Wichtige Städte sind u. a. die Hauptstadt Buenos Aires mit 2,96 Millionen Einwohnern (Bundesdistrikt Buenos Aires: 12 Millionen Einwohner); die Universitätsstadt Córdoba (1,15 Millionen); die Binnenhafenstadt Rosario (900 000); La Plata (676 000), die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires; Mar del Plata (513 000); San Miguel de Tucumán (471 000); Salta (368 000), berühmt für die koloniale Architektur; Mendoza (122 000), Mittelpunkt einer bedeutenden Landwirtschafts- und Weinanbauregion.
Buenos Aires
Hauptstadt Argentiniens, an der westlichen Seite des
Mündungstrichters des Río de la Plata gelegen, einer Flussmündung, die sich vom
Atlantischen Ozean landeinwärts ihren Weg bahnt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa
2,78 Millionen und in der Agglomeration rund 12,02 Millionen (2000).
Wirtschaft
Als wichtigster Seehafen Argentiniens ist Buenos Aires das Handelszentrum des
Landes. Die Schiffsbecken und Hafenanlagen erstrecken sich über rund acht
Kilometer entlang des Río de la Plata und beherbergen um Puerto Nuevo herum die
wichtigsten Hafeneinrichtungen. Die Verkehrslinien des Landes, Autobahn,
Eisenbahn und Flugverkehr, laufen in dieser Stadt zusammen. Der inländische
Flugverkehr wird über den städtischen Flughafen in der Nähe des
Innenstadtgebiets abgewickelt, während der 30 Kilometer südwestlich gelegene
Ezeiza-Flughafen für den internationalen Flugverkehr zuständig ist. Die
Hauptniederlassungen internationaler und nationaler Banken sowie die Effekten-
und Getreidebörse konzentrieren sich auf einen Finanzbezirk um die Kreuzung der
Alleen Bartolomé Mitre und San Martín. Die größten Einzelhandelsgeschäfte und
Boutiquen sind entlang der Florida- und Santa-Fe-Alleen zu finden.
Ein Großteil der Industrieanlagen des Landes wurde im Bundeshauptstadtdistrikt
gebaut, seit 1930 zunehmend auch in den Vororten des großräumigen
Einzugsgebiets. Fleischverpackung und andere nahrungsmittelverarbeitende
Industrien, Ölraffinerien und chemische Industrien liegen im südlichen Teil der
Stadt. Fahrzeugbauindustrie und verschiedene Leichtindustrien, wie
Druckunternehmen und Textilfabriken, sind im Westen und Norden angesiedelt.
1536 gründete ein spanischer Entdeckungsreisender die Stadt unter dem Namen
Nuestra Señora Santa María del Buen Aire. Nach fünf Jahren wurden die Siedler
wegen Auseinandersetzungen mit den Indios zum Rückzug gezwungen. 1580 erfolgte
eine zweite Gründung. Die Siedler versuchten sich durch Viehwirtschaft in der
Pampa zu ernähren. Dennoch wuchs die Bevölkerung bis 1750 nur allmählich auf 14
000 Einwohner an. Später förderten ein zunehmender Lederhandel sowie 1776 die
Auswahl von Buenos Aires als Sitz des großen spanischen Vize-Königreiches Río de
la Plata die Blütezeit und demographische Ausdehnung der Stadt. Die
Unabhängigkeit von Spanien, erstmals 1810 verkündet und 1816 offiziell
anerkannt, öffnete den Seehafen für den freien Handel, vor allem für den Handel
mit Großbritannien. Das Geschäft blühte, und die Bevölkerungszahl stieg bis 1850
auf 100 000 Einwohner an.
