Ecuadors Verfassung trat 1979 in Kraft; sie wurde 1998 letztmals geändert.
Exekutive
Gemäß der Verfassung ist der vom Volk für eine Amtszeit von vier Jahren gewählte
Präsident höchstes Exekutivorgan. Der Präsident kann nicht unmittelbar wieder
gewählt werden. Er ernennt die Provinzgouverneure und ist Oberbefehlshaber der
Streitkräfte.
Legislative
In Ecuador übt das Einkammerparlament die Legislativgewalt aus. Dem Parlament (Cámara
de Representantes) gehören 121 Abgeordnete an, die auf vier Jahre gewählt
werden. Sie verabschieden Gesetze, ratifizieren Verträge und wählen die Richter
des Obersten Gerichtshofes und der Bezirksgerichte. In Ecuador herrscht
Wahlpflicht ab Vollendung des 18. Lebensjahres.
Judikative
Das Gerichtswesen Ecuadors umfasst einen Obersten Gerichtshof, dem 16 Richter
angehören, zehn Bezirksgerichte und zahlreiche Kantonsgerichte.
Kommunalverwaltung
Die 21 Provinzen Ecuadors werden jeweils von einem Gouverneur und einem
Provinzrat verwaltet. Die Stadtkantone wählen einen Stadtrat, der seinerseits
die städtischen Beamten bestimmt. Alle ländlichen Kantone und Pfarrgemeinden
werden durch einen vom Präsidenten ernannten Beamten verwaltet.
Politik
Wichtigste politische Parteien sind die Democracia Popular (DP), der Partido
Social Cristiano (PSC), der Partido Roldosista Ecuatoriano (PRE) und die
Izquierda Democrática (ID).
Wirtschaft
In Ecuador sind 5,10 Millionen Menschen erwerbstätig.
Davon arbeiten 7,3 Prozent in der Landwirtschaft, 21,4 Prozent in der Industrie
und 71,2 Prozent in der Dienstleistungsbranche (1998). Die beiden größten
Gewerkschaften sind die Confederación Ecuatoriana de Organizaciones Clasistas
und die Confederación de Trabajadores del Ecuador. 1965 wurde ein Gesetz zur
Modernisierung der bis dahin agrarisch geprägten Wirtschaft verabschiedet, das
die Ansiedlung von Industriebetrieben förderte. Nach der Fertigstellung der
transandischen Pipeline, die die Ölfelder im Oriente mit der Hafenstadt
Esmeraldas verbindet, setzten in den siebziger Jahren die Förderung und der
Export des Erdöls ein. Ecuador war bis 1992 Mitglied der OPEC. Die Wirtschaft
des Landes ist stark auf die Förderung und Produktion von Erdöl ausgerichtet.
Mit dem Absinken der Rohölpreise auf dem Weltmarkt Mitte 1998 geriet Ecuador
zunehmend in eine Finanz- und Wirtschaftskrise.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 18 Milliarden US-Dollar (2001;
Dienstleistungen 56,3 Prozent, Industrie 32,9 Prozent, Landwirtschaft 10,8
Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 1 400 US-Dollar.
Landwirtschaft
Die landwirtschaftlich genutzten Flächen machen etwa 25 Prozent des Landes aus,
sie liegen in der Sierra und in der Costa. Das Hauptprodukt sind Bananen.
Weitere wichtige Anbauerzeugnisse sind Zuckerrohr, Maniok, Mais, Reis,
Kartoffeln, Kaffee, Kakao und Zitrusfrüchte. Zudem werden Rinder, Schafe und
Schweine gehalten.
Forstwirtschaft und Fischerei
Die Wälder bedecken 38,1 Prozent der Landesfläche (2000). Ecuador hat einen
der größten Balsaholzbestände der Welt. Besonders der Primärwald wurde in den
achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts durch Abholzung kontinuierlich dezimiert.
Heute gehen jährlich 1,21 Prozent (1990–2000) der gesamten Waldfläche verloren.
Ecuador weist die zweithöchste Entwaldungsrate in Südamerika auf und liegt damit
direkt hinter Paraguay.
Die Küstengewässer vor dem Festland Ecuadors sind wegen des Humboldtstroms sehr
fischreich; vor den Galápagos-Inseln gibt es große Thunfischbestände. Ecuador
ist weltweit der größte Krabbenexporteur, die Krebstiere werden in Aquakulturen
gezogen.
Bergbau
Wichtigster Bodenschatz Ecuadors ist Erdöl; ein Großteil davon wird exportiert.
Die ersten Erdölvorkommen wurden 1917 auf der Halbinsel Santa Elena entdeckt.
Weitere Funde von Erdöllagerstätten folgten später im Regenwaldgebiet des
nordöstlichen Ecuador. Die Ölfelder sind Eigentum des Staates, der Konzessionen
an ausländische Konzerne vergibt. In Ecuador werden außerdem Eisen- und
Kupfererz sowie Gold und in kleineren Mengen Silber, Blei, Zink und Salz
abgebaut.
Industrie
Neben der Verarbeitung von Erdöl zählt die Herstellung von chemischen Produkten
und Metallwaren zu den wichtigsten Zweigen des produzierenden Gewerbes. Wichtige
Industriestandorte sind vor allem entlang der Pazifikküste (z. B. Esmeraldas,
Guayaquil) und um die Hauptstadt Quito sowie um die Städte Ambato und Cuenca
angesiedelt.
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