Von Potosí nach San Pedro de Atacama (Chile)
Tag 212 (205), 25. Dezember 2004 / Sucre - Potosí (oder
die Stadt am wohl hässlichsten Berg der Welt)
Hier erkundigen wir uns gleich bezüglich unserer Weiterfahrt nach Uyuni,
werden jedoch nicht wirklich fündig, bis wir herausfinden, dass diese Busse
von einem anderen Terminal abfahren. So machen wir uns zuerst auf die Suche nach
unserer Unterkunft für die nächsten zwei Tage und werden schliesslich nach dem
fünften! Versuch im Residencial Felcar fündig; die anderen waren entweder zu
schäbig oder haben gar nicht mehr existiert. Im Residencial Felcar kostet ein Doppelzimmer pro
Person und Nacht BOL 20.00. Die Zimmer sind einfach aber ausreichend und warme
Duschen gibt es auch, zwischen 08:00 Uhr und 16:00 Uhr (wir haben hier wieder
einmal kein
eigenes Bad).
Wir beziehen unser Zimmer und machen uns auf den Weg unsere Bustickets zu kaufen.
Nach dem wir dies erledigt haben, bummeln wir ein bisschen durch die Stadt und
halten dabei auch Ausschau nach diversen Touren-Anbieter. Die Stadt ist nicht
gerade das Gelbe vom Ei, aber sie ist ziemlich sauber und einige Gässchen sind doch recht ansprechend. Nach dem wir auch unsere Minen-Tour für Morgen gebucht haben
kehren wir zu unserer Unterkunft zurück und lesen ein bisschen um uns bezüglich unserer
Weiterreise zu informieren.
Bezüglich dem hässlichstem Berg der Welt: dieser sieht von der Stadt, bis auf
die Form, absolut unnatürlich aus, so als hätte man sein ganzes, natürliches
Äusseres abgetragen; wie eine Frucht die man geschält hat.
Tag 213 (206), 26. Dezember 2004 / Potosí (oder die
Stadt am wohl hässlichsten Berg der Welt)
Wir können es relativ gemütlich nehmen, da wir uns erst um 09:00 Uhr bei der
Agentur einfinden müssen. Wir können es uns dann hier noch ein bisschen
gemütlich machen, wie meistens, bis wir gegen 09:20 Uhr von unserem Guia und
Chauffeur abgeholt werden. Zuerst gibt es noch eine kleine Rundtour durch die
Stadt bis die Gruppe komplett ist; insgesamt sind wir 7 Personen, wovon 2 wieder
die Italiener sind, welche wir auf der Chalcantay-Tour bereits getroffen haben.
Als erstes gehen wir uns Überkleider, Stiefel, Helm und Stirnlampe 'montieren'
und dann sind wir auf dem Weg zum Cerro Rico. Als erstes machen wir einen Stopp
beim Mineros Kiosk, wo wir Geschenke für die Arbeiter kaufen. Hier kann man über
Softdrinks zu Zigaretten und 96%igem Alkohol (schmeckt scheusslich ;o) bis hin zu
Dynamit praktisch alles haben und absolut legal. Die Strasse ist wieder einmal
unglaublich holperig und steil, so dass wir das letzte Stückchen zu Fuss gehen
müssen, da es unser vollbeladener Minibus nicht schafft. Hier wird uns auch
bestätigt was wir von der Stadt aus bereits
vermutet haben; nur wurde das Äussere vom Berg nicht abgetragen, sondern einfach das im
Innern freigesprengte und nicht brauchbare Material aussen aufgeschüttet.