Die größte Phase der städtischen Ausdehnung begann in den sechziger Jahren des
19. Jahrhunderts, ausgelöst durch den florierenden Export von Fellen, Wolle,
Getreide und Fleisch. Europäische Einwanderer aus Italien und Spanien strömten
in die Küstenregion Argentiniens. Sie bevorzugten den Siedlungsraum von Buenos
Aires. Ausländisches Kapital ermöglichte den Bau von Eisenbahnstrecken,
Hafenanlagen, Straßenbahnen und Gaswerken. Seit seiner Unabhängigkeit lag Buenos
Aires mit anderen Regionen Argentiniens im Kampf um die Vormachtstellung. Die
Auseinandersetzung wurde 1880 größtenteils gelöst, als die Stadt von der Provinz
Buenos Aires getrennt und der Bundeshauptstadtdistrikt eingerichtete wurde. Zur
gleichen Zeit wurde die Stadt, nachdem sie 1862 nur den Status einer
provisorischen Hauptstadt erhalten hatte, zur ständigen Hauptstadt erklärt. Bis
1910 entwickelte sich Buenos Aires mit einer Einwohnerzahl von 1,3 Millionen zu
einem führenden Kultur- und Wirtschaftszentrum Lateinamerikas. In Argentinien
selbst nahm Buenos Aires eine Vormachtstellung in den Bereichen Politik und
Wirtschaft ein.
Die Konzentration von Einwohnern, Geldern und Transporteinrichtungen ließ nach
1930 die Region als Standort für Fabriken interessant werden. Ende der dreißiger
Jahre setzte eine Migration aus Argentiniens inländischen Provinzen in Richtung
Buenos Aires ein und löste den Zustrom europäischer Einwanderer ab. 1950 lebten
fast fünf Millionen Menschen im Großraum von Buenos Aires. Von Inflation und
politischen Krisen beeinträchtigt, leitete die Stadtverwaltung
Modernisierungsprogramme für die achtziger und neunziger Jahre in die Wege, um
ihren Platz unter den Weltstädten behaupten zu können.
Hauptstadt der Provinz Córdoba, am nordwestlichen Rand der
Pampa, im zentralen Argentinien.
Wichtigste Produktionszweige sind Fahrzeugbau sowie Herstellung von chemischen
Erzeugnissen und Baustoffen. Darüber hinaus ist Córdoba ein Handelszentrum für
Rindfleisch, Wolle, Obst und Gemüse. Auch der Fremdenverkehr spielt eine
wichtige Rolle. Die Stadt ist Sitz einer Universität, (1613 von Jesuiten
gegründet), der Staatsakademie, des Staatlichen Meteorologischen Instituts und
der Sternwarte. Bekanntestes Bauwerk ist die Kathedrale (17. Jahrhundert). Die
erhaltenen Gebäude der Jesuitensiedlung wurden im Jahr 2000 von der UNESCO zum
Weltkulturerbe erklärt.
Córdoba wurde 1573 von dem Spanier Jerónimo Luis de Cabrera gegründet und war
lange Zeit als Hauptstadt der Provinz Tucumán eines der wirtschaftlichen und
geistigen Zentren des spanischen Kolonialreiches. Über 200 Jahre lang war die
Stadt eine der Hauptniederlassungen der Jesuiten in Südamerika. Die
Einwohnerzahl beträgt etwa 1,16 Millionen.
Hafenstadt am Paraná, im Osten Argentiniens, in der
Provinz Santa Fe.
Rosario, eine der größten Städte Argentiniens, ist Eisenbahnendstation und
besitzt den bedeutendsten Hafen des nordöstlichen Argentinien. Ozeandampfer
erreichen die Stadt über den Paraná. Im Hafenbecken lagert sich häufig Schlick
ab; daher muss es von Zeit zu Zeit ausgebaggert werden. Zu den Exportgütern
gehören Weizen, Mehl, Heu, Leinöl und andere Öle, Mais, Zucker, Holz, Fleisch,
Felle und Wolle. Erzeugnisse der Fertigungsindustrie sind u. a. Mehl, Zucker,
Fleischprodukte und andere Nahrungsmittel. Die Stadt ist Sitz der Universität
Rosaria. Rosario wurde 1725 gegründet, blieb jedoch bis 1850 ein kleines Dorf;
dann wurde es zum Einwanderungshafen für Argentinien. Die moderne Stadt besitzt
Boulevards, Parks und attraktive Vorstädte. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,16
Millionen.
Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, am Río de la Plata.
Die moderne Großstadt erstreckt sich auf einer Fläche von rund fünf
Quadratkilometern. Breite Straßenzüge sowie zahlreiche Parks und Plätze prägen
das Stadtbild. La Plata ist Verwaltungszentrum und Universitätsstadt. Die
Nationale Universität (1905), die Katholische Universität (1968) und die
Argentinische Universität für Rechtswissenschaften (1965) befinden sich hier.
Die Stadt beherbergt außerdem ein Museum für Naturgeschichte mit einer
weltbekannten Paläontologie-Abteilung. La Plata wurde 1882 als Provinzhauptstadt
gegründet, nachdem die frühere Provinzhauptstadt Buenos Aires Landeshauptstadt
geworden war. Die Einwohnerzahl beträgt 676 000.
In der Provinz Buenos Aires, am Atlantischen Ozean. Der
beliebteste Badeort Argentiniens ist bekannt für seine Strände, die farbenfrohen
Parks und eines der größten Kasinos der Welt. Im Hochsommer (Januar und Februar)
kommen viele Bewohner von Buenos Aires nach Mar del Plata, da die Temperaturen
hier kühler sind und das Wasser klarer ist als das der Mündung des Río de la
Plata. Die Sportfischerei ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung.
Führende Industriezweige der Stadt sind Fischkonserven- und Süßwarenindustrie.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Kathedrale San Pedro, das Colón-Theater,
das städtische Museum und der botanische Garten. Die Staatliche Universität
eröffnete 1961. Mar del Plata ist eine moderne Stadt, die erst 1874 gegründet
wurde. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 513 000.
Amtlich San Miguel de Tucumán, Hauptstadt des Verwaltungsgebiets Tucumán, am Río Salí. Sie ist Handelszentrum für das landwirtschaftlich genutzte Umland, in dem große Mengen Zuckerrohr, Reis, Tabak und Obst angebaut werden. Die Universität von Tucumán (1914) und die San-Thomas-Aquinas-Universität (1965) haben ihren Sitz in der Stadt. Tucumán wurde 1565 gegründet und 1685 an ihren jetzigen Standort verlegt. 1812, während des Unabhängigkeitskrieges gegen Spanien, besiegte hier der argentinische General Manuel Belgrano die königlichen Streitkräfte Spaniens. Vier Jahre später wurde Argentinien dort durch die verfassunggebende Versammlung für unabhängig erklärt. Der Versammlungsort war das „Haus der Unabhängigkeit”, das heute als Nationalheiligtum verehrt wird. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 471 000.
Stadt im Nordwesten Argentiniens, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz nahe dem Arenales im Lerma-Tal. Neben Verkehrsverbindungen nach Bolivien ist vor allem der internationale Flughafen von Bedeutung. Salta ist das Wirtschaftszentrum einer an Erdöl und Erdgas reichen Region, in der außerdem Zuckerrohr, Tabak, Getreide und Wein angebaut werden. Daneben gibt es Vieh- und Holzwirtschaft. Fleischwarenhersteller, Gerbereien, Sägemühlen, Getreidemühlen sowie die Lederwaren- und Zementherstellung prägen das Wirtschaftsleben der Stadt. Die Kathedrale, zahlreiche Kirchen (Kloster San Bernando, Kirche San Francisco), Regierungsgebäude (Rathaus Cabildo) und Privathäuser der Region spiegeln den Einfluss der spanischen Kolonialgeschichte wider, was die Stadt heute zu einem touristischen Anziehungspunkt macht. Zu den Bildungseinrichtungen der Stadt gehört auch die Katholische Universität von Salta (1967). Die Stadt wurde 1582 als Versorgungsstation (San Felipe de Lerma) auf dem Weg zu den bolivianischen Silberminen gegründet. Während des Unabhängigkeitskrieges wurde die spanische Armee 1813 in Salta von dem argentinischen General Manuel Belgrano geschlagen. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 368 000.
