Mexico - Wirtschaft

Verwaltung und Politik

Gemäß der Verfassung von 1917 ist Mexiko eine präsidiale Bundesrepublik.

Exekutive
Die Exekutive liegt beim Präsidenten, der für die Dauer von sechs Jahren direkt vom Volk gewählt wird. Eine Wiederwahl ist nicht möglich. Der Präsident ernennt das Kabinett, das vom Kongress bestätigt wird.

Legislative
Die gesetzgebende Gewalt in Mexiko liegt beim aus zwei Kammern bestehenden Parlament (Congreso de la Unión). Das Oberhaus ist der Senat, dessen 128 Mitglieder direkt für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt werden. Das Unterhaus ist das Abgeordnetenhaus, das aus 500 für drei Jahre gewählten Mitgliedern besteht. 300 Abgeordnete werden auf der Basis der Bevölkerungszahl in Einzelwahlkreisen, die restlichen Abgeordneten nach einem Verhältniswahlsystem gewählt. Zwei direkt aufeinander folgende Amtszeiten sind weder für Senatoren noch für Abgeordnete zulässig. Wahlberechtigt sind alle Staatsbürger ab 18 Jahren, Verheiratete bereits ab 16 Jahren.

Judikative
Die mexikanische Rechtsordnung orientiert sich an spanischen und französischen Vorbildern. Das höchste Gericht ist das Oberste Bundesgericht. Es besteht aus 21 Mitgliedern, die vom Staatspräsidenten mit Zustimmung des Senats ernannt werden. Andere wichtige Rechtsorgane in Mexiko sind u. a. Bezirksgerichte und Distriktsgerichte.

Kommunalverwaltung
Mexiko gliedert sich verwaltungsmäßig in 31 Bundesstaaten und den Bundesdistrikt (Distrito Federal), den Sitz der Bundesverwaltung.

An der Spitze jedes Bundesstaates steht ein Gouverneur, der vom Volk für sechs Jahre gewählt wird. Der Gouverneur des Bundesdistrikts wird vom mexikanischen Präsidenten ernannt. Die gesetzgebende Gewalt liegt in den Bundesstaaten bei den Abgeordnetenhäusern, deren Mitglieder für drei Jahre gewählt werden.

Politische Parteien
Wichtigste Parteien sind der konservative Partido de Acción Nacional (PAN, Partei der Nationalen Aktion, gegründet 1939) und der sozialdemokratische Partido Revolucionario Institucional (PRI, Partei der Institutionalisierten Revolution). Der PRI wurde 1928 als Partido Nacional Revolucionario (Nationale Revolutionspartei) gegründet und war seit 1929 bis zum Juli 2000 ununterbrochen an der Macht. Drittstärkste politische Kraft ist der linksgerichtete Partido de la Revolución Democrática (PRD, Partei der Demokratischen Revolution, gegründet 1989).

Wirtschaft

Am Beispiel von Mexiko zeigt sich der Übergang von einer rohstofforientierten Wirtschaft, die auf Bergbau und Landwirtschaft aufbaut, zu einem halbindustrialisierten Land. Die Leistungen der Wirtschaft sind das Ergebnis von Privatwirtschaft und einer Regierungspolitik, die das wirtschaftliche Wachstum zu einem vorherrschenden Ziel gemacht hat. Per Gesetz wurde festgelegt, dass Bergbau, Fischfang, Transportwesen und Forstwirtschaft in der Hand mexikanischer Unternehmen sein mussten. In jüngerer Zeit wurden jedoch ausländische Investitionen in neue Unternehmen aktiv gefördert. Die Kontrolle der Regierung wurde in einzelnen Wirtschaftsbereichen gelockert.

Verkauf von Kunsthandwerk Lokales Kunsthandwerk aus Metall, Stoff und Leder wird in vielen Städten Mexikos angeboten. In der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt von San Miguel de Allende hat das kunsthandwerkliche Gewerbe lange Tradition.Black Star/Peter Stone

Niedrige Ölpreise, steigende Inflation, Auslandsschulden von mehr als 100 Milliarden US-Dollar und ein steigendes Haushaltsdefizit verschärften Mitte der achtziger Jahre die wirtschaftlichen Probleme des Landes. In den neunziger Jahren verbesserte sich die wirtschaftliche Lage jedoch vorübergehend. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 617 820 Millionen US-Dollar (2001). Der Dienstleistungssektor gewann insbesondere durch die Zunahme des Fremdenverkehrs an Bedeutung. Ungefähr 53 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in diesem Sektor.