Beim Eingang der Mine gibt es zuerst ein kurzes Briefing von unserem Guia
bezüglich der Arbeiter, Gesundheit usw. Danach steigen wir endlich ab ins Innere
des Cerro Rico und die Minentour kann beginnen. Die Luft im Inneren ist ziemlich staubig und
entsprechend fällt einem das Atmen am Anfang ein bisschen schwer. Wir steigen
durch niedrige, schräge und enge Gänge hinunter und besuchen unseren ersten
Minenarbeiter, welcher anscheinend einer der wenigen ist, welcher alleine
arbeitet. Er ist gerade damit beschäftigt ein Loch in den Fels zu hauen, damit
er später Dynamit platzieren kann. Für einen Kubikmeter Felsen, was ca. 2 - 3
Tonnen Gestein entspricht, brauchen sie insgesamt ca. 4 - 5 Sprengungen. Je nach
Lage der Mine sprengen sie entweder am Mittag oder aber am Abend; hier spielt es
eine Rolle, wie schnell der Staub abzieht. Geschieht dies innerhalb von zwei
Stunden sprengen sie Mittags, ansonsten Abends, so dass sie am nächsten Morgen
weiterarbeiten können.
Wir hinterlassen einen ersten Teil unserer Geschenke und machen uns auf den Weg einen
zweiten Arbeiter zu besuchen. Hierzu müssen wir uns an einen Gummischlauch ca. 5
Meter in ein Loch hinunterseilen, was ziemlich ungewohnt ist aber Spass macht.
Auch hier ist man gerade am Loch hämmern. Normalerweise arbeiten sie hier zu
dritt, der Vater mit seinen zwei Söhnen. Um 10 Tonnen Material ans Tageslicht zu
befördern brauchen sie in der Regel eine Woche und verdienen daran im Schnitt BOL
1'600.--, was ziemlich viel ist, wenn man bedenkt, dass sie zum Überleben pro
Monat etwa BOL 300.-- bis 400.-- benötigen.
Wir besuchen noch einen dritten Arbeiter und müssen uns dazu am Gummischlauch
wieder aus der
Tiefe ziehen und nachher an einer anderen Stelle an einem Seil noch weiter nach oben Klettern.
Wir müssen uns auch über ziemlich tiefe Löcher balancieren und durch enge Löcher
zwängen. Die ganze Tour ist entsprechend ziemlich abenteuerlich und es macht
Spass. Insgesamt gibt es im Berg 200!! aktive Minen. Wie viele inaktive ist
nicht bekannt. Da der Berg staatliches Eigentum ist müssen die Mineros
entsprechend einen Teil ihres Einkommens and die staatliche
Minengesellschaft abgeben, ca. 50%. Da die guten Adern alle von Norden nach
Süden verlaufen gibt es keine Probleme was den Verlauf der diversen Minen
anbelangt. Da es anscheinend weiter unten im Berg noch grössere Vorkommen geben
soll bestehen bereits Pläne den ganzen Berg abzutragen und in eine offene Mine
umzuwandeln. Für den Moment handelt es sich hierbei jedoch erst um Pläne...
Zum Abschluss besuchen wir dann noch den Teufel höchstpersönlich. Die
Minenarbeiter, welche am Tageslicht praktizierende Katholiken sind verwandeln
sich untertags in 'Teufelsanbeter'. Sie glauben, dass für alles was unter der
Erde passiert der Teufel zuständig ist. Entsprechend haben sie hier einen
kleinen Schrein mit einer Statue eingerichtet, wo sie jeden Morgen für Glück und
Gesundheit beten.
Nach dem auch wir eine Zigarette geopfert haben steigen wir aus den Tiefen der
Minen empor und machen uns nach diesem spassigen, interessanten, abenteuerlichen
und empfehlenswerten Ausflug auf den Rückweg in die Stadt. Da wir auf der Tour
mitbekommen haben, dass andere weniger bezahlt haben als wir (es wurden diverse
Touren zu einer zusammengelegt) gehen wir noch bei unserem Agenten vorbei und
bekommen tatsächlich ein Teil zurückerstattet. Danach geht es ab ins Hotel um
unter einer heissen Dusche den Staub von uns zu spülen.
Vor dem Nachtessen tauscht Heidi noch ihre 2 Bücher gegen 1 neues Buch ein und
danach gehen wir noch ins Internet um Mails zu lesen und zu
schreiben. Als wir gehen wollen will die Tussi noch wissen in welchem Hotel wir
untergebracht sind, da anscheinend ein PC nicht mehr funktioniert weil Mano
seinen USB Stick verwendet hat..... Da dies nicht wirklich möglich ist geben wir
selbstverständlich ein falsches Hotel an.