Hauptstadt der Provinz Mendoza am Fuß der Anden. Die Stadt ist Zentrum des argentinischen Wein- und Obstanbaus. Winzereibetriebe, Firmen für die Verpackung von Früchten, Ölraffinerien und Metall verarbeitende Betriebe haben sich hier niedergelassen. Ein Erdbeben zerstörte Mendoza 1861 fast völlig, die Stadt wurde danach jedoch wieder aufgebaut. Mendoza beheimatet die National University of Cuyo (1939) und die Universität Mendoza (1960). Viele Hinterlassenschaften erinnern an General José de San Martín, der 1817 seine Armee über die Anden führte, um Chile von den Spaniern zu befreien. Ein imposantes Denkmal, das an die Armee der Anden erinnert, steht auf einem nahe gelegenen Hügel. Die Einwohnerzahl beträgt 122 000.
Feuerland
Argentinisch Isla Grande de Tierra del Fuego, Archipel an
der Südspitze Südamerikas, von dessen Festland er durch die Magellanstraße
getrennt ist, und der teilweise zu Argentinien und teilweise zu Chile gehört.
Die Inseln werden im Osten vom Atlantischen Ozean und im Westen vom Pazifischen
Ozean begrenzt. Die Südspitze Feuerlands heißt Kap Hoorn. Der Archipel besteht
aus einer Hauptinsel namens Tierra del Fuego und vielen kleinen Nebeninseln. Der
zu Argentinien gehörende östliche Teil umfasst die Hauptinsel und die
Staaten-Insel im Südosten des Archipels. Dieser Teil ist rund 21 615
Quadratkilometer groß und hat etwa 7 500 Einwohner. Der westliche Teil und die
Inseln südlich des Beagle-Kanals gehören zur chilenischen Region Magellanes
(Einwohnerzahl etwa 133 000). Der Feuerland-Archipel hat insgesamt eine Fläche
von rund 71 500 Quadratkilometern.
Der Ostteil der Hauptinsel ist geographisch gesehen eine Fortsetzung des
Tafellandes Patagonien. Alle Inseln Feuerlands sind gebirgig, ihre höchste
Erhebung ist der Cerro Yogan (2 469 Meter hoch). Die
Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 6 °C, das Niederschlagsmittel liegt bei
635 Millimetern. An den Luvseiten der Berghänge fällt nahezu ununterbrochen
Regen. Die Goldadern und Braunkohlevorkommen werden kaum abgebaut.
Haupteinnahmequelle der Bewohner ist Viehzucht, besonders die Schafzucht. Die
Ureinwohner Feuerlands, die Ona im Westen und die Yahgan im Süden, sind
wahrscheinlich mit den Stämmen Patagoniens verwandt. Ihre Zahl schwindet
drastisch. Der erste Europäer, der Feuerland sichtete, war der portugiesische
Seefahrer Ferdinand Magellan. Er fand den Archipel im Jahre 1520 während seiner
Erdumsegelung und gab ihm den Namen Feuerland. Systematisch erkundet wurden die
Inseln erst durch mehrere britische Expeditionen im 19. Jahrhundert. Die
berühmteste dieser Expeditionen war die Erkundung von 1831 bis 1836, die Charles
Darwin in seiner Zoology of the Voyage of HMS Beagle (1840) beschrieb.
Falkland-Inseln
Malwinen, spanisch: Islas Malvinas, Inselgruppe im
südlichen Atlantik, östlich der Magellanstraße und nordöstlich der Südspitze
Südamerikas. Die Falkland-Inseln bestehen aus rund 200 kleinen Inseln, die durch
die Falkland-Meerenge in zwei Hauptgruppen unterteilt werden. Die Gesamtfläche
der Inseln beträgt 12 173 Quadratkilometer. Die größten Inseln sind Ost-Falkland
(Fläche: 6 760 Quadratkilometer) und West-Falkland (Fläche: 5 413
Quadratkilometer). Die Gesamteinwohnerzahl beträgt etwa 2 200.
