe eines 150 Jahre lang verbotenen Buches von Felice Vaggioli im Jahr
2000 ist ein Zeichen dafür, dass sich der kulturelle Konflikt in Neuseeland
zunehmend entspannt. Der italienische Autor beschreibt in dem Missionsbericht
die grausame Unterdrückung der Maoris durch die Kolonisten.
Die Maoris stellen etwa 10 Prozent der 3,7 Millionen Einwohner von Neuseeland.
Cook-Straße
Meeresstraße, die die Nordinsel und die Südinsel von Neuseeland trennt und die Tasmansee im Westen mit dem Pazifischen Ozean im Osten verbindet. Sie ist zwischen 25 und 100 Kilometer breit. Benannt ist sie nach dem britischen Forscher Captain James Cook, der 1769, als er die neuseeländische Küste erforschte, durch die Meeresstraße fuhr.
Stewart-Insel
Insel im Süden Neuseelands, im südlichen Pazifischen Ozean. Sie liegt etwa 18 Kilometer südlich der neuseeländischen Südinsel. Die gebirgige Stewart-Insel ist 1 735 Quadratkilometer groß. Höchster Berg ist der Mount Anglem mit 975 Meter Höhe. James Cook entdeckte die Insel 1770, und der britische Walfängerkapitän William Stewart zeichnete sie 1809 auf seiner Seekarte ein. Das Volk der Maori verkaufte die Insel 1864 an die Briten. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 550.
Tokelau
Von Neuseeland abhängiges Gebiet, das aus den Tokelau-Inseln besteht. Diese liegen rund 480 Kilometer nördlich von Westsamoa und bestehen aus den drei Atollen Atafu, Fakaofo und Nukunonu, die insgesamt etwa zehn Quadratkilometer groß sind. Auf Tokelau leben rund 1 600 Einwohner. Die Wirtschaft stützt sich hauptsächlich auf den Fischfang und die Landwirtschaft, die vorwiegend für den Eigenbedarf produziert. Wichtigste Produkte, die exportiert werden, sind Kopra (siehe Kokosnuss) und handwerkliche Erzeugnisse sowie Münzen und Briefmarken für Sammler. 1765 erreichten die ersten Europäer die Inseln. 1877 wurden sie britisches Protektorat, seit 1916 als Teil der Kolonie Gilbert- und Ellice-Inseln verwaltet. 1926 wurde ihre Verwaltung an Neuseeland übergeben. Seit 1949 gehören die Inseln zu Neuseeland. 1976 wurde der Name des Gebiets von Tokelau-Inseln in Tokelau geändert.
Hauptstadt von Neuseeland, an der Südwestküste der
Nordinsel, an der Bucht Port Nicholson (einer Bucht an der Cook-Straße). Die
Stadt liegt in einer landwirtschaftlich genutzten Region und ist bedeutender
Seehafen sowie Handels- und Industriezentrum. In Wellington und im nahe
gelegenen Industriegebiet Lower Hutt werden hauptsächlich Verkehrsausrüstungen,
Nahrungsmittel, Textilien, Bekleidung, Maschinen und Druckerzeugnisse
hergestellt. Auch Verwaltung (Regierungssitz) und Fremdenverkehr sind für die
Stadt von wirtschaftlicher Bedeutung. Wellington verfügt über eine große Anzahl
an kulturellen Einrichtungen und Ausbildungsstätten, darunter das
Nationalarchiv, die Nationalbibliothek, die Royal Society (1867), die
Nationalgalerie mit Sammlungen neuseeländischer, europäischer und australischer
Malerei und Bildhauerei sowie das Nationalmuseum mit völkerkundlichen und
naturgeschichtlichen Ausstellungsstücken. Die Victoria University wurde 1899
gegründet, das Polytechnikum 1962. Die Stadt beheimatet außerdem ein
Symphonieorchester sowie ein Ballet- und Opern-Ensemble. Sehenswert sind die
Parlamentsgebäude, das Rathaus und eine anglikanische Kathedrale.
