Von Bariloche nach Ushuaia

Tag 249 (242), 31. Januar 2005 / Bahía Blanca - Bariloche
Als wir nach unserer pünktlichen Ankunft in Bariloche um 06:00 Uhr aussteigen werden wir von einer ungewohnten, bissigen Kälte empfangen. Wir packen unser Gepäck und ziehen uns ins Innere des Terminals zurück wo wir uns bei angenehmeren Temperaturen die diversen Broschuren der diversen Campingplätze ansehen und uns letztlich für den etwas weiter entfernten Camping Petunia entscheiden, welcher a) eine Küche hat und b) ein bisschen billiger ist (Pesos 7.00 pro Person und Nacht).
Jetzt dürfen wir wieder in die Kälte hinaus um auf den Bus zu warten. Glücklicherweise dauert dies nicht all zu lange und wir kommen nach einer halben Stunde Fahrt bei unserem Campingplatz an. Anscheinend sind wir noch ein bisschen zu früh dran, den es ist weit und breit niemand zu sehen. So ziehen wir uns in die Küche zurück wo wir uns zum Frühstück einen Kaffee und Haferflocken zubereiten.
Als dann gegen 08:00 Uhr das Office besetzt ist gehen wir uns unseren Platz aussuchen, stellen seit längerem wieder einmal unser Zelt auf und machen uns auf den Weg in die Stadt. Mit der Sonne erwärmt sich auch die Umgebung relativ schnell - schliesslich haben wir hier ja auch Sommer - und so fällt auch unser erster Eindruck von der Stadt positiv aus. Die Stadt ist an das Ufer des Lago Nahuel Huapi gebaut und entsprechend sehen die Strassen wie in San Francisco aus. Leider sind die Häuser zum grössten Teil modern, so dass das Gebirgsfeeling ein bisschen fehlt. Sehr schön, aber halt auch Touristisch, ist das Centro Civico, wo man für 2 Pesos ein Photo mit sich und einem Bernhardiner machen kann. Auch die Seepromenade ist sehr gemütlich und so strollen wir dieser entlang, die Stadt hinauf und nachher die Hauptstrasse wieder hinunter. Das Zentrum an und für sich sieht bis auf die Strassen ähnlich aus wie die anderen mittelgrossen Städte. Bei der Tourist Information informieren wir uns noch über mögliche Ausflüge in der Gegend und lassen uns auch eine Karte von Bariloche geben.
Wir ziehen dann durch die Stadt und gehen noch bei der 'Casa de Familia' vorbei um uns für die nächste Nacht ein Plätzchen zu reservieren. Von unserem Campingplatz würden wir es mit den Busverbindungen nicht auf den (geplanten) Bus um 07:30 schaffen. Auf unserem Bummel klappern wir noch die diversen Busgesellschaften bezüglich unserer Weiterfahrt nach Puerto Montt (Chile) ab, finden jedoch datumsmässig nichts passendes und so machen wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg zum Terminal wo wir dann bei einer Chilenischen Busgesellschaft fündig werden und uns auf den 02.02. gleich zwei Tickets reservieren lassen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und unserer Müdigkeit (kurze letzte Nacht), entschliessen wir uns danach zum Zeltplatz zurückzukehren, wo wir uns noch an den Strand legen bis wir keine Sonne mehr haben. Den Rest des Abends verbringen wir wie üblich mit Kochen, Lesen und Berichte schreiben

Tag 250 (243), 01. Februar 2005 /Bariloche
Nach einer kalten Nacht in welcher wir beide nicht all zu viel geschlafen haben zieht sich das Aufstehen in die Länge. So gibt es das Frühstück erst gegen 10:00 Uhr und bis wir den Camping verlassen ist es bereits nach 11:00 Uhr. Zuerst gehen wir bei unserem Hostal vorbei, wo wir nicht wie versprochen und reserviert  in einem 4er Schlag unterkommen sondern in einem 10er; da es nur für eine Nacht ist machen wir keinen grossen Aufstand. Danach düsen wir ab zum Busterminal um die reservierten Tickets nach Puerto Montt zu kaufen. Das Ganze zieht sich ein bisschen in die Länge, da die Tussi von Gestern die Angabe von meinen Visum anstatt von meinem Pass abgeschrieben hat und ich somit als Bern Steiner mit der Visumsnummer aufgeführt bin. Wir treffen noch Barbara und Michel ein Schweizerpärchen, die im gleichen Hostal in Cusco waren. Leider haben wir nicht all zuviel Zeit um Informationen auszutauschen, da ihr Bus in 10 Minuten geht. Zurück im Hostal kochen wir uns Pasta zum Mittagessen.
Kurz vor 15:00 Uhr macht sich dann Mano auf den Weg den Cerro Otto zu besteigen. Gemäss Tourist Info soll der Aufstieg ca. 2 Stunden dauern, aber nur schon um den Trailhead zu erreichen brauche ich 30 Minuten. Interessant wird es schon gleich ein paar Parallelstrassen zur Hauptstrasse weiter, wo man noch auf die ursprünglichen alten Häuser von Bariloche stösst, welche sehr schön anzuschauen sind. Der Weg an und für sich ist jedoch nichts spezielles, da man nur einer Schotterstrasse folgt und auf dieser auch noch gelegentlich von einem Auto überholt wird bzw. einem eines entgegenkommt. Immerhin kann man unterwegs einen wunderbare Aussicht auf Bariloche, den Lago Nahuel Huapi und die diesen umgebende Bergewelt geniessen.
Gut 2 Stunden nach dem Trailhead komme ich auf dem Gipfel an, wo es ausser der Gondelstation nichts mehr hat. Auch die Aussicht ist mehr oder weniger die gleiche wie auf dem Aufstieg. Da das Wetter jedoch perfekt und die Temperaturen super angenehm sind verweile ich gleichwohl ein bisschen und mache mich dann auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Bariloche; die einzige Alternative wäre ein direkter Abstieg und danach der Hauptstrasse entlang entweder gehen oder mit dem Bus fahren.
Zurück im Hostal geniesse ich zuerst eine heisse Dusche und mache mich dann noch auf den Weg zum Hafen um mir den Sonnenuntergang anzuschauen. Dieser ist jedoch nicht all zu spektakulär und so bin ich schon bald wieder auf dem Weg ins Hostal. Unterwegs gehen ich noch im Supermarkt das Nachtessen einkaufen. Zum Abschluss des heutigen Tages werden dann die Berichte noch auf Papier gebracht und ein bisschen Copa de Lipertadores zwischen Quilmes (Argentinien) und Colo Colo (Chile) gekuckt, welches mit 0:0 endet.
HEIDI:
Ich habe mich kurzfristig entschieden nicht mit Mano den Cerro Otto zu besteigen und es gemütlich zu nehmen. Ich gehe zuerst für 1 Stunde ins Internet um wegen den Flügen zu schauen. Auch habe ich noch ein wenig Zeit mit Mara und Melisa zu chatten. Danach gehe ich retour zum Hostal und lese bis das Buch fertig ist. Nach einem kurzen Spaziergang in der Stadt (es hat mega viele Leute) kaufe ich ein Bier und geselle mich im Hostal zu zwei Chilenen die man fast nicht versteht. Da Mano sein Nachtessen schon hatte, mache ich mir ein paar Pasta und bin bald mal im Bett.

