Die wichtigsten Städte
Hinsichtlich der städtischen Struktur kann Australien als Land der Vorstädte bezeichnet werden. Die Städte sind großräumig angelegt, und etwa 60 Prozent der australischen Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten der sechs Staatshauptstädte und in Canberra. Sydney (3,99 Millionen Einwohner) ist die älteste und größte Stadt Australiens. Sie ist nicht nur das bedeutendste Finanz- und Handelszentrum des Kontinents, sondern besitzt auch einen der wichtigsten Häfen. Außerdem umfasst Sydney eines der größten Vorortgebiete der Welt und übertrifft Peking größenmäßig um das Doppelte, Rom sogar um das Sechsfache. Weitere bedeutende Städte sind: Melbourne (3,37 Millionen Einwohner), Brisbane (1,57 Millionen Einwohner), Perth (1,34 Millionen Einwohner) und Adelaide (1,09 Millionen Einwohner). Canberra, die Hauptstadt Australiens, hat etwa 308 100 Einwohner (1998).
New South Wales
Bundesstaat
im Südosten Australiens, im Norden begrenzt durch Queensland, im Süden durch
Victoria und im Westen durch South Australia. Im Osten grenzt die Tasmansee an
New South Wales, das einschließlich der Lord-Howe-Inseln eine Fläche von 801 600
Quadratkilometern bedeckt.
Parallel zur Küste verläuft das Great Dividing Range, das nahe der Grenze zu
Victoria am Mount Kosciusko mit 2 228 Metern die größte Höhe erreicht. Die
wichtigsten Flüsse sind Murray, Darling und Murrumbidgee. Hauptstadt und größte
Stadt des Bundesstaates ist Sydney. Weitere bedeutende
Städte sind Newcastle, Wagga Wagga und Wollongong. Die Einwohnerzahl beträgt
etwa 6,46 Millionen (2000).
Der Bergbau stellt für die Region einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche dar.
Abgebaut werden neben Gold, Silber, Kohle und Cobalt auch Kupfer-, Zinn-, Blei-
und Zinkerze. Gold wurde erstmals 1851 nahe Bathurst entdeckt. Heute finden sich
bedeutende Vorkommen in der Nähe von Bathurst, Lachlan, Mudgee, Peel und Uralla.
Silber und Bleierze werden vorwiegend in Broken Hill abgebaut. Die größten
Kohlevorkommen gibt es in der Region um Sydney.
Wirtschaftliche Bedeutung hat aber auch die Landwirtschaft: das Farmenland
umfasst etwa zwei Drittel von New South Wales. Zu den wichtigsten
landwirtschaftlichen Produkten zählen Weizen, Mais, Gerste, Hafer, Kartoffeln
und Tabak. In Bewässerungsgebieten werden zudem Zitrusfrüchte und Reis geerntet.
Das Hunter Valley ist eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Australiens. In den
Trockengebieten im Westen des Bundeslandes werden vor allem Schafe gezüchtet.
Die wichtigsten industriellen Produktionsgüter sind Eisen und Stahl, Textilien,
elektrische Geräte, Automobile, Möbel und chemische Produkte.
Die Regierungsgewalt liegt nominell bei einem Gouverneur, der von der britischen
Königin ernannt wird. Tatsächlich wird New South Wales von einem Premierminister
und dessen Kabinett regiert. Gesetzgebende Gewalt hat das Parlament mit seinen
beiden Kammern, dem Legislative Council, der aus 45 Mitgliedern besteht, und dem
Legislative Assembly mit 109 Mitgliedern.
New South Wales, die älteste britische Kolonie in Australien, wurde 1770 von
James Cook entdeckt. 1788 wurde in Port Jackson eine Strafkolonie eingerichtet.
1901 wurde New South Wales ein Bundesstaat des Australischen Bundes.
Ende Dezember 2001 sowie Anfang Dezember 2002 ereigneten sich in New South Wales
verheerende Buschbrände, bei denen jeweils mehrere hunderttausend Hektar Land
verwüstet wurden. Bei den Großbränden 2001 brannte der südlich von
Sydney gelegene Royal National Park völlig aus. Im Sommer
2002 litten weite Teile des Bundesstaates unter der schwersten Dürre seit
Jahrzehnten.
Queensland
Queensland,
Bundesland im Nordosten von Australien, das im Norden an den Carpentariagolf, im
Osten an das Große Barrierriff, im Süden an
New South Wales, im Südwesten an South Australia und im Westen an das Northern
Territory grenzt.
Brisbane, die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland,
ist ein wichtiger Hafen an der australischen Ostküste.Photo Researchers,
Inc./Joyce Photographics
Queensland ist nach dem Northern Territory das zweitgrößte Verwaltungsgebiet und
nimmt eine Fläche von etwa 1 727 200 Quadratkilometern ein, was 22,5 Prozent der
gesamten Landfläche Australiens entspricht. Es hat eine Küstenlinie von 7 400
Kilometer Länge. Vor der Küste verläuft das Große
Barrierriff von Rockhampton bis zur Kap-York-Halbinsel. Die Hauptstadt von
Queensland ist Brisbane.
Queensland wird vom Wendekreis des Steinbocks in etwa zwei Hälften geteilt und
besitzt die größte bewohnbare Fläche aller Bundesländer Australiens. 90 Prozent
von Queensland erhalten mindestens 200 Millimeter Jahresniederschlag. Die Great
Dividing Range, die das Bundesland der Länge nach durchzieht, beherrscht die
östliche Küstenregion von Queensland. Dieses ausladende System von Gebirgszügen
teilt Queensland in mehrere scharf umrissene Regionen: das östliche Hochland,
die westlichen Ebenen, die nordwestlichen Mittelgebirge und die Küstenebenen,
Inseln und Riffe. Die gesamte, gut mit Wasser versorgte Ostküste ist bekannt für
schöne Strände und ausgezeichnetes Ackerland. Ihr bemerkenswertestes
Kennzeichen, die außergewöhnliche Kette von Korallenriffen des
Großen Barrierriffes, erstreckt sich über eine
Länge von 2 010 Kilometern.
Am Nordende der Great Dividing Range befindet sich in der Bellenden Ker Range
der höchste Punkt Queenslands mit 1 611 Metern. Eine weitere bedeutende Stelle
in dem Gebirgssystem ist das Atherton Plateau am Nordende der Darling Downs im
Süden. Westlich des Great Dividing Range liegt eine Region welligen Graslandes,
das in der westlichen Hälfte des Bundeslandes von einer riesigen halb trockenen
Ebene abgelöst wird.