Zurück im Hotel werden wieder einmal Photos betitelt, ein bisschen gelesen und
Berichte geschrieben. Auch unsere weitere Routenplanung wird erneut unter die Lupe genommen, da
uns Adi in einem Mail mitgeteilt hat, dass er +/- am 19.01 in Buenos Aires sein
wird. Mal schauen ob wir ein Treffen zum Klappen bringen.
Tag 214 (207), 27. Dezember 2004 / Potosí - Uyuni
Unser Bus fährt erst um 10:00 Uhr ab. Entsprechend können wir es gemütlich
nehmen. Gleichwohl erreichen wir ein bisschen zu früh die Busstation und so
haben wir noch Zeit etwas Kleines zum Knabbern einzukaufen. Mit 15 Minuten
Verspätung machen wir uns auf den Weg nach Uyuni. Der Bus ist etwa gleich gross
wie der letzte, aber zum Glück sind die Sitze doch noch recht bequem.
Kaum haben wir Potosí verlassen befinden wir uns auf einer Naturstrasse, welche
manchmal mehr und manchmal weniger Schotter aufweist. Entsprechend holpert es
ein bisschen mehr und manchmal ein bisschen weniger. Mit ein wenig
Fantasie befindet man sich auf einer Postkutschenfahrt im Wilden Westen. Nichts desto trotz
ist die Fahrt unglaublich schön, zumindest was die Landschaft anbelangt: Wir
durchqueren Steinwüsten, Sandwüsten, kommen an kleinen Oasen vorbei wo sogar
wieder Bäume gegen den Himmel spriessen, sehen farbige Felsformationen (wie wir
sie schon vom Capital Reef National Park in den USA kennen) und markante und
sanfte Bergketten. Grundsätzlich ist die Gegend jedoch sehr trocken und man sieht
nur selten kleine Bächlein welche sich hartnäckig weigern weder zu verdunsten
noch zu versickern. Entsprechend ist auch die Tierwelt ziemlich bescheiden:
Ausser hunderten von Lamas, einigen Eseln und Schafen bekommen wir nur noch ein
paar Vögel zu Gesicht.
Zwischendurch machen wir einen Halt um ein halbes Dorf aufzuladen, nur um diese
dann ca. eine Stunde später im nächsten Dorf wieder abzuladen und eine Hälfte
des neuen Dorfes aufzunehmen. Na ja, jeder Mensch braucht ein bisschen
Abwechslung.
Überraschend pünktlich bekommen wir die Stadt Uyuni zu Gesicht, welche nichts
anderes ist als eine Ansammlung von Häusern inmitten einer riesigen und öden
Fläche. Als wir in die Stadt einfahren wird uns dieser Eindruck bestätigt: Es
gibt hier nur zwei asphaltierte bzw. gepflasterte Strassen, alle anderen sind
Naturstrassen. Was jedoch sympathisch ist, dass die Strassen sehr breit sind und
es praktisch kein Verkehr hat. Wir
beziehen unser Hotel für eine Nacht, ohne privates Bad, was keinen Sinn macht,
da anscheinend eh die ganze Stadt seit zwei Tagen ohne Wasser ist und unser
Hotel seine eigenen Reserven bereits aufgebraucht hat... Wir bummeln danach ein bisschen durch
die Stadt, aber viel gibt es hier echt nicht zu sehen. So stocken wir unsere
Vorräte für die Salar de Uyuni auf und ziehen uns dann auf unser Zimmer zurück
um unser Kameras und unser Akkus ein bisschen aufzuladen.
Tag 215 (208), 28. Dezember 2004 / Uyuni - Salar de
Uyuni
Tagwache um 07:30 Uhr. Es hat wieder Wasser und so gibt es zuerst eine warme
Dusche. Danach gehen wir in der Stadt Geld wechseln und holen dann unseren
Ausreisestempel ab, da unser Tour in Chile, San Pedro de Atacama, endet. Da das
Büro erst um 09:00 Uhr öffnet haben wir noch Zeit in der warmen Morgensonne
einen Kaffee zu trinken.
