Von Kaiteriteri nach Christchurch

Tag 315 (308), 07. April 2005 / Abel Tasman Nationalpark
Heute Morgen läuft das gleiche Programm wie Gestern, ausser dass die Karre heute problemlos anspringt! Entsprechend können wir unsere Wanderung um 08:30 Uhr beginnen. Bei schönsten äusseren Verhältnissen folgen wir dem Pfad der Küste entlang und geniessen tolle Regenwälder, schöne kleine weisse Strände und smaragdgrünes Wasser. Da wir uns meistens etwa 10 bis 20 Meter über dem Wasser im Wald fortbewegen ist es äusserst angenehm.
Gegen Mittag erreichen wir die erste Stelle, welche nur zwei Stunden vor und bis zwei Stunden nach Ebbe passiert werden kann. Man könnte die Stelle zwar umlaufen, aber das würde uns zusätzlich eine Stunde kosten. Gemäss dem Gezeitenplan sind wir noch eine Stunde zu früh, überqueren die stelle jedoch gleichwohl, da bis auf zwei Stellen kein Wasser mehr in der Bucht zu sehen ist. Eine Stelle ist zwar noch etwa knietief, stellt jedoch absolut kein Problem dar; ausser dass Mano beim Schuhe ausziehen die Kamera herunterfällt und dies natürlich ausgerechnet in eine Wasserpfütze. Jetzt geht definitiv nichts mehr.
Da wir zeitlich sehr gut dran sind und Heidis Füsse schmerzen machen wir eine lange Mittagspause bevor wir uns vor zwei Uhr auf den restlichen Weg machen, welcher uns auch wieder der wunderschönen Küste entlang durch den Regenwald führt. Kurz nach 16:00 Uhr treffen wir in Bark Bay ein: Ein riesiger, wunderschöner und fast menschenleerer Sandstrand. Der Campingplatz liegt gleich hinter dem Strand auf einer kleinen, bewaldeten Erhöhung, welche wie ein Finger in die Bucht hinausragt und somit bei Flut von drei Seiten mit Meer umgeben ist.
Während sich Heidi von den heutigen Strapazen erholt stellt Mano seinen Zeitplan für Morgen zusammen (Heidi kommt wegen ihren Füssen nicht weiter mit), da es wieder Stellen gibt, welche nur zu bestimmten Zeiten überquert werden können - zwei davon ohne Alternativroute. Da die Sonne bereits kurz nach 17:00 Uhr hinter dem Hügel verschwindet wird es relativ früh am Abend kühl. So ziehen wir uns nach dem Nachtessen schon bald einmal in unser Zelt zurück und lesen noch ein Bisschen.

Tag 316 (309), 08. April 2005 / Abel Tasman Nationalpark - Kohatu
Mano
: Aufgrund der Gezeiten kann ich es heute Morgen gemütlich nehmen und verlasse die Bark Bay erst kurz nach 09:00 Uhr. Der Weg führt wieder im Zick-Zack durch dichte Regenwälder oberhalb der Küstenlinie entlang, vorbei an schroffen Klippen, smaragdgrünem Wasser und kleinen, weissen Sandstränden. Ich bin ganz alleine unterwegs und geniesse die Stille und hänge ein bisschen meinen Gedanken nach. Ich komme entsprechend zügig voran und erreiche die erste kritische Stelle bereits eine Stunde bevor sie offiziell passierbar wird. Hier treffe ich auf ein treckendes, internationales Trio, welches sich aus dem Kanadier Mike, dem Koreaner Ryan und dem Japaner Take zusammensetzt. Ich komme mit ihnen ins Gespräch und da sie heute auch bis nach Totaranui wollen schliesse ich mich ihnen an.
Zusammen überqueren wir dann auch die Bucht wo der sich zurückziehende Wasserarm zwar nur noch etwa 10 Meter breit aber am tiefsten Punkt doch noch schritttief ist. Wir kommen gut voran und unterhalten uns auf dem Weg über Fussball, Baseball und die diversen, 'anwesenden' Länder. So erreichen wir schon kurz nach Mittag die zweite kritische Stelle welche jedoch noch definitiv nicht passierbar ist. So legen wir hier unsere Mittagspause ein und geniessen das weiterhin wunderschöne Wetter.
Gegen 13:30 Uhr wagen wir uns dann endlich an die Überquerung der etwa 500 Meter breiten Stelle. Es hat zwar hier nur noch zwei 'Wasserstellen' aber diese sind auch noch fast schritttief und weisen eine überraschend starke Strömung auf. Wir passieren diese jedoch problemlos und sind schon bald wieder besohlt unterwegs. Am Ende kommt dann noch ein bisschen Hektik auf, als wir um 14:15 Uhr an einem Schild vorbeikommen welches uns informiert, dass es bis Totaranui noch eine Stunde ist - und unser Boot fährt um 15:15 Uhr! Wir legen also sicherheitshalber noch einen Zahn zu und schaffen es problemlos rechtzeitig anzukommen.
Heidi ist schon auf dem Boot, da sie sie bereits auf dem Hinweg bei der Bark Bay aufgeladen haben. So fahren wir die ganze Strecke auf dem Wasser zurück und kommen sogar noch in den Genuss von ein paar Pinguinen und Seelöwen. Zurück in Marahau verabschieden wir uns von meinen Treck-Gefährten und machen uns auf den Weg in Richtung Süden und übernachten auf einem Picknickplatz bei Kohatu.
Ach ja, über den Japaner Take gibt es noch eine lustige Geschichte: Er hat auf Neuseeland für eine Weile in einer Jugendherberge gearbeitet und wie es da so üblich ist, hat er sein Essen angeschrieben bevor er es in den Kühlschrank getan hat. Als er sich am Abend jedoch sein saftiges Steak braten wollte hat er festgestellt, dass fast alle seine Vorräte verschwunden waren..... Nach dem er einige Überlegungen angestellt hatte ist er zum Schluss gekommen, dass es wohl an seinem Namen liegen muss..... (wer's ned schnallt cha sech ongeniert bi mer mälde ;o)
Heidi: Nachdem Mano gegangen ist packe ich alles ausser das Zelt zusammen und gehe an den Strand. Als das erster Wassertaxi schon nach 9:00 Uhr kommt, frage ich, ob ich gegen Mittag mit dem bezahlten Ticket bis nach Totaranui gehen kann und dann mit dem 15:15 Uhr Wassertaxi retour nach Marahau gehen kann. Der Typ meint ich könnte jetzt mit ihm gratis mitgehen, doch da ich das Zelt noch nicht gepackt habe, schlägt er vor das nächste Taxi um 11:15 Uhr zu schicken. Als das 11:15 Uhr Taxi dann kam wollte er von mir Geld. Das kam für mich nicht in Frage, deshalb blieb ich bis 14:00 Uhr am Strand am Sünnele und lesen. Danach kam wieder der 1. Typ vom morgen und nahm mich bis nach Totaranui ohne Gebühr wo wir Mano abholten.

