Von Camila nach Brisbane

Tag 418 (411), 19. Juli 2005 / Camila - Dululu
Gegen Mitte Morgen sind wir unterwegs und kommen um die Mittagszeit bei den Capricorn Caves an. Für eine stündige Tour verlangen sie satte AU$ 16.00 pro Person. Wir sind ein bisschen unschlüssig und geniessen entsprechend zuerst unsere Salami Sandwichs. Gesättigt entscheiden wir uns dann gegen die Caves und für die Weiterfahrt nach Rockhampton.
Da wir die Caves nicht besucht haben steht uns genügend Zeit zur Verfügung die Scenic Route von Yeppoon über Emu Park zurück nach Rockhampton zu fahren. Die Route weiss landschaftlich zu gefallen, aber da es nicht wirklich Aussichtspunkte oder schön gelegene Raststätten hat muss man das Ganze mehr oder weniger die ganze Zeit aus dem Auto betrachten was nicht so ganz zu gefallen weiss. Zumindest das Captain Cook Monument 'The Singing Ship' weiss zu gefallen. Das Monument ist so konstruiert, dass dieses wenn es genügend Wind hat richtig singt. Da es heute ziemlich kräftig weht kommen wir in den Genuss eines halben Konzerts.
Zurück in Rockhampton gibts eine schnelle Einkaufstour bevor wir uns auf den Weg zum Botanischen Garten machen wollen. Auf dem Parkplatz stellen wir jedoch fest, dass sich unter unserem Auto wieder einmal eine Kühlerwasserpfütze gebildet hat. Wir können das Leck im ersten Moment nicht ausfindig machen und rufen so RACQ an. Während der Wartezeit finden wir den defekten Schlauch (denjenigen welchen wir erst gerade ersetzt hatten), sagen dem kurz danach eintreffenden RACQ Typen jedoch nichts um zu sehen ob er allenfalls noch was anderes sieht; irgendwie erscheint es uns komisch, dass wir seit längerem immer die gleichen oder ähnlichen Probleme haben. Dieser findet jedoch auch nur das Leck, füllt uns mit Wasser auf und sendet uns zur Toyota Garage um einen neuen Schlauch zu kaufen.
Toyota schickt uns dann kurz darauf, da sie keinen solchen Schlauch auf Lager haben, zu Repco, welche uns aus dem gleichen Grund kurz darauf zu Allied Parts schicken. Repco hat jedoch vorher angerufen und abgeklärt, dass sie das gesuchte Modell auch auf Lager haben. Vor Ort stellen wir fest, dass sie die falsche Artikelnummer angegeben haben, finden jedoch kurz darauf das korrekte Stück, welches wir danach auch einbauen, die Karre wieder mit Wasser nachfüllen und losdüsen. Leider ist es in der Zwischenzeit bereits nach 16:30 Uhr, so dass unser Besuch des Botanischen Gartens wortwörtlich in Kühlerwasser fällt.
Nach etwa 60 Kilometer stellen wir mit schrecken fest, dass unsere Motorentemperatur fast im roten Bereich ist. Sofort halten wir an und stellen fest - richtig - dass wir wieder Kühlerwasser tropfen. Selbstverständlich finden wir kein Leck und entscheiden, da es in der Zwischenzeit dunkel geworden ist, Wasser nachzufüllen und bis zur 2 Kilometer entfernten Raststätte in Dululu zu fahren und Morgen den Motor genauer unter die Lupe zu nehmen. Nun, zumindest treffen wir in Dululu auf eine schöne Raststätte, mit sauberen WC's und man könnte für AU$ 5.00 pro Auto sogar Strom und Duschen haben. Wir wollen jedoch nur noch was essen und den Rest des Abends 'herunterfahren'.

Tag 419 (412), 20. Juli 2005 / Dululu - Monto
Nach dem Frühstück machen wir uns im Regen auf den Weg nach Wowan, welches 10 Kilometer von Dululu entfernt ist, aber dafür eine RACQ Garage hat. Dort stellt man fest, dass die Wasserpumpe rinnt und sie selbstverständlich kein solches Modell auf Lager haben. Zwei Telefonate später wird ein solches Teil jedoch ausfindig gemacht und uns offeriert, dass man für AU$ 180.00 das Teil auf heute Nachmittag hierher kommen lässt und einbaut. Naja, da wir nicht wirklich eine Wahl haben sagen wir entsprechend zu.
Da es für den Moment nichts weiter zu tun gibt machen wir uns daran Wowan anzukucken, was wir etwa 15 Minuten später auch bereits erledigt haben. Den Rest der Wartezeit verbringen wir bei der Garage im Auto mit Lesen und Fertigstellen der Staffel 8, bis gegen 13:30 Uhr endlich unsere Wasserpumpe kommt; ok, eigentlich wurde diese nur bis nach Dululu geliefert und unser Garagist musste sie dort abholen gehen. Bis wir dann schlussendlich auf dem Weg sind ist es bereits 14:30 Uhr. Da wir noch richtiges Kühlerwasser brauchen legen wir in Biloela einen kurzen Stopp ein und schaffen es bis am Abend noch auf die etwa 10 Kilometer nördlich von Monto liegende Raststätte, wo zum Glück Campieren erlaubt ist und wir entsprechend den Rest des Tages verbringen.