Pünktlich um 10:00 Uhr treffen wir bei der Agentur ein. Gemäss deren Unterlagen
werden wir zu fünft im Auto unterwegs sein: wieder (Inka Trail) 2 Australier und
ein Kanadier. Langsam trudeln die anderen Teilnehmer ein; insgesamt werden 5
Autos mit Colque Tours unterwegs sein. Unsere Abreise verzögert sich ein
bisschen, da sie anscheinend kein Benzin auftreiben können... Wir nutzen diese
Zeit und machen Bekanntschaft mit dem älteren, angenehmen Australier Pärchen
Greti und Paul (sie heisst eigentlich Margareta, ist in Österreich geboren, nach
Montreal ausgewandert und lebt jetzt in Sidney) und dem jüngeren (dürfte in etwa
in unserem Alter sein), ruhigen Kanadier Joel.
Nach und nach treffen endlich die Fahrzeuge ein. Als es nach 1 1/2 Stunden
Verspätung so aussieht als sie uns im letzten Fahrzeug (wer weiss wann dieses
ankommt!) unterbringen wollen, müssen wir wieder einmal tüchtig reklamieren und
werden dann prompt dem wartenden Auto zugeteilt. Schlussendlich fahren wir mit 2
Stunden Verspätung aus Uyuni los. Nun, zuerst gehen wir uns noch den
Eisenbahnfriedhof ausserhalb der Stadt anschauen, welcher nicht all zu
spektakulär ist, aber doch einige gute Motive, zusammen mit der weiten Ebene und
den Bergen im Hintergrund, für Photos liefert.
Unser erster Stopp in der Salar machen wir beim Salzhotel, welches komplett aus
Salz erbaut ist. Leider kann man vom Inneren des Hotels nur Photos machen wenn
man vorher was an derem Kiosk einkaufen geht - ohne uns. Die Salar erscheint
als endlose, weisse Fläche, welche nur aus wabenförmigen Achtecken
zusammengesetzt zu sein scheint. Es ist sehr eindrücklich; vor allem wenn man
bedenkt, dass diese Salzfläche im Zentrum bis zu 9 Meter dick ist. Unseren
zweiten Stopp machen wir bei den 'Ojos de la Salar', was mehrere Quellen in
mitten der weissen Weite sind. Aufgrund von unterschiedlichen Mineralgehalten
erscheinen diese an der Oberfläche in diversen Farben.
Danach donnern wir für eine ganze Weile durch die Salar, scheinbar ohne Ziel,
nur um nach Mittag bei der Isla del Pescado anzukommen. Hier gibt es für alle
fünf Autos der Colque Tours ein leckeres Buffet; was zumindest ein bisschen über
den Touristen-Auflauf hinweg zu trösten vermag. Zum Dessert hat man optional die
Möglichkeit die Insel, gegen Bezahlung von BOL 8.00, zu besichtigen, was wir
auch machen, denn schliesslich haben wir noch ein paar Bolivianos übrig.
Die Insel ist relativ klein, aber super schön, mit hunderten zum Teil riesigen
Kakteen bestückt. Einige von diesen Kakteen sind über 1'200 Jahre alt! Von hier
aus hat man einen traumhaften Ausblick auf die Salar, die riesige, weisse Ebene.
Wohin man auch blickt, ringsum ist nur weiss zu sehen, bis auf den blauen Himmel
und ein paar verschwommenen Berge im Hintergrund. Den Rest des Nachmittags verbringen
wir mit Autofahren, bis wir gegen 17:00 Uhr in unserer Unterkunft ankommen;
diese ist nur für die Teilnehmer der Colque Tours. Die Unterkunft selber ist ein
lang gezogener Bunker, welcher in 6er Schläge unterteilt ist; also pro Auto ein
Zimmer, mit Bad und einer kalten Dusche. Für uns jedoch absolut kein Problem, da wir eine gute
Gruppe sind und uns untereinander gut verstehen.