Tag 317 (310), 09. April 2005 / Kohatu - Westport
Wir stehen ohne Wecker um 08:00 Uhr auf und machen uns nach dem Frühstück auf den Weg. In Murchison machen wir einen Teestopp und schauen an was wir in den nächsten Tagen noch so machen wollen. Wir haben mal entschlossen heute nach Karamea zu fahren wo sich gemäss 'The Lonely Planet' imposante limestone Arches befinden.
Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp bei der Buller Gorge Swingbridge und in Westport. Die Swingbridge ist mit 160 Meter die längste Hängebrücke in Neuseeland und man muss NZ$ 5.00 pro Person Eintritt bezahlen. Nach Überquerung der Hängebrücke kann man einen kurzen Trail machen, welcher jedoch nicht all zu spektakuläres zu offenbaren weiss. In Westport stocken wir unseren Vorrat auf essen was kleines zu Mittag und machen uns auf den Weiterweg.
Von hier aus geht es der Küste entlang in Richtung Norden, mit dem Meer auf der linken und den Berge auf der rechten Seite - es ist eine wunderschöne Landschaft. Dadurch, dass der Landteil zwischen dem Meer und der Küste nicht all zu breit ist trägt sicherlich seinen Teil dazu bei. Als wir dann nach Granity in die Berge abbiegen und durch dichte Regenwälder fahren kommt es uns ein bisschen so vor, als dass wir auf dieser kurzen Strecke alles gesehen haben was Neuseeland zu bieten hat (ausser den schneebedeckten Bergen und den Sandstränden, da die Küste hier vorwiegend ziemlich rau und tendenziell steil ist).
Die ganze Strecke zieht sich ziemlich in die Länge und wir kommen erst am frühen Abend im Karamea an. Von hier bis zu den Arches sind es 16km auf einer Kiesstrasse und wir haben ein paar Mal mühe mit unserem Van den Hügel hinaufzufahren. Aber irgendwie haben wir es geschafft und sind um 17:00 Uhr vor Ort auf dem Parkplatz. Wir entschliessen uns den 45minütigen Trail bis zum Oparara Arche zu machen. Für den 45 minütigen Roundtripp benötigen wir jedoch nur 30 Minuten. Der Weg führt uns wieder einmal durch dichtes Grün, an einem orange-braunen Bach entlang. Mit der tiefstehenden Sonne gibt es einige interessante Lichtspiele, welche wir hoffentlich auf der Kamera festhalten können. Beim Arch sind wir uns nicht ganz sicher welches jetzt der eigentliche Arch sein soll, denn am Ziel stehen wir vor einen grossen, etwa 200 Meter langen Höhle, durch welche der Bach fliesst und vor welcher ein (gemäss unserer Definition) eigentlicher Arch den Bach überspannt. Gemäss Lonely Planet kann man den Arch besteigen und auch überqueren aber im Dickicht finden wir den Weg nicht.
Vom Parkplatz aus machen wir uns dann noch auf den Weg zum Moria Gate Arch, für welchen man angeblich eine Stunde hin und zurück braucht, was eigentlich vom Licht her noch drin liegen sollte. Heidi wird der Weg jedoch zu nass und glitschig und sie kehrt schon bald einmal um. Da der Weg ein paar Meter weiter wieder tipp topp ist nutzt Mano die Gelegenheit und macht den Roundtripp zu einem kleinen Waldlauf: zum Arch und zurück. Der 'Einstieg' zum Arch führt durch eine kleine Höhle und danach steht man, ähnlich wie beim ersten Arch (eher in einem Tunnel) unter dem Arch, durch welchen auch ein Bach fliesst. Nichts desto trotz ist es ziemlich cool, auch wenn das Licht nicht mehr so wirklich ausreicht um es voll geniessen zu können.
Zurück in Karamea suchen wir eine Tankstelle, welche jedoch leider bereits geschlossen hat. Da wir heute Abend jedoch noch ein bisschen zurück fahren wollen gehen in einem Hotel fragen wo wir allenfalls noch an Diesel kommen. Die Receptionistin ist so freundlich und ruft eine Kollegin an um den Tankwart aufzutreiben. Als diese zurückruft konnte sie ihn auch nicht erreichen, offeriert uns jedoch beim Busdepot vorbeizukommen und aufzutanken. Beim Depot treffen wir auf einen netten, älteren Herrn, welcher uns die gewünschten 10 Liter einschenkt und so sind wir schlussendlich doch noch auf dem Weg zurück nach Westport.
Unterwegs essen wir noch unser Nachtessen und kommen ziemlich spät in Westport an, wo wir gegen ca. 21:00 Uhr am Strand ein schönes Gratisplätzchen finden wo sich bereits schon einige andere Campers für die Nacht niedergelassen haben..