1840 wurde der Ort von Auswanderern aus Großbritannien besiedelt, die von der
New Zealand Company hierhergebracht worden waren. 1865 löste Wellington
Auckland
als Landeshauptstadt ab. Die Stadt wurde nach Herzog von Wellington, einem
britischen Feldherrn und Staatsmann, benannt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 164
000 (2001).
Stadt in Neuseeland, auf einer Landenge der Nordinsel. Sie
liegt zwischen dem Manukau Harbour (Tasmansee) und dem Waitemata Harbour
(Pazifik). Auckland ist Seehafen und Marinestützpunkt. Im Stadtgebiet befinden
sich Reste erloschener Vulkane. Die Stadt ist ein Fischerei-, Wirtschafts- und
Produktionszentrum. Hier werden Eisen und Stahl, Lebensmittel, Maschinen,
Textilien, Kleidung, Kraftfahrzeuge und Düngemittel hergestellt. Zu den
Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören u. a. die städtische Kunstgalerie mit
Werken europäischer und neuseeländischer Künstler, das Auckland Institut und
Museum mit natur- und völkerkundlichen Ausstellungen, das melanesische
Missionsmuseum, das Transport- und Technologiemuseum sowie der Parnell Rose
Garden. Außerdem befinden sich hier die Universität Auckland (1882) und das
technische Institut von Auckland (1964). Mehrere Brücken verbinden die schnell
wachsenden Vororte mit dem Stadtzentrum. In Auckland befindet sich auch der
größte internationale Flughafen des Landes.
Nach dem 2. Weltkrieg zogen viele Inselbewohner vom Pazifik nach Auckland. Die
Bevölkerung im Stadtgebiet besteht zu einem großen Teil aus Maori. Auckland
wurde 1840 als Hauptstadt des kolonialen Neuseelands gegründet. 1865 übernahm
Wellington diese Funktion. 1871 erhielt Auckland den Status einer Großstadt. Die
Einwohnerzahl beträgt etwa 368 000 (2001).
Stadt an der Ostküste der Südinsel von Neuseeland, im Provinzdistrikt Canterbury gelegen. Es ist das Zentrum einer Agrarregion, in der Getreide angebaut und Schafe gezüchtet werden. Daneben ist Christchurch auch eines der wichtigsten Industriezentren von Neuseeland. Es besitzt eine hervorragende Verkehrsanbindung. Die Energie wird hauptsächlich aus Wasserkraft gewonnen. Zu den wichtigsten Industrien sind die Fleischverarbeitung und die Gerbereien, die Herstellung von Wollwaren, Möbeln und Transportgeräten zu zählen. Straßen- und Eisenbahntunnel durch die Port-Berge verbinden Christchurch mit dem in der Nähe gelegenen Hafen Lyttelton. Die Universität von Canterbury, die 1873 gegründet wurde, hat ihren Sitz in Christchurch. Die Lincoln University, die 1990 eingerichtet wurde, wurde 1878 als Landwirtschaftsschule von Canterbury gegründet. Christchurch wurde 1850 von der Canterbury Association, einer britischen Kolonialgesellschaft, gegründet. Namensgebend war die Christ-Church-Schule, die sich an der Universität von Oxford in England befindet. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 316 000 (2001).
Stadt auf der Nordinsel Neuseelands, Verwaltungszentrum
des Waikato County, im Distrikt South Auckland am Waikato. Hamilton ist die
größte Stadt im Landesinneren von Neuseeland und das Handelszentrum für die
gesamte Nordinsel. In der umliegenden Region werden vor allem Milch- und
Forstwirtschaft sowie Schaf-, Rinder- und Schweinezucht betrieben. Entlang des
Waikato und des Hamiltonsees sind mehrere Naturparks eingerichtet worden. Die
University of Waikato (1964) hat ihren Sitz in der Stadt. Östlich von Hamilton
liegt die Ruakura Tierforschungsstation (Ruakura Animal Research Station), die
international bekannt ist.
