AUSTRALIEN - Diverses

Die wichtigsten Städte

Hinsichtlich der städtischen Struktur kann Australien als Land der Vorstädte bezeichnet werden. Die Städte sind großräumig angelegt, und etwa 60 Prozent der australischen Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten der sechs Staatshauptstädte und in Canberra. Sydney (3,99 Millionen Einwohner) ist die älteste und größte Stadt Australiens. Sie ist nicht nur das bedeutendste Finanz- und Handelszentrum des Kontinents, sondern besitzt auch einen der wichtigsten Häfen. Außerdem umfasst Sydney eines der größten Vorortgebiete der Welt und übertrifft Peking größenmäßig um das Doppelte, Rom sogar um das Sechsfache. Weitere bedeutende Städte sind: Melbourne (3,37 Millionen Einwohner), Brisbane (1,57 Millionen Einwohner), Perth (1,34 Millionen Einwohner) und Adelaide (1,09 Millionen Einwohner). Canberra, die Hauptstadt Australiens, hat etwa 308 100 Einwohner (1998).

New South Wales

Bundesstaat im Südosten Australiens, im Norden begrenzt durch Queensland, im Süden durch Victoria und im Westen durch South Australia. Im Osten grenzt die Tasmansee an New South Wales, das einschließlich der Lord-Howe-Inseln eine Fläche von 801 600 Quadratkilometern bedeckt.

Parallel zur Küste verläuft das Great Dividing Range, das nahe der Grenze zu Victoria am Mount Kosciusko mit 2 228 Metern die größte Höhe erreicht. Die wichtigsten Flüsse sind Murray, Darling und Murrumbidgee. Hauptstadt und größte Stadt des Bundesstaates ist Sydney. Weitere bedeutende Städte sind Newcastle, Wagga Wagga und Wollongong. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 6,46 Millionen (2000).

Der Bergbau stellt für die Region einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche dar. Abgebaut werden neben Gold, Silber, Kohle und Cobalt auch Kupfer-, Zinn-, Blei- und Zinkerze. Gold wurde erstmals 1851 nahe Bathurst entdeckt. Heute finden sich bedeutende Vorkommen in der Nähe von Bathurst, Lachlan, Mudgee, Peel und Uralla. Silber und Bleierze werden vorwiegend in Broken Hill abgebaut. Die größten Kohlevorkommen gibt es in der Region um Sydney.

Wirtschaftliche Bedeutung hat aber auch die Landwirtschaft: das Farmenland umfasst etwa zwei Drittel von New South Wales. Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten zählen Weizen, Mais, Gerste, Hafer, Kartoffeln und Tabak. In Bewässerungsgebieten werden zudem Zitrusfrüchte und Reis geerntet. Das Hunter Valley ist eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Australiens. In den Trockengebieten im Westen des Bundeslandes werden vor allem Schafe gezüchtet.

Die wichtigsten industriellen Produktionsgüter sind Eisen und Stahl, Textilien, elektrische Geräte, Automobile, Möbel und chemische Produkte.

Die Regierungsgewalt liegt nominell bei einem Gouverneur, der von der britischen Königin ernannt wird. Tatsächlich wird New South Wales von einem Premierminister und dessen Kabinett regiert. Gesetzgebende Gewalt hat das Parlament mit seinen beiden Kammern, dem Legislative Council, der aus 45 Mitgliedern besteht, und dem Legislative Assembly mit 109 Mitgliedern.

New South Wales, die älteste britische Kolonie in Australien, wurde 1770 von James Cook entdeckt. 1788 wurde in Port Jackson eine Strafkolonie eingerichtet. 1901 wurde New South Wales ein Bundesstaat des Australischen Bundes.

Ende Dezember 2001 sowie Anfang Dezember 2002 ereigneten sich in New South Wales verheerende Buschbrände, bei denen jeweils mehrere hunderttausend Hektar Land verwüstet wurden. Bei den Großbränden 2001 brannte der südlich von Sydney gelegene Royal National Park völlig aus. Im Sommer 2002 litten weite Teile des Bundesstaates unter der schwersten Dürre seit Jahrzehnten.

Queensland

Queensland, Bundesland im Nordosten von Australien, das im Norden an den Carpentariagolf, im Osten an das Große Barrierriff, im Süden an New South Wales, im Südwesten an South Australia und im Westen an das Northern Territory grenzt.

Brisbane, die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland, ist ein wichtiger Hafen an der australischen Ostküste.Photo Researchers, Inc./Joyce Photographics

Queensland ist nach dem Northern Territory das zweitgrößte Verwaltungsgebiet und nimmt eine Fläche von etwa 1 727 200 Quadratkilometern ein, was 22,5 Prozent der gesamten Landfläche Australiens entspricht. Es hat eine Küstenlinie von 7 400 Kilometer Länge. Vor der Küste verläuft das Große Barrierriff von Rockhampton bis zur Kap-York-Halbinsel. Die Hauptstadt von Queensland ist Brisbane.

Queensland wird vom Wendekreis des Steinbocks in etwa zwei Hälften geteilt und besitzt die größte bewohnbare Fläche aller Bundesländer Australiens. 90 Prozent von Queensland erhalten mindestens 200 Millimeter Jahresniederschlag. Die Great Dividing Range, die das Bundesland der Länge nach durchzieht, beherrscht die östliche Küstenregion von Queensland. Dieses ausladende System von Gebirgszügen teilt Queensland in mehrere scharf umrissene Regionen: das östliche Hochland, die westlichen Ebenen, die nordwestlichen Mittelgebirge und die Küstenebenen, Inseln und Riffe. Die gesamte, gut mit Wasser versorgte Ostküste ist bekannt für schöne Strände und ausgezeichnetes Ackerland. Ihr bemerkenswertestes Kennzeichen, die außergewöhnliche Kette von Korallenriffen des Großen Barrierriffes, erstreckt sich über eine Länge von 2 010 Kilometern.

Am Nordende der Great Dividing Range befindet sich in der Bellenden Ker Range der höchste Punkt Queenslands mit 1 611 Metern. Eine weitere bedeutende Stelle in dem Gebirgssystem ist das Atherton Plateau am Nordende der Darling Downs im Süden. Westlich des Great Dividing Range liegt eine Region welligen Graslandes, das in der westlichen Hälfte des Bundeslandes von einer riesigen halb trockenen Ebene abgelöst wird.