Seinem ganzjährig warmen und sonnigen Klima verdankt Queensland den Spitznamen
Sunshine State. Der Norden hat ein tropisch-wechselfeuchtes Klima mit
Niederschlagsmengen bis 4 400 Millimeter, die hauptsächlich durch die
Sommerregen des Südostpassats verursacht werden. Der Süden ist durch
trockeneres, subtropisches Klima geprägt.
Queensland besitzt eines der größten Bauxitvorkommen der Welt und große Vorräte
an Kohle, Gold, Kupfer, Silber, Blei und Zink.
Queenslands Hauptstadt Brisbane ist Australiens
drittgrößte Stadt (etwa 1,4 Millionen Einwohner). Anders als in den meisten
anderen australischen Hauptstädten leben in den Grenzen von
Brisbane nur 45 Prozent der Gesamtbevölkerung des Bundeslandes (zum
Vergleich: in New South Wales leben 63 Prozent in Sydney,
in Victoria 70 Prozent in Melbourne). Außerdem ist sie
die ethnisch homogenste Stadt. 80 Prozent ihrer Einwohner sind gebürtige
Australier.
In Queensland gibt es eine größere Anzahl wichtiger kleinerer und größerer
Provinzstädte. Hierzu gehören: das Fremdenverkehrszentrum Gold Coast
(Einwohnerzahl etwa 230 000), die Hafenstadt Townsville, der Urlaubsort
Toowoomba, Rockhampton und Cairns.
South Australia
Bundesstaat
im Süden von Australien, grenzt im Osten an Victoria und New South Wales, im
Nordosten an Queensland, im Norden an das Northern Territory, im Westen an
Western Australia und im Süden an die Große Australische Bucht des Indischen
Ozeans. South Australia hat eine Fläche von 984 377 Quadratkilometern, was etwa
13 Prozent der Landesfläche entspricht. Zum Gebiet des Staates gehört auch die
Känguruh-Insel. Die Hauptstadt von South Australia ist
Adelaide
South Australia ist überwiegend Tiefland. Etwa die Hälfte des Staates liegt
weniger als 150 Meter über dem Meeresspiegel. South Australia ist allgemein als
„der trockenste Staat auf dem trockensten Kontinent” bekannt. Etwa zwei Drittel
des Gebiets werden von Wüsten eingenommen. Im westlichen Teil erstreckt sich die
Große Victoriawüste. Sie geht nach Süden in die Nullarborebene über, die sich
entlang der Großen Australischen Bucht bis nach Western Australia hinein
ausbreitet. Nach Norden wird die Große Victoriawüste von den bis 1 440 Meter
hohen Musgrave Ranges begrenzt.
Im Südosten erheben sich die Mount Lofty Ranges und die Flinders Ranges von Port
Pirie aus nach Norden. Östlich von diesen Bergketten im Südosten des Staates
liegt das Gebiet der fruchtbaren Ebenen, die vom Unterlauf des Murray bewässert
werden. Die stark durch Buchten gegliederte Küste von South Australia ist 3 700
Kilometer lang. Die Gebirge sind häufig von mit Salzseen eingenommenen Senken
umgeben (z. B. Eyreseebecken im Nordosten).
Die Sommer sind heiß und trocken. Die zum Teil spärlichen Niederschläge fallen
überwiegend im Winter (Juni bis September). Nur in den höheren Lagen der
Bergketten werden 250 Millimeter Jahresniederschlag überschritten.
Tasmanien
Bundesstaat
im Südosten Australiens, umfasst die Insel Tasmanien, die vom australischen
Festland durch die etwa 240 Kilometer breite Bass-Straße getrennt ist sowie
einige kleine Nebeninseln. Tasmanien liegt zwischen Indischem Ozean im Westen
und Tasmansee im Osten und hat eine Gesamtfläche von 68 331 Quadratkilometern.
Dies entspricht weniger als einem Prozent der Gesamtfläche Australiens. Die
Hauptstadt von Tasmanien ist Hobart.
Tasmanien war bis vor etwa 11 000 Jahren Teil des australischen Kontinents. Zu
dieser Zeit entstand durch den Anstieg des Meeresspiegels die flache
Bass-Straße. Tasmanien ist überwiegend gebirgig; geologisch gehört es zur Great
Dividing Range. Höchster Berg ist der 1 617 Meter hohe Mount Ossa, der sich im
Inselinneren aus dem Zentralplateau erhebt. Ausgedehntes Tiefland gibt es nur in
den Küstenregionen. Die Küstenlänge beträgt insgesamt etwa 3 200 Kilometer.
Tasmanien erhält Niederschläge zu allen Jahreszeiten, wobei die den
vorherrschenden Westwinden zugewandten Gebiete besonders feucht sind. Die
Jahreswerte liegen zwischen 800 Millimetern im Osten und 2 400 Millimetern im
Westen. Dementsprechend gedeiht im Westen Regenwald, während im Osten
Eukalyptuswälder dominieren. Über ein Fünftel der Landesfläche wurde zu
Nationalparks erklärt. Der größte Park, der South West National Park, wurde von
der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt.
Victoria
Bundesland
im Südosten Australiens, das im Norden an New South Wales, im Osten und Süden an
die Tasmansee und die Bass-Straße sowie im Westen an South Australia grenzt.
Victoria, das einst als The Cabbage Garden (Der Kohlgarten) bekannt war und sich
heute selbst als The Garden State (Der Gartenstaat) bezeichnet, ist das kleinste
der festländischen Bundesländer Australiens. Es nimmt eine Fläche von 227 600
Quadratkilometern ein und liegt am Kopfende der Port Phillip Bay. Die Hauptstadt
von Victoria ist Melbourne.
Der Great Dividing Range, der sich von Osten nach Westen quer durch das
Bundesland zieht, trennt die Ebene des Murray-Beckens im Norden von den
Küstenebenen und welligen Hügeln im Süden. Im Westen sind die Berge niedriger.
Im Osten erheben sie sich zu den Australischen Alpen. Der höchste Gipfel in den
Australischen Alpen in Victoria ist Mount Bogong (1 984 Meter). Mount Buffalo,
an dem eines der Skigebiete in den Australischen Alpen liegt, ist 1 721 Meter
hoch. Der Süden Victorias, südlich der Great Dividing Range, genießt ein
gemäßigtes Klima mit zuverlässigen Niederschlägen. Nördliche und westliche Teile
sind im Sommer gewöhnlich trocken und heiß, wodurch sie sehr anfällig für Dürren
und Buschbrände sind.
