Kanada - Diverses

Ottawa

Ottawa (Stadt, Ontario), Hauptstadt Kanadas in der Provinz Ontario am rechten Ufer des Flusses Ottawa, in den hier der Rideaukanal mündet. Ottawa ist Verwaltungszentrum des Landes sowie ein Standort des Handels und der Industrie. Die Bundesregierung ist der größte Arbeitgeber. Daneben gibt es eine große Tourismusbranche, die jährlich über vier Millionen Besucher in diese Gegend bringt. In den siebziger Jahren entwickelte sich die Region Ottawa zu einem Zentrum für Zulieferbetriebe der Elektronik- und der Kommunikationsbranche. Zu weiteren Industrieprodukten zählen Papier, Möbel, Druckerzeugnisse, Lebensmittel, Getränke, chemische Erzeugnisse, Maschinen und Bekleidung. Die Stadt ist an das Eisenbahnnetz, den Ottawa International Airport und an das Fernstraßennetz angeschlossen. Der Rideaukanal verbindet Ottawa mit dem Ontariosee bei Kingston.

Edmonton

Edmonton, Hauptstadt im Zentrum der Provinz Alberta in Kanada, am nördlichen Saskatchewan (Fluss) gelegen. Bekannt als das „Tor zum Norden”, ist die Stadt das Wirtschafts-, Herstellungs- und Transportzentrum einer Region, die von Landwirtschaft und Bergbau geprägt ist. Vorkommen an Erdöl und Erdgas sowie an wertvollen Metallen und Uran sind von größter Wichtigkeit für die Stadt. Zusätzlich finden viele Menschen in Regierungsämtern und touristischen Einrichtungen Arbeit. Eine Straße verbindet Edmonton mit Dawson Creek in British Columbia, dem Endpunkt des Alaska Highways. Edmonton verfügt über einen Eisenbahnanschluss und zwei Flughäfen.

Unter den höheren Bildungseinrichtungen befinden sich das Alberta College (1903), die Universität von Alberta (1906), das Northern Alberta Institute of Technology (1963) und eine städtische Hochschule. Die Sehenswürdigkeiten umfassen das Legislaturgebäude Albertas, das Edmonton-Bürgerzentrum und das John-Walter-Gelände mit Blockhäusern aus den Jahren 1875 bis 1886 sowie den Fort Edmonton Park.

1795 errichteten die North West Company und die Hudson’s Bay Company einen Handelsposten für Pelze am Fluss, nahe dem heutigen Gelände der Stadt. Fort Edmonton war das Versorgungszentrum für den Pelzhandel der Region. Die Ansiedlung wuchs, nachdem 1890 in Yukon Gold gefunden wurde. 1904 wurde Edmonton amtlich als Stadt eingetragen. Nach 1950, als Edmonton ein Zentrum der Ölindustrie wurde, stieg die Bevölkerungszahl rapide an. Edmonton ist mit etwa 666 000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt in Alberta.

Calgary

Calgary, Stadt im südlichen Alberta in Kanada, wo sich die Flüsse Bow und Elbow kreuzen. Calgary ist die größte Stadt der Provinz und Wirtschafts-, Finanz-, Herstellungs- sowie Transportzentrum einer Region, die Erdöl und Erdgas fördert, Getreide anbaut sowie Viehzucht betreibt. Die wichtigsten Industrien sind die Lebensmittelherstellung, Ölraffination, Tourismus sowie die Produktion von Chemikalien und Baumaterialien. Calgary ist der Hauptsitz von mehr als 300 Öl- und Erdgasgesellschaften.

In Calgary befinden sich die Universität von Calgary (1945), das Mount Royal College (1910) und das Provincial Institute of Technology and Art (1916). Berühmt ist Calgary für seine Stampede, eine Rodeoshow, die 1912 zum ersten Mal stattfand und seit 1923 ein jährlich wiederkehrendes Ereignis ist.

