Von Puerto Natales nach Santiago de Chile

Tag 260 (253), 11. Februar 2005 / Puerto Natales - Nationalpark Torres del Paine
Nach einem schnellen Frühstück sind wir mit dem 07:30 Uhr Bus auf dem Weg zum Nationalpark, welcher wir gut zwei Stunden später (inklusive einer 15minütigen Kaffeepause für unseren Chauffeur) bei der Laguna Amarga erreichen. Hier zahlen wir unseren Eintritt von Pesos 10'000.00 pro Person und nochmals 3'500.00 für den Bus nach der Hosteria los Torres (Hin- und Rückfahrt, inklusive einer Übernachtung auf einem Campingplatz), welcher uns bis zum Trailhead fährt. Man könnte die Strecke auch zu Fuss gehen (ca. 1.5 Stunden), aber da die Campings so oder so 3'500.00 kosten und wir auf jeden Fall mindestens einmal bei einem Übernachten welcher nicht gratis ist wären wir ja blöd würden wir den Bus nicht nehmen.
Hier schnüren wir unsere Schuhe und marschieren um 10:50 Uhr los, in Richtung Torres, wo wir die erste Nacht verbringen werden um uns Morgen die Torres bei Sonnenaufgang an zu schauen. Wir fragen sicherheitshalber ein Pärchen nach dem Weg, welches uns bestätigt, dass wir richtig unterwegs sind und uns freundlicherweise auch mitteilt, dass sie seit einer Woche unterwegs seien und jeden Tag sonniges Wetter geniessen konnten. Selbstverständlich ist für uns der Himmel bedeckt und schon auf der Hinfahrt sind die ersten Regentropfen gefallen (wir erfahren auch noch, dass es vor etwa 10 Tagen hier sogar noch geschneit hat....). Aber was solls; wir sind hier und schon kurz nach dem Anfang geht es steil nach oben bis auf eine Kuppe welcher wir dann ins Tal hinauf folgen.
Nach der ersten Zwischenstation, dem Camping Chileno, welches wir nach etwa 2 Stunden erreichen, geht es für eine weitere Stunde mehr oder weniger dem Río Ascencio entlang das Tal hinauf, wo wir schlussendlich unsere Übernachtungsstätte, den Camping Torres erreichen, welcher schön (aber kühl) im Wald gelegen ist. In der Zwischenzeit hat auch die Sonne überraschenderweise ihren Kampf gegen den Regen und die Wolken gewonnen und wir geniessen den Trip bei besten äusseren Bedingungen. Wir stellen entsprechend schnell unser Zelt auf und machen uns dann schon bald auf den Weg die Torres zum ersten Mal zu besichtigen. Von hier aus sind es gemäss Wegweiser noch ca. 45 Minuten bis zum Mirrador. Es geht hauptsächlich einen Geröllhang (na ja, so viel Geröll hat es nun auch wieder nicht, es sind vorwiegend grössere Brocken) hinauf bis man zum Aussichtspunkt gelangt. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die Torres! Es sieht echt genial aus, wie sich die drei Türme (Torres Sur, Torres Central und Torres Norte - einfallsreiche Namen, nicht ;o) in den jetzt blauen Himmel recken, zusammen mit dem Gletscher, welcher sich um ihre Füsse schlängelt und die Bäche welche über die glatt polierten Wände in die smaragdgrüne Lagune gleiten.
Wir geniessen den Anblick und die wärmende Sonne für den Rest des Nachmittags bis wir von unseren Mägen angeknurrt werden. Entsprechend machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Zelt, wo wir leckere Pasta zubereiten und das heute Erlebte zu Papier bringen. Vor dem Schlafengehen versuchen wir noch so gut es geht die nächsten Tage vorzubereiten und zu planen.

Tag 261 (254), 12. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine
Tagwache (oder besser Nachtwache ;o) um 05:00 Uhr, denn wenn schon früh aufstehen dann schon richtig früh, nicht dass wir schlussendlich noch zu spät zum Sonnenaufgang erscheinen. Bis wir aus den Federn sind und los laufen ist es eine halbe Stunde später. Für die ersten paar Meter benötigen wir noch unsere Stirnlampen um den Weg zu beleuchten. Mit dem langsam im Osten aufkommenden Licht verschwinden die letzten Sterne und auch wir können für den Rest des Weges unser Licht ausmachen. Beim Mirrador bietet sich uns der gleiche, wunderschöne Anblick wie gestern. Als dann sich die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen auf die Torres werfen erstrahlen diese in einem fast kitschigen Rot - wäre es nicht so kalt könnte man meinen man würde träumen. Als dann mit der vorgeschrittenen Zeit die Sonnenstrahlen auch uns erreichen machen wir uns an den Abstieg um unser Frühstück zu uns zu nehmen.
Bald darauf machen wir uns auf den Rückweg aus dem Tal hinaus. Hier wird uns zum ersten Mal richtig bewusst, dass wir uns an einem touristischen Ort befinden, denn wir begegnen doch ein paar Tagestouristen welche sich auf dem Weg zu den Torres befinden. Gestern Abend und heute Morgen hatte es jedoch überraschend wenig Leute bei den Torres. Vor dem letzten Abstieg, welcher uns wieder zur Hosteria los Torres führen würde, biegen wir rechts ab, da wir uns gestern Abend noch entschieden haben zusammen das 'W' zu laufen. Von hier aus geht es schräg einen Naturwiesen-Hang hinunter, von wo aus wir endlich, endlich auch unseren ersten Kondor in Südamerika erblicken welcher elegant über uns hinweg gleitet. Nach dem wir die Ebene erreicht haben folgen wir in mehr oder weniger weiter Entfernung dem Ufer des Lago Nordenskjöld, mit den schroffen, felsigen Bergen auf unserer rechten und den runden, bewachsenen Hügel hinter dem See auf der linken Seite.
Nach dem wir wieder einmal einen Bach in Sandalen überqueren müssen, benötigt Heidi eine längere Pause während Mano sich auf das letzte Stück bis zum Camping 'Los Cuernos' macht. Vor Ort wird zuerst mal das Zelt an einem (hoffentlich) geeigneten Ort aufgestellt, bevor er Heidi entgegen geht um ihr für das letzte Stück den Rucksack abzunehmen. Als Belohnung für das heute geleistete gibt es für Mano ein erfrischendes Bad im See und für Heidi eine heisse Dusche.
Gegen den Abend fängt das während dem Tage perfekte Wetter langsam an umzuschlagen: Heftige Windböen kommen auf und über die Bergkette ziehen bedrohliche, dunkle Wolken auf. Spontan entscheiden wir unser Nachtessen ein bisschen vor zu ziehen und beobachten für den Rest des Abends die anderen Camper wie sie beim Zeltaufbau bzw. -wiederaufbau mit den Böen zu kämpfen haben. Viele von ihnen verlieren den Kampf und müssen sich neue Plätze aufsuchen. Unser Zelt und der Zeltplatz haben sich bis jetzt bewährt (Holz alänge); definitiv werden wir es jedoch erst morgen bzw. mitten in der Nacht wissen. Um das Bild abzurunden fängt es, bevor wir uns definitiv auf's Ohr hauen, auch noch leicht an zu Regnen.