Wir haben noch ein bisschen Zeit bis zum Nachtessen und so macht sich unser
'Auto' (ausser Heidi, welche ihr eigenes Fitnessprogramm durchzieht) auf den Weg, den
sich hinter dem 'Hotel' befindlichen Hügel zu besteigen. Von hier oben
haben wir eine schöne Aussicht ins weisse Niemandsland. Wir geniessen diese und
unterhalten uns ein bisschen übers Reisen (logisch) und Gott und die Welt.
Das Nachtessen wird gegen 20:00 Uhr serviert und besteht aus Reis, Karotten und
Poulet. Nicht gerade der Hammer, aber da wir hungrig sind wird nicht gemotzt.
Den Rest des Abends spielen wir mit Joel noch ein bisschen 'Hearts' bevor auch
wir unseren Australier in die Traumwelt folgen.
Tag 216 (209), 29. Dezember 2004 / Salar de Uyuni
Tagwache um 06:30 Uhr. Nach einer kalte Dusche gibt es Frühstück (Brot,
Butter, Marmelade und Kaffee/Tee) und um 07:30 Uhr befinden wir uns bereits
wieder auf den Holperstrassen. Wir lassen die Salar de Uyuni hinter uns
und fahre anstatt durch eine Salzwüste durch eine Steinwüste, wo bis auf ein
paar karge Büsche praktisch nichts zu wachsen scheint; und doch befinden sich an
einigen Stellen Grundstücke welche sie landwirtschaftlich nutzen. Nach ca. einer
Stunde legen wir in San Juan eine kurze Pause ein; hier gibt es ausser ein paar
Lamas jedoch nichts zu sehen aber es tut gut sich ein bisschen die Beine
vertreten zu können.
Auf unser weiterfahrt kommen wir wieder langsam in die Bergewelt; na ja,
zumindest fahren wir in Kameradistanz an ihnen vorbei und so können wir unsere
ersten Photos vom Volcano Ollague machen. Die Landschaft wechselt
abwechslungsweise von Steinwüste zu Sandwüste zu Steinwüste, manchmal mit etwas
Grün, aber meistens ganz ohne. Nach etwa einer weiteren Stunde Jeepfahrt
erreichen wir den Mirador des Volcanos Ollague. Der Vulkan ist immer noch aktiv
und entsprechend steigt von seinem Gipfel auch Rauch auf. Wir befinden uns in
einer bizarren Felslandschaft wo wir uns wider ein bisschen die Beine vertreten
und die
Landschaft und den Vulkan geniessen können; nach ein paar Photos geht es dann
aber auch bereits wieder weiter.
Es wird ein bisschen hügeliger und als wir auf einem kleinen Hügel um die Ecke
biegen bietet sich uns ein wunderbares Bild: Inmitten der Sand- und Steinöde
liegt die wunderschöne, weisse (Salz) Laguna Cañapa. Da wir hier auch
Mittagessen werden haben wir genügend Zeit, ein bisschen herumzuwandern, die
Flamingos und andere Vögel zu beobachten und natürlich auch zu Photographieren.
Zusammen mit den Bergen im Hintergrund, welche sich zum Teil auch noch im Wasser
spiegeln, bekommen wir hier eine fantastische Landschaft zu sehen.
Nach dem Mittagessen (Gurken- und Tomatensalat mit Ton, Reis und Brot) verlassen
wir die Lagune nur um nach dem nächsten Hügel auf die Laguna Hedionda zu
stossen. Diese kann mit der Laguna Cañapa nicht ganz mithalten, ist aber immer
noch wunderschön anzuschauen. Sie liegt langgezogen im Tal drin und
beherbergt auch dutzende von Flamingos. Wir machen auch hier eine kleine Pause,
wandern der Lagune entlang und werden dann vom Fahrer für die Weiterfahrt wieder
aufgeladen. Alles in allem kommen wir noch bei drei weiteren Lagunen vorbei, welche
alle ein bisschen kleiner als die vorangegangen und jeweils nicht mehr ganz so spektakulär
sind. In diesem trockene Landschaftsteil befindet sich überraschenderweise
praktisch hinter jedem Hügel eine kleine Lagune. Wie diese Lagunen entstanden
sind und woher das Wasser kommt (wir befinden uns hier praktisch in einer
Wüstenlandschaft und die Berge haben keinen Schnee) können wir leider nicht
sagen, da unser angebliche Englisch sprechende Fahrer/Koch/Guide nur Spanisch
spricht und seine Guide-Funktion darin besteht uns mitzuteilen, dass wir jetzt
bei der Laguna Cañapa, Laguna .... angekommen sind; was wir ja eigentlich auch im Programm
nachlesen können.