Tag 251 (244), 02. Februar 2005 / Bariloche - Puerto Montt (Chile)
Wir fahren pünktlich um 08:00 Uhr vom Terminal nach Puerto Montt ab und durchfahren tiefgrüne Landschaften. Zum Teil könnte man meinen man sei in der Schweiz. Die Grenzkontrollen stellt wie gewohnt kein Problem dar und wir passieren gegen 10:00 Uhr die Grenze nach Chile

Tag 251 (244), 02. Februar 2005 / Bariloche - Puerto Montt
Gegen 10:00 Uhr passieren wir die die Chilenische Grenzkontrolle. Wieder einmal fast pünktlich kommen wir um 14:30 Uhr in Puerto Montt an. Am Terminal werden wir von diversen Vertretern von B&B's, Hostals und Hospedajes bezüglich Unterkunft angequatscht; zum Teil versuchen sie sich sogar weg zu schupsen um unsere Gunst zu gewinnen. Schlussendlich entscheiden wir uns für das Hospedaje Familiar von Graciela Fernández welches sich 10 Minuten von Terminal entfernt befindet.
Wir scheinen die einzigen Gäste zu sein und deponieren unser Gepäck und machen uns auf ins Zentrum, welches sich auch etwa ca. 10 Minuten vom Hostal entfernt befindet. Zuerst gehen wir bei LAN Chile vorbei und buchen nach langem Hin und Her die Flüge Santiago de Chile - Osterinsel - Tahiti; alles andere stellen wir noch zurück. Die Stadt selber ist super schön am Meer gelegen und macht auch sonst einen angenehmen Eindruck. Leider geht die ganze Zeit ein kühler Wind welcher die ansonsten sehr warmen Temperaturen ein bisschen runterdrückt. Nach dem Zentrum machen wir uns am Quai entlang auf den Rückweg. Leider ist etwa die Hälfte nicht begehbar, da hier eine riesen Baustellen (anscheinend wird dieser Teil erneuert) steht. Unterwegs gehen wir noch schnell einkaufen und erkundigen uns über die geplante Trekking Tour bei der Tourist Info erkundigen. Diese haben leider keine wirklich brauchbaren Infos. Wir lassen es mal sein und beschliessen später Graciela zu fragen, welche über ein ziemlich gutes lokales Wissen zu verfügen scheint.
Leider hat auch sie nicht mehr Infos und so entscheiden wir, dass wir so oder so mal nach Puerto Valdes fahren und uns dort vor Ort zu zu informieren. Wir packen also am Abend mal unsere Sachen welche wir auf die Tour mitnehmen wollen und legen uns schlafen.

Tag 252 (245), 03. Februar 2005 / Puerto Montt (Parque Nacional Vicente Pérez Rosales)
Frühstück um 08:00 Uhr und machen uns um 09:30 Uhr auf den Weg zum Terminal. Dort informieren wir uns zuerst nochmals über die Busse nach Punta Arenas und kaufen dann auch gleich zwei Tickets für den kommenden Montag, den 07.02. Kurz darauf besteigen wir den Bus nach Punta Varas, welcher dann auch gleich abfahrt. Gute 20 Minuten später kommen wir in Punta Varas an und steigen da spontan um in den bereits voll gestopften Bus nach Petrohué, welcher sich wenige Minuten später auch schon in Bewegung setzt.
Die ganze Fahrt, eine gute Stunde, wird praktisch nur vom 'Bilderbuchvulkan' Osorno, mit seiner Zuckerguss-Kappe, geprägt. Petrohué selber ist eine Ansammlung von einigen Blockhütten wo sich unter anderen auch der Park Ranger des Nationalparkes Vicente Pérez Rosales und eine Tour Agency befindet. Kaum steigen wir aus dem Bus werden wir auch schon bezüglich der Überfahrt angesprochen und erhalten Offerten für 50'000.00 Chilenos, wenn wir gleich abfahren würden und 10'000.00 pro Person bei einer Abfahrt um 17:00 Uhr. Wir informieren uns jedoch zuerst beim Park Ranger über die Route, Zeitdauer, Campingmöglichkeiten... Hier taucht auch noch ein Deutsches Girl auf um sich ein paar Infos einzuholen. Wir kommen mit ihr ins Gespräch und sie teilt uns mit, dass sie mit 4 anderen unterwegs sei und sich bereits ein Boot für 80'000.00 Chilenos gebucht hätten (für Hin- und Rückfahrt) und wir uns ihnen gerne anschliessen könnten. Selbstverständlich lehnen wir dieses Angebot nicht ab, müssen aber gleichwohl noch zusätzlich pro Person 10'000.00 bezahlen, müssen aber zumindest nicht bis am Abend warten.
So befinden wir uns bereits kurz nach 12:00 Uhr auf der Überfahrt über den angeblich schönsten See Chiles, den Lago Todos los Santos, nach El Rincón. Tatsächlich ist der See wunderschön und auch die diesen umgebende, bis an das Ufer reichende, dichte Vegetation und Berglandschaft können sich absolut sehen lassen; aber auch hier werden die Blicke irgendwie immer wieder magisch vom Vulkan Osorno angezogen. Hätte der See nicht einen grünlichen Stich könnte man fast meinen man würde über den Vierwaldstättersee fahren.
Nach gut einer Stunde legen wir in El Rincón an, wo sich ausser einer einfachen Holzhütte absolut nichts befindet. Während wir uns zuerst ein paar Thunsandwiches  zubereiten macht sich die Deutsche Truppe bereits auf den Weg. Um 13:50 Uhr machen uns dann auch wir auf den Weg zu den angeblich 4 Stunden entfernten Termales de Callao. Der Weg folgt dem Río sin Nombre durch eine wunderbare Landschaft, durch Laubwälder, über Naturwiesen und Hängebrücken, bis wir schlussendlich nach etwa 5 Stunden an unserem Ziel ankommen. Ein bisschen kommt es einem vor wie zu Hause und entsprechend wird diese Gegend hier nicht ganz zu unrecht auch die Chilenische Schweiz genannt.
Wir bauen zuerst unser Zelt auf bevor wir uns die Termales anschauen, welche nichts anderes als zwei Hölzerne Badewannen in einer kleinen Holzhütte sind. Da das Wasser jedoch angenehm heiss ist gönnen wir uns ein heisses Bad. Nach dieser Entspannung verabschiedet sich die Deutsche Truppe von uns, sie wollen die Nacht etwas weiter unten verbringen, da das Refugio bereits von Chilenen belegt ist. Pitt und Sandra laden uns noch zu sich nach Santiago de Chile ein, da sie beide dort abreiten und im Zentrum eine Mietwohnung haben (Sandra macht ein Praktikum in einem Reisebüro um Spanisch zu lernen und Pitt ein Praktikumsjahr während seinem Medizinstudium ). Selbstverständlich sagen wir ihnen, dass wir uns bei Gelegenheit bei ihnen melden werden und tauschen noch die notwendigen Informationen (E-Mail und Telefon) aus.
Vor, während und nach dem Nachtessen unterhalten wir uns mit einen älteren Deutschen Paar, welches sich auf der gleichen Tour wie wir befindet. Da sie vom Süden her kommen haben sie den Torres del Paine bereits hinter sich und wir nutzen die Gelegenheit und fragen sie diesbezüglich ein bisschen aus bevor wir uns gegen 22:00 Uhr im Zelt verkriechen.
Heidis Zusammenfassung: Scheiss Wanderung, es geht immer wieder rauf und runter und mit dem Gepäck auf dem Rücken ist das für mich sehr anstrengend. Wir sind meistens im Wald und sehen nichts, auch der Weg ist miserabel. Für mich ist das kein Wanderweg sondern ein scheiss Pferdeweg. Statt 4 Stunden sind es am Schluss 5 Stunden und mir tut alles weh. Das bisschen positive: schöne Bootsfahrt, die Hängebrücken, die Bekanntschaft mit den Deutschen Sandra und Pitt und natürlich die 10 Minuten Termalbad.

Tag 253 (246), 04. Februar 2005 / Puerto Montt (Parque Nacional Vicente Pérez Rosales)
Um 08:00 Uhr werden wir vom Wecker geweckt; eigentlich haben wir gedacht, dass wir bereits früher auf sein werden, aber na ja, wir haben ja kein Stress. Wir frühstücken zusammen mit den ersten Sonnenstrahlen um 09:00 Uhr. Danach packen wir unsere Sachen bzw. legen sie zuerst noch ein bisschen zum trocknen aus. Bis wir dann schlussendlich unterwegs sind ist es schon fast 11:00 Uhr.
Die Route führt uns heute wieder durch Wälder, aber diesmal praktisch Urwald. Es gilt auch einen kleinen Pass zu bezwingen, was sich nicht immer als ganz einfach erweist, denn zum Teil sind die von den Pferden ausgetretenen Pfade bis zur Hüfte in den Boden getretenen, schlammig und ziemlich rutschig. Wir schaffen es jedoch und erreichen zu unserer Überraschung ziemlich genau nach 5 Stunden unser Ziel. Der Campingplatz ist wunderschön an einer Lagune Gelegen, die Laguna los Quetros, wo wir den Rest des Tages mit Baden (erfrischend kühl), Sünnelen und Berichte schreiben verbringen. Der einzige Störfaktor sind so Bremsenähnliche (etwa 4x so gross und Bremsen hat es auch) Viecher, welche uns schon den ganzen Tag um den Kopf schwirren. Die kreisen zuerst ein paar Mal um den Kopf um Dich verrückt zu machen und setzen sich dann irgendwo hin. Zum Teil kannste voll drauf hauen, so dass sie auf die Erde fallen, kurz benommen liegen bleiben und danach wieder los düsen - unglaublich.
Mit dem Nachtessen, es gibt wieder Pasta um die restliche Sauce von Gestern noch aufzubrauchen, verschwinden auch diese Sch... Viecher und mit der Sonne auch wir langsam aber sicher im Zelt.
Heidis Zusammenfassung: Scheiss Wanderung hoch zwei. Es war noch anstrengender und es waren schon wieder 5 Stunden wandern im Wald. Positiv: keine Ahnung, nichts denn mir tut immer noch alles weh.