Tag 420 (413), 21. Juli 2005 / Monto - Nanango
Heidi ist nicht so ganz fit, so dass es am Morgen ein bisschen länger dauert als geplant. Wir erreichen den Cania Gorge jedoch gleichwohl ziemlich früh, so dass Mano (Heidi bleibt im Auto) sich die Sehenswürdigkeiten anschauen kann. Beim Cania Gorge handelt es sich anders als die Gorges welche wir bis anhin kennen gelernt haben wohl um eine Schlucht, aber nicht diese ist die Sehenswürdigkeiten sondern diverse, kleinere Punkte. Als erstes mache ich mich auf zum 'Dripping Rock' wo Regenwasser aus dem Sandstein austritt und entsprechend diverse Moose und Farne aufzufinden sind. Da wir jedoch noch immer Trockenzeit haben ist das Gewächs und Wasser nicht allzu intensiv. Das nächste Ziel, 'The Overhang', ist eindrücklicher. Hier handelt es sich, wie der Name bereits verrät, um einen mächtigen Überhang, welcher sich über einen Bach erstreckt und unterwandert werden kann. Leider haben wir heute die Sonne noch nicht gesehen, so dass die Lichtverhältnisse nicht wirklich optimal sind. Auf der anderen Seite der dicht bewachsenen Schlucht befinden sich noch die 'Dragon Caves' und 'Bloodtree Caves'. Bei diesen handelt es sich jedoch nur um einfache Höhlen, welche nur durch den Namen zu beeindrucken vermögen.
Auf dem Rückweg zum Auto treffe ich noch auf ein älteres Australier Pärchen und bleibe etwa 20 Minuten hängen und erreiche entsprechend erst kurz vor Mittag den Parkplatz. Alles in allem hat sich dieser Ausflug insofern gelohnt, dass ich mir wieder einmal etwas länger die Beine vertreten konnte. Beim Auto gibt es noch eine kurze Kaffeepause und danach sind wir wieder auf dem Asphalt unterwegs. Da wir aufgrund unserer Kühlwasserpanne von gestern einen halben Tag verloren haben sind wir zügig unterwegs und machen nur noch einen Halt um zu Essen, zu Tanken und uns bei einem Kaffee ein bisschen zu erholen. Ach ja, in Eidsvold fahren wir noch an 'The Big Orange' vorbei, eine weitere übergrosse Plastikskulptur, welche von denjenigen welche wir bis anhin gesehen haben am wenigsten zu gefallen weiss, aber ein Photo muss gleichwohl sein.
Während der Kaffeepause stellen wir mit Schrecken fest, dass wir wieder Kühlerwasser verlieren!!! Das Leck ist diesmal jedoch schnell gefunden und wir stellen ausschnaufend fest, dass es sich diesmal glücklicherweise nur um eine Klammer handelt welche sich ein bisschen gelöst hat. Entsprechend sind wir ein paar Schraubenzieherumdrehungen später wieder unterwegs. Auf dem letzten Teilstück nach Nanango geniessen wir einen schönen Sonnenuntergang, welcher jedoch von einem fantastischen Vollmondaufgang überschattet wird. Im Westen verabschiedet sich die Sonne und praktisch gleichzeitig geht im Osten der Vollmond auf. Das letzte Mal wo wir ein solches Schauspiel geniessen konnten waren wir im Bus im Süden von Argentinien/Chile unterwegs nach Feuerland. Entsprechend war es da praktisch unmöglich ein Photo zu machen. Diesmal müssen wir es uns jedoch nicht entgehen lassen und wir machen einen längeren Stopp um dieses Schauspiel auf unserem Chip festzuhalten.
Den Rest des Abends gibt es nichts Spezielles mehr zu vermelden. Mit relativ viel Autofahren haben wir heute den verlorenen Halbtag von gestern mehr oder weniger aufgeholt, so dass wir ab Morgen unsere letzten Tage wieder nach unserem Plan verbringen können; Holz aalänge.

Tag 421 (414), 22. Juli 2005 / Nanango - Caboolture
Heidi ist noch immer angeschlagen, so dass wir es am Morgen gemütlich nehmen. Das Wetter trägt auch seinen Teil dazu bei, dass wir langsam in die Gänge kommen, denn es ist trüb, kalt, windig und regnet ein bisschen. Pünktlich um 10:00 Uhr verlassen wir den Campground und fahren nach Down Town ins Visitor Center um eine Karte und detaillierte Angaben über den 'Trompe de l'oeil' und die Murals einzuholen, welche gemäss unserem Lonely Planet empfehlenswert sind.
Der 'Trompe de l'oeil' befindet sich gleich beim Visitor Center. Hierbei handelt es sich jedoch auch "nur" um ein Mauergemälde, welches jedoch nicht so wirklich zu überzeugen weiss. So durchkreuzen wir schon bald einmal das Städtchen um uns die Murals anzuschauen. Das Städtchen ist nicht wirklich gross und die Murals sind nicht wirklich weit gestreut. Da diese mit ihren landschaftlichen Themen auch nicht wirklich unseren Geschmack treffen sind wir mit dem Rundgang relativ schnell fertig und auf dem Weiterweg zur Ostküste.