Tag 262 (255), 13. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine
Unser Zelt steht, als wir heute Morgen um 09:00 Uhr aufstehen, noch genau so wie wir es gestern Abend betreten haben! Nach dem üblichen Morgen-Prozedere befinden wir uns gegen 10:30 Uhr auf dem Weg zu unserem nächsten Campingplatz. Dieser führt uns wie gestern wieder am See entlang und wir geniessen die schöne Aussicht bei wieder besten äusserlichen Bedingungen. Beim Zeltplatz stellt Mano, welcher wieder voraus gegangen ist, schon mal das Zelt auf, isst was Kleines und wartet auf Heidi.
Nach ihrem Eintreffen macht sich Mano auf den Weg, das 'Valle del Francés' zu erkundigen - Heidi will sich heute ein bisschen von den gestrigen Strapazen erholen. Die Strecke führt mich am Anfang leicht ansteigend durch einen Wald, welcher das Flussufer des Río del Francés säumt. Wenig später geht es dann relativ plötzlich den Hang bzw. die Seitenmoräne hinauf. Hier wechselt sich der Wald mit struppigen, nur etwa kniehohen Büschen ab. Die Wanderung ist wunderschön und durch den Schatten auch sehr angenehm. Nach etwa 11/2 Stunden treffe ich auf eine grosse Lichtung von welcher man einen fantastischen Ausblick auf die links und rechts befindliche Bergwelt hat. Hier lasse ich mich für eine längere Weile nieder und geniesse die Sonne und das Panorama ganz für mich alleine.
Nach der wohlverdienten Pause mache ich mich an das letzte Stück des heutigen Tagesausfluges. Nach etwa der Hälfte muss ich jedoch feststellen, dass sie das letzte Teilstück hinauf zur Lagune gesperrt haben. Nun, zumindest habe ich von hier aus einen tollen Ausblick über dass ganze Valle del Francés hinaus bis zum Lago Nordenskjöld. Gezwungenerweise mache ich mich etwas verfrüht auf den Rückweg, wo ich die verbleibende Zeit im Camping dazu nutze mein T-Shirt und meine Socken auszuwaschen und noch ein bisschen die Sonne zu geniessen.
Mit der Sonne verschwindet auch die Wärme und es wird schnell ziemlich kühl. Wir kochen uns entsprechend noch unser Nachtessen bevor wir uns dann in unserem warmen Zelt verkriechen, wo wir auch den Rest des Abends verbringen.

Tag 263 (256), 14. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine
Tagwache um 08:00 Uhr. Es ist noch immer arschkalt. Bis wir unsere tägliche Routine erledigt haben und los marschieren ist es kurz nach 10:00 Uhr. Die Strecke führt uns wieder durch struppige Landschaften mit kleinen Wäldchen und dornigen Büschen. Das Wetter meint es wieder gut mit uns und so können wir die Lagune welche sich auf unserem Weg befindet bei besten Verhältnissen ablichten. Nach der letzten Steigung sehen wir von weitem den See, unsere letzte Station im Nationalpark. Nach dem wir den Camping erreicht haben kochen wir uns den restlichen Reis (Gewicht-Vernichtung) und während Heidi hier bleibt macht sich Mano auf dem Weg zum Mirrador Glaciar Grey.
Der Weg führt stetig bergauf ohne aber eine eigentliche Steigung darin zu haben. Die Vegetation ist auch hier ziemlich dürftig aber nichts desto trotz schön. Nach ziemlich genau 40 Minuten zügigen Gehens komme ich an einen kleinen, klaren Bergsee mit super schönen Panorama. Kurz darauf kann man einen ersten Blick vom Lago erhaschen in welchen der Glaciar hinein mündet und auch hier noch z.T. ziemliche Bröcke an Eisbergen schwimmen. Weitere 40 Minuten später ist der Mirrador erreicht. Das Bild ist schön aber gerade von den Socken haut es mich nicht. Ich denke in der Schweiz haben wir grössere und schönere Gletscher. Schön ist, wie er am Ende im See mündet. Ich lege hier eine kleine Rast ein und mache auch ein paar Fotos, obwohl die Weitsicht aufgrund von aufgekommenen Wolken nicht die Beste ist. Als Zückerchen sehe ich zumindest noch einen Kondor welcher etwa 100 m über mir an der Felswand vorbeifliegt. Da die Wolken langsam dichter und dunkler werden mache ich mich auf den Rückweg zum Camp wo ich mir als erstes eine heisse Dusche gönne. Danach schreibe ich noch den Bericht für den heutigen Tag und beobachte argwöhnisch die Wolken. Es sieht stark nach Regen aus.
Zum Nachtessen gönne wir uns noch ein Tetrapack Rotwein und futtern wieder einmal Spaghetti. Als wir uns im Zelt verkriechen ist der Regen noch nicht eingetroffen, aber es hat wieder heftig angefangen zu winden.