Die erste kanadische Siedlung, Fort Brisebois, wurde 1875 als Außenposten der berittenen Polizei errichtet. 1876 wurde der Posten in Fort Calgary umbenannt, ein Name, der wahrscheinlich vom keltischen Ausdruck für „Bauernbucht” oder „Weidebucht” abgeleitet ist. Im 20. Jahrhundert wurde durch die Entwicklung eines Bewässerungssystems die Landwirtschaft intensiviert; von großer wirtschaftlicher Bedeutung waren auch die Entdeckung der Erdöl- und Erdgasfelder sowie der Bau des Transkanada Highways. 1988 war Calgary Austragungsort der olympischen Winterspiele. Die Einwohnerzahl beträgt 993 000 (2002).

Toronto

Toronto, Hauptstadt der kanadischen Provinz Ontario am Ontariosee im südlichen Teil der Provinz. Toronto, das in den vergangenen 50 Jahren ein neues Gesicht angenommen hat, ist Kanadas Finanz- und Kulturzentrum geworden. Zusammen mit den benachbarten Städten Etobicoke, Scarborough, York, North York und dem Verwaltungsbezirk East York bildet Toronto das größte Ballungsgebiet des Landes. Es ist Teil des „Goldenen Hufeisens”, einer städtischen Region am Westufer des Ontariosees. Während seine Einwohner früher vor allem britischer Abstammung waren, ist Toronto heute eine kosmopolitische Stadt, deren Bevölkerung sich aus unterschiedlichen Kulturen und Bevölkerungsgruppen zusammensetzt.

Toronto ist ein Finanz-, Handels- und Industriezentrum. Fast alle großen kanadischen Banken und Versicherungen haben hier ihren Sitz. Die Börse von Toronto ist nach der von New York eine der größten Nordamerikas. Zu den vielfältigen Wirtschaftszweigen gehören Druckindustrie und Verlage, Film- und Fernsehproduktion, Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die Herstellung von Transportmitteln, Metallerzeugnissen, elektrischen und elektronischen Produkten, chemischen Erzeugnissen, Kleidung und Papierartikeln. Daneben ist der Fremdenverkehr von großer Bedeutung.

Die Stadt verfügt über einen Hafen am Sankt-Lorenz-Seeweg und besitzt eine gute Verkehrsanbindung durch ihre Lage an Hauptstraßen, wichtigen Eisenbahnlinien und durch den Pearson International Airport. 1954 wurde eine Untergrundbahn in Betrieb genommen. Sie ist Teil eines der am stärksten ausgelasteten Verkehrsnetze der Welt.

Montréal

Montreal (französisch Montréal), Stadt in der Provinz Quebec (Kanada) auf der Flussinsel Île-de-Montréal, zwischen Sankt-Lorenz-Strom und Rivière des Prairies, einem Mündungsarm des Ottawa River. Montreal ist die größte Stadt des Landes hinsichtlich der Siedlungsfläche, bezüglich der Einwohnerzahl nimmt Toronto den ersten Rang ein. Der größte Teil der Bewohner hat Französisch als Muttersprache. Das Geschäftsviertel liegt in dem schmalen Bereich zwischen Sankt-Lorenz-Strom und Mount Royal, einem 233 Meter hohen Hügel im Stadtzentrum. Hohe Bürogebäude sind in der Innenstadt um den René-Lévesque-Boulevard konzentriert, große Warenhäuser befinden sich an der Saint Catherine Street.

Montreal ist Wirtschafts-, Industrie-, Verkehrs- und Finanzzentrum des Landes. Der Ballungsraum Montreal ist Standort verschiedenartiger Wirtschaftszweige, wobei der Dienstleistungsbereich die überragende Rolle spielt. Daneben sind Textilindustrie, chemische und pharmazeutische Industrie sowie Waggon-, Lokomotiv- und Flugzeugbau von wirtschaftlicher Bedeutung. Die Stadt ist Sitz zahlreicher Forschungszentren sowie der Börse (eingerichtet 1874). Etwa 80 Prozent der kanadischen Pelzherstellung und des Pelzeinzelhandels befinden sich in Montreal. Eine weitere Einnahmequelle ist der Fremdenverkehr.