Seinem ganzjährig warmen und sonnigen Klima verdankt Queensland den Spitznamen Sunshine State. Der Norden hat ein tropisch-wechselfeuchtes Klima mit Niederschlagsmengen bis 4 400 Millimeter, die hauptsächlich durch die Sommerregen des Südostpassats verursacht werden. Der Süden ist durch trockeneres, subtropisches Klima geprägt.

Queensland besitzt eines der größten Bauxitvorkommen der Welt und große Vorräte an Kohle, Gold, Kupfer, Silber, Blei und Zink.

Queenslands Hauptstadt Brisbane ist Australiens drittgrößte Stadt (etwa 1,4 Millionen Einwohner). Anders als in den meisten anderen australischen Hauptstädten leben in den Grenzen von Brisbane nur 45 Prozent der Gesamtbevölkerung des Bundeslandes (zum Vergleich: in New South Wales leben 63 Prozent in Sydney, in Victoria 70 Prozent in Melbourne). Außerdem ist sie die ethnisch homogenste Stadt. 80 Prozent ihrer Einwohner sind gebürtige Australier.

In Queensland gibt es eine größere Anzahl wichtiger kleinerer und größerer Provinzstädte. Hierzu gehören: das Fremdenverkehrszentrum Gold Coast (Einwohnerzahl etwa 230 000), die Hafenstadt Townsville, der Urlaubsort Toowoomba, Rockhampton und Cairns.

South Australia

Bundesstaat im Süden von Australien, grenzt im Osten an Victoria und New South Wales, im Nordosten an Queensland, im Norden an das Northern Territory, im Westen an Western Australia und im Süden an die Große Australische Bucht des Indischen Ozeans. South Australia hat eine Fläche von 984 377 Quadratkilometern, was etwa 13 Prozent der Landesfläche entspricht. Zum Gebiet des Staates gehört auch die Känguruh-Insel. Die Hauptstadt von South Australia ist Adelaide

South Australia ist überwiegend Tiefland. Etwa die Hälfte des Staates liegt weniger als 150 Meter über dem Meeresspiegel. South Australia ist allgemein als „der trockenste Staat auf dem trockensten Kontinent” bekannt. Etwa zwei Drittel des Gebiets werden von Wüsten eingenommen. Im westlichen Teil erstreckt sich die Große Victoriawüste. Sie geht nach Süden in die Nullarborebene über, die sich entlang der Großen Australischen Bucht bis nach Western Australia hinein ausbreitet. Nach Norden wird die Große Victoriawüste von den bis 1 440 Meter hohen Musgrave Ranges begrenzt.

Im Südosten erheben sich die Mount Lofty Ranges und die Flinders Ranges von Port Pirie aus nach Norden. Östlich von diesen Bergketten im Südosten des Staates liegt das Gebiet der fruchtbaren Ebenen, die vom Unterlauf des Murray bewässert werden. Die stark durch Buchten gegliederte Küste von South Australia ist 3 700 Kilometer lang. Die Gebirge sind häufig von mit Salzseen eingenommenen Senken umgeben (z. B. Eyreseebecken im Nordosten).

Die Sommer sind heiß und trocken. Die zum Teil spärlichen Niederschläge fallen überwiegend im Winter (Juni bis September). Nur in den höheren Lagen der Bergketten werden 250 Millimeter Jahresniederschlag überschritten.

Tasmanien

Bundesstaat im Südosten Australiens, umfasst die Insel Tasmanien, die vom australischen Festland durch die etwa 240 Kilometer breite Bass-Straße getrennt ist sowie einige kleine Nebeninseln. Tasmanien liegt zwischen Indischem Ozean im Westen und Tasmansee im Osten und hat eine Gesamtfläche von 68 331 Quadratkilometern. Dies entspricht weniger als einem Prozent der Gesamtfläche Australiens. Die Hauptstadt von Tasmanien ist Hobart.

Tasmanien war bis vor etwa 11 000 Jahren Teil des australischen Kontinents. Zu dieser Zeit entstand durch den Anstieg des Meeresspiegels die flache Bass-Straße. Tasmanien ist überwiegend gebirgig; geologisch gehört es zur Great Dividing Range. Höchster Berg ist der 1 617 Meter hohe Mount Ossa, der sich im Inselinneren aus dem Zentralplateau erhebt. Ausgedehntes Tiefland gibt es nur in den Küstenregionen. Die Küstenlänge beträgt insgesamt etwa 3 200 Kilometer. Tasmanien erhält Niederschläge zu allen Jahreszeiten, wobei die den vorherrschenden Westwinden zugewandten Gebiete besonders feucht sind. Die Jahreswerte liegen zwischen 800 Millimetern im Osten und 2 400 Millimetern im Westen. Dementsprechend gedeiht im Westen Regenwald, während im Osten Eukalyptuswälder dominieren. Über ein Fünftel der Landesfläche wurde zu Nationalparks erklärt. Der größte Park, der South West National Park, wurde von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt.

Victoria

Bundesland im Südosten Australiens, das im Norden an New South Wales, im Osten und Süden an die Tasmansee und die Bass-Straße sowie im Westen an South Australia grenzt. Victoria, das einst als The Cabbage Garden (Der Kohlgarten) bekannt war und sich heute selbst als The Garden State (Der Gartenstaat) bezeichnet, ist das kleinste der festländischen Bundesländer Australiens. Es nimmt eine Fläche von 227 600 Quadratkilometern ein und liegt am Kopfende der Port Phillip Bay. Die Hauptstadt von Victoria ist Melbourne.

Der Great Dividing Range, der sich von Osten nach Westen quer durch das Bundesland zieht, trennt die Ebene des Murray-Beckens im Norden von den Küstenebenen und welligen Hügeln im Süden. Im Westen sind die Berge niedriger. Im Osten erheben sie sich zu den Australischen Alpen. Der höchste Gipfel in den Australischen Alpen in Victoria ist Mount Bogong (1 984 Meter). Mount Buffalo, an dem eines der Skigebiete in den Australischen Alpen liegt, ist 1 721 Meter hoch. Der Süden Victorias, südlich der Great Dividing Range, genießt ein gemäßigtes Klima mit zuverlässigen Niederschlägen. Nördliche und westliche Teile sind im Sommer gewöhnlich trocken und heiß, wodurch sie sehr anfällig für Dürren und Buschbrände sind.