Tag 318 (311), 10. April 2005 / Westport -  Franz Josef
Nachdem Mano gefrühstückt hat und Heidi endlich auf ist wollen wir ins Dorf tanken gehen. Nach ein bisschen Stottern entscheidet sich der Motor zu unseren Gunsten und fängt an zu schnurren; zum Glück. An der Tankstelle kaufen wir dann noch ein bisschen Transmission-Öl, da die Schaltung in letzter Zeit ein bisschen ruckartig geworden ist.
Unser erster Stopp heute ist in Punakaiki wo wir uns die Pancake Rocks anschauen. Bei diesen handelt es sich um Limestone Formationen, welche vor langer Zeit aus dem Meer gehoben wurden und komischer Weise (bis heute noch nicht wirklich geklärt) in dünnen Scheiben geschichtet, wie eben Pancakes, sind. Mit dem Meer auf der einen Seite und den Bergen im Rücken gibt es einen schönen Kontrast. Dadurch dass das Meer sich zwischen den Sandsteinformationen zwischen-, neben- und unten durch gefressen hat sind auch so genannte Blowholes entstanden, woraus bei Flut das Meer geysirartig empor spritzt.
In Greymouth gehen wir kurz einkaufen und endlich wieder einmal duschen, hinter einer Tankstelle an einer Münzdusche. Heidi investiert die NZ$ 2.00 für 4 Minuten warmes Wasser, während Mano sich mit dem kalten, dafür aber unlimitierten und gratis Wasser begnügt. Frisch geduscht geht es dann weiter bis zum Franz Josef Gletscher, welchen wir uns Morgen anschauen wollen. Unterwegs machen wir noch einen Halt an einem schönen Plätzchen am See wo wir endlich auch unsere Treckingpackungen auspacken und das Auto neu einräumen.
Auf der Suche nach unserem Schlafplatz landen wir schlussendlich kurz vor dem Eindunkeln in Franz Josef wo wir jedoch nicht wirklich übernachten wollen. Entsprechend fahren wir wieder ein Stückchen zurück zu einem gratis Plätzchen welches wir kurz zuvor gesehen haben und welches ein bisschen ausserhalb des Touri-Dörfchens auf einer sehr kleinen, nicht mehr verwendeten, Nebenstrasse liegt.
Zum Nacht gibt es feine Spaghetti und nach dem wir die Berichte geschrieben und die aktuellsten Photos herunter geladen haben machen wir es in unserem Schlafzimmer bequem und lesen vor dem Lichter löschen wieder einmal ein bisschen.

Tag 319 (312), 11. April 2005 / Franz Josef - Lake Wanaka
Nach dem üblichen Prozedere am Morgen gehen wir schnell beim Info Center vorbei um uns die Möglichkeiten der Trecks, welche uns zum Franz Josef Gletscher führen anzuschauen. Wir entscheiden uns für die 11/2 stündige Variante (Hin- und Rückweg) und fahren schon kurz darauf das Tal hinauf und machen uns vom Parkplatz auf den Weg. Wir folgen dem Tal weiter hinauf, wo es ein paar interessant abgeschliffene Felsen hat, und stehen nach etwa 30 Minuten vor der Gletscherzunge. Nun, all zu interessant erscheint er uns auch trotz seiner Höhe von ca. 30 - 50 Meter nicht; vielleicht haben wir in Patagonien und Alaska einfach schon zu viele Gletscher gesehen, oder vielleicht liegt es einfach daran, dass wir Schweizer sind ;o)
Selbstverständlich gehen wir heute Morgen auch noch beim Fox Gletscher vorbei, denn er liegt ja auf dem Weg. Hier ist für den Rundkurs zum Gletscher und zurück 1 Stunde angeschlagen. Der Hinweg ist in etwa identisch wie dieser vom Franz, ausser, dass das Tal ein bisschen enger und das Ganze somit ein bisschen eindrücklicher ist. Der Gletscher dagegen ist ein wenig enttäuschend, da man hier wirklich praktisch nur die Zunge sieht und nichts vom eigentlichen Gletscher welcher sich ins Tal hinunter kurvt.
Nach diesen doch nicht gerade begeisternden Ausflügen machen wir uns auf den Weiterweg nach Süden, essen unterwegs was kleines zu Mittag und legen erst wieder in Haast eine längere Pause ein. Haast besteht praktisch nur aus dem Info Center, der Tankstelle und einer riesen Bar-Restaurant-Hotel Kombination. Hier gehen wir auch was trinken und laden unseren Laptop während dem Berichte schreiben auf. Die Bar ist wirklich verdammt gross und hat im Zentrum ein bzw. zwei mit dem Rücken zueinander stehenden Cheminées; voll gemütlich. Hier entscheiden wir uns auch, dass wir heute zumindest noch über die Südlichen Alpen bis Makarora fahren wollen und dann da erneut entscheiden ob wir bleiben oder aber das Restliche Stück nach Wanaka auch gleich noch zurücklegen wollen. Bis ganz nach Wanaka schaffen wir es nicht mehr aber wir finden am Ufer des Lake Wanaka ein schönes, ruhiges aber ein bisschen windiges Plätzchen.