Landwirtschaft
Etwa die Hälfte des Landes unterliegt landwirtschaftlicher Nutzung. Ungefähr 18 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt (2000), und eine beträchtliche Zahl der Landarbeiter ist auf Ejidos, genossenschaftlichen Bauernhöfen, angestellt, die bereits nach der Landreform von 1917 entstanden sind. Die Unzufriedenheit mit der Verteilung des Landes war der Hauptgrund für den Aufstand der nationalen Befreiungsarmee der Zapatisten im Jahr 1994. Ausbleibende Regenfälle erschwerten häufig die landwirtschaftliche Produktion. Durch Bewässerungsprojekte wurde jedoch die agrarische Nutzfläche vermehrt, und Bodenpflegemaßnahmen haben die Erträge erhöht. Die Ausweitung der Agrarflächen und die Anbaumethoden werden allerdings nicht ausreichend kontrolliert. Bodenerosion, Versalzung sowie Verunreinigung der Wasserwege und des Grundwassers mit Düngemitteln und Pestiziden stellen große Probleme dar.

Das Land erzeugt nicht nur den größten Teil der Grundnahrungsmittel selbst, sondern exportiert auch landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Mais, Weizen, Gerste, Reis, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Obst, Kaffee, Baumwolle und Zuckerrohr. Mexiko ist ein bedeutendes Erzeugerland für Bienenhonig. Der Viehbestand umfasst vor allem Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe, Pferde, Maultiere und Esel sowie Hühner.

Forstwirtschaft und Fischerei
In den Wäldern und Forstgebieten, die etwa 28,9 Prozent der Landfläche einnehmen (2000), wachsen wertvolle Hölzer wie Mahagoni, Ebenhölzer, Nussbäume und Rosenhölzer. Wegen des früheren Raubbaues am Baumbestand wird das Fällen von Bäumen heute von der Regierung streng kontrolliert. Mexiko stellt eine beträchtliche Menge an forstwirtschaftlichen Produkten her, darunter Chiclegummi, Harze und Terpentin.

Die wichtigsten Fischgründe liegen vor der Küste von Baja California. Die Fischfangindustrie befindet sich überwiegend in der Hand von Genossenschaften, die das Monopol auf bestimmte Fischarten erhalten haben. Wirtschaftlich wichtige Fische bzw. Meerestiere sind Thunfische, Schnapper, Buntbarsche, Sardinen, Sardellen, Krabben und Austern.

Bergbau
Mexiko ist reich an Bodenschätzen. Fast alle bekannten Bodenschätze kommen hier vor, darunter Kohle, Eisenerz, Phosphate, Uran, Silber, Gold, Kupfer, Blei, Strontium, Mangan, Bismut und Zink. Die nachgewiesenen Erdöl- und Erdgasreserven sind riesig. In der Bucht von Campeche liegen einige der größten Lagerstätten der Welt. Weitere Erdölvorkommen gibt es in den Staaten Veracruz, Tabasco und Chiapas. Auch Silber ist für den Export Mexikos von großer Bedeutung.

Industrie
Mexiko besitzt eine der am weitesten entwickelten Industrien in Lateinamerika. Circa 23 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt. Viele neue Fabriken werden im Norden Mexikos als Maquiladoras gebaut (arbeitsintensive Fertigungsbetriebe, die importierte Teile zu Fertigprodukten für den Export zusammenbauen). In jüngerer Zeit haben jedoch US-Firmen stark in gut ausgerüstete moderne Produktionsstätten investiert, in denen Kraftfahrzeuge und andere Verbrauchsgüter für den US-Markt erzeugt werden. Zu den wichtigsten Industrieanlagen Mexikos gehören auch Fabriken zur Herstellung von Maschinen und Elektronikausrüstung, Ölraffinerien, Gießereien, Anlagen zum Verpacken von Fleisch, Papierfabriken, Baumwollspinnereien, Fabriken zur Tabakverarbeitung und Zuckerraffinerien. Weitere Industrieprodukte sind u. a. Bekleidung, Eisen und Stahl, chemische Erzeugnisse, Getränke, Düngemittel, Zement, Glas, Keramik- und Lederwaren.

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