Die Küste Victorias ist etwa 1 200 Kilometer lang und wird von zerklüfteten Hügelketten, Bergvorsprüngen aus Granit und Buchten gesäumt. Zwei bekannte Buchten sind die Westernport Bay und die Port Phillip Bay, an der Melbourne liegt. Etwas westlich von Port Phillip sind über 80 erloschene Vulkane zu finden. Einige der Ebenen kennzeichnen Basaltströme. Das Gebiet, das sich nördlich und östlich der Westernport Bay, über die Grenze nach New South Wales hinaus, erstreckt, ist als Gippsland (ursprünglich Caledonia Australis) bekannt und das eigentümlichste Gebiet des Bundeslandes. Weitere bedeutende Regionen sind der Western District und im Norden das Murraytal, Mallee und Wimmera.

Die Gebirge und Gletscherablagerungen von Victoria sind reich an Mineralen. Nachdem hier 1851 Gold gefunden worden war, stellte Victoria etwa zwei Drittel des Gesamtangebots Australiens. In den vergangenen Jahren ist die wirtschaftliche Bedeutung der Goldproduktion zurückgegangen. Lignit (Braunkohle), Erdöl und Erdgasvorkommen vor der Küste haben an Wichtigkeit zugenommen. Einige der größten Braunkohlelagerstätten der Welt liegen in Gippsland. Weitere wirtschaftlich genutzte Minerale sind Gips, Bauxit und Tone.

Mit einer Einwohnerzahl von über drei Millionen und einer Fläche von mehr als 6 000 Quadratkilometern ist Melbourne eine der größten Städte der Welt und eine der multikulturellsten Australiens: 37 Prozent der italienischen Bevölkerung, 19,5 Prozent der libanesischen und etwa ein Drittel der vietnamesischen Bevölkerung leben in Melbourne. Der Aborigines-Anteil an der Gesamtbevölkerung der Stadt liegt lediglich bei 0,2 Prozent.

Provinzzentren Victorias sind Geelong, das sich etwa 60 Kilometer südwestlich von Melbourne befindet und die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes ist (Einwohnerzahl etwa 150 000), Ballerat, Bendigo, Mildura und Shepparton.

Western Australia

Western Australia, Bundesstaat im Westen Australiens. Er grenzt im Norden an die Timorsee, im Westen an den Indischen Ozean, im Süden an den Indischen Ozean und an die Große Australische Bucht, und im Osten an die Bundesstaaten South Australia und Northern Territory. Western Australia ist mit einer Ausdehnung von 2 525 500 Quadratkilometern der größte australische Bundesstaat. Er bedeckt fast ein Drittel der gesamten Kontinentfläche. Hauptstadt ist Perth.

Der höchste Punkt des Staates ist der Mount Meharry (1 244 Meter) in der Hamersleykette. Weitere Gebirge sind die Carnavonkette und die Stirlingkette. Weite Teile des Bundesstaates werden von Tafelland eingenommen, das 300 bis 600 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Zwischen diesem Plateau und dem Meer erstrecken sich breite Küstenebenen. Die Küstenlänge beträgt etwa 12 500 Kilometer. Mit Ausnahme der fruchtbaren Küstenregion im Südwesten ist der Großteil des Landes sandig, trocken und weist nur geringe Vegetation auf. Das Klima hat im Norden tropischen Charakter, während es im Südwesten gemäßigt ist. Die Wüstengegenden im Landesinneren sind durch extreme Temperaturwerte und sehr geringe Niederschläge gekennzeichnet.

Größte Stadt und zugleich Hauptstadt ist Perth, eine der Metropolen in Australien. Fremantle besitzt den größten Hafen. Weitere Siedlungen sind Bunbury, Geraldton, Albany und Esperance. Kalgoorlie liegt im Landesinneren und bildet den Mittelpunkt einer größeren Bergbauregion. Eine Pipeline leitet Wasser aus dem Mundaring-Wehr bei Perth in die Stadt.

Australian Capital Territory

ACT, Bundesgebiet im Südosten Australiens, das eine Enklave im Bundesstaat New South Wales umfasst. Die australische Regierung erwarb das ACT formell am 1. Januar 1911 – ein Gebiet von etwa 2 400 Quadratkilometern einschließlich der Jervis Bay an der Küste, die dem ACT aus Verwaltungsgründen zugeordnet wurde. Die einzige Stadt im Gebiet ist Canberra, Bundeshauptstadt und Sitz der australischen Bundesregierung.

Ein erbitterter Streit zwischen Melbourne und Sydney bei der Staatsgründung (1901), welche Stadt Hauptstadt des neuen Staates werden solle, wurde gelöst, indem man keinen der beiden Kontrahenten berücksichtigte. Nach dem Kompromiss musste der Bundesstaat New South Wales eine Landfläche mindestens 160 Kilometer von Sydney entfernt für den Standort einer neuen Bundeshauptstadt abtreten. Weitere 72,5 Quadratkilometer der Küste von New South Wales an der Jervis Bay kamen für einen vorgesehenen, jedoch nie erbauten Bundeshafen hinzu. Einen internationalen Architekturwettbewerb für die geplante Stadt gewann der US-amerikanische Architekt Walter Burley Griffin aus Chicago. Canberra entstand um den künstlichen Lake Burley Griffin. Jenseits der breiten Boulevards stehen elegante, moderne Bauten wie die Australische Nationalgalerie, die Nationalbibliothek, zahlreiche Botschaften, der Oberste Gerichtshof und das architektonisch kühne Parlamentsgebäude.