Tag 320 (313), 12. April 2005 / Lake Wanaka - Aoraki/Mt. Cook
Heute gibt es den Kaffee ausnahmsweise auswärts und so sind wir schon bald unterwegs. Hier, auf der östlichen Seite der südlichen Alpen hat der Herbst schon definitiv Einzug gehalten: Das Gras ist mehr braun als grün und die Bäume mehr gelb und rot als grün. Wir kurven durch die farbige, hügelige Landschaft in Richtung Mt. Cook und machen unterwegs nur schnell einen Shopping-Stopp in Wanaka. Wanaka scheint ein kleines, ruhiges Kaff zu sein, welches jedoch sehr schön zwischen zwei Bergketten an einem See gelegen ist. Zusammen mit der farbenprächtigen Landschaft und der warmen Sonne weiss es zu gefallen. Gleichwohl zieht es uns weiter in Richtung Mt. Cook.
Den nächsten Stopp legen wir beim Info Center am Lake Pukaki ein. Von hier hat man einen fantastischen Blick über den See das Tal hinauf bis zum Mt. Cook, welcher sich im Hintergrund gegen den Himmel reckt. Das letzte Stück fahren wir dann dem See entlang, das etwa ein Kilometer breite Tal hinauf bis es praktisch nicht mehr weiter geht - wir sind in Mt. Cook angekommen.
Den Rest des Nachmittags geniessen wir die Sonne bei extrem warmen Temperaturen. Diese sinken jedoch mit der verschwindenden Sonne und da diese bereits gegen 16:00 Uhr hinter den Berggipfel abtaucht entsprechend relativ früh. Wir kommen noch mit einer Neuseeländerin ins Gespräch, welche sich für unser Kanu interessiert, dies jedoch zuerst mit ihrem Mann besprechen will. Da dieser die heutige Nacht auf einem Berg in einer Berghütte verbringt müssen wir bis Morgen warten.

Tag 321 (314), 13. April 2005 / Aoraki/Mt. Cook -  Geraldine
Mano hat Kopfschmerzen und kommt entsprechend nicht so richtig aus den Federn. So ist es heute Heidi welche ausnahmsweise das Frühstück zubereitet. Da der Himmel ziemlich stark bewölkt ist haben wir auch keinen Stress und nehmen es gemütlich. die Kopfschmerzen verschwinden nicht so richtig, aber wir machen uns dann gleichwohl auf den Weg das Hooker Valley hinauf.
Gegen 11:00 Uhr vermag sich dann auch die Sonne durchzusetzen und die Wolken verziehen sich langsam aber sicher und schon bald wandern wir unter einem stahlblauen Himmel in Richtung Mt. Cook. Dieser sieht spektakulär aus, vor allem sein kleiner, spitziger Gipfel, welcher irgendwie aussieht wie ein kleiner Kopf auf überbreiten Schultern, weiss zu gefallen. Nach dem wir uns noch ein bisschen Zeit an der Sonne gönnen machen wir uns dann schon bald wieder auf den Rückweg, auch weil Mano sich nicht wirklich topp fühlt.
Zurück beim Camping treffen wir auf das Neuseeländer Ehepaar und kommen mit ihnen ins Gespräch. Da sie jedoch das Kanu nicht mehr erwähnen gehen wir davon aus, dass sie sich gegen einen Kauf entschieden haben. Wir bereiten hier noch unser Mittagessen zu und machen uns dann langsam aber sicher auf in Richtung Christchurch, wo wir ab dem 15. 04. vor haben unser Auto zu verkaufen und, sofern alles klappt, am 18.04. über Auckland nach Brisbane zu fliegen.
In Lake Tekapo machen wir einen Halt um einen neuen Propan Gas Behälter zu kaufen und besuchen die bekannte 'Church of the Good Shepherd' und das Collie Denkmal, welche beide wunderschön am See gelegen sind und mit der Bergkette im Hintergrund superschöne Photomotive abgeben aber ansonsten nicht unbedingt ein Muss auf der Durchreise sind ;o). Auf der Weiterfahrt entscheiden wir uns anstatt über den Highway die Scenic Route nach Christchurch zu fahren und parkieren kurz nach Geraldine auf einem Picknick Platz für die Nacht. Als wir nach dem Nachtessen ein bisschen Privat-Kino machen wollen bringen wir die DVD's nicht zum Laufen - ob es an den DVD's oder am Laptop liegt können wir nicht feststellen. Also beschäftigen wir uns wieder mit unseren papierigen Kollegen.