Wir verlassen die Laguna Region und befinden uns schon bald wieder in der Wüste,
in der Wüste Siloli. Hier halten wir bei einer horizontal-wellenförmigen
Felsformation wo die mit den Hasen verwandten 'Biscochas' zu Hause sind.
Gespannt steigen wir aus und sind begeistert, als wir kurz darauf das erste
dieser kurligen Tierchen zu Gesicht bekommen. Die Begeisterung legt sich dann
wieder ein bisschen als wir feststellen, dass diese von den Touristen gefüttert
werden und wir sie wohl nur deswegen zu Gesicht bekommen. Die Tiere sehen
irgendwie aus wie eine Mischung aus Känguru, Hase und Hamster: Sie haben
grundsätzlich einen Hasenkörper, aber eine langen Schwanz, dicke Backen und benutzen zum Essen die
Vorderpfoten. In der Siloli Wüste besuchen wir auch den Arbol de Piedra, den
Steinbaum. Ein inmitten von Nichts stehender Felsen, welcher durch die Erosion
die Form eines versteinerten Baumes angenommen hat. Zusammen mit der Wüste und
der entfernten Bergkette ergibt dies einen fantastischen Anblick. Leider fängt
es jetzt gegen den späteren Nachmittag wie üblich wieder ziemlich stark an zu
Winden, was es ein bisschen unangenehm macht, aber in der Zwischenzeit haben wir
uns ja schon fast etwas daran gewöhnt.
Zum Abschluss des heutigen Tages besuchen wir noch die Laguna Colorada, oder
auch Rote Lagune. Dies ist die grösste und schönste der Lagunen und verdankt
ihren Namen dem roten Wasser. Wir vermuten, dass das Wasser aufgrund von Algen
oder Mineralien diese Farbe hat, was uns jedoch wieder niemand bestätigen kann.
Inmitten der Lagune befinden sich komischerweise auch 'Eisberge' bzw. Salzberge
welche aussehen wie Eisberge und auch zahlreiche Flamingos treffen wir hier an.
Vom Ufer her strömen zahlreiche kleine, warme Bäche in die Lagune und lassen am
Rande für die Lamas ein paar Grashalme spriessen. Wir werden vom Fahrer
ausgeladen und können der Lagune entlang wandern; leider ist es aufgrund des
Windes nicht mehr so angenehm warm. Der Fahrer wartet weiter vorne auf uns und
nach dem wir uns alle satt gesehen haben fahren wir zu unserer heutigen
Unterkunft.
Die Unterkunft ist ein einfacher, lang gezogener Lehmbau in welchem es wieder
diverse Massenschläge von 6 - 8 Betten hat. Die 'Betten' sind schon voll
ausgeleiert und sehen mehr aus wie Hängematten, sind aber immerhin noch ein
bisschen bequemer als der Boden. Hier vertreiben wir uns die Zeit bis zum
Nachtessen ein bisschen mit Kartenspielen und Lesen. Nach den Spaghettis
bleiben wir noch ein bisschen in unserem 'Wintergarten' sitzen und plaudern bis
wir uns dann relativ bald einmal aufs Ohr hauen, denn schliesslich müssen wir ja
morgen früh raus. Wir haben uns gemeinsam entschlossen die Geysire bei Sonnenaufgang
zu besuchen und erst später zu Frühstücken. Konkret heisst dies Abfahrt um
05:00 Uhr.