Tag 264 (257), 15. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales
Als der Wecker m 06:00 Uhr losgeht schaut Mano aus dem Zelt und stellt fest, dass es leicht regnet, bewölkt ist und über die Berge dunkle Wolken aufkommen. Entsprechend entscheide ich mich noch ein zwei Stunden länger zu schlafen und am Mittag mit Heidi mit der Fähre zur Busstation zu fahren anstatt die ca. 5 Stunden bei diesen Bedingungen zu gehen. Als wir definitiv aufstehen finden wir sehr wechselhaftes Wetter vor: Regen, Sonne und Wind machen uns das Leben nicht gerade einfach. Vor unserer Abfahrt treffen wir noch auf Pit und Sandra, welche wir bei unserer Wanderung beim Lago Todos los Santos kennen gelernt haben. Sie haben vor das 'W' in entgegengesetzter Richtung zu wandern.
Die Überfahrt dauert eine knappe halbe Stunde aber leider haben wir aufgrund des Wetters nicht allzu viel von der Landschaft. Auf der Anderen Seite müssen wir noch etwa 3/4 Stunden auf unseren Bus warten, welcher uns auf der anderen Seite des Sees die gleiche Route wieder zurückfährt welche wir in den letzten Tagen zu Fuss zurückgelegt haben.
Das Wetter hat sich ein bisschen aufgehellt und so sehen wir die imposante Bergkulisse an deren Fuss wir die letzte Tage entlang gewandert sind noch von einer anderen Perspektive - ziemlich eindrücklich.
Zurück in Puerto Natales beziehen wir wieder im Hostal Danicar ein Zimmer wo wir auch wieder auf die Schweizer Adrian und Erich treffen, welche wir vor den Torres und während den Torres getroffen haben. Wir gehen mit ihnen am Abend ein zwei Bierchen trinken. Da wir uns sehr gut unterhalten entscheiden wir dass wir gleich noch was Futtern und schlussendlich bis fast Mitternacht sitzen bleiben. Danach wird im Hostal noch tschau gesagt, gepackt und schlafen gegangen. Ach und Heidi tauscht grosszügiger Weise das Buch ein welches Mano noch nicht fertig gelesen hat.

Tag 265 (258), 16. Februar 2005 / Puerto Natales - El Calafate
Kurz nach dem Frühstück befinden wir uns um 08:30 Uhr im Bus nach El Calafate. Die fünfstündige Fahrt führt uns durch eine ziemlich flache und steppenartig öde Landschaft und natürlich wieder einmal über die Grenze wo wir unsere Sammlung an Chilenischen und Argentinischen Stempel um je ein Stück erweitern

Tag 265 (258), 16. Februar 2005 / Puerto Natales - El Calafate (Argentinien)
In El Calafate schlagen wir im Hinterhof vom Hostal "Dos Pinos" für 10 Pesos pro Person unser Zelt auf und machen uns am Nachmittag auf zur Busstation. Dort buchen wir unsere nächsten Fahrten zum Perito Moreno und nach El Chalten. Der Rest des Tages machen wir noch einen Stadt Rundgang; na ja Rundgang kann man nicht wirklich sagen da ausser der Hauptstrasse nicht viel zu sehen ist. das Städtchen/Dörfchen ist an und für sich ziemlich schön und die Gebäude (noch) nicht all zu modern. Nur leider ist hier wirklich alles auf den Tourismus ausgerichtet. An der Hauptstrasse findet man ausser Reisebüros, Souvenir Shops, Restaurants und Supermercado nichts. Den Abend verbringen wir im Camp mit einer leckeren Pasta mit Torwein und ein bisschen lesen.

Tag 266 (259), 17. Februar 2005 / El Calafate
Perrito Moreno here we come! Mit etwa 15 Minuten Verspätung fahren wir vom Terminal ab und kommen etwa 2 Stunden später am Ziel an (gesagt hat man uns, dass die Fahrt etwa 1 1/2 Stunden dauern würde). Na ja, wir haben ja noch genügend Zeit, denn die Rückfahrt ist erst um 15:00 Uhr.
Der gebotene Anblick ist ziemlich gewaltig: der Gletscher wie er sich durch das Tal schlängelt und mit einer Höhe von 30 - 60 Meter ins Wasser fliesst. Es ist bewölkt und so können wir leider nicht bis zu den Bergen im Hintergrund sehen. Der Rundgang führt uns den dem Gletscher gegenüberliegenden Hang hinunter und wieder hinauf. An einer geeigneten Stelle machen wir halt um das Kalbern zu beobachten. Die Geräuschekulisse ist gewaltig; brechen kleiner Stücke aus dem Gletscher raus, knallt es wie ein Schuss durchs Tal und bei den grossen Brocken kommt ein mächtiges Donnern auf.
Nach dem wir zwei, drei grosse Abbrüche beobachten konnten suchen wir uns ein windgeschütztes Plätzchen um unsere Sandwichs zu verspeisen - mit der Bise ist es doch ziemlich kühl. Nach dem Futtern kehren wir gemütlich zum Busparkplatz zurück, welcher sich in der Zwischenzeit gefüllt hat (am Morgen waren wir der 2. Bus welcher angekommen ist) und machen uns kurz darauf mit unserem Gia auf eine kleine Wanderung (nichts spezielles), welche uns am Seeufer entlang bis zur Fähre führt. Ach ja, man hat auch die Möglichkeit mit einem Boot zum Gletscher zu fahren - nun nicht so wirklich zum Gletscher, denn auf dem Fussweg kommt man näher ran; wir können diese also nicht wirklich empfehlen.
Hier werden wir vom Bus wieder aufgenommen und fahren zurück. In Calafate buchen wir noch die letzte, fehlende Busfahrt (von El Calafate nach Río Gallegos) und auch gleich unser Hostal in El Chaltén für zwei Nächte, bevor wir zum Hostal zurückkehren und noch einen gemütlichen Abend verbringen.