Tag 322 (315), 14. April 2005 / Geraldine -  Christchurch
Als wir nach dem Frühstück losfahren wollen - yup - Karre streikt. Zum Glück haben zwei andere Reisende für diese Nacht auch den Weg auf diesen Picknick Platz gefunden, so dass wir deren Natel gebrauchen können um die AA anzurufen (dass wir als Stammkunden noch kein AA-Natel bekommen haben ist uns unerklärlich ;o(. Als diese jedoch nach einer Stunde noch nicht aufgetaucht sind fragen wir einen LkW Fahrer, welcher hier einen kurzen Pinkelstopp einlegt, ob wir sein Natel schnell brauchen können um nochmals anzurufen. Leider hat er hier keine Verbindung. Er nimmt jedoch Heidi mit zum nächsten Haus, wo sie nochmals anruft um unsere genauen Koordinaten durchzugeben; anscheinend hat bereits jemand nach uns gesucht aber den Platz nicht gefunden.
Kurz darauf taucht dann auch ein Auto mit dem in der Zwischenzeit bekannten, gelben AA-Aufkleber auf. Als auch er die Kiste nicht zum Laufen bringen kann werden wir wieder einmal abgeschleppt - zumindest dürfen wir diesmal selber 'fahren' und werden nicht Huckepack genommen ;o)
Zurück in Geraldine parkieren wir die Kiste bei der Garage und gehen ein Kaffee trinken. Nach eine halben Stunde gehen wir zurück zur Garage wo das Problem wieder einmal gelöst wurde - anscheinend lag es (diesmal?) am Benzinfilter. Aufgrund der verlorenen Zeit entscheiden wir uns zu ungunsten der Scenic Route und machen uns auf dem Highway in Richtung Christchurch, so dass wir da noch genügend Zeit haben um uns bezüglich den Autoverkaufmöglichkeiten zu informieren.
Als erstes gehen wir bei AA vorbei, welche uns jedoch nicht wirklich weiterhelfen können; sie wissen weder über das Auktionshaus noch über die zwei Backpackers Car Market bescheid. Also klappern wir diese selber schnell ab. Zuerst gehen wir beim Backpackers Car Market vorbei, welcher gleich funktioniert wie derjenige in Auckland. Beim Auktionshaus schätzen sie, dass wir hier für das Auto etwa zwischen NZ$ 1'500.00 und 2'000.00 rechnen können, wovon wir jedoch gut NZ$ 390.00 (inklusive NZ$ 35.00 Standgebühr) an das Auktionshaus abtreten müssten. Da uns die Nettosumme zu tief ist lassen wir diese Option fürs erste bleiben und gehen noch beim zweiten Backpackers vorbei. Dieser ist jedoch ein ganz normaler Occasions Verkäufer und so entscheiden wir, dass wir es ab Morgen beim Backpackers Car Market versuchen werden.
Das restliche Tageslicht nutzen wir dazu uns am Strand ein gutes Plätzchen zu suchen und ein bisschen durch die Gegend zu streifen. Nach dem Nachtessen gönnen wir uns wieder einmal ein Bierchen und hängen ein bisschen an der Bar rum bis es Zeit zum Schlafen ist.

Tag 323 (316), 15. April 2005 / Christchurch
Wir stehen heute bereits um 07:00 Uhr auf, da wir bevor der Backpackers Car Market um 09:30 Uhr öffnet noch das Auto innen und aussen auf Vordermann bringen wollen. Auf dem Weg zum Backpackers machen wir entsprechend bei einer Tankstelle einen längeren Stopp, wo wir unsere Karre durch die Waschstrasse fahren, ausräumen und 'aussaugen'. Nach dem dieser wieder einigermassen eine Falle macht fahren wir zum Backpackers und stellen die Kiste ab. Es gibt noch drei Formulare auszufüllen, NZ$ 55.00 (für drei Tage) zu bezahlen und wir sind offizielle Verkäufer.
Die Halle ist nur etwa zur Hälfte gefüllt und es steht ein zweiter Toyota Lite Ace zum Verkauf, für NZ$ 2'800.00. Bis auf zwei Amis sind alle anderen Verkäufer aus Deutschland. Alle sind zwischen zwei und fünf Tagen hier - natürlich sind die mit dem Van bereits seit fünf Tagen hier und versuchen diesen an den Man bzw. Frau zu bringen ;o( Wir sind jedoch optimistisch, da gemäss Personal in den letzten vier Tagen doch 16 Autos verkauft wurden und darunter auch einige Vans.
Wir richten uns ein und nutzen die Gelegenheit um die letzten Details für unsere Homepage fertig zu stellen, damit wir diese dann relativ schnell auf Vordermann bringen können und um wieder einmal zu Waschen. Gegen Mittag geht Heidi noch beim Reisebüro vorbei, um die Flugtickets, welche nach Christchurch gesendet wurden, abzuholen.
Bis zum Mittag kommen fünf Paare vorbei welche sich die Autos anschauen, aber die meisten suchen etwas einfaches und billiges. Es wird auch ein Auto verkauft: Ein Schrott-Kombi an zwei junge (natürlich) Deutsch Mädels für NZ$ 700.00 (zumindest war der Rosthaufen für diesen Preis ausgeschrieben, aber ob sie den noch drücken konnten wissen wir nicht); ob die mit dieser Karre weit kommen werden....
Bis zum Ende des Tages werden insgesamt 4 oder 5 Autos verkauft, darunter 3 oder 4 Vans; unserer leider nicht. Um 17:00 Uhr packen wir unsere sieben Sachen wieder in den Van und verlassen die Halle - für heute. Heidi hat ein Schild gesehen, worauf eine Garage anbietet die W.O.F. (Warranty of Fitness) für NZ$ 25.00 zu machen. Da dieser bereits geschlossen hat durchkreuzen wir noch ein bisschen die Strassen um eine schönes Plätzchen zum Essen ausfindig zu machen. Schlussendlich werden wir fündig und kochen uns leckere Pasta mit einer improvisierten, aber köstlichen Sauce. Danach fahren wir wieder zum Strand, gehen in der Bar eins trinken und schauen uns ein interessantes Super 12 Rugby Spiel im Grossfernseher an. Zum Schlafen ziehen wir uns wieder ans gleiche Plätzchen zurück wo wir bereits z'Nacht gegessen haben.