Tag 254 (247), 05. Februar 2005 / Puerto Montt (Parque Nacional Vicente Pérez Rosales)
Wir schlafen wieder die ganze Nacht durch und stehen um 08:00 Uhr auf. Die meisten von uns beginnen den Tag mit einem erfrischenden Bad. Etwas zu früh aber zur rechten Zeit, wird unser frisches Brot, welches wir gestern beim Farmer bestellt haben, per Boot über die Lagune zugestellt; es ist noch ofen-warm.
Bis das Zelt wieder trocken ist und wir uns auf den Weg machen ist es auch schon wieder 10:40 Uhr. Unser Weg führt uns am Anfang wieder durch wunderbaren Urwald. Als wir nach 2 Stunden eine eigentliche 'Barrikade' überwinden müssen erreichen wir kurz darauf eine schöne grosse, freie Fläche wo wir auch eine Pause einlegen um etwas kleines zu essen. Nach dem wir weiter gehen verliert sich der Weg im Nichts und wir erreichen kurz darauf eine Farm wo sich zum Glück auch der Besitzer aufhält und wir diesen um Rat fragen.
Nach kurzer Zeit stellen wir fest, dass wir bereits bei der Lagune den falschen Weg genommen haben; obwohl wir keinen anderen Weg gesichtet haben. Anstatt den direkten, geraden Weg zum See zu nehmen haben wir einen Berg umrundet. Der Farmer erklärt uns, dass wir zwei Möglichkeiten hätten: 1. zurückkehren oder 2. die etwas kürzere aber schwierigere Variante, weitergehen. Wir entscheiden uns weiter zu gehen und der Farmer erklärt sich dann noch bereit uns ein bisschen zu begleiten und den richtigen Weg zu zeigen. Schlussendlich sind wir etwa 1 1/2 Stunden mit ihm unterwegs während diesen werden wir durch Dickicht, an Abhängen vorbei aber auch an wunderschöne Stellen und Wasserfällen vorbei geführt. Leider haben wir nicht wirklich Zeit das Ganze zu geniessen.
Als wir uns von ihm verabschieden müssen wir 'nur' noch einen grösseren, bewaldeten Abhang hinunter steigen und über einen sanften Hügel zum See gehen. Nun, so einfach ist es auch wieder nicht, da der Weg sich immer wieder verzweigt und verliert; so wie es aussieht wird dieser nicht all zu häufig genutzt. Aber mit ein paar zusätzlichen Kratzer und einem Hinsetzer von Mano bei der Flussüberquerung erreichen wir schlussendlich den Campingplatz nach 8 intensiven Stunden. Hier treffen wir auf ein Engländer Pärchen, Phil und Ana, welche uns mitteilen, dass sie für den richtigen Weg nur gerade mal zwei Stunden gebraucht hätten ;o( Vor dem Schlafen gehen stellen wir noch unser Zelt auf, kochen was warmes und unterhalten uns noch ein bisschen mit den Engländer.
Heidis Zusammenfassung: Absolute scheiss Wanderung, haben uns verlaufen, waren 8 Stunden!!! unterwegs, ich habe mir die Hose am Oberschenkel aufgerissen (na ja, wenigstens habe ich mir nicht den Oberschenkel aufgeschlitzt, sondern nur einen faustgrossen blauen Fleck und bin nicht den Hang runtergefallen - aber wer springt schon mit einem voll gepackten Rucksack von einer ca. 3/4 Meter hohen Stufe runter, bei einem Weg der gerade mal etwa einen halben Meter breit ist?!?!?!?), wir mussten einen strömenden kalten Fluss hüfthoch überqueren. In Los Gabiotas angekommen bin ich nur noch ein Frack und mit den Nerven am Ende. Das kleine Positive: einen Becher Bier die uns die Engländer offeriert haben

Tag 255 (248), 06. Februar 2005 / Puerto Montt (Parque Nacional Vicente Pérez Rosales)
Da wir heute nicht stressen wollen stehen wir bereits um 07:30 Uhr auf. Es ging die ganze Nacht ein Wind, so dass das Zelt trocken ist und wir so genügend Zeit zur Verfügung haben. Um 10:40 Uhr machen wir uns auf die letzten 12 Kilometer (welche wir ursprünglich eigentlich gestern hinter uns bringen wollten) unserer kleinen Trekking Tour.
Der Weg führt uns wunderschön am See entlang und wir geniessen es, dass es bewölkt und entsprechend nicht so heiss ist. Aber auch diese Scheissviecher scheinen es zu geniessen und umfliegen uns Schwarmweise. Der letzte Teil der Strecke führt uns über eine Schotterstrasse bis nach El Poncho, wo wir bzw. Mano (Heidi hat sich für die letzten 20 Minuten mitnehmen lassen) um 12:40 Uhr ankommen. Das Deutsche Pärchen ist auch schon da und wenig später treffen auch die Engländer Phil und Ana ein. Wir geniessen ein wohlverdientes Bierchen und unterhalten uns mit den anderen bis zur Abfahrt des Busses um 14:00 Uhr.
Die Fahrt im vollgestopften Bus nach Osorno dauert volle drei Stunden. Hier verabschieden wir uns von den anderen und finden zum Glück einen Anschluss nach Puerto Montt, wo wir gegen 19:00 Uhr bei unserem B&B ankommen. Trotz unserer Reservation vor unserer Abreise ist praktisch alles voll und wir werden in einem Einerzimmer (1 Bett + 1 Ausziehsofa = nicht mehr viel Platz)  untergebracht. Da wir durch die lange Reise ziemlich müde sind gehen wir darauf ein.
Da bei unserer Ankunft der TV läuft stellen wir erfreut fest, dass heute Abend noch der Super Bowl zwischen den Patriots und den Eagles stattfindet. Wir gehen entsprechend noch schnell was einkaufen und essen vorher noch was kleines. Während dem Super Bowl bringt Mano die letzen Tage auf Papier und denkt an die Zuhausegebliebenen, welche jetzt Klosterbräu und Pasta mit Football auf Grossleinwand geniessen ;o) Heidi unterhält sich währenddessen mit den Chilenos welche sich unser Zimmer weggeschnappt haben.
Nach dem 3. Viertel geht Heidi schlafen während Mano bis zum Schluss weiter kuckt und miterlebt wie die Patriots zum 3. Mal in 4 Jahren den Titel gewinnen; mit 24:21.

Tag 256 (249), 07. Februar 2005 / Puerto Montt - Punta Arenas
Aufstehen, Frühstücken, fertig packen und auf dem Weg zum Terminal noch schnell einkaufen gehen. Danach sind wir um 10:30 Uhr auf dem Weg nach Punta Arenas. Das Wetter ist trüb; es hat in der Nacht geregnet und nieselt jetzt noch. Der Himmel ist Wolkenverhangen und nimmt uns die Weitsicht. Entsprechend konzentrieren wir uns aufs Lesen und Kleiderflicken. Uns solls recht sein, schliesslich werden wir fast 30 Stunden unterwegs sein.
Die Ausreise aus Chile (wir fahren durch Argentinien in den Süden nur um am Ende wieder nach Chile einzureisen) zieht sich ein bisschen in die Länge, da es Stau hat. Schliesslich werden wir jedoch vorgelassen und dann geht es relativ schnell. Für die Einreise nach Argentinien müssen wir dann nicht einmal mehr aus dem Bus aussteigen sondern einfach dem Chauffeur unserer Pässe abgeben.
Gegen 16:00 Uhr wird uns das Mittagessen serviert: Tee und Sandwichs und um 19:45 legen wir noch eine 45 Minütige z'Nacht Rast ein wo wir uns zwei Milanese Sandwichs gönnen. Zwischenzeitlich haben wir noch den Film 2Fast and 2Furious gesehen - na ja. Den zweiten Film (nach dem Nachtessen - Scream 3 oder so) schauen wir uns nicht mehr an, da der Ton zu leise ist und wir zum Untertitel lesen zu müde sind.

