Alëuten, Kette aus etwa 150 kleinen Inseln im Südwesten
von Alaska, die das Beringmeer und den Pazifischen Ozean trennt. Die Inselkette
erstreckt sich auf einer Länge von 1 930 Kilometern von der Alaskahalbinsel bis
Kamtschatka. Die Alëuten lassen sich von Ost nach West in vier Inselgruppen
unterteilen: die Fox-Inseln, Andreanof-Inseln, Rat-Inseln und Near-Inseln.
Auf den Inseln setzt sich die auf der Alaskahalbinsel beginnende Aleutian Range
fort. Von den zahlreichen Vulkanen ist der Shishaldin (2 857 Meter) auf der
Insel Unimak der höchste Vulkanberg der Inselkette. Die Inseln weisen aufgrund
des Klimas kaum Baumbewuchs auf. Gräser bilden den Hauptanteil an der
Vegetation. 1850 durchfuhr Robert McClure erstmals die Inselkette und konnte
dadurch mehrere Tage und Hunderte von Kilometern auf seiner Route einsparen.
Alëuten (Volk), die alteingesessenen Bewohner der Alëuten. Ihre Sprache, die
sich in drei Dialekte gliedert, gehört zur eskimo-alëutischen Sprachenfamilie.
Ihre traditionelle Kultur ähnelte weitgehend der Kultur der Eskimo.
Die Alëuten wanderten um 2 000 vor unserer Zeitrechnung aus Alaska ein. Das Meer
lieferte ihnen traditionell Nahrung, Kleidung, Brennstoffe sowie die
Materialien, aus denen sie ihre Behausungen bauten, wie etwa Treibholz und
Walknochen. Die Frauen flochten Körbe aus Gräsern. Die traditionellen Dörfer
befanden sich an der Küste in der Nähe von Frischwasserquellen. Sie waren so
gelegen, dass sie einerseits gute Anlegemöglichkeiten für die Kajaks oder
Eskimo-Umiaks, größere offene Boote, und andererseits Sicherheit gegen Angriffe
befeindeter Gruppen boten.
Nach 1741, als Alaska unter russischen Einfluss geriet, lebten etwa 25 000
Alëuten dort; die Kolonisten verhinderten interne Kriege, so dass sich die
Alëuten an Flussmündungen ansiedelten, wo sie leichter Lachsfang betreiben
konnten. Die Dorfgemeinschaft war in der Regel mit einem erweiterten
Familienverband identisch. Im Laufe der Zeit haben sie ihre kulturelle Identität
durch Assimilation verloren; ihre Kultur gilt seit 1830 als weitgehend
ausgestorben. Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts gehörten die meisten
der rund 2 000 verbliebenen Alëuten der russisch-orthodoxen Kirche an. Sie leben
in Holzhäusern und betreiben Fischfang, Jagd und Schafzucht.
Juneau, Hauptstadt des US-Bundesstaates Alaska.
Juneau ist das gewerbliche Zentrum und wichtiger Warenumschlagsplatz nahe der
Grenze Alaskas zu Kanada, die Stadt hat einen großen Hafen. Hier vertretene
Branchen sind u. a. Fischverarbeitung, Holzgewinnung, Bergbau und Tourismus. Der
Verkehr erfolgt in erster Linie per Schiff und Flugzeug. In Juneau befinden sich
das Alaska State Museum, das Bergbaumuseum Last Chance Mining Museum und die
University of Alaska Southeast. Der Mendenhall Glacier und der Glacier
Bay-Nationalpark liegen in der Nähe.
1880 entdeckten Joseph Juneau und Richard Harris in diesem Gebiet Gold,
woraufhin sich der Ort zu einer Goldgräberstadt entwickelte. 1970 wurde das
Stadtgebiet von Juneau stark erweitert. Damit ist Juneau eine der flächenmäßig
größten Städte der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Einwohnerzahl beträgt
etwa 30 700.
Stadt an der Südküste des US-Bundesstaates Alaska, an
einer Bucht des Cook Inlet.