Die Küste Victorias ist etwa 1 200 Kilometer lang und wird von zerklüfteten
Hügelketten, Bergvorsprüngen aus Granit und Buchten gesäumt. Zwei bekannte
Buchten sind die Westernport Bay und die Port Phillip Bay, an der
Melbourne liegt. Etwas westlich von Port Phillip sind
über 80 erloschene Vulkane zu finden. Einige der Ebenen kennzeichnen
Basaltströme. Das Gebiet, das sich nördlich und östlich der Westernport Bay,
über die Grenze nach New South Wales hinaus, erstreckt, ist als Gippsland
(ursprünglich Caledonia Australis) bekannt und das eigentümlichste Gebiet des
Bundeslandes. Weitere bedeutende Regionen sind der Western District und im
Norden das Murraytal, Mallee und Wimmera.
Die Gebirge und Gletscherablagerungen von Victoria sind reich an Mineralen.
Nachdem hier 1851 Gold gefunden worden war, stellte Victoria etwa zwei Drittel
des Gesamtangebots Australiens. In den vergangenen Jahren ist die
wirtschaftliche Bedeutung der Goldproduktion zurückgegangen. Lignit
(Braunkohle), Erdöl und Erdgasvorkommen vor der Küste haben an Wichtigkeit
zugenommen. Einige der größten Braunkohlelagerstätten der Welt liegen in
Gippsland. Weitere wirtschaftlich genutzte Minerale sind Gips, Bauxit und Tone.
Mit einer Einwohnerzahl von über drei Millionen und einer Fläche von mehr als 6
000 Quadratkilometern ist Melbourne eine der größten
Städte der Welt und eine der multikulturellsten Australiens: 37 Prozent der
italienischen Bevölkerung, 19,5 Prozent der libanesischen und etwa ein Drittel
der vietnamesischen Bevölkerung leben in Melbourne. Der
Aborigines-Anteil an der Gesamtbevölkerung der Stadt liegt lediglich bei 0,2
Prozent.
Provinzzentren Victorias sind Geelong, das sich etwa 60 Kilometer südwestlich
von Melbourne befindet und die zweitgrößte Stadt des
Bundeslandes ist (Einwohnerzahl etwa 150 000), Ballerat, Bendigo, Mildura und
Shepparton.
Western Australia
Western
Australia, Bundesstaat im Westen Australiens. Er grenzt im Norden an die
Timorsee, im Westen an den Indischen Ozean, im Süden an den Indischen Ozean und
an die Große Australische Bucht, und im Osten an die Bundesstaaten South
Australia und Northern Territory. Western Australia ist mit einer Ausdehnung von
2 525 500 Quadratkilometern der größte australische Bundesstaat. Er bedeckt fast
ein Drittel der gesamten Kontinentfläche. Hauptstadt ist Perth.
Der höchste Punkt des Staates ist der Mount Meharry (1 244 Meter) in der
Hamersleykette. Weitere Gebirge sind die Carnavonkette und die Stirlingkette.
Weite Teile des Bundesstaates werden von Tafelland eingenommen, das 300 bis 600
Meter über dem Meeresspiegel liegt. Zwischen diesem Plateau und dem Meer
erstrecken sich breite Küstenebenen. Die Küstenlänge beträgt etwa 12 500
Kilometer. Mit Ausnahme der fruchtbaren Küstenregion im Südwesten ist der
Großteil des Landes sandig, trocken und weist nur geringe Vegetation auf. Das
Klima hat im Norden tropischen Charakter, während es im Südwesten gemäßigt ist.
Die Wüstengegenden im Landesinneren sind durch extreme Temperaturwerte und sehr
geringe Niederschläge gekennzeichnet.
Größte Stadt und zugleich Hauptstadt ist Perth, eine der
Metropolen in Australien. Fremantle besitzt den größten Hafen. Weitere
Siedlungen sind Bunbury, Geraldton, Albany und Esperance. Kalgoorlie liegt im
Landesinneren und bildet den Mittelpunkt einer größeren Bergbauregion. Eine
Pipeline leitet Wasser aus dem Mundaring-Wehr bei Perth in
die Stadt.
Australian Capital Territory
ACT, Bundesgebiet im Südosten Australiens, das eine
Enklave im Bundesstaat New South Wales umfasst. Die australische Regierung
erwarb das ACT formell am 1. Januar 1911 – ein Gebiet von etwa 2 400
Quadratkilometern einschließlich der Jervis Bay an der Küste, die dem ACT aus
Verwaltungsgründen zugeordnet wurde. Die einzige Stadt im Gebiet ist
Canberra, Bundeshauptstadt und Sitz der australischen
Bundesregierung.
Ein erbitterter Streit zwischen Melbourne und
Sydney bei der Staatsgründung (1901), welche Stadt
Hauptstadt des neuen Staates werden solle, wurde gelöst, indem man keinen der
beiden Kontrahenten berücksichtigte. Nach dem Kompromiss musste der Bundesstaat
New South Wales eine Landfläche mindestens 160 Kilometer von
Sydney entfernt für den Standort einer neuen Bundeshauptstadt abtreten.
Weitere 72,5 Quadratkilometer der Küste von New South Wales an der Jervis Bay
kamen für einen vorgesehenen, jedoch nie erbauten Bundeshafen hinzu. Einen
internationalen Architekturwettbewerb für die geplante Stadt gewann der
US-amerikanische Architekt Walter Burley Griffin aus Chicago.
Canberra entstand um den künstlichen Lake Burley
Griffin. Jenseits der breiten Boulevards stehen elegante, moderne Bauten wie die
Australische Nationalgalerie, die Nationalbibliothek, zahlreiche Botschaften,
der Oberste Gerichtshof und das architektonisch kühne Parlamentsgebäude.
Das ACT hat etwa 311 000 Einwohner, davon die überwältigende Mehrheit in
Canberra (etwa 308 000). Die große Mehrheit der
Arbeitsplätze Canberras stellt der öffentliche Dienst.