Tag 257 (250), 08. Februar 2005 / Puerto Montt - Punta Arenas
Frühstück um 08:30 Uhr, ja, Tee und Sandwichs. Das Wetter ist schön und wir stellen fest, dass wir nicht mehr durch grünes, hügeliges Gelände fahren sondern durch weite, über den Horizont hinaus reichende Steppen. Um etwa 16:30 Uhr kommen wir mit einer Stunde Verspätung in Punta Arenas an. Nach dem Aussteigen werden wir bezüglich Unterkunft angesprochen und stellen fest, dass es hier noch ein bisschen teurer ist. Wir entscheiden uns für ein Doppelzimmer für 10'000.00 Pesos, so dass wir in Ruhe wieder einmal die Berichte eintippen, Photos betiteln können und Heidi ihre Füsse hochlagern kann, denn die sind mega geschwollen.
Den Rest des Nachmittags schauen wir uns das Städtchen an, welches nicht super spektakulär aber schön ist. Hier hat die 'Grosstadt' noch nicht Einzug gehalten und die Häuser sind zum Teil noch richtig altmodisch und farbig. Auf dem Bummel durch die Stadt informieren wir uns noch bezüglich den Abfahrtszeiten nach Puerto Natales und gehen für das Nachtessen noch schnell in einem Supermercado einkaufen.
Im Hotel essen wir auf dem Zimmer und danach schreibt Mano die Berichte auf dem Laptop während Heidi fernsieht. Schlussendlich ist es nach 24:00 Uhr als wir in unser Federbett sinken.

Tag 258 (251), 09. Februar 2005 / Punta Arenas
Eigentlich wollten wir heute nach Puerto Natales aufbrechen, aber wir entscheiden uns einen Ruhetag einzulegen um uns ein bisschen zu erholen und alles wieder einmal auf den neuesten Stand zu bringen. Mano bereitet nach dem Frühstück die Internetseite vor und macht sich danach auf in die Stadt diese upzudaten während Heidi im Hostal bleibt und ihre Fotos betitelt. leider funktioniert der Update nicht, da aus irgendwelchen Gründen nicht auf den Server zugegriffen werden kann, so wird halt einfach ein bisschen gesurft um sich selber ein bisschen upzudaten.
Nach dem Mittagessen gehen wir nochmals in ein anderes Internet und siehe da, der Update klappt problemlos. Danach kaufen wir uns noch die Fahrkarten für die morgige Fahrt nach Puerto Natales. Den Rest des Abends verbringen wir im Hostal mit Fernsehen und Lesen.

Tag 259 (252), 10. Februar 2005 / Punta Arenas - Puerto Natales
Wir stehen relativ früh auf, da wir mit dem 09:00 Uhr Bus nach Puerto Natales aufbrechen wollen. Nach einem kurzen Frühstück packen wir fertig und nehmen ein Taxi bis zur Busstation wo wir nicht ganz pünktlich abfahren und aber zumindest nach etwas mehr als drei Stunden Fahrt in Puerto Natales ankommen. Hier beziehen wir gleich im ersten Hostal (Danicar) unser Zimmer und machen dann einen ersten Stadtrundgang um uns über die Preise fürs Lebensmittel einkaufen informieren.
Nach dem Mittagessen im Hostal gehen wir dann auf Shopping Tour: zuerst kaufen wir die Hin- und Rückfahrt Tickets für den Nationalpark und danach gehen wir die Lebensmittel einkaufen. Auch die Conaf-Station wird von uns besucht um ein paar Infos bezüglich dem Park einzuholen. All zu viel können sie uns dort jedoch auch nicht sagen und empfehlen uns morgen am Parkeingang ein paar Minuten mit einem Ranger zu quatschen. Wir schauen auch mal wie viel eine Übernachtung in einem Refugium kostet; da Heidi nicht mit auf die Tour kommt, aber gleichwohl ein bisschen Bergluft schnuppern will kommen diese als Alternative in Frage. Da diese jedoch schweine Teuer sind (pro Nacht US$ 27.00) lässt sie es bleiben. Wir fragen aber noch nach was eine Übernachtung in einen gemieteten Zelt kostet: hier beträgt der Preis Chilenos 9'000.00 (5'500.00 für das Zelt und 3'500.00 pro Person), was etwa US$ 15.00 entspricht. Da Heidi sich jedoch noch nicht festlegen will wann sie wo übernachtet lässt sie auch hier die Reservation bleiben und wird dann hoffentlich spontan vor Ort jeweils noch ein Plätzchen finden.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit ein bisschen Internet und viel packen. Am Abend kochen wir uns noch was Kleines und gehen dann relativ bald einmal schlafen, da wir morgen (und wohl auch die nächsten Tage; zumindest Mano) jeweils früh aus den Federn bzw. Matte steigen müssen.

Tag 260 (253), 11. Februar 2005 / Puerto Natales - Nationalpark Torres del Paine
Nach einem schnellen Frühstück sind wir mit dem 07:30 Uhr Bus auf dem Weg zum Nationalpark, welcher wir gut zwei Stunden später (inklusive einer 15minütigen Kaffeepause für unseren Chauffeur) bei der Laguna Amarga erreichen. Hier zahlen wir unseren Eintritt von Pesos 10'000.00 pro Person und nochmals 3'500.00 für den Bus nach der Hosteria los Torres (Hin- und Rückfahrt, inklusive einer Übernachtung auf einem Campingplatz), welcher uns bis zum Trailhead fährt. Man könnte die Strecke auch zu Fuss gehen (ca. 1.5 Stunden), aber da die Campings so oder so 3'500.00 kosten und wir auf jeden Fall mindestens einmal bei einem Übernachten welcher nicht gratis ist wären wir ja blöd würden wir den Bus nicht nehmenwürden.
Hier schnüren wir unsere Schuhe und marschieren um 10:50 Uhr los, in Richtung Torres, wo wir die erste Nacht verbringen werden um uns Morgen die Torres bei Sonnenaufgang an zu schauen. Wir fragen sicherheitshalber ein Pärchen nach dem Weg, welches uns bestätigt, dass wir richtig unterwegs sind und uns freundlicherweise auch mitteilt, dass sie seit einer Woche unterwegs sind und jeden Tag sonniges Wetter geniessen konnten. Selbstverständlich ist für uns der Himmel bedeckt und schon auf der Hinfahrt sind die ersten Regentropfen gefallen (wir erfahren auch noch, dass es vor etwa 10 Tagen hier sogar noch geschneit hat....). Aber was solls; wir sind hier und schon kurz nach dem Anfang geht es steil nach oben bis auf eine Kuppe welcher wir dann ins Tal hinauf folgen.
Nach der ersten Zwischenstation, dem Camping Chileno, welchen wir nach etwa 2 Stunden erreichen, geht es für eine weitere Stunde mehr oder weniger dem Río Ascencio entlang das Tal hinauf, wo wir schlussendlich unsere Übernachtungsstätte, den Camping Torres erreichen, welcher schön, aber kühl, im Wald gelegen ist. In der Zwischenzeit hat auch die Sonne überraschenderweise ihren Kampf gegen den Regen und die Wolken gewonnen und wir geniessen das Leben bei besten äusseren Bedingungen. Wir stellen entsprechend schnell unser Zelt auf und machen uns dann schon bald auf den Weg um die Torres zum ersten Mal zu besichtigen. Von hier aus sind es gemäss Wegweiser noch ca. 45 Minuten bis zum Mirrador. Es geht hauptsächlich einen Geröllhang (na ja, so viel Geröll hat es nun auch wieder nicht, es sind vorwiegend grössere Brocken) hinauf bis man zum Aussichtspunkt gelangt. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die Torres! Es sieht echt genial aus, wie sich die drei Türme (Torres Sur, Torres Central und Torres Norte - einfallsreiche Namen, nicht ;o) in den jetzt blauen Himmel recken, zusammen mit dem Gletscher, welcher sich um ihre Füsse schlängelt und die Bäche welche über die glatt polierten Wände in die smaragdgrüne Lagune gleiten.
Wir geniessen den Anblick und die wärmende Sonne für den Rest des Nachmittags bis wir von unseren Mägen angeknurrt werden. Entsprechend machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Zelt, wo wir leckere Pasta zubereiten und das heute Erlebte zu Papier bringen. Vor dem Schlafengehen versuchen wir noch so gut es geht die nächsten Tage vorzubereiten und zu planen.