Tag 324 (317), 16. April 2005 / Christchurch
Mit der Sonne stehen auch wir auf (na ja, ein paar Minuten später ist es schon ;o) und gehen zuerst schnell einkaufen. Hinter dem Einkaufscenter befindet sich gleich der Garagist, welcher die W.O.F. für NZ$ 25.00 anbietet. Wir gehen schnell bei ihm vorbei und da er und wir noch ein bisschen Zeit haben entscheiden wir die W.O.F. gleich machen zu lassen. Um die Zeit zu vertreiben bummeln wir noch kurz durch den Mall und stellen danach mit Erstaunen fest, dass wir die W.O.F. nicht kriegen, aus einem Grund, welchen wir eigentlich bereits in Auckland repariert zu haben glaubten: die Bremse zieht hinten links nicht gleich gut wie hinten rechts.
Er gibt uns noch die Adresse eines Kollegen, welcher sich dann die Sache auch schnellt anschaut und gleich repariert; na ja, er braucht schlussendlich eine gute halbe Stunde bis das Ganze W.O.F. tauglich ist. Anscheinend kann sich die Einstellung der Bremse, wenn sie neu gemacht wurde, nach einer kurzen Zeit wieder ändern und muss dann erneut neu eingestellt werden. Aber jetzt sollte es kein Problem mehr darstellen. Um die Angelegenheit gleich definitiv unter Dach und Fach zu bringen fahren wir gleich zu W.O.F. zurück und dieser stellt uns dann auch das Zertifikat für die nächsten 6 Monate aus.
Als wir mit gut einer Stunde Verspätung in Backpackers ankommen teilen uns die Anwesenden mit, dass bis jetzt noch keine Kunden aufgetaucht sind - Glück gehabt. Wir platzieren unseren Wagen und warten zusammen mit den Anderen auf potentielle Opfer; heute sind (Überraschung!) vier weitere Deutsche welche zwei weitere Vans zum Verkauf anbieten aufgetaucht ein paar Israelis, welche jedoch normale Autos verkaufen wollen. Mit der Zeit tauchen auch die ersten Kunden auf, welche sich zum Teil auch für Vans interessieren, leider jedoch vorwiegend für den der Deutschen. Am Ende 'streiten' sich fast ein paar um den Van, welcher schlussendlich für 1'250.00 über den Ladentisch geht.
Als wir die Abrechnung und das Tagebuch auf Vordermann bringen stellten wir fest, dass Mano's Kreditkarte fehlt. Vermutlich hat er diese beim W.O.F. liegengelassen, da es da ein bisschen hektisch war und er sie da zum letzten Mal gebraucht hat. Wir rufen schnell an und tatsächlich haben sie diese aufgehoben. Da es im Moment relativ ruhig ist erlauben wir es uns diese schnell zu holen.
Morgen findet noch der lokale Car Fair Market statt, wo man für NZ$ 20.00 seine Karre von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr abstellen kann. Da anscheinend Sonntags hier nicht viel los ist werden wir vermutlich diese Variante am Vormittag ausprobieren und am Nachmittag wieder die Variante Halle; vor allem da sie uns so den Sonntag nicht anrechnen würden und wir den Montag entsprechend als dritten Tag verrechnen könnten.
Nach Feierabend fahren wir zum Kinokomplex und schauen uns was für Filme laufen. Da nicht wirklich viel gescheites über die Leinwand rollt, entscheiden wir uns für 'The Pacifier' mit Vin Diesel, welcher sich jedoch als ziemlich enttäuschend herausstellt (Mano). Die Jokes sind bis auf zwei Szenen alle 0815 und Vin weiss als Schauspieler nicht zu überzeugen da seine Mimik sackschwach ist. Der soll sich wieder auf Action Filme konzentrieren. Heidi: fand den Film mega Lustig, fand es besser als Hitch!

Tag 325 (318), 17. April 2005 / Christchurch
Nach einem kurzen Umweg über den Hausberg, um ein paar Photos von Christchurch zu machen, kommen wir etwa 30 Minuten zu früh beim Car Fair Market an und stellen mit Schrecken fest, dass wir erst etwa das vierte Auto sind. Der Typ versichert uns jedoch, dass es doch noch ein paar mehr geben wird. Wir parkieren unseren Van und begrüssen wenig später den Australier Steve und seine Deutsche Freundin.
Leider interessiert sich bis kurz vor Ende nicht wirklich jemand für die Vans und so unterhalten wir uns vorwiegend mit unserem Australischen Nachbar. Am Ende zeigen dann doch noch zwei ältere Herren Interesse und wir lassen sie wissen, dass sie uns bei beim Backpackers Car Market finden können. Nun, zumindest ist Steve das Glück hold und er kann sein Auto verkaufen. Aber auch wir fahren nicht ganz mit leeren Händen zurück, denn Steve gibt uns noch seine Telefonnummer und sagt uns, dass wir uns doch in Sydney mit ihm in Verbindung setzen sollen.
Den Rest des Tages läuft auch nicht mehr all zu viel und so verlassen wir vor 17:00 Uhr die Halle in Richtung Stadt. Vorher gehen wir noch schnell beim Reisebüro vorbei um unsere Tickets auf den Mittwoch umzubuchen :o( Den anschliessenden Stadtbummel verbinden wir mit dem Aufhängen von Flyers in den diversen Hostals wo wir auch gleich die Preise für eine Übernachtung abklären, denn sobald das Auto verkauft ist brauchen wir ja wieder ein Bett. Das Zentrum kommt einem nicht so wirklich wie ein eigentliches Zentrum vor. Hier steht nur die Kathedrale welche dieses 'markiert' aber ansonsten sieht es hier ziemlich gleich aus wie südlich, nördlich, westlich und östlich. Zumindest hat es um das Zentrum einige interessante und auch schöne Gebäude und Gassen welche das Bummeln angenehm machen.
Später fahren wir zum Kinokomplex, wo wir auf dem Parkplatz ein paar Sandwichs verdrücken und uns nachher im Kaffee was warmes zum Trinken gönnen wollen - das Internet ist bzw. wäre hier für Kunden gratis, aber leider haben sie Sonntags geschlossen. So machen wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum wo wir ins gleiche Internet Café wie gestern gehen und schnell ein paar Mails lesen und schreiben. Zum Abschluss des Tages gehen wir am Beach in unsere Stammbar, wo wir uns ein Bierchen gönnen. Leider schliessen sie heute bereits kurz nach 21:00 Uhr, so dass wir den Rest des Abends auf unserem Parkplatz lesend im Auto verbringen.