Die Fläche jenseits der Stadtgrenzen dient vor allem dem Waldbau und
Naturschutz, einschließlich der 105 000 Hektar des Namadgi Nationalpark. Die
Landwirtschaft besteht überwiegend aus Weidewirtschaft. Die ACT-Einwohner hatten
stets gegen eine Selbstverwaltung votiert, die ihnen jedoch 1988 von der
Bundesregierung in Gestalt einer gesetzgebenden Versammlung mit 17 Abgeordneten
auferlegt wurde. Sie trägt als Distriktregierung und als Stadtverwaltung
Verantwortung. Das Territorium untersteht seit dem 11. Mai 1989 einer eigenen
Regierung. Es wird auf Bundesebene von zwei Abgeordneten im Repräsentantenhaus
und von zwei Senatoren vertreten.
Das Gebiet des heutigen ACT wurde von Europäern erstmals 1820 aufgesucht, war
jedoch seit Jahrtausenden von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines,
bewohnt. Die Besiedlung durch Weiße begann 1824. Bis zu seiner Bestimmung als
Sitz der Bundesregierung war das Gebiet vorrangig Agrarland. Während des
trockensten Sommers seit mehr als 100 Jahren ereigneten sich im Einzugsbereich
der Hauptstadt verheerende Buschbrände, bei denen in Vororten
Canberras mehrere hundert Häuser zerstört wurden.
Northern Territory
Bundesgebiet
im Norden Australiens, im Nordwesten an die Timorsee, im Norden und Nordosten an
die Arafurasee und den Carpentariagolf, im Osten an Queensland, im Westen an
Western Australia und im Süden an South Australia angrenzend.
Das Northern Territory ist nach Westaustralien und Queensland das drittgrößte
Bundesland Australiens. Seine Fläche von 1 346 200 Quadratkilometern entspricht
17,5 Prozent der Gesamtfläche Australiens. Die Küste des Northern Territory ist
6 200 Kilometer lang. Zum Gebiet des Northern Territory gehören auch die
benachbarten Inseln zwischen dem 129. und dem 138. Grad östlicher Länge. Die
Hauptstadt Darwin liegt an der nordwestlichen Küste.
Das Northern Territory besteht aus ausgedehnten Flachländern, lediglich im
südlichen Landesteil gibt es einige Inselberge und Inselgebirge. Die MacDonnell
Ranges erreichen im Mount Ziel eine Höhe von 1 510 Metern. Das Arnhemland, das
Golfgebiet und die Inseln vor der stark gegliederten Küste sowie das nördliche
Barklytafelland bilden das nördliche Tiefland im Küstenbereich. Zum trockenen
Zentrum gehören der größte Teil des Barklytafellandes, die zentralen Bergketten
und die Tanamiwüste. Es umfasst auch große Gebiete guten Weidelandes. Der Mount
Olga, der Ayers Rock (auch Uluru), die MacDonnell Ranges und Teile der
Simpsonwüste liegen im trockenen, überwiegend sandigen Süden.
Das Klima im Northern Territory unterliegt enormen Schwankungen. An der Küste
ist es tropisch mit Monsunregen. An manchen Orten fallen jährlich über 1 600
Millimeter Niederschlag. Das Landesinnere wird mit zunehmender Entfernung von
der Küste trockener. Die Niederschlagsmenge liegt hier jährlich bei
durchschnittlich 254 Millimetern. Die Regenzeit dauert von November bis April.
Die Hauptstadt Darwin (etwa 80 000 Einwohner), gleichzeitig der größte Hafen des
Bundeslandes, und Alice Springs (etwa 26 000 Einwohner) sind die wichtigsten
Städte. Darwin ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Australiens. Sie
musste schon mehrmals wiederaufgebaut werden, da tropische Wirbelstürme sie
fünfmal schwer beschädigt bzw. vollständig zerstört haben (1878, 1882, 1897,
1937 und 1974). Die durch den jüngsten Wirbelsturm Tracy verursachten
Zerstörungen waren der Anlass für die vollständige Renovierung und
Modernisierung der Stadt. Weitere wichtige Zentren sind die Bergbaustädte
Tennant Creek und Nhulunbuy, Palmerston, eine Trabantenstadt von Darwin, Yulara,
der Urlaubsort am Uluru Nationalpark, sowie Katherine.
Perth (Australien), Stadt in Australien, Hauptstadt von
Western Australia, am Swan River. Die Stadt ist wichtiger Eisenbahnknotenpunkt
und bildet zusammen mit ihren Nachbarorten das Handels-, Industrie- und
Kulturzentrum des Bundeslandes. Metallerzeugnisse, raffiniertes Erdöl,
Nahrungsmittel, Gummiprodukte und Baumaterialien werden hier hergestellt.
Von September bis November, während des australischen Frühlings, blühen im
botanischen Garten der Stadt (King’s Park) tausende verschiedene Arten von
Wildblumen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kunstgalerie mit einer Sammlung
europäischer und australischer Werke, das Western Australian Museum mit
naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Ausstellungsstücken sowie eine
anglikanische und eine römisch-katholische Kathedrale. Höhere Bildungsinstitute
des Bezirks Perth sind u. a. die University of Western Australia (1911), die
Murdoch University (1973), die Curtin University of Technology (1987) und die
Edith Cowan University (1991).
Perth wurde in den späten zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts gegründet und
erhielt 1856 Stadtrecht. Der Name ist von der schottischen Grafschaft Perthshire
abgeleitet. Die Entdeckung von Goldvorkommen um Kalgoorlie im Zentrum Western
Australias (1890), der Bau von Hafenanlagen im nahen Fremantle(um 1900) und die
Fertigstellung einer transkontinentalen Eisenbahnlinie (1917) steigerten das
Wachstum und den Wohlstand der Stadt. Die Einwohnerzahl des gesamten
Großstadtgebiets beträgt etwa 1,34 Millionen (1998).
Hafenstadt im Südosten von Australien, Hauptstadt des
Bundesstaates New South Wales.
Sydney ist die größte Stadt von Australien und liegt an der Südküste des Port
Jackson Bay, einem Seitenarm des Pazifischen Ozeans. Die Stadt und ihre Vororte
erstrecken sich auf einer Fläche von 12 406 Quadratkilometern. Die Region der
Metropole reicht vom Hawkesbury River im Norden bis jenseits der Botany Bucht im
Süden und von den Blue Mountains im Westen bis zum Pazifischen Ozean im Osten.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 3,99 Millionen. Der größte Teil der Bevölkerung
ist britischer oder irischer Abstammung. Viele Einwohner sind aber auch
asiatischen, griechischen oder italienischen Ursprungs.