Tag 261 (254), 12. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine
Tagwache (oder besser Nachtwache ;o) um 05:00 Uhr, denn wenn schon früh aufstehen dann schon richtig früh, nicht dass wir schlussendlich noch zu spät zum Sonnenaufgang erscheinen. Bis wir aus den Federn sind und los laufen ist es eine halbe Stunde später. Für die ersten paar Meter benötigen wir noch unsere Stirnlampen um den Weg zu beleuchten. Mit dem langsam im Osten aufkommenden Licht verschwinden die letzten Sterne und auch wir können für den Rest des Weges unser Licht ausmachen. Beim Mirrador bietet sich uns der gleiche, wunderschöne Anblick wie gestern. Als dann sich die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen auf die Torres werfen erstrahlen diese in einem fast kitschigen Rot - wäre es nicht so kalt könnte man meinen man würde träumen. Als dann mit der vorgeschrittenen Zeit die Sonnenstrahlen auch uns erreichen und erwärmen machen wir uns an den Abstieg um was zu futtern.
Bald darauf machen wir uns auf den Rückweg aus dem Tal hinaus. Hier wird uns zum ersten Mal richtig bewusst, dass wir uns an einem touristischen Ort befinden, denn wir begegnen doch ein paar Tagestouristen welche sich auf dem Weg zu den Torres befinden. Gestern Abend und heute Morgen hatte es jedoch überraschend wenig Leute bei den Torres. Vor dem letzten Abstieg, welcher uns wieder zum Hosteria los Torres führen würde, biegen wir rechts ab, da wir uns gestern Abend noch entschieden haben zusammen das 'W' zu laufen. Von hier aus geht es schräg einen Natur-Wiesen-Hang hinunter, von wo aus wir endlich, endlich auch unseren ersten Kondor in Südamerika erblicken welcher elegant über uns hinweg gleitet. Nach dem wir die Fläche erreicht haben folgen wir in mehr oder weniger weiter Entfernung dem Ufer des Lago Nordenskjöld, mit den schroffen, felsigen Bergen auf unserer rechten und den runden, bewachsenen Hügel hinter dem See auf der linken Seite.
Nach dem wir wieder einmal einen Bach in Sandalen überqueren müssen, benötigt Heidi eine längere Pause während Mano sich auf das letzte Stück bis zum Camping 'Los Cuernos' macht. Vor Ort wird zuerst mal das Zelt an einem (hoffentlich) geeigneten Ort aufgestellt, bevor er Heidi entgegen geht um ihr für das letzte Stück den Rucksack abzunehmen. Als Belohnung für das heute geleistete gibt es für Mano ein erfrischendes Bad im See und für Heidi eine heisse Dusche.
Gegen den Abend fängt das während dem Tage perfekte Wetter langsam umzuschlagen: Heftige Windböen kommen auf und über die Bergkette ziehen bedrohliche, dunkle Wolken auf. Spontan entscheiden wir unser Nachtessen ein bisschen vor zu ziehen und beobachten für den Rest des Abends die anderen Camper wie sie beim Zeltaufbau bzw. -wiederaufbau mit den Böen zu kämpfen haben. Viele von ihnen verlieren den Kampf und müssen sich neue Plätze aufsuchen. Unser Zelt und der Zeltplatz haben sich bis jetzt bewährt (Holz alänge); definitiv werden wir es jedoch erst morgen bzw. mitten in der Nacht wissen. Um das Bild abzurunden fängt es, bevor wir uns definitiv auf's Ohr hauen, auch noch leicht an zu Regnen.

Tag 262 (255), 13. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine
Unser Zelt steht, als wir heute Morgen um 09:00 Uhr aufstehen, noch genau so wie wir es gestern Abend betreten haben! Nach dem üblichen Morgen-Prozedere befinden wir uns gegen 10:30 Uhr auf dem Weg zu unserem nächsten Campingplatz. Dieser führt uns wie gestern wieder am See entlang und wir geniessen die schöne Aussicht bei wieder besten äusserlichen Bedingungen. Beim Zeltplatz stellt Mano, welcher wieder voraus gegangen ist, schon mal das Zelt auf, isst was Kleines und wartet auf Heidi.
Nach ihrem Eintreffen macht sich Mano auf den Weg, das 'Valle del Francés' zu erkundigen - Heidi will sich heute ein bisschen von den gestrigen Strapazen erholen. Die Strecke führt mich am Anfang leicht ansteigend durch einen Wald, welcher das Flussufer des Río del Francés säumt. Wenig später geht es dann relativ plötzlich den Hang bzw. die Seitenmoräne hinauf. Hier wechselt sich der Wald mit struppigen, nur etwa kniehohen Büschen ab. Die Wanderung ist wunderschön und durch den Schatten auch sehr angenehm. Nach etwa 11/2 Stunden treffe ich auf eine grosse Lichtung von welcher man einen fantastischen Ausblick auf die links und rechts befindliche Bergwelt hat. Hier lasse ich mich für eine längere Weile nieder und geniesse die Sonne und das Panorama; alleine.
Nach der wohlverdienten Pause mache ich mich an das letzte Stück des heutigen Tagesausfluges. Nach etwa der Hälfte muss ich jedoch feststellen, dass sie das letzte Teilstück hinauf zur Lagune gesperrt haben. Nun, zumindest habe ich von hier aus einen tollen Ausblick über dass ganze Valle del Francés hinaus bis zum Lago Nordenskjöld. Gezwungenerweise mache ich mich etwas verfrüht auf den Rückweg, wo ich die verbleibende Zeit im Camping dazu nutze mein T-Shirt und meine Socken auszuwaschen und noch ein bisschen die Sonne zu geniessen.
Mit der Sonne verschwindet auch die Wärme und es wird schnell ziemlich kühl. Wir kochen uns entsprechend noch unser Nachtessen bevor wir uns dann in unserem warmen Zelt verkriechen, wo wir auch den Rest des Abends verbringen.

Tag 263 (256), 14. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine
Tagwache um 08:00 Uhr. Es ist noch immer arschkalt. Bis wir unsere tägliche Routine erledigt haben und los marschieren ist es kurz nach 10:00 Uhr. Die Strecke führt uns wieder durch struppige Landschaft mit kleinen Wäldchen und dornigen Büschen. Das Wetter meint es wieder gut mit uns und so können wir die Lagune welche sich auf unserem Weg befindet bei besten Verhältnissen ablichten. Nach der letzten Steigung sehen wir von weitem den See, unsere letzte Station im Nationalpark. Nach dem wir den Camping erreicht haben kochen wir uns den restlichen Reis (Gewicht-Vernichtung) und während Heidi hier bleibt macht sich Mano auf dem Weg zum Mirrador Glaciar Grey.
Der Weg führt stetig bergauf aber ohne eine eigentliche Steigung darin zu haben. Eie Vegetation ist auch hier ziemlich dürftig aber nichts desto trotz schön. Nach ziemlich genau 40 Minuten zügigen Gehens komme ich an einen kleinen, klaren Bergsee mit super schönen Panorama. Kurz darauf kann man einen ersten Blick vom Lago erhaschen in welchen der Glaciar hinein mündet und auch hier noch z.T. ziemliche Bröcke an Eisbergen schwimmen. Weitere 40 Minuten später ist der Mirrador erreicht. Das Bild ist schön aber gerade von den Socken haut es mich nicht. Ich denke in der Schweiz haben wir grössere und schönere Gletscher. Schön ist, wie er am Ende im See mündet. Ich lege hier eine kleine Rast ein und mache auch ein paar Fotos, obwohl die Weitsicht aufgrund von aufgekommenen Wolken nicht die Beste ist. Als Zückerchen sehe ich zumindest noch einen Kondor welcher etwa 100 m über mir an der Felswand vorbeifliegt. Da die Wolken langsam dichter und dunkler werden mache ich mich auf den Rückweg zum Camp wo ich mir als erstes eine heisse Dusche gönne. Danach schreibe ich noch den Bericht für den heutigen Tag und beobachte argwöhnisch die Wolken. Es sieht stark nach Regen aus.
Zum Nachtessen gönne wir uns noch ein Tetrapack Rotwein und futtern wieder einmal Spaghetti. Als wir uns im Zelt verkriechen ist der Regen noch nicht eingetroffen, aber es hat wieder heftig angefangen zu winden.