Das ACT hat etwa 311 000 Einwohner, davon die überwältigende Mehrheit in Canberra (etwa 308 000). Die große Mehrheit der Arbeitsplätze Canberras stellt der öffentliche Dienst. Die Fläche jenseits der Stadtgrenzen dient vor allem dem Waldbau und Naturschutz, einschließlich der 105 000 Hektar des Namadgi Nationalpark. Die Landwirtschaft besteht überwiegend aus Weidewirtschaft. Die ACT-Einwohner hatten stets gegen eine Selbstverwaltung votiert, die ihnen jedoch 1988 von der Bundesregierung in Gestalt einer gesetzgebenden Versammlung mit 17 Abgeordneten auferlegt wurde. Sie trägt als Distriktregierung und als Stadtverwaltung Verantwortung. Das Territorium untersteht seit dem 11. Mai 1989 einer eigenen Regierung. Es wird auf Bundesebene von zwei Abgeordneten im Repräsentantenhaus und von zwei Senatoren vertreten.

Das Gebiet des heutigen ACT wurde von Europäern erstmals 1820 aufgesucht, war jedoch seit Jahrtausenden von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, bewohnt. Die Besiedlung durch Weiße begann 1824. Bis zu seiner Bestimmung als Sitz der Bundesregierung war das Gebiet vorrangig Agrarland. Während des trockensten Sommers seit mehr als 100 Jahren ereigneten sich im Einzugsbereich der Hauptstadt verheerende Buschbrände, bei denen in Vororten Canberras mehrere hundert Häuser zerstört wurden.

Northern Territory

Bundesgebiet im Norden Australiens, im Nordwesten an die Timorsee, im Norden und Nordosten an die Arafurasee und den Carpentariagolf, im Osten an Queensland, im Westen an Western Australia und im Süden an South Australia angrenzend.

Das Northern Territory ist nach Westaustralien und Queensland das drittgrößte Bundesland Australiens. Seine Fläche von 1 346 200 Quadratkilometern entspricht 17,5 Prozent der Gesamtfläche Australiens. Die Küste des Northern Territory ist 6 200 Kilometer lang. Zum Gebiet des Northern Territory gehören auch die benachbarten Inseln zwischen dem 129. und dem 138. Grad östlicher Länge. Die Hauptstadt Darwin liegt an der nordwestlichen Küste.

Das Northern Territory besteht aus ausgedehnten Flachländern, lediglich im südlichen Landesteil gibt es einige Inselberge und Inselgebirge. Die MacDonnell Ranges erreichen im Mount Ziel eine Höhe von 1 510 Metern. Das Arnhemland, das Golfgebiet und die Inseln vor der stark gegliederten Küste sowie das nördliche Barklytafelland bilden das nördliche Tiefland im Küstenbereich. Zum trockenen Zentrum gehören der größte Teil des Barklytafellandes, die zentralen Bergketten und die Tanamiwüste. Es umfasst auch große Gebiete guten Weidelandes. Der Mount Olga, der Ayers Rock (auch Uluru), die MacDonnell Ranges und Teile der Simpsonwüste liegen im trockenen, überwiegend sandigen Süden.

Das Klima im Northern Territory unterliegt enormen Schwankungen. An der Küste ist es tropisch mit Monsunregen. An manchen Orten fallen jährlich über 1 600 Millimeter Niederschlag. Das Landesinnere wird mit zunehmender Entfernung von der Küste trockener. Die Niederschlagsmenge liegt hier jährlich bei durchschnittlich 254 Millimetern. Die Regenzeit dauert von November bis April.

Die Hauptstadt Darwin (etwa 80 000 Einwohner), gleichzeitig der größte Hafen des Bundeslandes, und Alice Springs (etwa 26 000 Einwohner) sind die wichtigsten Städte. Darwin ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Australiens. Sie musste schon mehrmals wiederaufgebaut werden, da tropische Wirbelstürme sie fünfmal schwer beschädigt bzw. vollständig zerstört haben (1878, 1882, 1897, 1937 und 1974). Die durch den jüngsten Wirbelsturm Tracy verursachten Zerstörungen waren der Anlass für die vollständige Renovierung und Modernisierung der Stadt. Weitere wichtige Zentren sind die Bergbaustädte Tennant Creek und Nhulunbuy, Palmerston, eine Trabantenstadt von Darwin, Yulara, der Urlaubsort am Uluru Nationalpark, sowie Katherine.

Perth

Perth (Australien), Stadt in Australien, Hauptstadt von Western Australia, am Swan River. Die Stadt ist wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und bildet zusammen mit ihren Nachbarorten das Handels-, Industrie- und Kulturzentrum des Bundeslandes. Metallerzeugnisse, raffiniertes Erdöl, Nahrungsmittel, Gummiprodukte und Baumaterialien werden hier hergestellt.

Von September bis November, während des australischen Frühlings, blühen im botanischen Garten der Stadt (King’s Park) tausende verschiedene Arten von Wildblumen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kunstgalerie mit einer Sammlung europäischer und australischer Werke, das Western Australian Museum mit naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Ausstellungsstücken sowie eine anglikanische und eine römisch-katholische Kathedrale. Höhere Bildungsinstitute des Bezirks Perth sind u. a. die University of Western Australia (1911), die Murdoch University (1973), die Curtin University of Technology (1987) und die Edith Cowan University (1991).

Perth wurde in den späten zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts gegründet und erhielt 1856 Stadtrecht. Der Name ist von der schottischen Grafschaft Perthshire abgeleitet. Die Entdeckung von Goldvorkommen um Kalgoorlie im Zentrum Western Australias (1890), der Bau von Hafenanlagen im nahen Fremantle(um 1900) und die Fertigstellung einer transkontinentalen Eisenbahnlinie (1917) steigerten das Wachstum und den Wohlstand der Stadt. Die Einwohnerzahl des gesamten Großstadtgebiets beträgt etwa 1,34 Millionen (1998).

Sydney

Hafenstadt im Südosten von Australien, Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales.

Sydney ist die größte Stadt von Australien und liegt an der Südküste des Port Jackson Bay, einem Seitenarm des Pazifischen Ozeans. Die Stadt und ihre Vororte erstrecken sich auf einer Fläche von 12 406 Quadratkilometern. Die Region der Metropole reicht vom Hawkesbury River im Norden bis jenseits der Botany Bucht im Süden und von den Blue Mountains im Westen bis zum Pazifischen Ozean im Osten.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 3,99 Millionen. Der größte Teil der Bevölkerung ist britischer oder irischer Abstammung. Viele Einwohner sind aber auch asiatischen, griechischen oder italienischen Ursprungs.