Die ursprüngliche Siedlung Hamilton war anfangs nur von Soldaten bewohnt, die
sich während der Aufstände der Maori in den sechziger Jahren des 19.
Jahrhunderts hier niederließen. Die Einwohnerzahl der Stadt mit ihrem Umland
beträgt etwa 115 000 (2001).
Stadt auf der Südinsel von Neuseeland an der Pazifikbucht Otago Harbour. Dunedin ist ein Knotenpunkt für den Schienenverkehr. Die Industrie konzentriert sich vor allem auf die Weiterverarbeitung von Wolle und die Herstellung von Wollerzeugnissen. In der Region stellen der Abbau von goldhaltigem Gestein, die Rinder- und Schafzucht sowie die Erzeugung von Milchprodukten die Haupterwerbsquellen dar. Ein Großteil dieser Produkte wird exportiert, während Kohle, Holz und Fertigerzeugnisse die wichtigsten Importgüter sind. Dunedin ist der Sitz der Universität Otago (1869). Außerdem befindet sich hier die Polytechnische Hochschule von Otago (gegründet 1966). Die Stadt wurde 1848 in günstiger Lage, direkt an einem natürlichen Hafen, gegründet und expandierte nach 1861 sehr schnell: Goldvorkommen in der Region hatten zahlreiche Siedler aus ganz Australien angelockt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 114 000.
Tauranga
Stadt in Neuseeland, auf der Nordinsel, Seehafen an der Bay of Plenty. Tauranga liegt an einer Haupteisenbahnlinie und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Bauholz, Papier, Wolle und Molkereiprodukte. Nahrungsmittel, Baumaterialien und Kleidung werden in der Stadt hergestellt. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde hier eine anglikanische Missionsstation errichtet. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Hafen und war Verteidigungsposten gegen plündernde Maori. Ihr Name leitet sich von einem Maoriwort für „geschützter Ankerplatz” oder „Anlegestelle für Kanus” ab. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 89 800 (1998).
Mount Cook
Gipfel in den Neuseeländischen Alpen auf der Südinsel Neuseelands. Mit einer Höhe von 3 754 Metern ist er der höchste Berg Neuseelands. Sein Gipfel ist ganzjährig schneebedeckt. Neben dem Mount Cook weisen noch einige andere Gipfel des Bergmassivs Höhen über 3 000 Meter auf. Die Erstbesteigung fand 1894 statt. Die Maori, ein polynesisches Volk, nannten den Berg ursprünglich Aorangi („Wolkendurchdringer”).
Mount Taranaki
Auch Mount Egmont, erloschener Vulkan auf der Nordinsel
Neuseelands. Zum letzten größeren Ausbruch des Vulkans kam es Ende des 16.
Jahrhunderts. Der Berg ist 2 518 Meter hoch und liegt im Egmont Nationalpark.
Der aus vulkanischem Gestein und Asche bestehende Bergkegel ist das ganze Jahr
über mit Schnee und Eis bedeckt, seine unteren Hänge sind dicht bewaldet. Die
Gegend um den Mount Taranaki ist ein beliebtes Erholungsgebiet, im Winter für
Skifahrer und im Sommer für Wanderer.
Der Name Taranaki bedeutet in der Sprache der Maori „kahler Berg”. Der britische
Forscher James Cook gab ihm 1770 den Namen Mount Egmont, zu Ehren des
Kommandanten der Königlich-Britischen Marine. 1839 bestieg der deutsche Geologe
und Forscher Ernst Dieffenbach als erster Europäer den Gipfel des Vulkans.
Tauposee
Gewässer im Zentrum der Nordinsel von Neuseeland. Der See wird durch den Waikato River, der in die Tasmansee fließt, entwässert. Er ist mit 40 Kilometer lang und 27 Kilometer breit. In der Nähe des Sees sind zahlreiche Geysire und heiße Quellen.