Tag 264 (257), 15. Februar 2005 / Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales
Als der Wecker m 06:00 Uhr losgeht schaut Mano aus dem Zelt und stellt fest, dass es leicht regnet, bewölkt ist und über die Berge dunkle Wolken aufkommen. Entsprechend entscheide ich mich noch ein zwei Stunden länger zu schlafen und am Mittag mit Heidi mit der Fähre zur Busstation zu fahren anstatt die ca. 5 Stunden bei diesen Bedingungen zu gehen. Als wir definitiv aufstehen finden wir sehr wechselhaftes Wetter vor: Regen, Sonne und Wind machen uns das Leben nicht gerade einfach. Vor unserer Abfahrt treffen wir noch auf Pit und Sandra, welche wir bei unserer Wanderung beim Lago Todos los Santos kennen gelernt haben. Sie haben vor das 'W' in entgegengesetzter Richtung zu laufen.
Die Überfahrt dauert eine knappe halbe Stunde aber leider haben wir aufgrund des Wetters nicht allzu viel von der Landschaft. Auf der Anderen Seite müssen wir noch etwa 3/4 Stunden auf unseren Bus warten, welcher uns auf der anderen Seite des Sees die gleiche Route wieder zurückfährt welche wir in den letzten Tagen zu Fuss zurückgelegt haben.
Das Wetter hat sich ein bisschen aufgehellt und so sehen wir die imposante Bergkulisse an deren Fuss wir die letzte Tage entlang gewandert sind noch von einer anderen Perspektive - ziemlich eindrücklich. Zurück in Puerto Natales beziehen wir wieder im Hostal Danicar ein Zimmer wo wie auch wieder auf die Schweizer Adrian und Erich treffen, welche wir vor den Torres und während den Torres getroffen haben. Wir gehen mit ihnen am Abend ein, zwei Bierchen trinken. Da wir uns sehr gut unterhalten entscheiden wir, dass wir gleich noch was Futtern und schlussendlich bis fast Mitternacht sitzen bleiben. Danach wird im Hostal noch tschau gesagt, gepackt und schlafen gegangen. Ach und Heidi tauscht grosszügiger Weise das Buch welches Mano noch nicht fertig gelesen hat gegen ein anderes ein ;o(

Tag 265 (258), 16. Februar 2005 / Puerto Natales - El Calafate
Kurz nach dem Frühstück befinden wir uns um 08:30 Uhr im Bus nach El Calafate. Die fünf stündige Fahrt führt uns durch eine ziemlich flache und steppenartig öde Landschaft und natürlich wieder einmal über die Grenze wo wir unsere Sammlung an Chilenischen und Argentinischen Stempel um je ein Stück erweitern

Tag 265 (258), 16. Februar 2005 / Puerto Natales (Chile) - El Calafate
In El Calafate schlagen wir im Hinterhof vom Hostal "Dos Pinos" für 10 Pesos pro Person unser Zelt auf und machen uns am Nachmittag auf zur Busstation. Dort buchen wir unsere nächsten Fahrten zum Perito Moreno und nach El Chalten. Der Rest des Tages machen wir noch einen Stadt Rundgang; na ja Rundgang kann man nicht wirklich sagen da ausser der Hauptstrasse nicht viel zu sehen ist. das Städtchen/Dörfchen ist an und für sich ziemlich schön und die Gebäude (noch) nicht all zu modern. Nur leider ist hier wirklich alles auf den Tourismus ausgerichtet. An der Hauptstrasse findet man ausser Reisebüros, Souvenir Shops, Restaurants und Supermercados nichts. Den Abend verbringen wir im Camp bei einer leckeren Pasta mit Rotwein und ein bisschen lesen.

Tag 266 (259), 17. Februar 2005 / El Calafate
Perrito Moreno here we come! Mit etwa 15 Minuten Verspätung fahren wir vom Terminal ab und kommen etwa 2 Stunden später am Ziel an (gesagt hat man uns, dass die Fahrt etwa 1 1/2 Stunden dauern würde). Na ja, wir haben ja noch genügend Zeit, denn die Rückfahrt ist erst um 15:00 Uhr.
Der gebotene Anblick ist ziemlich gewaltig: der Gletscher wie er sich durch das Tal schlängelt und mit einer Höhe von 30 - 60 Meter ins Wasser fliesst. Es ist bewölkt und so können wir leider nicht bis zu den Bergen am Horizont sehen. Der Rundgang führt uns den dem Gletscher gegenüberliegenden Hang hinunter und wieder hinauf. An einer geeigneten Stelle machen wir halt um das Kalbern zu beobachten. Die Geräuschekulisse ist gewaltig; brechen kleiner Stücke aus dem Gletscher raus, knallt es wie ein Schuss durchs Tal und bei den grossen Brocken kommt ein mächtiges Donnern auf.
Nach dem wir zwei, drei grosse Abbrüche beobachten konnten suchen wir uns ein windgeschütztes Plätzchen um unsere Sandwichs zu verspeisen - mit der Bise ist es doch ziemlich kühl. Nach dem Futtern kehren wir gemütlich zum Busparkplatz zurück, welcher sich in der Zwischenzeit gefüllt hat (am Morgen waren wir der 2. Bus welcher angekommen ist) und machen uns kurz darauf mit unserem Gia auf eine kleine Wanderung (nichts spezielles), welche uns am Seeufer entlang bis zur Fähre führt. Ach ja, man hat auch die Möglichkeit mit einem Boot zum Gletscher zu fahren - nun nicht so wirklich zum Gletscher, denn auf dem Fussweg kommt man näher ran; wir können diese diesbezüglich also nicht wirklich empfehlen.
Hier werden wir vom Bus wieder aufgenommen und fahren zurück. In Calafate buchen wir noch die letzte, fehlende Busfahrt (von El Calafate nach Río Gallegos) und auch gleich unser Hostal in El Chaltén für zwei Nächte, bevor wir zum Hostal zurückkehren und noch einen gemütlichen Abend verbringen.

Tag 267 (260), 18. Februar 2005 / El Calafate - El Chaltén
Es heisst wieder einmal früh aufstehen, denn unser Bus fährt bereits um 08:00 Uhr los; ok, schlussendlich fahren wir mit den fast üblichen 15 Minuten Verspätung los. Die Fahrt führt uns wieder einmal durch eine harte, bräunliche Landschaft und so  versuchen wir ein bisschen Schlaf nach zu holen, was sich als nicht ganz einfach erweist, da wir uns vorwiegend auf Schotterstrasse fortbewegen. Nach etwa der Hälfte der Fahrt taucht in der Ferne eine imposante Bergkette auf, in welcher ein Berg ziemlich hervorsticht; wir sind uns jedoch nicht wirklich sicher ob es sich hierbei um Fitz Roy handelt oder nicht. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto näher kommen wir auch diesem imposanten Zacken, bis wir schlussendlich die Gewissheit haben, dass es sicher hierbei tatsächlich um Mount Fitz Roy handelt.
Am Eingang des Dorfes gibt es noch einen fünfminütigen Halt bei der Rangerstation, wo wir uns einen kurzen Vortrag über die Wanderwege und das Verhalten anhören dürfen. Nach unserer Ankunft machen wir uns mit unserem Gepäck auf den Weg ins Hostal, welches wir dann am anderen Ende des Dorfes auffinden, nachdem wir mit Sack und Pack die ca. zwei Kilometer zurückgelegt haben. Beim Einchecken stellen sie fest, dass sie unsere Reservation nur für eine Nacht eingetragen haben und es übermorgen schon ziemlich voll ist..... schau' mer mal.
Wir nutzen den Nachmittag um uns das Dorf näher anzusehen, welches super schön im Tal gelegen ist und eigentlich auch ganz sympathisch ist, wären da nicht die unglaublich vielen Hostals.... Im Supermercado gehen wir noch für's z'Nacht und Zwischenverpflegung einkaufen, denn es ist wieder einmal Wandern angesagt; viel anderes kann man hier oben ja auch nicht unternehmen. Den Rest des Tages hängen wir im Hostal 'Ranchero Grande' rum und vertreiben uns die Zeit bis zum Nachtessen (es gibt wieder einmal Pasta ;o) mit Lesen.