Als eines der Verkehrszentren Kanadas verfügt Montreal über vielfältige Transportmöglichkeiten. Ein Seehafen, der insbesondere dem Getreidehandel und der Containerverschiffung dient, befindet sich am Sankt-Lorenz-Seeweg (eröffnet im Jahr 1959). Fünf Brücken führen über den Sankt-Lorenz-Strom. Montreal ist umgeben von einem dichten Autobahnnetz. Die Stadt hat eine Untergrundbahn, und in der Nähe, in Mirabel und Dorval, liegen die beiden internationalen Flughäfen.

Vancouver

Vancouver, Stadt im Südwesten der kanadischen Provinz British Columbia. Sie liegt am Burrard Inlet, einem Arm der Georgia-Straße, gegenüber von Vancouver Island, in der Nähe des US-Staates Washington. Vancouver ist ein führender Seehafen an der Pazifikküste sowie Handels-, Industrie-, Finanz-, Fremdenverkehrs- und Kulturzentrum der Provinz. Hauptindustriegüter sind Holz- und Metallprodukte, Nahrungsmittel und Druckerzeugnisse. Daneben besitzt Vancouver zahlreiche Erdölraffinerien. Die Stadt hat gute Straßen- und Schienenverbindungen sowie einen internationalen Flughafen auf der nahe gelegenen Sea Island.

Vancouver ist eine kosmopolitische Stadt mit vielen großen, modernen Gebäuden. Zu den zahlreichen offenen Plätzen der Stadt zählen Stanley Park, in dem sich das Vancouver-Aquarium und der Zoo befinden, und Vanier Park mit dem Vancouver-Museum, das eine Sammlung einheimischer Kunst und Artefakte beherbergt, dem Meeres-Museum und dem H. R. MacMillan-Planetarium. Andere Sehenswürdigkeiten sind die Kunstgalerie mit einer Sammlung, die hauptsächlich Kunst aus British Columbia und anderen Teilen Kanadas umfasst, die Botanischen Gärten Van Dusen, Chinatown mit einer der größten chinesischen Gemeinschaften in Nordamerika und Gastown, ein altes Stadtviertel. Vancouver ist Sitz der Universität von British Columbia, des Emily-Carr-Colleges für Kunst und Design (1925) und eines Community-Colleges; die Simon-Fraser-Universität (1965) steht im benachbarten Burnaby.

Niagarafälle

Niagarafälle, große Wasserfälle im Osten Nordamerikas zwischen Erie- und Ontariosee. Die Wasserfälle liegen am Niagara River im Westen des US-Bundesstaates New York und im Südosten von Ontario (Kanada).

Die Niagarafälle gehören zu den bekanntesten Naturwundern, sie bestehen aus zwei Wasserfällen: den 49 Meter hohen Canadian Falls, auch als Horseshoe (Hufeisen) bezeichnet, auf der kanadischen Seite des Flusses und den 51 Meter hohen American Falls auf der amerikanischen Seite. Die Wasserfälle sind durch Goat Island (New York) voneinander getrennt. Die Oberkante des sichelförmigen kanadischen Wasserfalles ist etwa 790 Meter lang, die fast gerade Oberkante des amerikanischen Wasserfalles misst etwa 305 Meter. Durch den kanadischen Wasserfall fließt etwa neunmal soviel Wasser wie durch den amerikanischen. Ein kleiner Abschnitt der American Falls in der Nähe von Goat Island heißt Bridal Veil Falls (Brautschleierfälle).