Sydney ist eines von Australiens Industrie-, Handels-, Finanz- und Transportzentren. Mehrere der größten Unternehmen des Landes haben hier ihren Hauptsitz, wie etwa die News Corporation, die im Besitz des australischen Medienmagnaten Rupert Murdoch ist, oder die Westpac Banking Corporation. Die Börse von Sydney ist die größte Australiens. Industriell hergestellt werden u. a. Metallwaren, Maschinen, Kleidung, Fertignahrungsmittel, elektronische Geräte, Automobile und Erdölprodukte. Der Hafen, der sich entlang Port Jackson erstreckt, besitzt moderne Anlagen für Containerschiffe. Der größte Teil des australischen Außenhandels wird über Sydney abgewickelt. Dazu gehören Weizen, Wolle und Fleisch als bedeutendste Exportprodukte. Der Flughafen Kingsford Smith ist eine Drehscheibe für den internationalen Luftverkehr. Zur Bewältigung des kontinuierlich steigenden Passagieraufkommens am Flughafen Kingsford Smith genehmigte die australische Regierung 1991 den Bau einer dritten Startbahn. Auch im Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr ist Sydney ein überregional bedeutender Verkehrsknotenpunkt.

Die Stadt besitzt ausgedehnte Parkanlagen sowie Sandstrände wie Bondi Beach am Pazifischen Ozean. Port Jackson wird von der Sydney Harbour Bridge überspannt; die 1932 eröffnete Brücke hat eine Spannweite von 503 Metern. Im Zentrum der Stadt befinden sich zahlreiche Wolkenkratzer. Das höchste Gebäude ist der Australia Square Tower (172 Meter). Darüber hinaus sind noch zahlreiche im 19. Jahrhundert im viktorianischen Stil errichtete Bauten erhalten.

Canberra

Hauptstadt von Australien, im Südosten des Landes, im Australian Capital Territory gelegen.

Canberra ist eine moderne, sich rasch ausdehnende Stadt am Fluss Molonglo, einem Nebenfluss des Murrumbidgee, in einer vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Region. Sie wurde an dem künstlich angelegten See Lake Burley Griffin gebaut und ist das wirtschaftliche Zentrum für die nahe gelegenen Gemeinden Woden-Weston Creek, Belconnen und Queanbeyan. Die Mehrzahl der Beschäftigten in Canberra sind Regierungsangestellte. Der Fremdenverkehr und einige Branchen der Konsumgüterindustrie gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten in Canberra sind das neue Parlamentsgebäude (1988 eröffnet), die Kirche Saint John the Baptist (1840) und der Springbrunnen im Gedenken an Kapitän Cook im Lake Burley Griffin. Sehenswert sind weiterhin die Nationalbibliothek (1968) und die Australian National Gallery (1982). Wichtige Ausbildungsstätten in und um Canberra sind u. a. die Australian National University (1946), die Canberra School of Music (1965) und die Universität Canberra (1990). Canberra ist Sitz der wissenschaftlichen Forschungsorganisation Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization.

1824 wurde das Gebiet von Europäern besiedelt und 1908 als Standort der australischen Hauptstadt ausgewählt. Nach einer internationalen Ausschreibung beauftragte man den amerikanischen Architekten Walter Burley Griffin mit der Gestaltung der neuen Stadt. 1913 wurde mit dem Bau begonnen, der jedoch durch den 1. Weltkrieg unterbrochen wurde. Das Landesparlament zog schließlich 1927 von Melbourne, wo sich seit 1901 der provisorische Regierungssitz befand, nach Canberra. Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Bevölkerung rasch an.

Im Januar 2003 ereigneten sich in der Region um die Stadt verheerende Buschbrände. Bei den Verwüstungen in einigen Vororten wurden mehrere hundert Häuser zerstört.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 308 000 (1998).

Melbourne

Hauptstadt des Bundesstaates Victoria, an der Port Phillip Bay und der Mündung des Yarra River gelegen.

Die Stadt ist das wichtigste wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum Victorias und hat in Australien nach Sydney das größte Stadtgebiet mit einer Fläche von über 5 960 Quadratkilometern. Melbourne ist im Norden und Westen umgeben von den Vorstädten Broadmeadows, Saint Albans, Essendon, Brunswick und Eltham, östlich liegen Richmond, Nunawading und Dandenong und südlich befinden sich Moorabin, Mordialloc, Chelsea, Cranbourne und Frankston. Zur Bevölkerung der Stadt gehören zahlreiche italienische, griechische, chinesische, vietnamesische, britische und irische Einwanderer. Melbourne ist außerdem ein Zentrum der jüdischen Immigration.

Industrieprodukte aus dem Stadtgebiet von Melbourne sind u. a. Schiffe und Erdölprodukte aus den Werften und Raffinerien an der Port Phillip Bay sowie Metalle, Kraftfahrzeuge, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen, Chemikalien, Druckerzeugnisse, Textilien, Kleidung, Papier und Nahrungsmittel. Mit dem Hauptquartier des Stahl- und Bergbaukonzerns Broken Hill Proprietary Company, Ltd. (BHP) beherbergt Melbourne das größte Industrieunternehmen Australiens. Andere australische Firmen mit Sitz in Melbourne sind die National Australian Bank und Pacific Dunlop, ein Unternehmen, das verschiedene Konsumgüter herstellt und vermarktet. Die Stadt ist ein Eisenbahn- und Verkehrsknotenpunkt. Sie verfügt außerdem über einen großen internationalen Flughafen in Tullamarine.

Brisbane

Stadt im Osten von Australien, Hauptstadt des Bundeslandes Queensland und Hochseehafen am Brisbane River in der Nähe der Moretonbai. Ein Kanal macht die Stadt für Seeschiffe zugänglich. Die Hafeneinrichtungen verfügen über Trockendocks und mehr als drei Kilometer lange Kais. Wolle ist die Hauptexportware. Weitere Handelsgüter sind tiefgekühltes Fleisch, Leder, Zucker, Milchprodukte, Mais und Kohle. Eisenbahnlinien verbinden die Stadt mit allen wichtigen Zentren Australiens sowie mit der umliegenden Region, die in den Bereichen der Landwirtschaft und des Bergbaues zu den produktivsten Regionen des Landes gehört. Brisbane ist ein bedeutendes Zentrum der Lebensmittel verarbeitenden Industrie, für Gerbereien, den Fahrzeugbau sowie für die Herstellung von Kleidung, Zigaretten, Schuhen und Maschinen. Das Stadtbild ist von breiten Straßen, zahlreichen Parks und vielen modernen Gebäuden geprägt. Zu den bedeutendsten gehören das Parlamentsgebäude, die Stadthalle, das Brisbane-Museum und die Gebäude der Universität von Queensland (gegründet 1910).