Tag 268 (261), 19. Februar 2005 / El Chaltén
Mano: Tagwache um 07:00 Uhr, denn schliesslich will ich heute nicht stressen - es stehen ca. 8 Stunden Wandern auf dem Tagesprogramm. Bis ich nach einem reichlichen Haferflocken-Frühstück auf den Weg zur 'Laguna de los Tres' mache ist es 08:20 Uhr. Draussen ist es arschkalt und an gewissen Stellen hat sich sogar Reif gebildet.
Ziemlich am Anfang hat es einen kleinen Anstieg wo ich auch zum ersten Mal für den heutigen Tag mit der Sonne in Kontakt komme. Der erste Teil ist bis auf den Aussichtspunkt von welchem man das Tal überblicken kann nicht all zu spektakulär. Man läuft vorwiegend durch lichten Wald, welcher den Eindruck erweckt, dass er mehr tot als lebendig ist. Zumindest komme ich so zügig voran. Das erste Highlight ist der Mirador bei der Laguna Capri, wo man zum ersten Mal einen guten Blick auf den imposanten Fitz Roy werfen kann. Kurz darauf wird auch der Weg interessant; er führt einem jetzt durch ein Tal, wo sich Büsche, kleine Bäume, Lagunen und Bäche abwechseln und auf der linken Seite steht Fitz.
Nach etwa 2 Stunden (anstatt der angegebenen 3) komme ich beim Camping Pincenot am 'Vor-Fuss' zum Fitz an, von wo aus es noch ein paar hundert Meter steil nach oben geht, bevor man über die Endmoräne an der Laguna de los Tres ankommt. Das sich bietende Bild ist ähnlich wie bei den Torres del Paine, nur dass man hier nicht in einem hufeisenförmigen Tal ist, sondern vor einer gerade verlaufenden Bergkette steht, was es nicht ganz so spektakulär aussehen lässt aber immer noch super schön und imposant ist.
Da ich sehr viel schneller hier angekommen bin als ich vermutet habe mache ich mich nach einer Pause auf den Weg die Lagune zu umrunden, was jedoch am Schluss ein bisschen zu gefährlich wird und so lass ich es bleiben. Nach einer weiteren kurzen Rast mache ich mich dann auf den Rückweg und treffe relativ viele Leute welche sich noch am Aufstieg befinden (hola, hola, hola......). Ich pausiere noch schnell bei der Laguna Capri, von welcher aus man einen guten Panoramablick auf den Fitz hat und schiesse meine letzten Photos für heute. Zurück beim Hostal stelle ich fest, dass wir umgezogen wurden, da sie tatsächlich keinen Platz mehr für uns hatten. Unsere neue Unterkunft befindet sich schräg gegenüber und ist zwar ein bisschen kleiner aber dafür auch ein bisschen heimaliger. Den Rest des Nachmittags lese ich ein bisschen und geniesse die Sonne.

Tag 269 (262), 20. Februar 2005 / El Chaltén - Calafate
Heute kann ein bisschen länger geschlafen werden, da gemäss Plan nur drei Stunden wandern (ein Weg) auf dem Programm stehen. Wir werden jedoch ein bisschen verfrüht durch unsere Spanischen Zimmergenossen geweckt, welche anscheinend eben herausgefunden haben, dass heute ihr Flug geht..... Schlussendlich ist es dann gleichwohl fast 09:30 Uhr, als sich Mano auf den Weg zur 'Laguna Torre' macht. Es scheint wieder ein super Tag zu werden: der Himmel ist wolkenlos und entsprechend ist es noch ziemlich kalt als ich das Hostal hinter mir lasse.
Der Anfang des Trails ist wie gestern nicht all zu interessant. Zuerst gilt es zwei kleinere Hügel zu übersteigen, bis man ins Tal gelangt, welchem man bis zum Ziel folgt. Hier wird das Bild durch die kleinen Wälder, struppigen Büsche und kleinen Tümpel ein bisschen abwechslungsreicher. Krasserweise ist es dort am schönsten, wo es ein Stück toter (abgebrannter) Wald hat. Dieses Schwarz bietet einen guten Kontrast zum farbigen, rot-grünen Gras, den Wälder, Bergen und Gletscher. Wenig später gilt es noch die Endmoräne zu übersteigen und das heutige Tagesziel ist (bereits nach zwei Stunden) erreicht.
Ich stosse wieder auf ein ähnliches Bild wie gestern beim Fitz: die Lagune, in welche der Gletscher fliesst, und der Cerro Torre welcher über all dem thront. Die Laguna ist zwar nicht ganz so klar wie diejenige gestern, aber dafür erscheint mit der Torre imposanter. Da ich noch ziemlich viel Zeit habe lege ich eine längere Pause ein bevor ich mich wieder auf den Rückweg mache. Gegen 14:00 Uhr und nachdem ich noch einen Hasen aufgescheucht habe (dieser Weg ist nicht so stark 'bewandert' wie der gestrige) komme ich wieder beim Hostal an. Hier gibts noch eine heisse Dusche und nach dem fertig packen verbringen wir die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt mit Lesen.
Wir holpern wieder mehr oder weniger für fünf Stunden durch die Gegend. Pünktlich um 23:00 Uhr kommen wir in El Calafate an, wo wir beim Bus-Büro unser Gepäck zumindest bis 01:00 Uhr deponieren können. Wir nutzen diese Zeit damit, dass wir wieder einmal ins Internet gehen und nachher noch schnell eins Trinken. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt um 03:00 Uhr nach Río Gallegos verbringen wir mit Warten am Terminal.

Tag 270 (263), 21. Februar 2005 / Calafate - Río Gallegos
Müde kommen wir um 07:30 Uhr in Río Gallegos an, wo wir noch ein bisschen rumhängen dürfen, da das Office erst um 08:00 Uhr öffnet und wir unsere reservierten Tickets nach Ushuaia beziehen können. Mit dem Taxi geht es danach bis zum Hostal Colonial, wo wir die Chile Staffel 1 vorbereiten und uns nachher auf ins Zentrum machen. Im ersten Café klappt der Update nicht, da die irgendwie die ftp-Seiten blockiert haben; zumindest kann ich danach gratis surfen und mit ein paar Nasen in der Schweiz chatten.
Nach dem wir unser Mittagessen im Zentrum - sofern man dem so sagen kann - eingekauft haben nehmen wir am Rio unsere Sandwichs zu uns. Es ist ziemlich windig und es sieht so aus als würde es jeden Moment anfangen zu regnen. So machen wir uns relativ schnell wieder auf den Weg in den zentral gelegenen Stadtteil, aber Río Gallegos hat wirklich nichts zu bieten. Es handelt sich hierbei einfach um eine Ansammlung von vielen Häusern, nicht mehr. Wir machen dann noch einen Versuch die Homepage upzudaten, aber auch hier klappt es nicht, da die Leitung zu schwach ist. Auf dem Rückweg zum Hostal kaufen wir noch Bier ein und nutzen die freigewordene Zeit um wieder einmal die Photos zu betiteln und stellen uns auf einen Champions League "Abend" mit Real Madrid ein. Als dann eine Viertelstunde nach Spielbeginn noch immer nichts übertragen wird stellen wir fest, dass heute ja Montag und nicht Dienstag ist.... Aber zumindest können wir so einen Teil der 'alten' Reiseberichte auf dem Laptop eintippen.

Tag 271 (264), 22. Februar 2005 / Río Gallegos - Ushuaia
Mit einer Stunde Verspätung machen wir uns um 11:00 Uhr in dem nicht gerade komfortabelsten Bus auf den Weg nach Ushuaia. Wir vermuten, dass wir einfach so lange gewartet haben bis der Bus bis auf den letzten Platz voll war. Für die nächsten 12 Stunden zotteln wir wieder einmal durch die raue Landschaft Patagoniens, ohne aussergewöhnliche Vorkommnisse; ausser, dass wir zwei Mal die Grenze überqueren müssen und unser Stempelkontingent tüchtig aufstocken.
Mit dem Sonnenuntergang bietet sich uns dann noch ein super Anblick: die untergehende, rote Sonne im Westen und der gleichzeitig im Osten auftauchende (Voll) Mond. Sieht genial aus. Ich glaube nicht, dass wir den Mond je so klar und gross gesehen haben. Leider ist es nicht möglich aus dem fahrenden Bus ein scharfes Photo zu schiessen, aber vielleicht bekommen wir den Mond in Ushuaia nochmals zu Gesicht.
Mit zwei Stunden Verspätung kommen wir schliesslich um Mitternacht in Ushuaia an, wo wir uns vergeblich auf die Suche nach einem Doppelzimmer machen und uns schliesslich zumindest mal für eine Nacht im El Jardín (eigentlich ein Kindergarten, welcher jedoch während den Schulferien im Januar und Februar als Hostal 'missbraucht' wird), in einem 8er Schlag niederlassen.