Tag 326 (319), 18. April 2005 / Christchurch
Da Montags anscheinend viel los sein soll, stehen wir bereits kurz nach 09:00 Uhr vor dem Tor um ein gutes Plätzchen zu ergattern - wir sind die Ersten. Der Morgen läuft jedoch nicht so wirklich und der Grossteil der wenigen Kunden interessiert sich für Autos und nicht für Vans. Bis zum Mittag werden drei Autos verkauft. Zusätzlich sind zwei weitere Konkurrenten aufgetaucht, welche zumindest jedoch kein Price Dumping machen und ihre Karren in der gleichen Preiskategorie zu verkaufen versuchen wie wir.
Ja, ansonsten gibt es nicht viel mehr zu erzählen, denn so richtig viel los ist heute nicht. So packen wir am Abend unsere Sachen und machen uns auf den Weg in die Stadt wo wir wieder ein paar Photos schiessen, diesmal einfach mit ein bisschen besserem Licht. Als es anfängt einzudunkeln gehen wir wie gestern wieder zum Kinokomplex, wo wir im Café, wo das Internet gratis sein soll, etwas kleines Essen und Trinken gehen wollen und nebenbei natürlich ein bisschen surfen. Leider hat es wieder geschlossen; scheint, als dass es jeweils bereits um 17:30 Uhr die Türen zu macht. Ja, so gehen wir wieder zu unserem alten Bekannten in der Stadt und holen uns da die letzten Infos. Das Nachtessen gibt es dann aber gleichwohl auswärts bei Pizza Hut, welche eine Aktion haben: Pizza Hawaii, Large für NZ$ 6.00.

Tag 327 (320), 19. April 2005 / Christchurch
New day new luck! Wir stehen ein bisschen früher auf, da wir vor dem Carmarket noch Duschen, Tanken und Einkaufen gehen wollen. Ansonsten ist heute Morgen total tote Hose angesagt; der erste Kunde taucht erst nach 12:00 Uhr auf - zumindest ist dieser auf der Suche nach einem Van, aber keinen Automaten. Am Nachmittag zieht es dann ein bisschen an und es erscheinen doch ein paar potentielle Kunden, welche sich jedoch erst einmal einen Überblick verschaffen wollen und noch nichts kaufen.
Ansonsten verbringen wir wieder einen langweiligen, ereignislosen Tag in der Halle. Da wir nun doch langsam ein bisschen nervös werden haben wir unseren Preis auf NZ$ 2'500.00 heruntergeschraubt. Das Problem dürfte jedoch darin liegen, dass es im Moment nicht all zu viele Kunden hat welche auf der Suche nach einem Van sind. Wir hoffen zumindest durch den tieferen Preis einfacher mit den wenigen Nasen ins Gespräch zu kommen.
Nach Feierabend fahren wir wieder ins Zentrum um die in den diversen Hostels aufgehängten Flyers anzupassen. Wir leisten uns auch noch eine Internet-Session und chatten mit den wenigen Kollegen welche online sind. Vor der Rückkehr zu unserem Stamm-Schlafplatz gibt es für Mano noch ein leckeres Sushi-Nachtessen, während Heidi sich beim Schlafplatz ein Sandwich macht.

Tag 328 (321), 20. April 2005 / Christchurch
Scheint ein toller Tag zu werden. Die Sonne scheint und es herrschen bereits am Morgen angenehme Temperaturen. Entsprechend gut gelaunt machen wir uns auf den Weg in den Stollen um endlich, endlich unserer Karre einen neuen Besitzer zu geben. Unterwegs gehen wir noch schnell beim City Center Mall vorbei um ein paar Fotokopien zu machen, welche wir heute Abend in weiteren Hostels aufhängen wollen.
Es läuft wieder nicht viel heute und so geht Mano am Morgen schnell seine neue Digitalkamera abholen - natürlich wieder eine Canon, denn an meiner Powershot S30 hat es nichts auszusetzen gegeben. Nach einer mehrtägigen Evaluation hat er sich schlussendlich für die Powershot S1 IS entschieden, welche über identische Funktionen verfügt, aber anstatt ein 3x ein 10x Zoom hat - geil!
Gegen Abend tauchen dann noch ernsthafte Interessenten auf, aber die einten wollen nicht mehr als NZ$ 1'500.00 ausgeben und der andere sucht einen Benzin-Van mit Handschaltung :o( Um noch mehr potentielle Kunden für unseren Van zu interessieren haben wir das Preisschild heute weggenommen und den Vermerk 'Must Go, Make Offer' eingefügt. Mal schauen ob's hilft; wir gehen jedoch davon aus, dass wir den Van schlussendlich für etwa NZ$ 1'500.00 an den Mann bringen werden/müssen; aber wir sind noch nicht ganz so verzweifelt. Mal schauen wie es Morgen aussieht.
Am Ende des Arbeitstages gehen wir in die Stadt um die neuen Flyers aufzuhängen, wobei Mano ein paar Fotos macht. In der Stadt stellen wir erstaunt fest, dass jetzt um 18:00 Uhr noch 22 Grad sind; und wir haben den ganzen Tag in der Halle vertrödelt..... Da wir nicht wirklich Lust auf Internet haben gehen wir beim Strand noch was kleines Chinesisches essen und verbringen den Rest des Abends in unserer Stammbar McCormacks Tavern und geniessen ein unverdientes aber gleichwohl leckeres Cerveza, schreiben die paar Zeilen Tagebuch und Postkarten.