Brisbane war ursprünglich eine 1824 eingerichtete britische Strafkolonie. Sie wurde nach dem britischen Verwalter, Soldat und Astronomen Thomas Brisbane benannt, dem damaligen Gouverneur der angrenzenden Kolonie New South Wales. Brisbane wurde 1842 für freie Siedler geöffnet und 1859 zur Hauptstadt der neu geschaffenen Kolonie Queensland erhoben. Die Weltausstellung von 1988 fand in Brisbane statt.

Hier ist das schnellste Bevölkerungswachstum von ganz Australien zu beobachten. Zwischen 1940 und 1986 verdoppelte sich die Zahl der Einwohner. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,57 Millionen (1998).

Adelaide

Adelaide, Stadt im südlichen Australien, Hauptstadt und größte Stadt des Staates South Australia.

Die Stadt liegt am Golf von Saint Vincent (einem Arm des Indischen Ozeans). Zu den wichtigsten Produktionszweigen gehören die Herstellung von elektronischen Bauteilen, Fahrzeugen, Maschinen, chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Textilien. Darüber hinaus ist Adelaide ein Zentrum der australischen Weinproduktion.

Das Stadtbild weist einen schachbrettartigen Grundriss mit breiten Straßen, großzügig angelegten Plätzen und zahlreichen Grünflächen auf. Herausragende Sehenswürdigkeit ist das 1977 eröffnete Adelaide Festival Centre, das u. a. ein Theater und ein Amphitheater umfasst. In dem Gebäudekomplex findet alle zwei Jahre im März ein international renommiertes Kunstfestival statt. Weitere Attraktionen sind die Botanischen Gärten mit einer Vielzahl mediterraner und subtropischer Pflanzen, das Naturhistorische Museum, die Nationalgalerie von Südaustralien sowie die Kathedralen von Saint Peter (anglikanisch) und Saint Francis Xavier (römisch-katholisch). In der Stadt sind die Universität von Adelaide (gegründet 1874) und die Universität von Südaustralien (gegründet 1991) ansässig.

Adelaide wurde 1836 von Colonel William Light gegründet und nach der Frau des britischen Königs Wilhelm IV., Adelheid von Sachsen-Meiningen, benannt. 1840 erhielt Adelaide als erste australische Stadt eine eigene Gemeindeverwaltung. Die Stadt erlangte für die Erschließung des Flusstales des unteren Murray große Bedeutung.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,09 Millionen.

Great Barrier Reef

Kette von Korallenriffen in der Korallensee vor der Nordostküste Australiens.

Das Riff, die weltweit größte Ablagerung von Korallen, erstreckt sich über 2 010 Kilometer entlang der Küste von Queensland bis zur Torresstraße, die zwischen Australien und Neuguinea liegt. Das Riff ist zwischen 16 und 240 Kilometer von der Küste entfernt und wird von zahlreichen Inseln und Atollen überragt. Durch chemische Analysen von Bohrproben wurde das Alter des Riffs auf annäherungsweise 600 000 Jahre bestimmt.

Das Große Barrierriff ist Lebensraum von mehr als 14 000 Tierarten. Die Korallen selbst sind die kalkhaltigen Skelette winziger Wassertiere, die in Symbiose mit Algen leben. Das Riff beheimatet auch viele größere Wassertiere, darunter mehr als 1 000 Fischarten. Es ist ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt, und zählt zu den wichtigsten Tourismuszielen in Australien. Das australische Parlament erließ 1975 den Great Barrier Reef Marine Parc Act, in dem die menschliche Nutzung des Areals geregelt wird. Circa 5 Prozent des Riffs wurden als Schutzzonen ausgewiesen, in denen lediglich wissenschaftliche Forschung betrieben werden darf. Zudem erklärte die UNESCO 1981 das Große Barrierriff zum Weltnaturerbe.

Den Ergebnissen einer im Oktober 2000 veröffentlichten Studie zufolge ist das Große Barrierriff aufgrund der Klimaänderung der vergangenen Jahrzehnte ernsthaft in seiner Existenz gefährdet. Bei weiterem Anstieg der Wassertemperatur wurde ein Ausbleichen und anschließendes Absterben zahlreicher Korallen prognostiziert. Gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität bewirkten in den vergangenen Jahren eine Erholung der Bestände. Einem im Februar 2003 vom Australischen Institut für Meereswirtschaft veröffentlichten Bericht zufolge sind nur noch rund 6 Prozent des gesamten Riffs bedroht. Um den ökologischen Zustand weiter zu verbessern, beschloss die australische Regierung im Juli 2003 eine Ausweitung der Schutzzonen auf rund 30 Prozent des gesamten Geländes.

Uluru

Nationalpark im australischen Bundesstaat Northern Territory.

Das Gebiet umfasst eine Fläche von 1 260 Quadratkilometern und liegt im äußerst trockenen Landesinneren des Kontinents, südwestlich des Ortes Alice Springs. Der Park wurde ursprünglich im Jahr 1958 unter dem Namen Nationalpark Ayers Rock – Mount Olga eingerichtet; 1977 benannte man ihn in Uluru Nationalpark um. 1985 wurde das Land offiziell an seine ursprünglichen Besitzer zurückgegeben, die Aborigines vom Clan der Pitjantjatjara. Die Aborigines verpachteten anschließend das Gebiet an das Australische Amt für Nationalparks und Naturschutz (Australian National Parks and Wildlife Service). 1987 wurde der Park in die Welterbeliste (World Heritage List) der UNESCO aufgenommen.