Wir treffen gegen Mittag beim weltbekannten Australian Zoo ein. Wir erkundigen uns ob es möglich ist ein Ticket zu kaufen welches es uns ermöglicht heute Nachmittag einen Teil der Shows zu kucken und die Morgenshows Morgen Vormittag. Da unsere Anfrage verneint wird fahren wir nach Caboolture um die letzten Infos für unser 4WD Mietauto für Fraser Island einzuholen und unsere Vorräte aufzustocken. Bei der Tourist Information treffen wir auf eine äusserst hilfsbereite Mitarbeiterin, welche uns alle Infos raussucht und sogar mehrere Anrufe tätigt um Preisofferten einzuholen. Die billigste Variante ist ein 4WD ab Noosa Heads für AU$ 115.00 pro Tag. Das Wetter hat sich in der Zwischenzeit nicht wirklich gebessert, im Gegenteil. So entscheiden wir uns noch für eine Internet Session. Leider hat Mano vergessen die Photos auf den USB Stick zu laden, so dass der Update nicht gemacht werden kann - sorry. So unterhalten wir uns einfach mit ein bisschen Surfen und Mailen bevor wir uns auf den Rückweg nach Caboolture machen wo wir etwa 10 Minuten nördlich vom Zoo eine Raststätte erspäht haben wo Campieren erlaubt ist; nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber da wir nicht anspruchsvoll sind und wir nahe beim Zoo sind lassen wir uns hier nieder.
Da es ohne Sonne noch kühler geworden ist halten sich unsere nächtlichen Aktivitäten in Grenzen. Immerhin reicht es für ein Telefonat mit Pelican 4X4 Rentals um unser Auto für Fraser zu buchen. Ab Noosa Head zahlen wir AU$ 115.00, abzüglich 10% Travel Agent Rabatt. Zusätzlich übernehmen sie die Fähre von Noosa Heads nach Rainbow Beach (AU$ 5.00 pro Weg) und überlassen uns das Fahrzeug schon am Abend davor, so dass wir mehr Zeit für Fraser haben werden.

Tag 422 (415), 23. Juli 2005 / Caboolture - Rainbow Beach
Wir kommen pünktlich um 09:00 Uhr beim Australian Zoo an. Es ist noch immer bewölkt und kühl, aber wir haben schon ein paar Sonnenstrahlen gesehen und sind optimistisch, dass sich die Sonne im Verlauf des Tages noch zeigen wird. Als erstes machen wir einen kleinen Rundgang im unteren Teil des Zoos, da wir uns um 10:00 Uhr die Otter-Fütterung anschauen wollen. Wir kommen bei den American Alligators und den Süss- und Salzwasserkrokodilen vorbei, welche sich in schönen, relativ grossen Gehegen tummeln bzw. rumhängen. Wir sehen auch ein paar Koalas, welche wie die Alligatoren nicht gerade aktiv sind aber anstatt am Boden in den Bäumen rumhängen; kein Wunder, schlafen die Viecher ja bis zu 20 Stunden pro Tag. Auf dem Rückweg zu den Ottern kommen wir auch beim Tasmanischen Teufel vorbei. Hier gelingt es uns nicht wirklich ein Photo zu machen, da dieser die ganze Zeit hyperaktiv im Gehege herumrennt.
Um 10:00 Uhr gehen wir wie geplant bei den Otter vorbei, welche die ganze Zeit im Gehege herumtollen und die Besucher bestens zu unterhalten wissen. Da die Hauptattraktion um 11:00 Uhr im Crocodom stattfindet machen wir uns danach langsam auf den Weg zu demselbigen. Unterwegs bekommen wir unsere ersten Dingos und Cassowaries zu sehen. Wir entscheiden uns dann unsere Sitze rechtzeitig einzunehmen und ein bisschen Warten in Kauf zu nehmen. Als Vorspann zeigen sie auf der Grossleinwand diverse Episoden von Steve Irwin, so dass es nicht wirklich langweilig ist. Die Show selber besteht aus vier Teilen: die Schlangenshow, die Tigershow, die Vogelshow und die Krokshow. Die Schlangenshow weiss nicht zu überzeugen, aber die darauf folgende Tigershow ist sehr aktiv und unterhaltsam, da sich die Tiger verspielt zeigen. Die Vögel sind schön anzuschauen und fliegen im ganzen Dom herum. Im Gegensatz zu Alice Springs bekommen wir jedoch keine Raubvögel zu sehen, so dass sich die Action in Grenzen hält. Zum Abschluss gibt es noch Informationen zu den Salties, wobei sie ein etwa 6 Meter grosses Tier in den Dom einlassen und füttern. Es erweist sich als ziemlich eindrücklich zu beobachten wie sich dieses massive Tier aus dem Wasser katapultiert um das offerierte Futter zu packen.