Tag 267 (260), 18. Februar 2005 / El Calafate - El Chaltén
Es heisst wieder einmal früh aufstehen, den unser Bus fährt bereits um 08:00 Uhr los; ok, schlussendlich fahren wir mit den fast üblichen 15 Minuten Verspätung los. Die Fahrt führt uns wieder einmal durch eine harte, bräunliche Landschaft und so  versuchen wir ein bisschen Schlaf nach zu holen, was sich als nicht ganz einfach erweist, da wir uns vorwiegend auf Schotterstrasse fortbewegen. Nach etwa der Hälfte der Fahrt taucht in der Ferne eine imposante Bergkette auf, in welcher ein Berg ziemlich hervorsticht; wir sind uns jedoch nicht wirklich sicher ob es sich hierbei um Fitz Roy handelt oder nicht. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto näher kommen wir auch diesem imposanten Zacken, bis wir schlussendlich die Gewissheit haben, dass es sicher hierbei tatsächlich um Mount Fitz Roy handelt.
Am Eingang des Dorfes gibt es noch einen fünf minütigen Halt bei der Rangerstation, wo wir uns einen kurzen Vortrag über die Wanderwege und das Verhalten anhören dürfen. Nach unserer Ankunft machen wir uns mit unserem Gepäck auf den Weg ins Hostal, welches wir dann am anderen Ende des Dorfes auffinden, nachdem wir mit Sack und Pack die ca. zwei Kilometer zurückgelegt haben. Beim Einchecken stellen sie fest, dass sie unsere Reservation nur für eine Nacht eingetragen haben und übermorgen schon ziemlich voll sind..... schau' mer mal.
Wir nutzen den Nachmittag um uns das Dorf näher anzusehen, welches super schön im Tal gelegen ist und eigentlich auch ganz sympathisch ist, wären da nicht die unglaublich vielen Hostals.... Im Supermercado gehen wir noch für's z'Nacht und Zwischenverpflegung einkaufen, denn es ist wieder einmal Wandern angesagt; viel anderes kann man hier oben ja auch nicht unternehmen. Den Rest des Tages hängen wir im Hostal 'Ranchero Grande' rum und vertreiben uns die Zeit bis zum Nachtessen (es gibt wieder einmal Pasta ;o) mit Lesen.

Tag 268 (261), 19. Februar 2005 / El Chaltén
Mano: Tagwache um 07:00 Uhr, denn schliesslich will ich heute nicht stressen - es stehen ca. 8 Stunden Wandern auf dem Tagesprogramm. Bis ich nach einem reichlichen Haferflocken-Frühstück auf den Weg zur 'Laguna de los Tres' mache ist es 08:20 Uhr. Draussen ist es arschkalt und an gewissen Stellen hat sich sogar Reif gebildet.
Ziemlich am Anfang hat es einen kleinen Anstieg wo ich auch zum ersten Mal für den heutigen Tag mit der Sonne in Kontakt komme. Der erste Teil ist bis auf den Aussichtspunkt von welchem man das Tal überblicken kann nicht all zu spektakulär. Man läuft vorwiegend durch lichten Wald, welcher den Eindruck erweckt, dass er mehr tot als lebendig sei. Zumindest komme ich so zügig voran. Das erste Highlight ist der Mirador bei der Laguna Capri, wo man zum ersten Mal einen guten Blick auf Fitz Roy werfen kann. Kurz darauf wird auch der Weg interessant; er führt einem jetzt durch ein Tal, wo sich Büsche, kleine Bäume, Lagunen und Bäche abwechseln und auf der linken Seite steht Fitz.
Nach etwa 2 Stunden (anstatt der angegebenen 3) komme ich beim Camping Pincenot am 'Vor-Fuss' zum Fitz an, von wo aus es noch ein paar hundert Meter steil nach oben geht, bevor man über die Endmoräne an der Laguna de los Tres ankommt. Das sich bietende Bild ist ähnlich wie bei den Torres del Paine, nur dass man hier nicht in einem hufeisenförmigen Tal ist, sondern vor einer gerade verlaufenden Bergkette steht, was es nicht ganz so spektakulär aussehen lässt aber immer noch super aussieht.
Da ich sehr viel schneller hier angekommen bin als ich vermutet habe mache ich mich nach einer Pause auf den Weg die Lagune zu umrunden, was jedoch am Schluss ein bisschen zu gefährlich wird und so lass ich es bleiben. Nach einer weiteren kurzen Rast mache ich mich dann auf den Rückweg und treffe relativ viele Leute welche sich noch am Aufstieg befinden (hola, hola, hola......). Ich pausiere noch schnell bei der Laguna Capri, von welcher aus man einen guten panorama Blick auf den Fitz hat und schiesse meine letzten Photos für heute. Zurück beim Hostal stelle ich fest, dass wir umgezogen wurden, da sie tatsächlich keinen Platz mehr für uns hatten. Unsere neue Unterkunft befindet sich schräg gegenüber und ist zwar ein bisschen kleiner aber dafür auch ein bisschen heimaliger. Den Rest des Nachmittags lese ich ein bisschen und geniesse die Sonne.

Tag 269 (262), 20. Februar 2005 / El Chaltén - Calafate
Heute kann ein bisschen länger geschlafen werden, da gemäss Plan nur drei Stunden wandern (ein Weg) auf dem Programm stehen. Wir werden jedoch ein bisschen verfrüht durch unsere Spanischen Zimmergenossen geweckt, welche anscheinend eben herausgefunden haben, dass heute ihr Flug geht..... Schlussendlich ist es dann gleichwohl fast 09:30 Uhr, als sich Mano auf den Weg zur 'Laguna Torre' macht. Es scheint wieder ein super Tag zu werden: der Himmel ist wolkenlos und entsprechend ist es noch ziemlich kalt als ich das Hostal hinter mir lasse.
Der Anfang des Trails ist wie gestern nicht all zu interessant. Zuerst gilt es zwei kleinere Hügel zu übersteigen, bis man ins Tal gelangt, welchem man bis zum Ziel folgt. Hier wird das Bild durch die kleinen Wälder, struppigen Büsche und kleinen Tümpel ein bisschen abwechslungsreicher. Krasserweise ist es dort am schönsten, wo es ein Stück toter (abgebrannter) Wald hat. Dieses Schwarz bietet einen guten Kontrast zum farbigen, rot-grünen Gras, den Wälder, Bergen und Gletscher. Wenig später gilt es noch die Endmoräne zu übersteigen und das heutige Tagesziel ist (bereits nach zwei Stunden) erreicht.
Ich stosse wieder auf ein ähnliches Bild wie gestern beim Fitz: die Lagune, in welche der Gletscher fliesst, und der Cerro Torre welcher über all dem thront. Die Laguna ist zwar nicht ganz so klar wie diejenige gestern, aber dafür erscheint mit der Torre imposanter. Da ich noch ziemlich viel Zeit habe lege ich eine längere Pause ein bevor ich mich wieder auf den Rückweg mache. Gegen 14:00 Uhr und nachdem ich noch einen Hasen aufgescheucht habe (dieser Weg ist nicht so stark 'bewandert' wie der gestrige) komme ich wieder beim Hostal an. Hier gibts noch eine heisse Dusche und nach dem fertig packen verbringen wir die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt mit Lesen.
Wir holpern wieder mehr oder weniger für fünf Stunden durch die Gegend. Pünktlich um 23:00 Uhr kommen wir in El Calafate an, wo wir bei Bus-Büro unser Gepäck zumindest bis 01:00 Uhr deponieren können. Wir nutzen diese Zeit dadurch, dass wir wieder einmal ins Internet gehen und nachher noch schnell eins Trinken. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt um 03:00 Uhr nach Río Gallegos verbringen wir mit Warten am Terminal.