Im Park gibt es zwei bedeutende geologische Naturdenkmäler: der berühmte monolithische Uluru (früher Ayers Rock genannt), einer der größten Inselberge der Welt, sowie etwa 30 Kilometer weiter westlich eine Gruppe von weiteren Inselbergen mit dem Namen Olga Rocks. Der Uluru erhebt sich bis 348 Meter über die umgebende Wüste und 868 Meter über den Meeresspiegel. Er hat einen Umfang von 9 Kilometern und besteht aus feldspatreichem Sandstein (Arkose). Besonders eindrucksvoll wirkt er während des Sonnenuntergangs, wenn seine Farben von Rot in Purpur übergehen. Vor über 70 Millionen Jahren war der Uluru eine Insel in einem großen See. Die Olga Rocks, oder Kata Tjuta, sind eine Gruppierung von 28 massiven roten Felsformationen und bestehen aus einem Konglomerat verschiedener Gesteine. Zusammen mit dem Uluru bilden die Olga Rocks den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark. Der höchste Felsen, der Mount Olga, erreicht eine Höhe von 1 069 Metern über dem Meeresspiegel. Er wurde 1874 von dem Forscher Ernest Giles entdeckt, der ihn auf Wunsch seines Geldgebers nach Königin Olga von Württemberg benannte. Der Name Kata Tjuta stammt aus der Sprache der Aborigines und bedeutet „Ort mit vielen Köpfen”.

Sowohl Uluru als auch die Olga Rocks waren über Tausende von Jahren hinweg ein wichtiger Mittelpunkt der Kulthandlungen der Aborigines dieses Gebiets und spielen in zahlreichen Mythen eine zentrale Rolle. An den Wänden vieler Höhlen des Uluru findet man daher viele Felsmalereien der Aborigines. Der Uluru Nationalpark beherbergt annähernd 360 Pflanzenarten sowie 20 Arten einheimischer Säugetiere. Er stellt eine der bekanntesten touristischen Attraktionen Australiens dar und lockt jährlich etwa 650 000 Besucher an.

Aborigines

Die Traditionen der Aborigines weisen darauf hin, dass sie seit jeher in Australien gelebt haben. Anthropologen vermuten jedoch, dass sie aus Asien auswanderten und schließlich vor etwa 60 000 bis 40 000 Jahren nach Australien kamen. Diese Annahme wird durch die Tatsache gestützt, dass der Meeresspiegel zu dieser Zeit verhältnismäßig niedrig war und dadurch zwischen dem asiatischen und dem australischen Kontinent eine nahezu durchgehende Landbrücke bestand. Infolge eines Meeresspiegelanstiegs wurde dieser verhältnismäßig einfache Verbindungsweg später überflutet. Tasmanien wurde vor etwa 13 500 bis 8 000 Jahren ebenfalls durch die Anhebung des Meeresspiegels vom australischen Festland getrennt. Die hier beheimateten Aborigines erfuhren infolgedessen eine andere kulturelle Entwicklung als die Bewohner auf dem australischen Festland.

Bei diesen ersten Australiern handelte es sich um nomadisierende Sammler und Jäger, die dank ihrer genauen Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten, Vorkommen, Eigenschaften und Merkmale der australischen Vegetation und Tierwelt sowie der herrschenden Klimabedingungen überleben konnten. Die Aborigines setzten Feuer als Mittel ein, den Wuchs derjenigen Gräser zu fördern, die von Kängurus und anderen Jagdtieren bevorzugt werden. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sie systematisch ernteten und Pflanzensamen säten, um die Entwicklung von Grasland zu beschleunigen, und dass sie außerdem Dämme errichteten und Flüsse, Sümpfe und Seebuchten veränderten, um durch Wasserumleitungen Fischgründe leichter zugänglich zu machen.

In technischer Hinsicht war ihr Leben einfach. Die wichtigsten Gebrauchswerkzeuge waren Speere und Blasrohre, Bumerangs, Nadeln, Spulen, Holzschüsseln, Wasserblasen aus Tierhäuten, geflochtene Matten und Taschen aus Gräsern. Es wurden außerdem Kanus und Flöße aus Rinde und so genannte Einbäume verwendet, die aus einzelnen ausgehöhlten Holzstämmen angefertigt und gelegentlich mit Segeln aus geflochtenen Gräsern versehen wurden. Die Arbeitsteilung erfolgte nach Geschlecht: Männer und ältere männliche Jugendliche jagten große Tiere, Frauen sammelten essbare Früchte und Pflanzenteile und gingen auch auf die Jagd nach Kleintieren. Trotz dieser Aufteilung machten es die Lebensbedingungen erforderlich, dass alle Erwachsenen alle Fähigkeiten besaßen, um ihr Überleben zu sichern.

Im Kontrast zu der relativ unkomplizierten Struktur des wirtschaftlichen Lebens und der Technik entwickelten die australischen Aborigines eine komplexe Sozialstruktur und eines der umfangreichsten Glaubensgefüge, das sämtliche Lebensbereiche mit einbezog. Ihre Weltauffassung drehte sich um die Traumzeit, ein kompliziertes und allumfassendes Konzept, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen einbezieht und ebenfalls die Zeit der Erschaffung zum Anbeginn der Zeit umfasst, während der mythische Wesen das Land formten, es mit Tieren, Menschen und Pflanzen besiedelten und dem sozialen Zusammenleben eine erste Form verliehen.

Die Grundwerte der Aborigines beinhalteten Selbstlosigkeit und die pflichtbewusste Erfüllung sozialer und religiöser Verpflichtungen. Status war von Besitztum unabhängig, das nur wegen seiner besonderen religiösen Bedeutung geschätzt oder aufgrund seiner praktischen Nutzungsfähigkeit bedeutungsvoll war. Der Handel spielte eine bedeutende Rolle, und der ganze Kontinent war von einem Netzwerk von Handelsrouten überzogen. Die Handelsgüter waren häufig sehr seltene Objekte oder besaßen eine überragende soziale oder religiöse Bedeutung, deren Funktion in der Aufrechterhaltung und Förderung der Bindungen und Harmonie zu anderen Gruppen bestand.