Tag 217 (210), 30. Dezember 2004 / Salar de Uyuni - San
Pedro de Atacam (Chile)
Um 04:30 Uhr geht der Wecker ab. Die Zeit reicht gerade für Toilette und
Packen und dann sind wir auch bereits unterwegs. Gemäss Fahrer sind es
ca. 45 Minuten Fahrt bis zu den Geysiren und der Sonnenaufgang ist zwischen
06:00 Uhr und 06:10 Uhr. Es ist bitterkalt und natürlich funktioniert die
Heizung im Auto nicht. Auf den Steinen der Wüste hat sich über die Nacht sogar Frost
gebildet. Es wird immer heller und wir können auch schon die ersten Dampfwolken
der Geysire sehen, als wir plötzlich rechts ran fahren und anhalten: Wir haben links vorne
einen Platten! Super! Glücklicherweise geht der Radwechsel ziemlich schnell über
die Bühne, aber gleichwohl kraxeln bereits die ersten Sonnenstrahlen den
Horizont entlang.
Wir drücken mächtig aufs Gas und erreichen die Sol de Mañana gerade noch
rechtzeitig; sie befinden sich in einer kleinen Mulde und so dauert es
glücklicherweise ein paar Minuten länger bis diese von den Sonnenstrahlen
erreicht werden. Die Zeit reicht gerade noch um sich vorher einen Überblick zu verschaffen
bis
die ersten Sonnenstrahlen über die Kuppe streichen und zusammen mit dem Dampf,
den Schlammlöcher und der Steinlandschaft ein gewaltiges Bild abgeben. Wir haben
wahnsinniges Glück, denn kaum ist die Sonne erschienen verschwindet sie auch
gleich wieder hinter einem dicken Wolkenband. Da die Quellen ca. 180° C warm
sind lässt es sich auch bei den doch relativ tiefen Temperaturen recht gut aushalten. Wir wandern zwischen den diversen
Schlammlöcher und Geysiren herum und bestaunen das Schauspiel welches uns hier
geboten wird. Es ist unglaublich, dass hier absolut nichts abgesperrt ist und so
können wir wirklich bis an den äussersten Rand der Geysire herantreten; in
Nordamerika wäre wohl die ganze Gegend eingezäunt und man könnte das Ganze nur
aus einer sicheren Entfernung bewundern.
Nach einer kurzen Fahrt kommen wir bei der Laguna Blanca vorbei, von welcher wir
zum ersten Mal den Volcano Licancabur sehen können. Bis auf die Hotsprings gibt
es hier jedoch nicht all zu viel zu besichtigen. Da die Hotsprings ziemlich
'übervölkert' sind geht Mano in der wärmenden Morgensonne ein bisschen spazieren
während Heidi sich entschliesst zusammen mit Greti zumindest die Füsse ein bisschen zu baden. Nach
dem die Füsse sauber sind geht es nur ein paar Minuten weiter bis zur Laguna
Verde, wo sich uns ein ganz anderes Schauspiel bietet. Diese Lagune befindet
sich am Fusse des Volcanos und entsprechend bieten sich uns hier fantastisches
Photomaterial an. Zusätzlich befindet sich die Spitze des Vulkanes noch in einer
Wolkendecke, was der ganzen Sache noch ein bisschen mehr Farbe verleiht. Durch
den Wind soll diese Lagune anscheinend die Farbe wechseln, was wir aufgrund von
Windstille leider nicht zu sehen bekommen, aber zumindest haben wir so den
Vorteil, dass sich die Landschaft in der Lagune spiegelt und das ist ja auch
nicht ganz ohne.
Von der Lagune aus sind es noch ein paar Minuten Autofahrt bis nach Calma, wo
unsere Tour zu ende geht. Hier gibt es endlich Frühstück und danach
verabschieden wir uns von unserem Fahrer und sind um 10:30 Uhr per Bus, welcher
uns nach San Pedro de Atacama bringt, unterwegs zur Chilenischen Grenze. Um
10:50 Uhr verlassen wir Bolivien und befinden uns entsprechend um 11:50 auf der
Chilenischen Strasse nach San Pedro de Atacama.