Die von Argentinien beanspruchten Falkland-Inseln (früher als Falkland Islands
and Dependencies bezeichnet) sind eine britische Kronkolonie mit
Selbstverwaltungsstatus. Bis 1985 gehörten die Insel Südgeorgien (3 755
Quadratkilometer, rund 1 290 Kilometer südöstlich der Falkland-Inseln) und die
Süd-Sandwich-Inseln (337 Quadratkilometer, rund 750 Kilometer südöstlich von
Südgeorgien) zu den Falkland-Inseln. Unter der neuen Verfassung wurden
Südgeorgien und die Süd-Sandwich-Inseln jedoch zu einer eigenen britischen
Kronkolonie.
Geologisch gesehen sind die Falkland-Inseln ein Teil Patagoniens in Argentinien.
Sie sind durch ein untermeerisches Hochplateau mit dem Festland verbunden.
Ost-Falkland ist von zwei tiefen Fjorden durchzogen. Im Norden erheben sich die
Wickham Heights, deren höchster Gipfel, der Mount Usborne, 705 Meter hoch ist.
Das übrige Gebiet ist flach und besteht aus Marschland und Weiden. West-Falkland
ist hügelig, besonders im Osten, wo die Hornby Mountains (höchste Erhebung:
Mount Adam, 700 Meter hoch) parallel zur Falkland-Meerenge verlaufen.
Die Temperaturen liegen im Winter durchschnittlich bei 2,8 °C, im Sommer bei 8,3
°C. Die Luftfeuchtigkeit ist konstant hoch. Es gibt etwa 250 Regentage im Jahr,
wobei der November der einzige fast trockene Monat ist.
Pampa
Riesige, baumlose Ebene in Zentralargentinien, die von der Atlantikküste zu den Bergen der Anden ansteigt. Der östliche Bereich, die so genannte feuchte Pampa, ist eine der fruchtbarsten Regionen des Landes. Von der feuchten Pampa zu den Anden erstreckt sich die trockene Pampa, eine geringer besiedelte Region, in der Rinder, Pferde und Schafe gezüchtet werden. Der Name pampas ist abgeleitet von einem Begriff der Quechua-Indianer, der „flache Oberfläche” oder „Ebene” bedeutet.
Patagonien
Südlichste Großlandschaft in Südamerika, im Süden
Argentiniens und Chiles, südlich des Río Colorado.
Die rund 800 000 Quadratkilometer große Region verfügt über ein kühles und
trockenes Klima. Sie lässt sich in zwei unterschiedliche Großlandschaften
gliedern. Das etwa 650 000 Quadratkilometer einnehmende Ost-Patagonien besteht
aus einer regenarmen Tafel- und Schichtstufenlandschaft, die von Gras- und
Strauchsteppen bedeckt wird und in Geländestufen von etwa 1 500 Metern Höhe bis
zum Tiefland am Atlantischen Ozean abfällt. Ost-Patagonien umfasst die
argentinischen Provinzen Neuquén, Río Negro, Chubut und Santa Cruz. Das schmale
West-Patagonien nimmt den Bereich der Anden (Patagonische Kordilleren; bis 4 058
Meter) südlich des 38. Breitengrades ein. Ost- und West-Patagonien setzen sich
geologisch auf dem Feuerlandarchipel fort.
Im Steppenhochland der relativ dünn besiedelten Region wird vorwiegend
Viehzucht, vor allem Schafzucht, betrieben. In den Talauen der Flüsse Río Negro,
Chubut und Deseado werden im Rahmen künstlicher Bewässerung Wein, Obst und
Futterpflanzen angebaut. An der Atlantikküste wird Erdöl gewonnen.
Die indianische Bevölkerung Patagoniens, die Patagonier, sind fast ausgestorben.
Zu den von der Jagd und vom Fischfang lebenden Stämmen gehören die Tehuelche auf
dem Festland, sowie die Ona, die Yahgan und die Alakaluf auf Feuerland.
1520 landete der Portugiese Fernão de Magalhães an der Küste Patagoniens, das
aber erst nach 1880 von Spaniern besiedelt wurde. 1902 wurde Patagonien zwischen
Argentinien und Chile aufgeteilt.
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