Die Niagarafälle bildeten sich vor etwa 12 000 Jahren, als sich die Gletscher nach Norden zurückzogen. Die Folge war, dass das Wasser des Eriesees durch das Niagaragebirge floss – dies erstreckt sich vom Süden Ontarios bis Rochester (New York). Seit dieser Zeit hat die Erosion den Wasserfall etwa elf Kilometer zurückverlegt, wodurch die Niagaraschlucht entstanden ist. Zur Zeit verlagern sich die kanadischen Fälle mit der Geschwindigkeit von etwa 1,5 Metern pro Jahr zurück, die amerikanischen mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 Zentimetern pro Jahr. Die schnellere Erosion der kanadischen Fälle liegt an ihrer größeren Wasserführung. Im Jahr 1954 brach ein beachtlicher Teil der American Falls weg und bildete einen riesigen Schuttkegel am Fuß der Fälle. Um untersuchen zu können, wie man weitere Abbrüche verhindern kann und um einen Teil des Schuttkegels zu entfernen, wurden die American Falls für einige Monate „geschlossen”, indem man 1969 einen Damm zwischen dem amerikanischen Ufer und Goat Island baute.

Die Niagarafälle sind eine bedeutende touristische Attraktion, die jährlich Millionen von Besuchern anzieht. Man kann die Wasserfälle von Parks auf beiden Seiten des Flusses, von den beiden Aussichtstürmen Skylon (223 Meter) und Minolta (200 Meter), von den zwischen den Horseshoe Falls und den American Falls verkehrenden Schiffen, von Goat Island und von der etwas flussabwärts gelegenen Rainbow Bridge aus besichtigen. Besucher können auch die Cave of the Winds begehen, eine Höhle hinter dem Wasservorhang am Fuß der amerikanischen Fälle.

Samuel de Champlain, ein französischer Forscher, erreichte wahrscheinlich schon 1613 die Niagarafälle. Der flämische Mönch Louis Hennepin reiste 1678 zu den Niagarafällen und veröffentlichte einen Bericht.

Die große Wassermenge von etwa 5,5 Millionen Litern pro Sekunde und das große Gefälle stellen ein großes Energiepotential dar. Die Wasserkraft wurde erstmals 1757 genutzt, als Daniel Chabert Joncaire ein Sägewerk am Fluss oberhalb der Wasserfälle baute. 1853 wurden Arbeiten an einem Ableitungskanal begonnen, dessen Wasser Maschinen in Mühlen und Fabriken unterhalb der Niagarafälle antrieb. 1875 ging die erste Getreidemühle an diesem Kanal in Betrieb, 1881 wurde der erste mit Wasserkraft betriebene Generator an diesem Kanal installiert. Das erste große Wasserkraftwerk war das Edward-Dean-Adams-Kraftwerk, das 1896 auf der amerikanischen Seite in Betrieb genommen wurde.

1950 unterzeichneten die Vereinigten Staaten und Kanada einen Vertrag, der die Wassermenge festsetzt, die zur Energiegewinnung abgeleitet werden darf. Kurz darauf wurden zwei große Wasserkraftwerke gebaut. Die Kanadier bauten das aus zwei Teilen bestehende Sir-Adam-Beck-Niagarakraftwerk bei Queenston (Ontario), das 1958 fertig gestellt wurde und das über eine Pumpspeicherkapazität von 1 815 000 Kilowatt verfügt. Die Energiebehörde des Bundesstaates New York baute in der Nähe von Lewiston (New York) das Robert-Moses-Niagarakraftwerk mit Pumpspeicherwerk; es hat eine Leistung von 2 400 000 Kilowatt und wurde 1963 fertig gestellt. Beide Kraftwerke befinden sich etwa sechs Kilometer unterhalb der Niagarafälle und verwenden Wasser, das unmittelbar oberhalb der Fälle abgeleitet wird und durch unterirdische Leitungen und Kanäle zu den Turbinen geführt wird. Ein großer Teil der durch die Wasserkraft gewonnenen elektrischen Energie wird von der Industrie in den benachbarten Städten Niagara Falls (New York) und Niagara Falls (Ontario) abgenommen.

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