Selber hungrig geworden gönnen wir uns zum Mittagessen selber einen Mocken Fleisch. Da sie jedoch keine Crocburger oder ähnliches haben müssen wir uns mit normalen Burger begnügen. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Tiger Tempel, wobei wir durch das Kängurugehege gehen müssen wo wir auch ein Albino sehen und streicheln können. Der Tempel ist ein ziemlich grosses und schönes Gehege, welches sich die Tiger mit Geparden teilen müssen. Um Konflikte zu vermeiden werden die Tiere jedoch nicht gleichzeitig rausgelassen. Als wir ankommen findet gleich eine 'Fütterung' statt. Die Tiger werden mit ein bisschen Milch zum Fenster gelockt und dort hautnah vorgeführt. Die Tiger sehen wir grosse Katzen aus, aber sobald man die Zähne und Tatzen zu sehen bekommt verschwindet der kuschelige Eindruck. Auf dem Weg zum Ausgang gehen wir noch durch einen riesen Vogelkäfig, aber leider machen alle schönen Viecher gerade Siesta und sind nicht zu sehen. Als Abschluss besuchen wir noch das Schlangenhaus, wo wir auf prächtige, Australische Exemplare treffen welche sich überraschend aktiv zeigen.
Wieder ausserhalb des Zoos rufen wir beim Autoverleih an um uns nach dem Weg zu erkunden und mitzuteilen, dass wir unterwegs sind. Gegen 16:00 Uhr treffen wir dort ein und stellen mit Erstaunen fest, dass es sich hierbei um ein privates Grundstück handelt wo ein paar 4WD's herumstehen. Der Verleiher ist jedoch ein angenehmer Typ welcher uns mit haufenweise Infos und Karten zudeckt und auch sonst viel und gerne plaudert. So packen wir unsere Sachen erst um 17:00 Uhr und sind nach 17:30 Uhr unterwegs; Die Karre ist ein kleiner, alter Jeep welcher jedoch in gutem Zustand zu sein scheint. So erreichen wir problemlos die Fähre und setzten in der Dunkelheit nach Rainbow Beach über. Von hier aus sind es noch ein paar Meter Asphalt und danach fahren wir mit etwa 80 km/h den Strand entlang. Da wir gemäss der Ebbe- und Flut-Zeiten bis 19:00 Uhr auf dem Strand fahren können haben wir eigentlich keinen Stress, aber da die Sicht nicht allzu gut ist und auf der rechten Seite die ersten Wellen zu sehen sind kommt doch ein bisschen ein Kribbeln auf. Und prompt übersehen wir eine Bodenwelle (oder Flussbett) und fliegen durch die Luft. Ob wir tatsächlich mit allen vier Rädern abgehoben haben können wir nicht mir Sicherheit sagen, aber es hat sich zumindest so angefühlt. Glücklicherweise hat es dem Auto nichts gemacht, aber wir fahren danach doch ein bisschen vorsichtiger ;o( und versuchen einfach das hereinkommende Salzwasser zu ignorieren.
Kurz darauf sehen wir ein paar hundert Meter vor uns ein Paar Rücklichter, welchen wir für die Rest der Fahrt folgen und so gleich beim ersten Mal unseren Camping finden; aufgrund der Dunkelheit, der nicht allzu guten Sicht und der schlechten Beschilderung wären wir alleine wohl vorbeigefahren. Nach der Ankunft stellen wir nach langer, langer Zeit wieder einmal unser Zelt auf und machen uns daran unser Nachtessen zuzubereiten. Leider müssen wir feststellen, dass das Netz unserer Gaslaterne kaputt gegangen ist und da wir kein Ersatz mitgenommen haben müssen wir unsere Stirnlampen gebrauchen. Als wir dann anfangen wollen zu kochen fängt der Gasschlauch Feuer; dass nicht der ganze Tank in die Luft geflogen ist erscheint uns wie ein Wunder. So gibt es nach einem langen Tag nur kalte Sandwichs zum Essen, aber auch diese wissen zu sättigen, so dass wir uns zumindest nicht hungrig ins Zelt zurückziehen müssen.

Tag 423 (416), 24. Juli 2005 / Rainbow Beach - Fraser Island
In der Nacht hat es angefangen zu regnen und hört bis etwa 09:00 Uhr am Morgen nicht auf. Da Heidis Gesundheitszustand nicht wirklich besser geworden ist bleiben wir bis 09:00 Uhr liegen und machen uns dann auf den Weiterweg; aufgrund unseres gestrigen Schlauchdebakels ohne Kaffee!! Von hier aus können wir nicht mehr dem Strand entlang fahren sondern müssen der Inlandroute folgen, was nichts anderes ist als eine Sandstrasse welche durch den Wald führt. Aufgrund des schlechten Wetters und Koffeinmangels können wir die Strecke nicht so wirklich geniessen, aber zumindest gewinnen wir die Sicherheit, dass wir mit unserem Auto keine Probleme haben sollten.
In Rainbow Beach holen wir bei der Ranger Station unser Permit für Fraser Island und für zwei Nächte Campieren ab, was uns AU$ 64.00 kostet. In Rainbow Beach gehen wir dann noch auftanken und Einkaufen, wo wir glücklicherweise auch Netze für die Gaslampe und einen neuen Schlauch für den Kocher finden. Heidi will für sich noch Medikamente einkaufen, aber da die Apotheke geschlossen hat gibt es nur Aspirin und Hustenbonbons vom Supermarket. Bevor wir uns dann auf den Weg zur Fähre machen wollen wir noch per Telefon den Camping im Norden von Fraser Island, Waddy Point, reservieren; die meisten Campings sind auf der Basis 'first comes first serves' ausser Waddy Point und ein, zwei andere Campgrounds. Die Tussi am Telefon hat von Tuten und Blasen keine Ahnung, so dass das Ganze etwa eine halbe Stunde dauert und sie uns am Ende aufgrund eines 'Systemfehlers' AU$ 64.00 anstatt AU$ 8.00 auf der Kreditkarte belastet. Wir sind jedoch der Meinung, dass wir die Campinggebühren bereits auf der Rangerstation mit dem Permit bezahlt haben und fahren entsprechend schnell zurück. Hier teilt sie uns mit, dass die zu reservierenden Campgrounds separat zu bezahlen sind, schreibt uns jedoch die doppelt bezahlten AU$ 8.00 gut und stellt ein neues Permit aus. Was die 'Telefongutschrift' betrifft sollten wir nach Fraser Island eine Nachricht auf der Combox haben, dass dies erledigt ist; schau' mer mal.