Tongariro
Nationalpark im Landesinneren der Nordinsel von
Neuseeland. Der Park wurde bereits 1887 eingerichtet; er ist damit der älteste
Nationalpark Neuseelands und zugleich viertältester Nationalpark der Welt. Der
Park umfasst eine gebirgige Fläche von etwa 765 Quadratkilometern in den
Bezirken Tongariro und Wanganui. Seinen Namen hat der Park nach dem in ihm
gelegenen, 1 935 Meter hohen Vulkan Tongariro (in der Sprache der Maori „fortgetragenes
Feuer”), der manchmal noch aktiv ist. In dem Park gibt es noch zwei weitere
große Vulkane, Mount Ngauruhoe (2 292 Meter), der aktivste der drei Vulkane, und
Mount Ruapehu, mit 2 797 Metern höchster Punkt der Nordinsel und ein beliebtes
Ziel für Skifahrer; daneben liegen noch drei kleinere Vulkane im Tongariro
Nationalpark. Viele Berge im Park sind mit Nadelhölzern und verschiedenen
Südbuchen-Arten bewachsen.
Tongariro war einst die Heimat des Volkes der Ngati Tuwharetoa, von denen man
annimmt, dass sie die ersten Maori waren, die noch vor 1300 von Polynesien nach
Neuseeland gekommen waren. 1887 übergab Te Heuheu Tukino, der damalige Häuptling
der Ngati Tuwharetoa, die drei großen Vulkane, die von seinem Volk lange Zeit
als heilig verehrt worden waren, an die neuseeländische Regierung, um
sicherzustellen, dass sie von der Erschließung des Landes verschont bleiben
würden. Dies war das erste Mal, dass eine alteingesessene Bevölkerung einen
solchen Schutz von einem modernen Staat forderte. 1990 wurde der Park in die
UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.
Cook-Inseln
Zwei weit verstreute Inselgruppen im südlichen Pazifik,
die zwar mit Neuseeland assoziiert, aber selbstverwaltet sind. Zu den südlichen
Cook-Inseln gehören Rarotonga, Aitutaki, Atiu, Mangaia, Mauke, Mitiaro, Manuae
und Takutea. Die meisten dieser Inseln sind vulkanischen Ursprungs und besitzen
relativ fruchtbare Böden. Einige von ihnen sind auch Koralleninseln. Die
nördliche Gruppe der Cook-Inseln besteht aus Koralleninseln und umfasst Pukapuka,
Tongareva (auch Penrhyn genannt), Manihiki, Palmerston, Rakahanga, Suwarrow und
Nassau. Die Gesamtfläche der Inseln beträgt 236 Quadratkilometer. Die Hafenstadt
Avarua auf der Insel Rarotonga ist das Verwaltungszentrum der Cook-Inseln. Die
Einwohnerzahl beträgt etwa 17 500.
Bedeutendster Wirtschaftsfaktor der Cook-Inseln ist der Tourismus. Zu den
Ausfuhrgütern gehören Kokosnüsse, Kopra, Zitrusfrüchte, Ananas, Textilien und
Perlmutt. Rarotonga besitzt einen internationalen Flughafen. Die Einwohner der
Cook-Inseln sind Polynesier, die kultur- und sprachgeschichtlich mit den
neuseeländischen Maori verwandt sind.
Spanische und portugiesische Seefahrer erreichten die Inseln um 1600. 1773
erforschte James Cook die Inseln und nannte sie Hervey-Inseln. 1823 begann der
englische Missionar John Williams, ein Vertreter der London Missionary Society,
die Bevölkerung auf Rarotonga zu christianisieren. 1888 wurden die Cook-Inseln
britisches Protektorat, 1901 kamen sie unter neuseeländische Verwaltung. 1965
erhielten die Cook-Inseln die volle innere Selbstverwaltung. Die Außen- und
Verteidigungspolitik unterliegt allerdings der Regierung von Neuseeland.