Tag 270 (263), 21. Februar 2005 / Calafate - Río Gallegos
Müde kommen wir um 07:30 Uhr in Río Gallegos an, wo wir noch ein bisschen rumhängen dürfen, da das Office erst um 08:00 Uhr öffnet und wir unsere reservierten Tickets nach Ushuaia beziehen können. Mit dem Taxi geht es danach bis zum Hostal Colonial, wo wir die Chile Staffel 1 vorbereiten und uns nachher auf ins Zentrum machen. Im ersten Café klappt der Update nicht, da die irgendwie die ftp-Seiten blockiert haben; zumindest kann ich danach gratis surfen und mit ein paar Nasen in der Schweiz chatten.
Nach dem wir unser Mittagessen im Zentrum - sofern man dem so sagen kann - eingekauft haben nehmen wir am Rio unsere Sandwichs zu uns. Es ist ziemlich windig und es sieht so aus als würde es jeden Moment an zu regnen. So machen wir uns relativ schnell wieder auf den Weg in den zentral gelegenen Stadtteil, aber Río Gallegos hat wirklich nichts zu bieten. Es handelt sich hierbei einfach um eine Ansammlung von vielen Häusern, nicht mehr. Wir machen dann noch einen Versuch die Homepage upzudaten, aber auch hier klappt es nicht, da die Leitung zu schwach ist. Auf dem Rückweg zu Hostal kaufen wir noch Bier ein und nutzen die freigewordene Zeit um wieder einmal die Photos zu betiteln und stellen uns auf einen Champions League Abend mit Real Madrid ein. Als dann eine Viertelstunde nach Spielbeginn noch immer nichts übertragen wird stellen wir fest, dass heute ja Montag und nicht Dienstag ist.... Aber zumindest können wir so einen Teil der 'alten' Reiseberichte auf dem Laptop eintippen.

Tag 271 (264), 22. Februar 2005 / Río Gallegos - Ushuaia
Mit einer Stunde Verspätung machen wir uns um 11:00 Uhr in dem nicht gerade komfortabelsten Bus auf den Weg nach Ushuaia. Wir vermuten, dass wir einfach so lange gewartet haben bis der Bus bis auf den letzten Platz voll war. Für die nächsten 12 Stunden zotteln wir wieder einmal durch die raue Landschaft Patgoniens, ohne aussergewöhnliche Vorkommnisse; ausser, dass wir zwei Mal die Grenze überqueren müssen und unser Stempelkontingent tüchtig aufstocken.
Mit dem Sonnenuntergang bietet sich uns dann noch ein super Anblick: die untergehende, rote Sonne im Westen und der gleichzeitig im Osten auftauchende (Voll) Mond. Seiht genial aus. Ich glaube nicht, dass wir den Mond je so klar und gross gesehen haben. Leider ist es nicht möglich aus dem fahrenden Bus ein scharfes Photo zu schiessen, aber vielleicht bekommen wir den Mond in Ushuaia nochmals zu Gesicht.
Mit zwei Stunden Verspätung kommen wir schliesslich um Mitternacht in Ushuaia an, wo wir uns vergeblich auf die Suche nach einem Doppelzimmer machen und uns schliesslich zumindest mal für eine Nacht im El Jardín (eigentlich ein Kindergarten, welcher jedoch während den Schulferien im Januar und Februar als Hostal 'missbraucht' wird), in einem 8er Schlag niederlassen.

Tag 271 (264), 22. Februar 2005 / Río Gallegos - Ushuaia
Mit einer Stunde Verspätung machen wir uns um 11:00 Uhr in dem nicht gerade komfortabelsten Bus auf den Weg nach Ushuaia. Wir vermuten, dass wir einfach so lange gewartet haben bis der Bus bis auf den letzten Platz voll war. Für die nächsten 12 Stunden zotteln wir wieder einmal durch die raue Landschaft Patgoniens, ohne aussergewöhnliche Vorkommnisse; ausser, dass wir zwei Mal die Grenze überqueren müssen und unser Stempelkontingent tüchtig aufstocken.
Mit dem Sonnenuntergang bietet sich uns dann noch ein super Anblick: die untergehende, rote Sonne im Westen und der gleichzeitig im Osten auftauchende (Voll) Mond. Seiht genial aus. Ich glaube nicht, dass wir den Mond je so klar und gross gesehen haben. Leider ist es nicht möglich aus dem fahrenden Bus ein scharfes Photo zu schiessen, aber vielleicht bekommen wir den Mond in Ushuaia nochmals zu Gesicht.
Mit zwei Stunden Verspätung kommen wir schliesslich um Mitternacht in Ushuaia an, wo wir uns vergeblich auf die Suche nach einem Doppelzimmer machen und uns schliesslich zumindest mal für eine Nacht im El Jardín (eigentlich ein Kindergarten, welcher jedoch während den Schulferien im Januar und Februar als Hostal 'missbraucht' wird), in einem 8er Schlag niederlassen.