Nach all dem Sch... sind wir erst um 12:00 Uhr auf der Fähre, wo wir wenig später auch ankommen. Aufgrund der Flutenzeiten können wir jedoch noch nicht dem Strand entlang fahren; dies ist gemäss Vertrag nur ab drei Stunden nach und bis drei Stunden vor der high tide möglich. So fahren wir unsere ersten Meter auf der Inlandroute, was zwar landschaftlich interessanter aber langsamer ist, da man hier aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse nur etwa zwischen 10 und 60 km/h fahren kann. Wir werden jedoch mit zwei wilden Dingos belohnt, welche sich plötzlich neben unserem Auto aus den Gebüschen auf die Strasse hetzen und vor uns einander nachjagen. Wir beobachten sie, bis der hintere den vorderen einholt, diesen in den Hintern beisst und dann gemütlich wieder in die Gebüsche davontrottet; anscheinend nur ein kleiner territorialer Streit.
Bevor wir uns wieder auf die Strandstrasse machen nehmen wir unser Mittagessen zu uns und geniessen die in der Zwischenzeit wärmende Sonne. Auf dem Strand fahren wir wieder mit bis zu 80 km/h und müssen nur abbremsen wenn sich ein Bach vom Festland durch den Sand ins Meer kämpft und entsprechend auf dem Strand mehr oder weniger tiefe Rillen hinterlässt. Den ersten Stopp machen wir beim Rainbow Gorge, welchen sich Mano von nahem ankucken geht; Heidi fehlt die Kraft und bleibt im Auto. Der Gorge verdient den Namen Rainbow jedoch nicht wirklich, denn ausser gelbem Sand, weissem Sand und rostroten Felsen hat es nicht allzu viele Farben. Mit den Bäumen und dem Panoramablick aufs Meer hinaus kann man sich jedoch absolut die Zeit nehmen um den Gorge zu besuchen.
Die nächste Sehenswürdigkeit ist der Eli Creek, der grösste Süsswasserbach welcher von der Insel ins Meer fliesst. Hier kann man etwa hundert Meter dem Boardwalk dem Flussverlauf ins Landesinnere folgen und sich von da aus vom Fluss wieder fast ins Meer treiben lassen. Da dieser Spott jedoch ziemlich populär ist und sich entsprechend viele Leute im und um das Wasser tummeln lassen wir dem Schwimmteil sein und geniessen einfach die Landschaft. Den nächsten Stopp legen wir beim 'Maheno Wreck', einem alten, verrosteten Schiffwrack, welches seit Jahren auf dem Strand von Fraser Island dahinrostet, aber noch immer eine gute Photogelegenheiten bietet. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit halten wir bei den 'Pinnacles' nur schnell um ein, zwei Photos zu schiessen und fahren danach nonstopp weiter bis zum Indian Head wo wir aufgrund der guten Lichtverhältnisse auch noch schnell ein Photo schiessen bevor wir zu unserem Camping fahren. Von hier aus geht es wieder durch das Landesinnere und wir finden eigentlich eine super schöne, tiefe, sandige Strasse vor, welche für jeden 4WD eine Challenge darstellen dürfte. Aufgrund des langen, z.T. anstrengenden Tages sind wir jedoch ein bisschen müde geworden und können die Strecke nicht mehr so richtig geniessen.
Kaum haben wir unser Zelt aufgestellt kommt auch schon der Ranger vorbei um zu sehen ob wir eine Reservation haben und uns bezüglich dem Verhalten bei einem allfälligen Treffen auf Dingos zu briefen. Danach geniessen wir unser warmes Nachtessen und lesen noch bis uns die Augen definitiv zufallen.

Tag 424 (417), 25. Juli 2005 / Fraser Island
Heidi hat sich eine gute Zeit ausgesucht Krank zu werden ;o( Aber da wir nicht wirklich Stress haben können wir es am Morgen gemütlich nehmen. Nach der Dusche kommt uns ein Guana besuchen und presst sich neben unserem Campground in einem Sonnenfleck flach auf den Boden um Wärme zu tanken. Mitte Morgen gehen wir beim Orchid Beach vorbei, welcher keine zwei Minuten von Waddy Point, unser Campground, entfernt und wunderschön am Strand gelegen ist, viel schöner als Waddy Point, welcher mitten im Wald liegt. Bei Orchid Beach hat es zwei kleine Sandlagunen und eine ziemlich hohe Sanddüne welche einem einen schönen Überblick über den ganzen Strand gibt.