Sydney ist eines von Australiens Industrie-, Handels-, Finanz- und
Transportzentren. Mehrere der größten Unternehmen des Landes haben hier ihren
Hauptsitz, wie etwa die News Corporation, die im Besitz des australischen
Medienmagnaten Rupert Murdoch ist, oder die Westpac Banking Corporation. Die
Börse von Sydney ist die größte Australiens. Industriell hergestellt werden u.
a. Metallwaren, Maschinen, Kleidung, Fertignahrungsmittel, elektronische Geräte,
Automobile und Erdölprodukte. Der Hafen, der sich entlang Port Jackson
erstreckt, besitzt moderne Anlagen für Containerschiffe. Der größte Teil des
australischen Außenhandels wird über Sydney abgewickelt. Dazu gehören Weizen,
Wolle und Fleisch als bedeutendste Exportprodukte. Der Flughafen Kingsford Smith
ist eine Drehscheibe für den internationalen Luftverkehr. Zur Bewältigung des
kontinuierlich steigenden Passagieraufkommens am Flughafen Kingsford Smith
genehmigte die australische Regierung 1991 den Bau einer dritten Startbahn. Auch
im Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr ist Sydney ein überregional
bedeutender Verkehrsknotenpunkt.
Die Stadt besitzt ausgedehnte Parkanlagen sowie Sandstrände wie Bondi Beach am
Pazifischen Ozean. Port Jackson wird von der Sydney Harbour Bridge überspannt;
die 1932 eröffnete Brücke hat eine Spannweite von 503 Metern. Im Zentrum der
Stadt befinden sich zahlreiche Wolkenkratzer. Das höchste Gebäude ist der
Australia Square Tower (172 Meter). Darüber hinaus sind noch zahlreiche im 19.
Jahrhundert im viktorianischen Stil errichtete Bauten erhalten.
Hauptstadt von Australien, im Südosten des Landes, im
Australian Capital Territory gelegen.
Canberra ist eine moderne, sich rasch ausdehnende Stadt am Fluss Molonglo, einem
Nebenfluss des Murrumbidgee, in einer vorwiegend landwirtschaftlich geprägten
Region. Sie wurde an dem künstlich angelegten See Lake Burley Griffin gebaut und
ist das wirtschaftliche Zentrum für die nahe gelegenen Gemeinden Woden-Weston
Creek, Belconnen und Queanbeyan. Die Mehrzahl der Beschäftigten in Canberra sind
Regierungsangestellte. Der Fremdenverkehr und einige Branchen der
Konsumgüterindustrie gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung.
Sehenswürdigkeiten in Canberra sind das neue Parlamentsgebäude (1988 eröffnet),
die Kirche Saint John the Baptist (1840) und der Springbrunnen im Gedenken an
Kapitän Cook im Lake Burley Griffin. Sehenswert sind weiterhin die
Nationalbibliothek (1968) und die Australian National Gallery (1982). Wichtige
Ausbildungsstätten in und um Canberra sind u. a. die Australian National
University (1946), die Canberra School of Music (1965) und die Universität
Canberra (1990). Canberra ist Sitz der wissenschaftlichen Forschungsorganisation
Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization.
1824 wurde das Gebiet von Europäern besiedelt und 1908 als Standort der
australischen Hauptstadt ausgewählt. Nach einer internationalen Ausschreibung
beauftragte man den amerikanischen Architekten Walter Burley Griffin mit der
Gestaltung der neuen Stadt. 1913 wurde mit dem Bau begonnen, der jedoch durch
den 1. Weltkrieg unterbrochen wurde. Das Landesparlament zog schließlich 1927
von Melbourne, wo sich seit 1901 der provisorische
Regierungssitz befand, nach Canberra. Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die
Bevölkerung rasch an.
Im Januar 2003 ereigneten sich in der Region um die Stadt verheerende
Buschbrände. Bei den Verwüstungen in einigen Vororten wurden mehrere hundert
Häuser zerstört.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 308 000 (1998).
Hauptstadt des Bundesstaates Victoria, an der Port Phillip
Bay und der Mündung des Yarra River gelegen.
Die Stadt ist das wichtigste wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum
Victorias und hat in Australien nach Sydney das größte Stadtgebiet mit einer
Fläche von über 5 960 Quadratkilometern. Melbourne ist im Norden und Westen
umgeben von den Vorstädten Broadmeadows, Saint Albans, Essendon, Brunswick und
Eltham, östlich liegen Richmond, Nunawading und Dandenong und südlich befinden
sich Moorabin, Mordialloc, Chelsea, Cranbourne und Frankston. Zur Bevölkerung
der Stadt gehören zahlreiche italienische, griechische, chinesische,
vietnamesische, britische und irische Einwanderer. Melbourne ist außerdem ein
Zentrum der jüdischen Immigration.
Industrieprodukte aus dem Stadtgebiet von Melbourne sind u. a. Schiffe und
Erdölprodukte aus den Werften und Raffinerien an der Port Phillip Bay sowie
Metalle, Kraftfahrzeuge, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen,
Chemikalien, Druckerzeugnisse, Textilien, Kleidung, Papier und Nahrungsmittel.
Mit dem Hauptquartier des Stahl- und Bergbaukonzerns Broken Hill Proprietary
Company, Ltd. (BHP) beherbergt Melbourne das größte Industrieunternehmen
Australiens. Andere australische Firmen mit Sitz in Melbourne sind die National
Australian Bank und Pacific Dunlop, ein Unternehmen, das verschiedene
Konsumgüter herstellt und vermarktet. Die Stadt ist ein Eisenbahn- und
Verkehrsknotenpunkt. Sie verfügt außerdem über einen großen internationalen
Flughafen in Tullamarine.
Stadt im Osten von Australien, Hauptstadt des Bundeslandes
Queensland und Hochseehafen am Brisbane River in der Nähe der Moretonbai. Ein
Kanal macht die Stadt für Seeschiffe zugänglich. Die Hafeneinrichtungen verfügen
über Trockendocks und mehr als drei Kilometer lange Kais. Wolle ist die
Hauptexportware. Weitere Handelsgüter sind tiefgekühltes Fleisch, Leder, Zucker,
Milchprodukte, Mais und Kohle. Eisenbahnlinien verbinden die Stadt mit allen
wichtigen Zentren Australiens sowie mit der umliegenden Region, die in den
Bereichen der Landwirtschaft und des Bergbaues zu den produktivsten Regionen des
Landes gehört. Brisbane ist ein bedeutendes Zentrum der Lebensmittel
verarbeitenden Industrie, für Gerbereien, den Fahrzeugbau sowie für die
Herstellung von Kleidung, Zigaretten, Schuhen und Maschinen. Das Stadtbild ist
von breiten Straßen, zahlreichen Parks und vielen modernen Gebäuden geprägt. Zu
den bedeutendsten gehören das Parlamentsgebäude, die Stadthalle, das
Brisbane-Museum und die Gebäude der Universität von Queensland (gegründet 1910).