Anchorage ist die größte Stadt Alaskas und Wirtschaftszentrum für den mittleren
und westlichen Teil des Staates. Zu den bedeutendsten Branchen gehören Erdöl-,
Erdgas- und Fischindustrie. Wichtige Arbeitgeber sind auch die im 2. Weltkrieg
angelegten Militärstützpunkte Fort Richardson und Elmendorf. Das Kunst- und
Geschichtsmuseum und das Zentrum für darstellende Künste wurden in den achtziger
Jahren des 20. Jahrhunderts gebaut. In Anchorage befinden sich die Alaska
Pacific Universität (1959) und der Campus der Universität Alaska (1954).
Die Stadt wurde 1914 gegründet, im folgenden Jahr entstand hier das
Hauptversorgungslager für den Eisenbahnbau nach Fairbanks. Nach dem Bau des
Alaska Highway 1942 ging die Entwicklung der Stadt sehr schnell voran. Ein
Erdbeben verursachte 1964 große Schäden. Die Einwohnerzahl beträgt etwa
260 000 (2000).
Fairbanks, Stadt in Alaska (USA). Sie ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates und dessen kommerzielles und administratives Zentrum. Die Endstation der Eisenbahnlinie von Seward (Bauende 1923) und des Alaska Highway (1942) befinden sich hier. Fairbanks ist Versorgungsort für das Zentrum Alaskas und seit 1917 Universitätsstadt. Der Mount McKinley Nationalpark und viele heiße Quellen liegen unweit der Stadt. Sie wurde 1902 gegründet, nachdem man in der Nähe Gold entdeckt hatte. Ihren Namen erhielt sie in Anlehnung an den amerikanischen Vizepräsidenten Charles W. Fairbanks. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 30 200.
Schlittenhundesport, Wettbewerb, bei dem ein Schlitten (Pulka)
von Hunden gezogen wird, die von einem Schlittenführer (Musher) begleitet und
durch Zurufe gelenkt werden. Die Pulka besteht aus Holz oder Kunststoff und hat
ein Gewicht von 10 bis 20 Kilogramm. Die Hunde stammen aus der Gruppe der
Nordlandhunde. Die am häufigsten verwendete Rasse bei Wettkämpfen sind Huskies.
Zieht nur ein Hund den Schlitten, so begleitet der Musher ihn auf Skiern oder
laufend. Besteht das Gespann aus mehreren Hunden, so steht der Musher auf den
verlängerten Kufen des Schlittens. Bei Wettbewerben unterscheidet man nach
Anzahl der Hunde und Renndistanzen fünf Klassen: Offene Klasse (mindestens fünf
Hunde, 5 bis 20 Kilometer), Klasse A (fünf bis sieben Hunde, 10 bis 16
Kilometer), Klasse B (drei bis fünf Hunde, acht bis zwölf Kilometer), Klasse C
(zwei bis drei Hunde, fünf bis acht Kilometer), Klasse S (ein Hund, acht bis
zwölf Kilometer). Daneben gibt es auch Langstreckenrennen. Das berühmteste
findet in Alaska zwischen Anchorage und Mone statt, geht über eine Distanz von
circa 1 800 Kilometer und wird Iditarod Trail International Championship Sled
Dog Race genannt.
Man unterscheidet drei Arten, die Hunde anzuspannen: Tandemgespann (alle Hunde
mit zwei Zugleinen hintereinander), Fächergespann (jeder Hund mit einer eigenen
Zugleine) und Doppelgespann (ein Leithund an der Spitze, die weiteren Hunde
paarweise an einer zentralen Zugleine). Bei Wettkämpfen werden nur registrierte
Hunde zugelassen, verboten sind Maulkörbe und Würgehalsbänder. Peitschen dürfen
nur zum Knallen verwendet werden. Die Schlitten starten hintereinander, meistens
in Minutenabständen. Alle gestarteten Hunde müssen das Ziel erreichen. Kann ein
Hund nicht mehr laufen, muss er auf dem Schlitten transportiert werden. Seit
1972 werden Deutsche Meisterschaften vom Deutschen Club für Nordische Hunde
(gegründet 1968, Sitz in Stuttgart) veranstaltet. 1983 wurde die European Sled
Dog Racing Association (ESDRA) gegründet. Die erste Europameisterschaft fand
1984 statt. 1932 war Schlittenhundesport Vorführwettbewerb bei den Olympischen
Winterspielen in Lake Placid (USA).
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