Vor dem Mittag besteigen wir noch den Indian Head, welcher für uns nicht wirklich so aussieht, und geniessen von hier oben eine wunderbare Aussicht über die Sandstrände von Fraser Island. Im Meer erspähen wir noch ein paar Wale und Manta Rays, welche jedoch leider zu weit entfernt sind um sie auf einem Photo zu verewigen. Von hier aus geht es zu den Middle Rocks, wo die Champagne Pools zu finden sind. Die Pools sind von Felsen umgebene, im Meer liegende Bassins, welche auf Fraser Island die einzige Möglichkeit sind in Salzwasser zu baden, da es ansonsten aufgrund von der Untergrundströmung und Haien zu gefährlich ist. Aufgrund der unterschiedlichen Wassertiefe sind diese schön anzusehen, aber auch hier hat es ein bisschen zu viele Touristen (wie mag es hier wohl während der Hochsaison zu- und hergehen?), so dass wir das Baden sein lassen und einfach die Sonne und die Gegend auf uns einwirken lassen.
Etwas früher als offiziell erlaubt begeben wir uns auf den Strand und machen uns auf den Weg zum Zentrum der Insel, wo sich unter anderen auch der bekannte 'Lake McKenzie' befindet. Bei den 'Colored Rocks' legen wir einen kurzen Halt ein, fahren jedoch schon bald wieder weiter, da von den 'Colors' nicht wirklich viel zu sehen ist. Bei den 'Pinnacles' legen wir dann einen längeren Stopp ein; zumindest länger als gestern auf der Hinfahrt, aber auch diese farbige Sandküste hat man nach ein paar Minuten gesehen. So sind wir schnell wieder auf dem Weiterweg zum Central Station Camping wo wir unser Zelt aufstellen wollen.
Wir kommen bereits gegen Mitte Nachmittag an; naja fast, denn vor der Central Station stossen wir auf den Kauri Campground, welcher näher an den Lakes liegt und wir entsprechend hier einkehren. Sobald das Zelt steht machen wir uns auf den Weg zum Lake McKenzie. Wir haben auf dem Hinweg, etwa 2 Kilometer vor dem Campround, einen Wegweiser gesehen und fahren logischerweise wieder zurück. Da viele Strassen auf Fraser Island jedoch Einbahnstrassen sind heisst dies, dass der Rückweg nicht unbedingt an den gleichen Orten vorbeiführt wie der Hinweg! So entscheiden wir uns spontan heute 'Lake Birrabeen' anzukucken und 'McKenzie' auf Morgen zu verschieben.
Beim 'Lake Birrabeen' steht die Sonne schon relativ tief, aber nichts desto trotz bekommen wir einen guten Eindruck von dem tiefgrünen, den See umgebenden Wald, dem weissen Sandstrand und dem tiefblauen Wasser. Da die Zeit schon zu weit fortgeschritten ist lassen wir das Baden sein und geniessen einfach ein bisschen die Stille - ausser uns ist keine Sau da! Die Strecke zum Lake ist ziemlich anstrengend zu fahren, da die Sandstrasse von unzähligen, aufgrund des Licht- Schattenspiels schwer zu sehenden Wurzeln gespickt ist und die Fahrt so ziemlich langsam und holperig ist. Entsprechend machen sich bei Mano die ersten Ermüdungserscheinungen bemerkbar (Heidi kann aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht fahren) und wir fahren nach dem Lake zurück zum Camping.
Der Camping liegt wieder, wie Waddy Point, im dichten Wald, so dass die Luft tagsüber nicht wirklich aufzuwärmen vermag und es am Abend relativ schnell wieder kühl wird; zumindest um diese Jahreszeit. So ziehen wir uns nach dem Nachtessen schon bald in unsere kuscheligen Schlafsäcke zurück und tauchen in unsere literarischen Welten ein.

Tag 425 (418), 26. Juli 2005 / Fraser Island -  Caboolture
Wir sind wieder relativ spät unterwegs und treffen erst gegen 10:30 Uhr beim 'Lake McKenzie' ein, aber es hat zum Glück noch nicht so viele Leute. Nach dem wir die letzten Meter des Pfades zurückgelegt haben und wir den See erreichen verschlägt es uns fast den Atem. Der Anblick welcher sich uns bietet ist atemberaubend schön: schneeweisser, unglaublich feiner Sand, tiefgrüne Wälder und Wasser welches übergangslos von durchsichtig weiss bis tiefblau geht. Wow! Zu all den sich uns bietenden landschaftlichen Schönheiten kommt noch dazu, dass das Wasser wunderbar erfrischend kühl ist und ein Bad ein entsprechendes Muss ist; ausser natürlich man ist gesundheitlich nicht so ganz auf dem Damm. Wir nehmen die wunderschöne Landschaft in uns auf und verbringen etwa 1 1/2 Stunden am Strand, bis uns die in regelmässigen Abständen auftauchenden Touristen-Busladungen zu viel werden und wir uns von dieser wirklichen Bilderbuchlandschaft trennen.
Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Tankstopp in Eloy, wo wir sicherheitshalber ein paar Liter nachfüllen und aufgrund des Sonnenstandes auch gleich unser Mittagessen am Strand einnehmen. Von hier können wir den Strand relativ gut überblicken und entscheiden augrund des Wasserstandes den Strand 1 1/2 Stunden früher als offiziell zu befahren. Das Wasser kommt z. T. zwar noch relativ weit den Strand hinauf, da wir jedoch immer etwa 3 - 5 Meter trockenen Strand vorfinden stellt dies nicht wirklich ein Problem dar und wir kommen problemlos voran. Wir stossen noch auf 2, 3 Stellen wo wir durch Salzwasser fahren müssen, aber da diese Stellen nur ein paar Zentimeter tief sind, wenn überhaupt, halten wir nicht an.