Brisbane war ursprünglich eine 1824 eingerichtete britische Strafkolonie. Sie
wurde nach dem britischen Verwalter, Soldat und Astronomen Thomas Brisbane
benannt, dem damaligen Gouverneur der angrenzenden Kolonie New South Wales.
Brisbane wurde 1842 für freie Siedler geöffnet und 1859 zur Hauptstadt der neu
geschaffenen Kolonie Queensland erhoben. Die Weltausstellung von 1988 fand in
Brisbane statt.
Hier ist das schnellste Bevölkerungswachstum von ganz Australien zu beobachten.
Zwischen 1940 und 1986 verdoppelte sich die Zahl der Einwohner. Die
Einwohnerzahl beträgt etwa 1,57 Millionen (1998).
Adelaide, Stadt im südlichen Australien, Hauptstadt und
größte Stadt des Staates South Australia.
Die Stadt liegt am Golf von Saint Vincent (einem Arm des Indischen Ozeans). Zu
den wichtigsten Produktionszweigen gehören die Herstellung von elektronischen
Bauteilen, Fahrzeugen, Maschinen, chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen
sowie Textilien. Darüber hinaus ist Adelaide ein Zentrum der australischen
Weinproduktion.
Das Stadtbild weist einen schachbrettartigen Grundriss mit breiten Straßen,
großzügig angelegten Plätzen und zahlreichen Grünflächen auf. Herausragende
Sehenswürdigkeit ist das 1977 eröffnete Adelaide Festival Centre, das u. a. ein
Theater und ein Amphitheater umfasst. In dem Gebäudekomplex findet alle zwei
Jahre im März ein international renommiertes Kunstfestival statt. Weitere
Attraktionen sind die Botanischen Gärten mit einer Vielzahl mediterraner und
subtropischer Pflanzen, das Naturhistorische Museum, die Nationalgalerie von
Südaustralien sowie die Kathedralen von Saint Peter (anglikanisch) und Saint
Francis Xavier (römisch-katholisch). In der Stadt sind die Universität von
Adelaide (gegründet 1874) und die Universität von Südaustralien (gegründet 1991)
ansässig.
Adelaide wurde 1836 von Colonel William Light gegründet und nach der Frau des
britischen Königs Wilhelm IV., Adelheid von Sachsen-Meiningen, benannt. 1840
erhielt Adelaide als erste australische Stadt eine eigene Gemeindeverwaltung.
Die Stadt erlangte für die Erschließung des Flusstales des unteren Murray große
Bedeutung.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,09 Millionen.
Kette von Korallenriffen in der Korallensee vor der
Nordostküste Australiens.
Das Riff, die weltweit größte Ablagerung von Korallen, erstreckt sich über 2 010
Kilometer entlang der Küste von Queensland bis zur Torresstraße, die zwischen
Australien und Neuguinea liegt. Das Riff ist zwischen 16 und 240 Kilometer von
der Küste entfernt und wird von zahlreichen Inseln und Atollen überragt. Durch
chemische Analysen von Bohrproben wurde das Alter des Riffs auf annäherungsweise
600 000 Jahre bestimmt.
Das Große Barrierriff ist Lebensraum von mehr als 14 000 Tierarten. Die Korallen
selbst sind die kalkhaltigen Skelette winziger Wassertiere, die in Symbiose mit
Algen leben. Das Riff beheimatet auch viele größere Wassertiere, darunter mehr
als 1 000 Fischarten. Es ist ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt, und
zählt zu den wichtigsten Tourismuszielen in Australien. Das australische
Parlament erließ 1975 den Great Barrier Reef Marine Parc Act, in dem die
menschliche Nutzung des Areals geregelt wird. Circa 5 Prozent des Riffs wurden
als Schutzzonen ausgewiesen, in denen lediglich wissenschaftliche Forschung
betrieben werden darf. Zudem erklärte die UNESCO 1981 das Große Barrierriff zum
Weltnaturerbe.
Den Ergebnissen einer im Oktober 2000 veröffentlichten Studie zufolge ist das
Große Barrierriff aufgrund der Klimaänderung der vergangenen Jahrzehnte
ernsthaft in seiner Existenz gefährdet. Bei weiterem Anstieg der
Wassertemperatur wurde ein Ausbleichen und anschließendes Absterben zahlreicher
Korallen prognostiziert. Gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität
bewirkten in den vergangenen Jahren eine Erholung der Bestände. Einem im Februar
2003 vom Australischen Institut für Meereswirtschaft veröffentlichten Bericht
zufolge sind nur noch rund 6 Prozent des gesamten Riffs bedroht. Um den
ökologischen Zustand weiter zu verbessern, beschloss die australische Regierung
im Juli 2003 eine Ausweitung der Schutzzonen auf rund 30 Prozent des gesamten
Geländes.
Uluru
Nationalpark im australischen Bundesstaat Northern
Territory.
Das Gebiet umfasst eine Fläche von 1 260 Quadratkilometern und liegt im äußerst
trockenen Landesinneren des Kontinents, südwestlich des Ortes Alice Springs. Der
Park wurde ursprünglich im Jahr 1958 unter dem Namen Nationalpark Ayers Rock –
Mount Olga eingerichtet; 1977 benannte man ihn in Uluru Nationalpark um. 1985
wurde das Land offiziell an seine ursprünglichen Besitzer zurückgegeben, die
Aborigines vom Clan der Pitjantjatjara. Die Aborigines verpachteten anschließend
das Gebiet an das Australische Amt für Nationalparks und Naturschutz (Australian
National Parks and Wildlife Service). 1987 wurde der Park in die Welterbeliste
(World Heritage List) der UNESCO aufgenommen.
