Von Guayaquil nach Cuenca
Tag 177 (170), 20. November 2004 / Guayaquil - Cuenca
Heute schaukeln wir zur Abwechslung wieder einmal mit dem Bus durch die Gegend:
Unser heutiges Reiseziel heisst Cuenca. Nach ca. 5 Stunden Busfahrt erreichen wir
den Busterminal von wo aus es nochmals ca. 10 Minuten Busfahrt bis ins
Stadtzentrum sind. Leider hat uns der Bus-Boy Scheisse erzählt und wir fahren ziemlich
weit von unserem Wunschziel entfernt durch die Stadt und nicht durch die
parallel dazu verlaufende Strasse. So müssen wir halt mit
Sack und Pack noch durch die halbe Stadt laufen bis wir bei unserem Hostal El
Monasterio ankommen.
Das Hostal befindet sich im sechsten Stock, aber zum Glück hat es einen Lift.
Oben angekommen hat man einen wunderbaren Überblick über die Stadt und auch den
Mercado. Den Nachmittag verbringen wir mit einem Stadtbummel; leider ist
nicht allzu viel los, wohl auch weil die meisten Geschäfte geschlossen haben. Wir bekommen
aber gleichwohl einen Eindruck von der drittgrössten Stadt Ecuadors (knapp eine
halbe Million Einwohner). Trotz der recht ansprechenden Grösse hat man jedoch nie das
Gefühl in einer Grosstadt zu sein. Die ganze Stadt hat kein eigentliches Zentrum
und irgendwie auch keine wirkliche Hauptstrasse; alles scheint aus unzähligen
Gassen und Gässchen zusammengefügt zu sein. Die Stadt hinterlässt Alles in Allem einen ganz
ruhigen und angenehmen
Eindruck.
Am Abend gibt es wieder einmal Pasta im Hostal, wo wir eine Küche zum Kochen
zur Verfügung haben.
Tag 178 (171), 21. November 2004 / Cuenca
Heute steht ein Ausflug nach Gualaceo auf dem Programm wo wir den Markt besuchen
wollen. Wir stehen bereits um 07:00 Uhr auf bzw. zumindest der Wecker geht los.
Es ist möglich, dass Heidi heute Morgen von Kolleginnen aus der Schweiz
angerufen wird, und da wollen wir natürlich wach sein, aber das Telefon bleibt
stumm. Mit dem Bus geht es später wieder zum Busterminal wo wir auf den Bus nach Gualaceo
umsteigen und nach einer ca. 40 minütigen Fahrt auch dort eintreffen.
Der Markt verteilt sich grundsätzlich in drei verschiedene Märkte:
Lebensmittel, Tiere und Diverses. Das Ganze ist ein bisschen kleiner als in Otavalo und entsprechend auch ein bisschen angenehmer. Wir geniessen einfach
die Atmosphäre und strollen durch die engen Gassen. Am eindrücklichsten ist der
Tiermarkt (vielleicht jedoch nur weil dies der Erste ist welchen wir tatsächlich
zu sehen bekommen), wo vorwiegend Hühner und Meerschweinchen (Guy, eine
Spezialität) aber auch Enten und Hunde
zum Verkauf angeboten werden. Die Meerschweinchen werden einfach in grossen
Reissäcken mitgeschleppt und wenn sich jemand dafür interessiert wird es
herausgeholt und begutachtet. Bei einem allfälligen Kauf wird das entsprechende
Tier dann in eine Papiertüte gepackt und mitgenommen....
Nach dem Mittag machen wir uns wieder auf den Rückweg nach Cuenca, wo wir unsere
Sachen im Hotel deponieren und uns dann auf den Weg zum Fluss, dem Rio Tomebamba,
machen. Wir wollen hier ein bisschen spazieren gehen, aber irgendwie ist bei uns
beiden die Luft draussen. Entsprechend entscheiden wir uns zum Hotel zurück zu
kehren und ein bisschen rumzuhängen und am nächsten Internet-Upload zu
arbeiten.
Tag 179 (172), 22. November 2004 / Cuenca - Tumbes
(Peru)
Wieder einmal voll beladen mit Sack und Pack machen wir uns auf den Weg zum
Busterminal um Ecuador den Rücken zu kehren. Mit ein paar Minuten Verspätung
machen wir uns auf die knapp fünfstündige Fahrt bis zur Grenze von Peru. Kaum sind
wir jedoch abgefahren halten wir für fast eine Stunde um einen Bauer
mitzunehmen welcher mit
praktisch seiner gesamten Ernte unterwegs ist. Schlussendlich werden sie doch
noch fertig mit Aufladen und wir sind definitiv unterwegs.
Wir schlängeln uns durch die Anden und die Landschaft wechselt von saftig grün
bis hin zu einer Steinwüste, nur um ein paar Kurven später wieder zu grünen
zu beginnen. Manchmal wird es einem ein bisschen mulmig, denn unser Fahrer gibt
mächtig Gas und nicht all seine Überholmanöver sind ganz lupenrein; auch seine
'Kurventechnik' lässt manchmal zu wünschen übrig....
Nach dem wir unser Ausreisestempel erhalten haben, was überraschenderweise sehr
unbürokratisch und entsprechend schnell über die Bühne geht, kommen wir mit
ziemlich genau einer Stunde Verspätung (dem Bauer sein Dank) in Huaquillas, der
Ecuadorianischen Grenzstadt zu Peru an.
Ein Kollege des Busfahrers begleitet uns auf dem Weg. Kaum sind wir aus dem Bus
gestiegen wird es hektisch und wir werden von dutzenden von Einheimischen umringt,
welche uns unter anderem anbieten US$ in Sol zu wechseln oder per Taxi irgendwo
hin zu fahren. Wir bleiben jedoch hartnäckig und werden schlussendlich nur noch
vom Kollegen und seinem Kollegen begleitet. Sie quatschen uns auf dem Weg zur
Grenze voll und erwähnen auch, dass im Moment auf der Peru Seite gestreikt wird, alle Banken geschlossen hätten und es entsprechen nicht möglich sei dort
Geld zu wechseln bzw. Geld von Automaten zu beziehen (tatsächlich wird der
Grenzübergang von riesigen Baumaschinen, einem Lastwagen und einem Bagger, blockiert, so dass wir uns
richtig durchquetschen müssen). Schlussendlich wechseln wir zur Sicherheit mal
US$ 20.00 um im schlimmsten Fall zumindest die ersten 1-2 Tage 'überleben' zu
können und betreten Peru...