Tag 272 (265), 23. Februar 2005 / Ushuaia
Nach dem Frühstück klappern wir zuerst einmal ein paar andere Hostals ab und stellen fest, dass so ziemlich alles ausgebucht ist. So bleiben wir halt während unseres Aufenthaltes in Ushuaia im Kindergarten. Wolken und Sonne wechseln sich ab, als wir uns kurz darauf an die Erkundung der Stadt machen. Trotz Hochsommer ist es mit dem Wind ziemlich kühl und man kann den Windbreaker gut gebrauchen. Ushuaia ist schön am Meer gelegen und hinterlässt einen überraschend untouristischen Eindruck. Wir bummeln zuerst am Ufer entlang, wo wir in einer Telefonzelle Man's Flug vom 26.02 von Ushuaia nach Santiago de Chile definitiv buchen. Da Heidi im Moment keinen Bock auf Santiago hat, buchen wir ihren Flug noch nicht, lassen aber zumindest mal die Reservation bestehen.
Den Rückweg treten wir dann über das Stadtzentrum an kaufen wieder einmal ein paar Postkarten um ein paar Internetlosen eine Freude zu machen. Dann geht's wieder einmal ab ins Internet um endlich die Chile Staffel aufzuschalten, was auch problemlos klappt. Im Hostal treffen wir dann auf Michael, einen Deutschen aus Bremen und unterhalten uns ein bisschen mit ihm, vorwiegend über Fussball. Nach dem wir hier noch was kleines gefuttert haben geht es wieder in die Stadt, ins Irish Pub um ein bisschen Fussball zu kucken. Mit dem bereits anwesenden Engländer und Däne einigen wir uns auf die Partie Barcelona - Chelsea und geniessen ein paar kühle Pitcher Bier. Das Spiel ist nicht gerade der Knüller und so haben wir genügend Zeit uns mit den anderen zu unterhalten. Barcelona gewinnt schlussendlich mit 11 gegen 10 nach einem 0:1 Rückstand mit 2:1. Nach diesem Spiel zeigen sie noch die Partie Bremen - Lyonnais, welche wir uns auch noch anschauen, während Heidi bereits schon mal vor geht. Schlussendlich wird es Mitternacht bevor auch ich mich auf den nach Hause Weg mache.

Tag 273 (266), 24. Februar 2005 / Ushuaia
Als der Wecker abgeht fehlt Mano noch ein bisschen die Spritzigkeit und so bleibt er noch ein bisschen liegen. Als er es dann doch noch bis zum Frühstück schafft ist Heidi bereits schon fast auf dem Weg; sie mach heute einen Ausflug in den National Park, während Mano eine kleine Wanderung von Ushuaia aus machen will.
Die erste halbe Stunde fällt Mano nicht all zu leicht, aber je länger er unterwegs ist, desto besser geht es. Ich folge dem Weg durch ein noch cooles Wäldchen, in welchem die Bäume knapp über der Oberflache sich von einen Stamm plötzlich in 4, 5 und mehr Stämmen vermehren. Langsam wird der Weg komischerweise wieder flacher, der Wald lichtet sich und plötzlich sehe ich wieder auf Ushuaia herab; so wie es aussieht bin ich im Wäldchen im Kreis gelaufen ;o) Also mach ich mich auf den Rückweg und nehme einen anderen Weg. Nach dem ich aber nach mehreren Versuchen nach ca. zwei Stunden noch immer im Wald festsitze entscheide ich mich die Übung abzubrechen und den Rückweg anzutreten. Uuh, einfacher gesagt als getan! Aber schliesslich schaffe ich es doch noch und kehre ins Hostal zurück, wo ich mein gestriges Nachtessen futtere und den Rest des Nachmittags dazu nutze endlich die letzten Berichte auf den Laptop bringe.

Tag 274 (267), 25. Februar 2005 / Ushuaia
Nach dem Frühstück macht Heidi sich auf den Weg zur Fluggesellschaft um ihren Flug nach Buenos Aires zu buchen während Mano sich schon mal zu Fuss in Richtung Glaciar Marcial aufmacht wo wir uns dann auf halber Strecke beim Sessellift treffen wollen. Der Aufstieg dorthin ist nicht gerade der Hammer, da der Weg vorwiegend der Strasse entlang führt. Oben angekommen taucht nach etwa einer Viertelstunde der Michael auf, welcher eigentlich von Anfang an mitkommen wollte, aber er ist dann zuerst noch mit Heidi in die Stadt und hat danach den Bus bis hierhin genommen. Wenig später taucht auch noch der Kai aus Leipzig auf, welcher auch im Kindergarten untergebracht ist, und last but not least dann auch Heidi.
Zu viert machen wir uns dann auf den restlichen Weg. Kurz nach der Endstation des Sessellifts stellen wir dann jedoch fest, dass die Eisfelder sich den Titel Gletscher nicht so wirklich verdienen und so wandern wir nicht bis nach oben sondern nur bis zum Aussichtspunkt. Von hier aus hat man einen guten Überblick über Ushuaia und den Hafen. Da es ziemlich deftig windet ist es relativ kühl und wir machen uns schon bald wieder an den Abstieg.
Nach dem Mittagessen im Hostal besuchen wir das Museum Presidio (Eintritt Pesos 15.00 pro Person). Das Museum ist im alten Gefängnis untergebracht und handelt entsprechend zum grossen Teil auch von dessen Geschichte und Gefangenen, was zusammen mit den Originalzellen ganz interessant ist. Weitere Teile informieren über die Flugzeug- und Schifffahrtsgeschichte von Ushuaia (in etwa welches Boot wann unterwegs war, welche Funktion innehatte und allenfalls wann wo gesunken ist). was jedoch ziemlich schnell langweilig wird. So machen wir uns auf den Rückweg, wo wir noch schnell Mano's Flug nach Santiago de Chile von Morgen bestätigen und einkaufen gehen.
Im Hostal müssen wir eine ganze Weile warten bis wir kochen können, da eine Gruppe Israelis die Küche für sich in Beschlag genommen hat. So unterhalten wir uns mit Kai und Michael und trinken ein Gläschen Rotwein. Nach dem Essen bleiben wir sitzen und warten auf Nina, eine Italienerin welche heute Geburtstag feiert. Kai hat für sie einen Kuchen mit Kerzen und Luftballons organisiert. Da sie jedoch nicht auftaucht verspeisen wir schlussendlich den Kuchen selber und legen uns nach zwei kaputten Stühlen (die sind einfach unter uns zusammengebrochen - wirklich) aufs Ohr.