Im Park gibt es zwei bedeutende geologische Naturdenkmäler: der berühmte
monolithische Uluru (früher Ayers Rock genannt), einer der größten Inselberge
der Welt, sowie etwa 30 Kilometer weiter westlich eine Gruppe von weiteren
Inselbergen mit dem Namen Olga Rocks. Der Uluru erhebt sich bis 348 Meter über
die umgebende Wüste und 868 Meter über den Meeresspiegel. Er hat einen Umfang
von 9 Kilometern und besteht aus feldspatreichem Sandstein (Arkose). Besonders
eindrucksvoll wirkt er während des Sonnenuntergangs, wenn seine Farben von Rot
in Purpur übergehen. Vor über 70 Millionen Jahren war der Uluru eine Insel in
einem großen See. Die Olga Rocks, oder Kata Tjuta, sind eine Gruppierung von 28
massiven roten Felsformationen und bestehen aus einem Konglomerat verschiedener
Gesteine. Zusammen mit dem Uluru bilden die Olga Rocks den Uluru-Kata Tjuta
Nationalpark. Der höchste Felsen, der Mount Olga, erreicht eine Höhe von 1 069
Metern über dem Meeresspiegel. Er wurde 1874 von dem Forscher Ernest Giles
entdeckt, der ihn auf Wunsch seines Geldgebers nach Königin Olga von Württemberg
benannte. Der Name Kata Tjuta stammt aus der Sprache der Aborigines und bedeutet
„Ort mit vielen Köpfen”.
Sowohl Uluru als auch die Olga Rocks waren über Tausende von Jahren hinweg ein
wichtiger Mittelpunkt der Kulthandlungen der Aborigines dieses Gebiets und
spielen in zahlreichen Mythen eine zentrale Rolle. An den Wänden vieler Höhlen
des Uluru findet man daher viele Felsmalereien der Aborigines. Der Uluru
Nationalpark beherbergt annähernd 360 Pflanzenarten sowie 20 Arten einheimischer
Säugetiere. Er stellt eine der bekanntesten touristischen Attraktionen
Australiens dar und lockt jährlich etwa 650 000 Besucher an.
Aborigines
Die Traditionen der Aborigines weisen darauf hin, dass sie
seit jeher in Australien gelebt haben. Anthropologen vermuten jedoch, dass sie
aus Asien auswanderten und schließlich vor etwa 60 000 bis 40 000 Jahren nach
Australien kamen. Diese Annahme wird durch die Tatsache gestützt, dass der
Meeresspiegel zu dieser Zeit verhältnismäßig niedrig war und dadurch zwischen
dem asiatischen und dem australischen Kontinent eine nahezu durchgehende
Landbrücke bestand. Infolge eines Meeresspiegelanstiegs wurde dieser
verhältnismäßig einfache Verbindungsweg später überflutet. Tasmanien wurde vor
etwa 13 500 bis 8 000 Jahren ebenfalls durch die Anhebung des Meeresspiegels vom
australischen Festland getrennt. Die hier beheimateten Aborigines erfuhren
infolgedessen eine andere kulturelle Entwicklung als die Bewohner auf dem
australischen Festland.
Bei diesen ersten Australiern handelte es sich um nomadisierende Sammler und
Jäger, die dank ihrer genauen Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten, Vorkommen,
Eigenschaften und Merkmale der australischen Vegetation und Tierwelt sowie der
herrschenden Klimabedingungen überleben konnten. Die Aborigines setzten Feuer
als Mittel ein, den Wuchs derjenigen Gräser zu fördern, die von Kängurus und
anderen Jagdtieren bevorzugt werden. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sie
systematisch ernteten und Pflanzensamen säten, um die Entwicklung von Grasland
zu beschleunigen, und dass sie außerdem Dämme errichteten und Flüsse, Sümpfe und
Seebuchten veränderten, um durch Wasserumleitungen Fischgründe leichter
zugänglich zu machen.
In technischer Hinsicht war ihr Leben einfach. Die wichtigsten
Gebrauchswerkzeuge waren Speere und Blasrohre, Bumerangs, Nadeln, Spulen,
Holzschüsseln, Wasserblasen aus Tierhäuten, geflochtene Matten und Taschen aus
Gräsern. Es wurden außerdem Kanus und Flöße aus Rinde und so genannte Einbäume
verwendet, die aus einzelnen ausgehöhlten Holzstämmen angefertigt und
gelegentlich mit Segeln aus geflochtenen Gräsern versehen wurden. Die
Arbeitsteilung erfolgte nach Geschlecht: Männer und ältere männliche Jugendliche
jagten große Tiere, Frauen sammelten essbare Früchte und Pflanzenteile und
gingen auch auf die Jagd nach Kleintieren. Trotz dieser Aufteilung machten es
die Lebensbedingungen erforderlich, dass alle Erwachsenen alle Fähigkeiten
besaßen, um ihr Überleben zu sichern.
Im Kontrast zu der relativ unkomplizierten Struktur des wirtschaftlichen Lebens
und der Technik entwickelten die australischen Aborigines eine komplexe
Sozialstruktur und eines der umfangreichsten Glaubensgefüge, das sämtliche
Lebensbereiche mit einbezog. Ihre Weltauffassung drehte sich um die Traumzeit,
ein kompliziertes und allumfassendes Konzept, das Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft gleichermaßen einbezieht und ebenfalls die Zeit der Erschaffung zum
Anbeginn der Zeit umfasst, während der mythische Wesen das Land formten, es mit
Tieren, Menschen und Pflanzen besiedelten und dem sozialen Zusammenleben eine
erste Form verliehen.
Die Grundwerte der Aborigines beinhalteten Selbstlosigkeit und die
pflichtbewusste Erfüllung sozialer und religiöser Verpflichtungen. Status war
von Besitztum unabhängig, das nur wegen seiner besonderen religiösen Bedeutung
geschätzt oder aufgrund seiner praktischen Nutzungsfähigkeit bedeutungsvoll war.
Der Handel spielte eine bedeutende Rolle, und der ganze Kontinent war von einem
Netzwerk von Handelsrouten überzogen. Die Handelsgüter waren häufig sehr seltene
Objekte oder besaßen eine überragende soziale oder religiöse Bedeutung, deren
Funktion in der Aufrechterhaltung und Förderung der Bindungen und Harmonie zu
anderen Gruppen bestand.
Als 1788 die erste europäische Siedlung entstand, hatten die Aborigines schon
lange Zeit den gesamten Kontinent bevölkert und genutzt, indem sie sich an die
unterschiedlichen geographischen und klimatischen Gegebenheiten von tropischen
Regenwäldern über niederschlagsreiche gemäßigte Landstriche bis zu den trockenen
Wüsten angepasst hatten. Es wird angenommen, dass die Bevölkerungzahl der
Aborigines zu dieser Zeit zwischen 300 000 und einer Million Menschen lag und es
über 200 verschiedene Sprachen gab. Die Zahl der größten, deutlich ausgeprägten
Bevölkerungsgruppen belief sich auf ungefähr 50, die in ihren jeweiligen
Gebieten lebten und nach der von ihnen gesprochenen Sprache benannt wurden.