Kurz bevor wir die Fähre erreichen müssen wir dann doch einen Stopp einlegen, da der obere Teil des Strandes mit angeschwemmten Baumstämmen versperrt ist und der untere Teil noch in regelmässigen Abständen von Wellen überspült wird. Nach etwa 20 Minuten und nachdem bereits ein paar Autos vor uns die Stelle passiert haben umkurven auch wir die Stelle und befinden uns schon bald danach auf der Fähre nach Rainbow Beach. Die Zeit ist inzwischen ein bisschen knapp geworden, so dass wir nur beim 'Red Canyon' einen kurzen Stopp einlegen, welcher jedoch ähnlich wie die 'Colored Sands' auf Fraser Island nicht wirklich zu überzeugen weiss. Ansonsten fahren wir durch und erreichen die zweite Fähre von Rainbow Beach nach Noosa Heads gegen 17:00 Uhr, zu einem Zeitpunkt wo wir eigentlich unser Auto wieder hätten abgeben müssen. Schlussendlich erreichen wir unseren 'Vermieter' mit etwa 25 Minuten Verspätung. Es ist jedoch (noch) niemand zu Hause, so dass wir gleich mit dem umpacken beginnen. Ein paar Minuten bevor wir die Schlüssel im Auto wie abgemacht einschliessen tauchen sie dann doch noch auf und wir unterhalten uns noch ein wenig und tauschen die aktuellsten Infos bezüglich Fraser Island aus.
Etwa 10 Minuten nach unserer Abfahrt fängt es in unserem Van an zu riechen und wir stellen mit Schrecken fest, dass unsere Motorentemperatur im roten Bereich ist. Bei der nächst besten Möglichkeit halten wir an und schauen uns wieder einmal den Motor an. Wir finden ein kleines Leck in einem der Schläuche und ersetzen diesen mit unserem letzten Reserveschlauch. Danach füllen wir die Kiste mit Wasser auf und erreichen danach problemlos unsere Raststätte; die selbe welche wir schon vor unserem Zoobesuch beschlafen haben. Hier 'erstellen' wir unsere Packungen und bereiten unser Nachtessen nach 20:00 Uhr zu. Die Zeit bis zur Schlafsackzeit verbringen wir mit Berichte schreiben, Musik hören und lesen.

Tag 426 (419, 27. Juli 2005 / Caboolture - Brisbane
Von hier nach Brisbane gibt es ausser den 'Glass House Mountains' nichts mehr zu sehe und so gehen wir diese heute auch besuchen. Als erstes fahren wir zum Lookout von wo aus man eine gute Übersicht über die einzelnen, abrupt aufsteigenden Gipfel hat. Wie das Ganze im Jahre 2020 aussehen wird, wenn die 23'000 Hektar Wald abgeholzt werden welche die Berge umgeben.... Wir haben genügend Zeit und begeben uns zum nächsten Picknickplatz im National Park beim Mt. Gwerrah. Hier hat es einen Wanderweg zum Gipfel; während Mano sich auf den Weg macht bleibt Heidi beim Auto und schreibt den Flyer um unser Auto zu verkaufen.
Nach etwa 30 Minuten taucht Mano wieder beim Auto auf: der Aufstieg wird nach etwa 500 Meter zu einer Kletterpartie, welche er nach 10 Meter abbricht, da der Fels ziemlich abgeschliffen ist und er kein unnötiges Risiko eingehen will. Beim Parkplatz setzen wir den Flyer fertig auf, nehmen unser Mittagessen zu uns und machen uns auf den Weg nach Brisbane, was wir auch fast schaffen. Genauer gesagt kommen wir bis nach Charmoil, wo wir auf der Autobahn feststellen, dass unser Motor wieder einmal überhitzt ist und wir auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums notparkieren. Wir beugen uns wieder einmal über den Motor, können jedoch nichts finden, welches den Verlust des Kühlerwassers erklärt und müssen RACQ anrufen. Etwa 20 Minuten später wird uns mitgeteilt, dass der Radiator einen Sprung hat. Glücklicherweise haben die Vorbesitzer diesen erst im Januar ersetzt, mit zwei Jahren Garantie; in Canberra! Wir rufen den Typen in Canberra an und er gibt uns eine Adresse hier in der Nähe (Anaggorra) an, wo wir den Radiator unter Garantie flicken lassen können. Heute kommen sie jedoch nicht mehr dazu, aber wenn wir das Auto morgen früh vorbeibringen sollte es bis nach dem Mittag fertig sein.
So schaffen wir es heute mit viel Wasser doch noch bis nach Brisbane und werden von Colin herzlich begrüsst. Für die Nacht können wir unser Auto in der 'Garage' hinter dem Haus parkieren, wo wir auch die Nacht verbringen werden. Nach dem auch Josh und Claire zu Hause angekommen sind kochen wir uns Pasta, trinken ein Glass Wein und unterhalten uns. Da wir alle ziemlich müde sind legen wir uns dann relativ früh schlafen.