Tag 275 (268), 26. Februar 2005 / Ushuaia - Santiago de Chile
Als wir aufstehen regnet es in strömen und es ist ziemlich Kalt. In den Bergen hat es sogar ein bisschen Schnee hingeworfen. Heidi macht sich schon bald auf den Weg zum Flughafen, während Mano nach dem Frühstück noch zum Hafen runtergeht um ein paar Photos von Ushuaia und den 'Zuckerbergen' zu schiessen. Auf dem Rückweg gibt es noch einen Internetsession und danach verbringe ich die restliche Wartezeit bis zur Abfahrt im Hostal mit Bericht schreiben und unterhalte mich mit Kai, welcher auf den gleichen Flug wie ich muss, aber dann in Puerto Montt (wir mache zwei Zwischenlandungen auf dem Weg nach Santiago de Chile) aussteigt.
Wir fahren mit dem Taxi zum Flughafen und vertreiben uns auch da die Zeit vor dem Abflug mit Plaudern und Lesen, etwas anderes kann man hier auch nicht gross machen. Pünktlich heben wir dann um 15:30 Uhr ab und schwingen uns in die Lüfte. Da es bewölkt ist bekommen wir von der Landschaft nix mit, aber umso mehr vom Wind welcher unser Flugzeug beim Start und bei der Landung ziemlich deftig durchrüttelt; so ganz wohl dabei ist es mir ehrlich gesagt nicht mehr aber wir schaffen es heil bis nach Punta Arenas.

Tag 275 (268), 26. Februar 2005 / Ushuaia - Santiago de Chile
Da wir uns jetzt wieder auf Chilenischem Boden befinden müssen alle aussteigen und durch die Gepäckkontrolle gehen. Nur schon bis das Gepäck da ist müssen wir über eine halbe Stunde warten; zumindest sind sie so clever, dass sie schon mal das Handgepäck kontrollieren. Nach dem dann auch das aufgegebene Gepäck kontrolliert wurde dürfen wir nochmals durch die Zollkontrolle und danach erneut warten. Bis wir uns schlussendlich wieder von den Winden durchgerüttelt werden sind wir mit 1 1/2 Stunden Verspätung unterwegs. Auch hier spielt das Wetter leider, leider nicht mit und so sehen wir von oben nicht viel anderes als die weissen Wolken; ok, ein oder zwei Mal hat diese weisse Decke ein Loch und wir sehen die darunter liegenden, weissen Gletscher, aber ansonsten nix. Schade.
Unser nächster Stopp heisst Puerto Montt, wo ich mich von Kai verabschiede und von wo wir auch relativ zügig wieder weiterfliegen. Schlussendlich kommen wir nur mit gut 40 Minuten Verspätung in Santiago de Chile an. Da ich ziemlich schnell aus dem Airport rauskomme entscheide ich mich gleich den Busservice zu nutzen und nicht zuerst noch Pitt und Sandra anzurufen und mitzuteilen, dass es ein bisschen später wird. Selbstverständlich bin ich dann der letzte welcher an sein Ziel gefahren wird und so komme ich bei Ihnen um ca. 24:00 Uhr an, anstatt wie gedacht um 23:00 Uhr.
Zum Glück sind sie noch wach ;o) und ich komme nach einer herzlichen Begrüssung endlich zu meinem wohlverdienten, kalten Bierchen! Schlussendlich unterhalten wir uns noch bis um 03:00 Uhr wobei wir natürlich vorwiegend Reiseerlebnisse austauschen, aber auch Gott und die Welt nicht zu kurz kommen.

Tag 276 (269), 27. Februar 2005 / Santiago de Chile
Wir schlafen bis in die späten Morgenstunden (worauf wir uns vor dem Schlafen gehen relativ schnell einigen konnten ;o). Nach dem reichlichen Frühstück versuchen wir für mich für die kommenden Nächte eine Unterkunft aufzutreiben; ich kann leider nicht länger bei Ihnen bleiben, da ihre Mitbewohnerin heute Abend wieder zurück kommt und ihre Mutter mitbringt. Ich entscheide mich schlussendlich für das Casa Condell, was zwar nicht ganz billig aber zentral gelegen ist und mir die Möglichkeit bietet gleich in einem Doppelzimmer unterzukommen und bis zu Heidi's Ankunft einfach nur die Hälfte (Pesos 7'000.00) zu bezahlen.
Den Rest des Tages verbringen wir zu Hause wo ich unsere Homepage bearbeite bevor wir danach eine Internet Session einlegen und uns dann gemeinsam auf den Weg zum Hostal machen um mein Gepäck zu deponieren. Zum Ausklingen des heutigen Tages gehen wir noch in den SchopDog eins Trinken und verabschieden uns dann so gegen 22:00 Uhr, schliesslich müssen die Armen ja morgen arbeiten. Wir verabreden uns erneut für morgen Abend um zusammen was Essen zu gehen.