Commonwealth of Nations
Loser, freiwilliger Zusammenschluss von Staaten, die die
britische Krone symbolisch oder tatsächlich als gemeinsames Oberhaupt anerkennen
oder anerkannt haben.
Zum Commonwealth of Nations gehören 51 souveräne Staaten und mehrere abhängige
Gebiete. Die souveränen Mitglieder des Commonwealth sind das Vereinigte
Königreich von Großbritannien und Nordirland, Antigua und Barbuda, der
Australische Bund, die Bahamas, Bangladesh, Barbados, Belize, Botswana, Brunei,
Dominica, Fiji, Gambia, Ghana, Grenada, Guyana, Indien, Jamaika, Kanada, Kenia,
Kiribati, Lesotho, Malawi, Malaysia, die Malediven, Malta, Mauritius, Namibia,
Nauru, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Saint Kitts und Nevis,
Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, die Salomonen, Sambia, die
Seychellen, Sierra Leone, Singapur, Südafrika, Sri Lanka, Swasiland, Tansania,
Tonga, Trinidad und Tobago, Tuvalu, Uganda, Vanuatu, Westsamoa, Zimbabwe und
Zypern. Südafrika schied 1961 aus dem Commonwealth aus, kehrte aber 1994, nach
dem Ende der Apartheid und den ersten freien, gleichen Wahlen, wieder in die
Organisation zurück. Pakistan trat 1972 aus dem Commonwealth aus und wurde 1989
wieder Mitglied; nach dem Militärputsch gegen die Zivilregierung 1999 wurde
Pakistans Mitgliedschaft suspendiert. Fiji wurde 1987, ebenfalls nach einem
Militärputsch, ausgeschlossen und 1998, nach der Rückkehr zu demokratischen
Verhältnissen, wieder aufgenommen. 2002 wurde die Mitgliedschaft Zimbabwes
infolge der Präsidentschaftswahlen, die in keiner Hinsicht demokratischen
Erfordernissen entsprachen, suspendiert; 2003 trat Zimbabwe, nachdem die
Suspendierung auf unbestimmte Zeit verlängert worden war, aus dem Bündnis aus.
Die Republik Irland hat besondere wirtschaftliche Beziehungen zum Commonwealth,
ist aber kein Mitglied.
Die Beziehungen zwischen Großbritannien und den anderen Commonwealth-Ländern
werden über das Ministerium für Auswärtige und Commonwealth-Angelegenheiten in
London und die Außenministerien der einzelnen Staaten aufrechterhalten. Die
Mitgliedsstaaten tauschen Hochkommissare aus, deren Status dem von Botschaftern
entspricht. Das 1965 gegründete Commonwealth-Sekretariat in London ist die
Zentrale, die Informationen von allgemeinem Interesse an die Mitgliedsländer
weiterleitet und die Zusammenarbeit des Commonwealth mit anderen Organisationen
koordiniert. In Ländern, die kein eigenes Staatsoberhaupt haben, ist der
britische Souverän durch einen Generalgouverneur vertreten.
Die Bezeichnung Commonwealth of Nations wurde auf der Reichskonferenz (Imperial
Conference) von 1926 zum ersten Mal offiziell für „die Gruppe der autonomen
Gemeinschaften Großbritanniens und der Dominions” verwendet. Diese Definition
wurde in das Westminster-Statut aufgenommen, das 1931 vom britischen Parlament
verabschiedet wurde. Als Indien 1949 Republik wurde, blieb es Mitglied im
Commonwealth und schuf damit einen Präzedenzfall für viele andere britische
Kolonien.
Das Commonwealth hat kein offizielles Organ, das die Richtlinien der Politik
bestimmt. Die einzigen formellen politischen Konsultationen zwischen den
Mitgliedsstaaten sind die regelmäßigen Commonwealth-Konferenzen der Staats- und
Regierungschefs, auf denen gemeinsame Probleme erörtert werden.
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