Europäer bezeichneten sie häufig als „Stämme”, aber obwohl sie kulturelle
Gemeinsamkeiten aufwiesen, stellten sie keine eigenständigen wirtschaftlichen
oder politischen Einheiten dar. Darüber hinaus gab es auch kein nationales
Identitätsbewusstsein, sondern eher ein Eigenbewusstsein, das sich in den
familiären und örtlichen Beziehungen und Gruppierungen begründete.
Die Ankunft der Europäer entwickelte sich für die Aborigines zu einer
Katastrophe. Die Kommunikation zwischen den beiden Gruppen war minimal, und die
Kluft zwischen den unterschiedlichen Kulturen hätte kaum größer sein können.
Nach einer anfänglichen Zeit des gespannten Nebeneinanders wurden die Aborigines
schon bald von den fruchtbareren Küstenlandstrichen vertrieben und ins
Landesinnere abgedrängt. Versuchtem Widerstand wurde mit Maßnahmen zur
Wiederherstellung der Ruhe durch Gewalt begegnet, die den Tod von einer großen
Anzahl von Aborigines zur Folge hatten. Noch mehr starben jedoch infolge von
Krankheiten, die die Siedler ins Land eingeschleppt hatten. In Tasmanien und im
Südosten Australiens verschwand die Urbevölkerung nahezu vollständig, in allen
Teilen des Kontinents kam es im ersten Jahrhundert nach der Besiedlung durch
Weiße zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang. Aborigines, die diese extreme
Entwicklung überstanden, wurden häufig zu Opfern brutaler Misshandlung oder so
genannten Zivilisierungsversuchen durch Missionare unterworfen. Mitte des 19.
Jahrhunderts nahm man allgemein an, dass die Aborigines als Kultur und
vielleicht auch als eigenständige Rasse schnell verschwinden würden. 1920 belief
sich die Zahl der Aborigines auf nur noch rund 60 000 Menschen.
Bis zu den sechziger Jahren lebte die verbleibende Urbevölkerung vorwiegend in
ländlichen Gegenden. In den beiden darauf folgenden Jahrzehnten übersiedelten
jedoch immer mehr von ihnen in die Stadtgebiete, wobei die Hauptstädte der
Bundesstaaten und die größeren Provinzstädte besonders starken Zustrom
erhielten. Die Zugezogenen wurden von der europäischen Mehrheit häufig
misstrauisch empfangen und schlossen sich oft zu kleinen, äußerst unbeständigen
und ghettoartigen Gemeinschaften zusammen. Sie dienten dem zunehmenden
politischen Bewusstsein als Nährboden, das in den sechziger Jahren innerhalb der
Bevölkerungsminderheit der Aborigines entstanden war. Zu dieser Zeit waren das
soziale Ansehen und die politische Bedeutung der Aborigines so gering, dass man
sie bis 1971 noch nicht einmal in den Volkszensus mit einschloss, und ein
Referendum 1967 ermächtigte die australische Staatsregierung erstmals,
politische Entscheidungen für Aborigines zu treffen. Die anfängliche Besorgnis
hinsichtlich der Lohngleichheit und zivilrechtlichen Gleichstellung wich schon
bald einer rechtlichen Inanspruchnahme von Land mit besonderer kultureller und
religiöser Bedeutung.
Bei der Volkszählung von 1991 wurden 238 492 Aborigines und 26 902
Torres-Straße-Insulaner gezählt, die häufig einfach in die ethnische Gruppe der
Aborigines eingeordnet und nicht als eigenständige Gruppe betrachtet werden.
Dieser beeindruckende Anstieg im Vergleich zu den Zahlen aus den zwanziger
Jahren ist nur teilweise das Ergebnis von höheren Geburtenraten; er ist auch auf
die Wiederentdeckung der eigenen Identität zurückzuführen.
Die größte Konzentration von Nachfahren der Aborigines lebt heute in New South
Wales und Queensland (jeweils 26 Prozent der australischen Gesamtbevölkerung der
Aborigines), Western Australia (15,7 Prozent) und im Northern Territory (15
Prozent). Über 70 Prozent wohnen in Städten. Die traditionelle Lebensweise der
australischen Ureinwohner ist ungeachtet der Tatsache, dass es zu einem Anstieg
des Interesses an dem komplexen Lebenskonzept der Aborigines gekommen ist und
mittlerweile auch in Schulen über die Kultur der Aborigines gelehrt wird, stark
bedroht. In den neunziger Jahren schätzte man die Zahl der zur
Bevölkerungsgruppe der Aborigines gehörenden Menschen, die mit der
traditionellen Lebensweise ihrer Kultur direkten Kontakt haben, auf nur noch
ungefähr 10 000. Diese Kultur herrscht vor allem noch im Northern Territory vor.
Jede Region Australiens wird durch einen eigenen Landrat der Aborigines
vertreten, und in den meisten Regionen gibt es Zentren und Festivals, die diese
besondere Kultur würdigen. Die ethnische Identität der Aborigines drückt sich
mittlerweile auf unterschiedliche Art und Weise in Kunst, Popmusik, Literatur,
Politik und Sport aus. Die ethnische Gruppe der Aborigines konnte sich mehrmals
bei Fragen um Landrechte juristisch durchsetzen. Aborigines konnten sich das
Eigentumsrecht über ausgedehnte Landstriche im Norden und im zentralen Bereich
Australiens sichern. Gleichzeitig sind sie jedoch immer noch mit beträchtlichen
sozialen und wirtschaftlichen Nachteilen konfrontiert. Ihre durchschnittliche
Lebenserwartung ist wesentlich geringer, als die der restlichen Bevölkerung.
Probleme wie Arbeitslosigkeit, niedrige Familieneinkommen, die Abhängigkeit von
Sozialleistungen und die hohen Kindersterblichkeitsraten sind sehr viel
ausgeprägter und akuter als in der Gesamtbevölkerung, obwohl in den vergangenen
Jahren Unterstützungsmaßnahmen getroffen wurden und man die Bildungs- und
Ausbildungseinrichtungen sowie die Gesundheitsvorsorge durch zusätzliche
Zahlungen gefördert hat.
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