Tag 277 (270), 28. Februar 2005 / Santiago de Chile
Als ich um 07:30 Uhr aus dem Fenster schaue stehen die Wolken ziemlich tief und es ist trüb. Entsprechend entscheide ich spontan noch eine halbe Stunde im Bett zu bleiben, denn schliesslich will ich heute Morgen auf den Cerro San Cristobal und für die Aussicht brauche ich schönes Wetter. Als ich dann definitiv aufstehe hat sich das Wetter nicht wirklich gebessert und ich entscheide noch ein bisschen zu warten und nutze die Zeit um unsere Ausgaben ein bisschen nach zu führen.
Als das Wetter nach 10:00 Uhr noch immer nicht vielversprechend ist, entschliesse ich mich den Tagesplan umzukehren und zuerst nach Down Town zu gehen und erst am Nachmittag dann den Cerro zu besteigen. Unterwegs gehe ich noch schnell einkaufen und erreiche dann schon bald einmal den Cerro Santa Lucia, die kleine Schwester von San Cristobal. Hier mache ich meine ersten Photos und stelle fest, dass der Akku ziemlich leer ist. Er reicht zum Glück jedoch für die Besteigung des ziemlich interessanten Cerros aus. Der Cerro ist eine interessante Mischung von eine Art Tempel am Fusse, einer Festung auf halber Höhe und einem Berg/Aussichtspunkt ganz oben. Leider hat man aufgrund des Wetters nicht gerade die beste Weitsicht, aber ich habe ja noch den Cristobal.
Aufgrund der Akku-Situation kehre ich danach zum Hostal zurück, wo ich den Akku tausche und auch gleich was futtere. Danach streiche ich den Cristobal, zumindest für heute, ganz aus dem Programm, denn das Wetter ist hierfür noch immer weit von optimal entfernt. So ziehe ich die Plaza de Armas vor und mache mich wieder zu Fuss auf den Weg ins Stadtzentrum. Die Plaza ist zwar nicht ganz so imposant wie andere Plazas aber mir gefällt sie recht gut. Umringt von den üblichen Kolonialbauten und Kathedralen steht im Zentrum ein Brunnen um welchen sie Bäume gepflanzt und Bänke aufgestellt haben. Entsprechend ist hier ziemlich viel los. Ich setze mich auf eine Bank und beobachte für eine Weile die an mir vorbeigehenden Leute bevor auch ich mich dann wieder auf den Weg mache. Ich bewege mich mehr oder weniger nach meinem Stadtplan in einer Zick-Zack-Linie zurück zum Hotel, wobei ich die angegebenen, interessanten Punkte besuche.
Zurück im Hostal habe ich noch genügend Zeit, wir haben abgemacht, dass ich gegen 20:00 Uhr bei Sandra und Pitt vorbeikomme, und mache entsprechend noch schnell einen Abstecher ins Internet Café. Kaum zurück im Hotel kommt die Inhaberin vorbei und richtet mir aus, dass ich Sandra zurückrufen soll. Da ich dazu nicht deren Telefon benutzen kann bzw. nur mit Telefonkarte gehe ich mir schnell eine kaufen und rufe zurück. Da der Vater ihrer Mitbewohnerin gestorben ist sagen wir den heutigen Abend ab und verabreden uns nochmals für Morgen, 19:00 Uhr. Ich nutze meine plötzliche Freizeit dazu, dass ich die Photos und Berichte für unsere Homepage so weit vorbereite, dass wir nur noch die Photos und Berichte der letzten Tage hinzufügen müssen und wir so hoffentlich noch in Santiago die letzten Staffeln über Chile und Argentinien updaten können.

Tag 278 (271), 01. März 2005 / Santiago de Chile
Das gleiche Prozedere wie gestern: als mein Wecker los geht ist es noch ziemlich dunstig draussen, also erlaube ich mir mich nochmals umzudrehen. Als ich dann definitiv aufstehe ist es zwar ein bisschen heller aber noch immer nicht allzu vielversprechend. So gehe ich zuerst noch schnell ins Internet und schreibe Adi ein Mail bezüglich den Möglichkeiten welche wir haben uns in Santiago nochmals zu treffen. Danach mache ich mich endlich an die Besteigung des Cerro San Cristobal.
Am Anfang führt der Weg einfach der Strasse entlang, zweigt dann jedoch relativ schnell ab und führt auf einen direkteren Weg zum Gipfel. Von unterwegs hat man schon die ersten Ausblicke auf die Stadt, aber aufgrund des Dunstes (oder Smog?) ist die Weitsicht ziemlich eingeschränkt. Auf dem Gipfel ist sie dann noch immer nicht viel spektakulärer, da die Sonne jedoch anfängt sich durch zu drücken entscheide ich mich für einen Moment hin zu setzen und zu warten. Als sie sich dann endlich am Himmel zeigt muss ich feststellen, dass die Aussicht auch mit ihr nicht viel besser ist. Entsprechend mache ich mich nach ein paar Photos wieder auf den Rückweg, auf welchem ich noch schnell einkaufen gehe und dann im Internet Café Adi noch schnell ein weiteres Mail schreibe bezüglich den neuen Optionen wie wir uns hier noch treffen können.
Etwa um 14:00 Uhr wird an die Tür geklopft, aber es ist nicht Heidi, sondern Adi, welcher entschieden hat, dass er hier vorbeikommt, da er eh gerade in der Nähe war. Kurz darauf tauch auch Heidi auf und wir unterhalten uns während wir für Adi CD's brennen. Am späteren Nachmittag trennen wir uns wieder und vereinbaren, dass wir uns um 19:00 bei Pitt und Sandra treffen. Wir nutzen die Zeit um einen Bücherladen ausfindig zu machen wo wir uns die Lonely Planets Neuseeland und Australien zulegen können. Nach einer Stunde Fussmarsch durch die Stadt finden wir den gesuchten Bücherladen, stellen jedoch fest, dass sie unsere TLP's nicht haben. Sie verweist uns jedoch an einen anderen in der Nähe liegenden Bücherladen welcher unser Bedürfnis dann auch erfüllt. Da diese Dinger jedoch schweineteuer sind, kaufen wir nur den Lonely Planet für Neuseeland.
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit rufen wir schnell noch Pitt an um ihm mitzuteilen, dass wir uns ein bisschen verspäten werden. Anscheinend hat er auch schon versucht uns zu erreichen, da heute um 19:00 Uhr eine Trauerfeier stattfindet und sie von ihrer Seite den Termin auch nicht einhalten können. Wir verabreden uns entsprechend auf ca. 21:00 Uhr bei einer Bar wo wir mit Adi bereits schon vorher hingehen und bei einem Bierchen auf sie warten.
Pünktlich um 21:00 Uhr treffen sie dann ein und wir trinken zusammen ein paar Bierchen und essen was Kleines bis es dann hier wieder einmal heisst auf Wiedersehen zu sagen. Als nächsten Termin legen wir mal provisorisch den 11.11.05 in Köln fest.......

Tag 279 (272), 02. März 2005 / Santiago de Chile - Osterinsel
Wir schlafen ein bisschen aus und machen uns dann nach dem Frühstück daran, unseren letzten Photos zu beschreiben und die letzten Tage noch einzutippen, damit wir von hier aus noch die aktuellsten Informationen auf unsere Homepage bringen können. Am Nachmittag machen wir uns dann noch auf den Weg in die Stadt um ein geeignetes Internet Café zu suchen und noch ein, zwei Kleinigkeiten einzukaufen, bis wir uns dann um 15:00 Uhr auf den Weg zum Flughafen machen und um 18:00 in Richtung Osterinsel abheben.