Tag 329 (322), 21. April 2005 / Christchurch
Der Tag fängt wieder an wie gestern: blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Bevor wir wieder in den Stollen gehen gönnen wir uns bei McDonalds noch einen Kaffee bzw. eine heisse Schokolade. Im Stollen treffen wir wieder auf die gleichen Leute wie gestern plus zwei weitere Pärchen welche natürlich auch einen Van verkaufen wollen :o(
Gleich zu beginn betritt ein potentieller Käufer die 'Höhle der Löwen' und wir kommen ins Gespräch. Er ist Engländer, seit gestern in Neuseeland und weiss absolut nichts; weder wie lange er hier bleiben wird noch ob er ein Auto oder ein Van sucht. Danach ist für eine Weile tote Hose, bis die zwei Israeli Frauen von gestern wieder auftauchen und eine Probefahrt mit unserem Auto machen wollen. Selbstverständlich gehen wir darauf ein und fahren eine Runde. Nach zähen Verhandlungen sind wir bei NZ$ 1'550.00, aber da Heidi nicht so billig verkaufen will machen wir einen Kompromiss: Sie sollen heute Abend um 16:00 Uhr nochmals vorbeikommen und falls wir unsere Karre bis dahin noch nicht verkauft haben haben wir einen Deal.
Kurz nach Mittag und nach der Rundfahrt mit den Israelis wird es schnell hektisch und wir kommen mit zwei jungen, Deutschen Pärchen ins Gespräch. Die einen wollen sich jedoch noch ein bisschen Zeit lassen, während wir mit den anderen heute (und insgesamt ;o) unsere zweite Probefahrt machen. Sie sind zwar interessiert, aber so wie es aussieht ist deren Budget ziemlich eingeschränkt und zusätzlich könnten sie nicht alles auf einmal bezahlen, aber wir halten sie warm und sehen weiter. In der Zwischenzeit hat unsere Leidensgenossin Carolin aus Deutschland, welche die letzten sechs Tage mit uns in der Halle verbracht hat, ihre Auto an einen Deutschen Kollegen verkauft und wir verabschieden uns von ihr und versprechen in Kontakt zu bleiben.
Ein Deutsches Pärchen kommt am späteren Nachmittag nochmals zurück um die diversen Daten der Vans zu notieren und sich die Sache danach in Ruhe zu überlegen. Wir plaudern ein bisschen mit ihnen bis sie sich bis Morgen verabschieden. Kurz vor 16:00 Uhr kommen dann die zwei Israelis wieder, aber wir haben es uns in der Zwischenzeit anders überlegt und teilen Ihnen mit, dass wir Interessenten für NZ$ 1'800.00 haben. Da sie nicht so viel ausgeben wollen kaufen sie den Van eines Norweger Pärchens für NZ$ 1'600.00.
Kurz von Ladenschluss taucht noch ein sympathischer Franzose auf, welcher sich auch für unseren Van interessiert. Anstatt sich alle Sachen zu notieren um zu vergleichen schiesst er jeweils mit seiner Digitalkamera ein Photo von den Beschrieben - clever. Wir unterhalten uns sehr gut mit ihm und er unterbreitet uns dann kurz vor 17:00 Uhr ein Angebot für NZ$ 1'700.00. Wir offerieren ihm 1'800.00 und in dem Moment als er darauf eingehen will tauchen die zwei jungen Deutschen auf und bieten uns auch 1'800.00. Fu... Der Franzose bietet uns entsprechend 1'850.00 und als wir zusagen wollen ziehen die Deutschen nach. Da uns beide sympathisch sind und wir uns nicht ein schlechtes Gewissen machen wollen entscheidet schlussendlich eine Münze zu Gunsten der Deutschen - Sorry, French Man :o( und viel Glück.
So fahren wir erleichtert und enttäuscht (wir wollten eigentlich nicht unter NZ$ 2'000.00 verkaufen, aber da Reisen schöner ist als Rumsitzen.....) mit dem jungen Pärchen in die Stadt, damit sie das Geld abheben können. Danach fahren wir zu Hostel Occidental Backpackers, welches glücklicherweise auch Platz hat, wo sie uns das Geld übergeben und wir uns für Morgen, 09:00 Uhr verabreden um die Change of Ownership abzuschliessen.
Nach dem wir unser Zimmer definitiv bezogen haben erstellen wir unsere Packung und machen uns noch schnell auf in die Stadt um ins Internet zu gehen um Claire und Josh zu informieren, dass wir nun definitiv Morgen abfliegen und um 21:15 Uhr in Brisbane ankommen. Zurück im Hostel brauchen wir noch unsere restlichen Fressalien für das Nachtessen auf, es gibt Reis mit Erbsen, ziehen uns auf unser Zimmer zurück, trinken den letzten Wein, gönnen uns eine Dusche und legen uns dann bald einmal schlafen.

Tag 330 (323), 22. April 2005 / Christchurch - Brisbane
Pünktlich um 09:00 Uhr tauchen die beidem mit unserem (noch ;o) Van auf und wir erledigen den Change of Ownership. Wir verabschieden uns dann definitiv und gehen auf die Bank um unser Geld in Australische Dollar umzuwandeln. Vor dem Checkout beim Hostel bereiten wir noch unser Mittagessen vor und sind dann bereits kurz nach 11:00 Uhr auf dem Weg zum Flughafen.
Hier läuft alles problemlos ab und wir heben pünktlich um 13:35 Uhr nach Auckland ab, wo wir nach gut 4 Stunden ereignislosem Aufenthalt den Flieger nach Australien besteigen und Neuseeland mit einem lachenden und einem weinenden Augen definitiv den Rücken kehren.