Tag 427 (420), 28. Juli 2005 / Brisbane
Heidi hat uns die halbe Nacht mit Husten wach gehalten. Nichts desto trotz stehen wir mit dem Wecker um 06:30 Uhr auf und sind nach einem kurzen Frühstück nach 07:00 Uhr auf dem Weg nach Anaggorra. Hier stellen wir um 07:45 Uhr unser Van ab und machen uns mit dem Zug auf nach Down Town wo wir uns als erstes eine heisse Schokolade und einen Kaffee im Starbucks gönnen. Auf dem Weg zur Thai Air gehen wir noch schnell in einem Internet Café vorbei um unsere Auto Flyers auszudrucken um diese in diversen Hostals aufzuhängen.
Gegen Mittag treffen wir wieder in Anaggorra ein. Das Auto ist jedoch noch nicht fertig, so dass wir hier in einem kleinen Park unser Mittagessen zu uns nehmen. Etwa um 14:00 Uhr können wir wieder Autofahren. So wie es aussieht kommen Abgase in das Kühlersystem, welche zu einem Überdruck führen und dazu geführt haben, dass der Radiator gesprungen ist. Glücklicherweise nimmt der Mechaniker die Reparatur unter Garantie, was er nicht unbedingt machen müsste. Zusätzlich gibt es noch eine Tablette in das Kühlwasser, welche die möglichen Abgase neutralisieren soll.
Am Nachmittag machen wir uns auf das Road Worhty Certificate zu bekommen, welches man in Queensland braucht um ein Auto verkaufen zu können. Kaum ist der Kontrolleur eingestiegen teilt er uns auch gleich mit, dass er uns mit diesem Steuerrad nicht zertifizieren könne. Wir entscheiden uns die Kontrolle gleichwohl zu machen und bitten ihn eine Liste der notwendigen Reparaturen mit ungefähren Kosten zu erstellen. Eine halbe Stunde später wissen wir, dass wir noch etwa AU$ 300.00 investieren müssen um das Zertifikat zu erhalten. Neben der Windschutzscheibe (Reparatur) und dem 'Diff' fallen noch kleinere Sachen wie das Steuerrad an. Um eine genauere Einschätzung der Kosten zu erhalten gehen wir noch bei lokalen Spezialisten vorbei wovon uns einer sogar gratis den Unterboden entölt, was auch ein Punkt auf der RWC Liste war.
Bis wir nach Hause kommen und mit Colin einkaufen gehen ist es bereits wieder nach 17:00 Uhr. Wir haben jedoch Glück und die Metzgerei ist bis 18:00 Uhr geöffnet, so dass wir an unser Krokodilfleisch (Croc tail) für unseren heutigen Grillabend kommen.  Zusammen mit den Einkäufen und Vorräten von Josh und Clair können wir ein super BBQ geniessen, wobei die Känguruwurst am Besten schmeckt. Dass Krokodilfleisch hat keinen richtigen Eigengeschmack ist jedoch äusserst saftig und zusammen mit der Sweet Chili Marinade echt lecker. Von der Konsistenz des Fleisches ist es in etwa zwischen Poulet und Fisch einzuordnen. So essen, trinken und unterhalten wir uns bestens bis in die späten Abendstunden bevor wir uns nach Mitternacht schlafen legen.

Tag 428 (421), 29. Juli 2005 / Brisbane - Bangkok
Wir beginnen unseren letzten (gemeinsamen) Tag unserer Weltreise mit Ausschlafen bis um 08:00 Uhr. Wir stehen gemütlich auf, geniessen eine feine Tasse Kaffee (vom gestrigen BBQ sind wir noch immer gesättigt, so dass wir die Haferflocken auslassen ;o) bevor wir uns langsam daran machen unseren Van auszuräumen und zu putzen. Das Ganze dauert bis nach Mittag und kaum sind wir fertig machen wir uns auf den Weg nach Down Town wo wir schnell bei Claires Office vorbeigehen und Mano's Hotelvoucher für Bangkok und ein paar weitere Flyer Ausdrucke abholen gehen. Auf dem Rückweg hängen wir noch ein, zwei Flyer auf und verbringen den Rest des Nachmittags mit Packen und Rumhängen. Mit dem Parkiere vor dem Haus stellen wir auch fest, dass wir noch immer Kühlwasser verlieren. Ein Blick unter das Auto zeigt uns, dass es jedoch (hoffentlich) "nur" der 'Kühlwasser-Reservebehälter' ist, welchen wir mit Silicon selber abdichten können.
Wir verbringen die Zeit mit Packen (Mano), Schlafen (Heidi), einer letzten Datensicherung und schreiben die Berichte der letzten Tage auf dem Laptop nieder. Mit der Zeit kommt (zumindest bei Mano) auch ein nervöses Kribbeln auf, da das Ende jetzt wirklich vor der Tür steht. Um 20:00 Uhr verabschieden wir uns von Claire, Josh und Colin und machen uns auf den Weg zum Flughafen, wo wir (Heidi und Mano) uns verabschieden (Heidi bleibt noch ein paar Tage länger in Australien um Surfen und Kitsurfen zu lernen) und unsere 14 monatige Weltreise offiziell zu deren Ende kommt.