Tag 272 (265), 23. Februar 2005 / Ushuaia
Nach dem Frühstück klappern wir zuerst einmal ein paar andere Hostals ab und stellen fest, dass so ziemlich alles ausgebucht ist. So bleiben wir halt während unseres Aufenthaltes in Ushuaia im Kindergarten. Wolken und Sonne wechseln sich ab, als wir uns kurz darauf an die Erkundung der Stadt machen. Trotz Hochsommer ist es mit dem Wind ziemlich kühl und man kann den Windbreaker gut gebrauchen. Ushuaia ist schön am Meer gelegen und hinterlässt einen überraschend untouristischen Eindruck. Wir bummeln zuerst am Ufer entlang, wo wir in einer Telefonzelle Mano's Flug vom 26.02 von Ushuaia nach Santiago de Chile definitiv buchen. Da Heidi im Moment keinen Bock auf Santiago hat, buchen wir ihren Flug noch nicht, lassen aber zumindest mal die Reservation stehen.
Den Rückweg treten wir dann über das Stadtzentrum an kaufen wieder einmal ein paar Postkarten um ein paar Internetlosen eine Freude zu machen. Dann geht's wieder einmal ab ins Internet um endlich die Chile Staffel aufzuschalten, was auch problemlos klappt. Im Hostal treffen wir dann auf Michael, einen Deutschen aus Westerwald und unterhalten uns ein bisschen mit ihm, vorwiegend über Fussball. Nach dem wir hier noch was kleines gefuttert haben geht es wieder in die Stadt, ins Irish Pub um ein bisschen Fussball zu kucken. Mit dem bereits anwesenden Engländer und Däne einigen wir uns auf die Partie Barcelona - Chelsea und geniessen ein paar kühle Pitcher Bier. Das Spiel ist nicht gerade der Knüller und so haben wir genügend Zeit uns mit den anderen zu unterhalten. Barcelona gewinnt schlussendlich mit 11 gegen 10 nach einem 0:1 Rückstand mit 2:1. Nach diesem Spiel zeigen sie noch die Partie Bremen - Lyonnais, welche wir uns auch noch anschauen, während Heidi bereits schon mal vor geht. Schlussendlich wird es Mitternacht bevor auch ich mich auf den nach Hause Weg mache.

Tag 273 (266), 24. Februar 2005 / Ushuaia
Als der Wecker abgeht fehlt Mano noch ein bisschen die Spritzigkeit und so bleibt er noch ein bisschen liegen. Als er es dann doch noch bis zum Frühstück schafft ist Heidi bereits schon fast auf dem Weg; sie mach heute einen Ausflug in den National Park, während Mano eine kleine Wanderung von Ushuaia aus machen will.
Die erste halbe Stunde fällt ihm nicht all zu leicht, aber je länger er unterwegs ist, desto besser geht es. Ich folge dem Weg durch ein noch cooles Wäldchen, in welchem die Bäume knapp über der Oberflache sich von einen Stamm plötzlich in 4, 5 und mehr Stämmen vermehren. Langsam wird der Weg komischerweise wieder flacher, der Wald lichtet sich und plötzlich sehe ich wieder auf Ushuaia herab; so wie es aussieht bin ich im Wäldchen im Kreis gelaufen ;o) Also mach ich mich auf den Rückweg und nehme einen anderen Weg. Nach dem ich aber nach mehreren Versuchen nach ca. zwei Stunden noch immer im Wald festsitze entscheide ich mich die Übung abzubrechen und den Rückweg anzutreten. Uuh, einfacher gesagt als getan! Aber schliesslich schaffe ich es doch noch und kehre ins Hostal zurück, wo ich mein gestriges Nachtessen futtere und den Rest des Nachmittags dazu nutze endlich die letzten Berichte auf den Laptop bringe.

Tag 274 (267), 25. Februar 2005 / Ushuaia
Nach dem Frühstück macht Heidi sich auf den Weg zur Fluggesellschaft um ihren Flug nach Buenos Aires zu buchen während Mano sich schon mal zu Fuss in Richtung Glaciar Marcial aufmacht wo wir uns dann auf halber Strecke beim Sessellift treffen wollen. Der Aufstieg dorthin ist nicht gerade der Hammer, da der Weg vorwiegend der Strasse entlang führt. Oben angekommen taucht nach etwa einer Viertelstunde der Michael auf, welcher eigentlich von Anfang an mitkommen wollte, aber er ist dann zuerst noch mit Heidi in die Stadt und hat danach den Bus bis hierhin genommen. Wenig später taucht auch noch der Kai aus Leipzig auf, welcher auch im Kindergarten untergebracht ist, und last but not least auch Heidi.
Zu viert machen wir uns dann auf den restlichen Weg. Kurz nach der Endstation des Sessellifts stellen wir dann jedoch fest, dass die Eisfelder sich den Titel Gletscher nicht so wirklich verdienen und so wandern wir nicht bis nach oben sondern nur bis zum Aussichtspunkt. Von hier aus hat man einen guten Überblick über Ushuaia und den Hafen. Da es ziemlich deftig windet ist es relativ kühl und wir machen uns schon bald wieder an den Abstieg.
Nach dem Mittagessen im Hostal besuchen wir das Museum Presidio (Eintritt Pesos 15.00 pro Person). Das Museum ist im alten Gefängnis untergebracht und handelt entsprechend zum grossen Teil auch von dessen Geschichte und Gefangenen, was zusammen mit den Originalzellen ganz interessant ist. Weitere Teile informieren über die Flugzeug- und Schifffahrtsgeschichte von Ushuaia (in etwa welches Boot wann unterwegs war, welche Funktion inne hatte und allenfalls wann wo gesunken ist). was jedoch ziemlich schnell langweilig wird. So machen wir uns auf den Rückweg, wo wir noch schnell Mano's Flug nach Santiago de Chile von Morgen bestätigen und einkaufen gehen.
Im Hostal müssen wir eine ganze Weile warten bis wir kochen können, da eine Gruppe Israelis die Küche für sich in Beschlag genommen hat. So unterhalten wir uns mit Kai und Michael und trinken ein Gläschen Rotwein. Nach dem Essen bleiben wir sitzen und warten auf Nina, eine Italienerin welche heute Geburtstag feiert. Kai hat für sie einen Kuchen mit Kerzen und Luftballons organisiert. Da sie jedoch nicht auftaucht verspeisen wir schlussendlich den Kuchen selber und legen uns nach zwei kaputten Stühlen (die sind einfach unter uns zusammengebrochen - wirklich) aufs Ohr.

Tag 275 (268), 26. Februar 2005 / Ushuaia - Santiago de Chile
Als wir aufstehen regnet es in strömen und es ist ziemlich Kalt. In den Bergen hat es sogar ein bisschen Schnee hingeworfen. Heidi macht sich schon bald auf den Weg zum Flughafen, während Mano nach dem Frühstück noch zum Hafen runtergeht um ein paar Photos von Ushuaia und den 'Zuckerbergen' zu schiessen. Auf dem Rückweg gibt es noch einen Internetsession und danach verbringe ich die restliche Wartezeit bis zur Abfahrt im Hostal mit Bericht schreiben und unterhalte mich mit Kai, welcher auf den gleichen Flug wie ich muss, aber dann in Puerto Montt (wir mache zwei Zwischenlandungen auf dem Weg nach Santiago de Chile) aussteigt.
Wir fahren mit dem Taxi zum Flughafen und vertreiben uns auch da die Zeit vor dem Abflug mit Plaudern und Lesen, etwas anderes kann man hier auch nicht gross machen. Pünktlich heben wir dann um 15:30 Uhr ab und schwingen uns in die Lüfte. Da es bewölkt ist bekommen wir von der Landschaft nix mit, aber umso mehr vom Wind welcher unser Flugzeug beim Start und bei der Landung ziemlich deftig durchrüttelt; so ganz wohl dabei ist es mir ehrlich gesagt nicht mehr aber wir schaffen es heil bis nach Punta Arenas.