Als 1788 die erste europäische Siedlung entstand, hatten die Aborigines schon lange Zeit den gesamten Kontinent bevölkert und genutzt, indem sie sich an die unterschiedlichen geographischen und klimatischen Gegebenheiten von tropischen Regenwäldern über niederschlagsreiche gemäßigte Landstriche bis zu den trockenen Wüsten angepasst hatten. Es wird angenommen, dass die Bevölkerungzahl der Aborigines zu dieser Zeit zwischen 300 000 und einer Million Menschen lag und es über 200 verschiedene Sprachen gab. Die Zahl der größten, deutlich ausgeprägten Bevölkerungsgruppen belief sich auf ungefähr 50, die in ihren jeweiligen Gebieten lebten und nach der von ihnen gesprochenen Sprache benannt wurden. Europäer bezeichneten sie häufig als „Stämme”, aber obwohl sie kulturelle Gemeinsamkeiten aufwiesen, stellten sie keine eigenständigen wirtschaftlichen oder politischen Einheiten dar. Darüber hinaus gab es auch kein nationales Identitätsbewusstsein, sondern eher ein Eigenbewusstsein, das sich in den familiären und örtlichen Beziehungen und Gruppierungen begründete.

Die Ankunft der Europäer entwickelte sich für die Aborigines zu einer Katastrophe. Die Kommunikation zwischen den beiden Gruppen war minimal, und die Kluft zwischen den unterschiedlichen Kulturen hätte kaum größer sein können. Nach einer anfänglichen Zeit des gespannten Nebeneinanders wurden die Aborigines schon bald von den fruchtbareren Küstenlandstrichen vertrieben und ins Landesinnere abgedrängt. Versuchtem Widerstand wurde mit Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe durch Gewalt begegnet, die den Tod von einer großen Anzahl von Aborigines zur Folge hatten. Noch mehr starben jedoch infolge von Krankheiten, die die Siedler ins Land eingeschleppt hatten. In Tasmanien und im Südosten Australiens verschwand die Urbevölkerung nahezu vollständig, in allen Teilen des Kontinents kam es im ersten Jahrhundert nach der Besiedlung durch Weiße zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang. Aborigines, die diese extreme Entwicklung überstanden, wurden häufig zu Opfern brutaler Misshandlung oder so genannten Zivilisierungsversuchen durch Missionare unterworfen. Mitte des 19. Jahrhunderts nahm man allgemein an, dass die Aborigines als Kultur und vielleicht auch als eigenständige Rasse schnell verschwinden würden. 1920 belief sich die Zahl der Aborigines auf nur noch rund 60 000 Menschen.

Bis zu den sechziger Jahren lebte die verbleibende Urbevölkerung vorwiegend in ländlichen Gegenden. In den beiden darauf folgenden Jahrzehnten übersiedelten jedoch immer mehr von ihnen in die Stadtgebiete, wobei die Hauptstädte der Bundesstaaten und die größeren Provinzstädte besonders starken Zustrom erhielten. Die Zugezogenen wurden von der europäischen Mehrheit häufig misstrauisch empfangen und schlossen sich oft zu kleinen, äußerst unbeständigen und ghettoartigen Gemeinschaften zusammen. Sie dienten dem zunehmenden politischen Bewusstsein als Nährboden, das in den sechziger Jahren innerhalb der Bevölkerungsminderheit der Aborigines entstanden war. Zu dieser Zeit waren das soziale Ansehen und die politische Bedeutung der Aborigines so gering, dass man sie bis 1971 noch nicht einmal in den Volkszensus mit einschloss, und ein Referendum 1967 ermächtigte die australische Staatsregierung erstmals, politische Entscheidungen für Aborigines zu treffen. Die anfängliche Besorgnis hinsichtlich der Lohngleichheit und zivilrechtlichen Gleichstellung wich schon bald einer rechtlichen Inanspruchnahme von Land mit besonderer kultureller und religiöser Bedeutung.

Bei der Volkszählung von 1991 wurden 238 492 Aborigines und 26 902 Torres-Straße-Insulaner gezählt, die häufig einfach in die ethnische Gruppe der Aborigines eingeordnet und nicht als eigenständige Gruppe betrachtet werden. Dieser beeindruckende Anstieg im Vergleich zu den Zahlen aus den zwanziger Jahren ist nur teilweise das Ergebnis von höheren Geburtenraten; er ist auch auf die Wiederentdeckung der eigenen Identität zurückzuführen.

Die größte Konzentration von Nachfahren der Aborigines lebt heute in New South Wales und Queensland (jeweils 26 Prozent der australischen Gesamtbevölkerung der Aborigines), Western Australia (15,7 Prozent) und im Northern Territory (15 Prozent). Über 70 Prozent wohnen in Städten. Die traditionelle Lebensweise der australischen Ureinwohner ist ungeachtet der Tatsache, dass es zu einem Anstieg des Interesses an dem komplexen Lebenskonzept der Aborigines gekommen ist und mittlerweile auch in Schulen über die Kultur der Aborigines gelehrt wird, stark bedroht. In den neunziger Jahren schätzte man die Zahl der zur Bevölkerungsgruppe der Aborigines gehörenden Menschen, die mit der traditionellen Lebensweise ihrer Kultur direkten Kontakt haben, auf nur noch ungefähr 10 000. Diese Kultur herrscht vor allem noch im Northern Territory vor.

Jede Region Australiens wird durch einen eigenen Landrat der Aborigines vertreten, und in den meisten Regionen gibt es Zentren und Festivals, die diese besondere Kultur würdigen. Die ethnische Identität der Aborigines drückt sich mittlerweile auf unterschiedliche Art und Weise in Kunst, Popmusik, Literatur, Politik und Sport aus. Die ethnische Gruppe der Aborigines konnte sich mehrmals bei Fragen um Landrechte juristisch durchsetzen. Aborigines konnten sich das Eigentumsrecht über ausgedehnte Landstriche im Norden und im zentralen Bereich Australiens sichern. Gleichzeitig sind sie jedoch immer noch mit beträchtlichen sozialen und wirtschaftlichen Nachteilen konfrontiert. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung ist wesentlich geringer, als die der restlichen Bevölkerung. Probleme wie Arbeitslosigkeit, niedrige Familieneinkommen, die Abhängigkeit von Sozialleistungen und die hohen Kindersterblichkeitsraten sind sehr viel ausgeprägter und akuter als in der Gesamtbevölkerung, obwohl in den vergangenen Jahren Unterstützungsmaßnahmen getroffen wurden und man die Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen sowie die Gesundheitsvorsorge durch zusätzliche Zahlungen gefördert hat.

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