Von Valdez nach Kanada
Tag 22 (15), 18 Juni 2004 / Valdez - Seward
Piep, piep, piep..... 04:25 Uhr, unser Wecker (hat sich bis heute tadellos
bewährt, danke Schwesterchen) macht sich bemerkbar. Da wir bereits am Vorabend
alles vorbereitet haben, reichen uns diese 35 Minuten vollkommen aus um sogar noch
ein bisschen vor 05:00 Uhr beim Hafen anzukommen. Wir stellen uns in die
Auto-Schlange und werden schon bald per Lift! in den Schiffsbug hinunter befördert. Pünktlich um
06:00 Uhr legen wir von Valdez ab. Der Wettergott meint es nach zwei verregneten
Tagen heute sehr gut mit uns. Gleich zu Beginn bieten sich uns traumhafte Bilder
und wir düsen wie Mustertouristen mit unseren Photoapparaten auf dem Schiffsdeck
umher ;o) Die Sonne taucht über den Bergen auf und sendet ihre ersten Strahlen
in den noch nebelverhangenen Hafen von Valdez - ein fantastisches Schauspiel!
Bei stahlblauem Himmel führt uns die Route später am Columbia Glacier (der zweit
grösste im Meer endende Gletscher der Welt) und zwei auf kleinen Eisbergen
sitzenden Adler vorbei. Im Hintergrund steigen die schneebedeckten Bergketten in
den Himmel - traumhaft! In
weiter Ferne sehen wir noch unseren ersten Wal, aber leider zu weit weg um ein
paar Photos schiessen zu können (sorry, Nadine. Na ja, vielleicht wird's ja noch
was....). Nach 10 Stunden laufen wir in den Fjord von Seward ein. Bis wir
schliesslich aus der Fähre raus sind, vergeht noch eine weitere Stunde; immer
noch besser als die angekündigten 13 Stunden. Alles in allem war die Fahrt jedoch äusserst
interessant und entsprechend kurzweilig; bis auf den Teil welcher übers offene
Meer führte, aber den haben wir zum Dösen "missbraucht".
Seward ist auch ein kleines Kaff, jedoch nicht ganz so schön gelegen wie Valdez.
Seward lebt anscheinend nur vom Tourismus (Rundfahrten durch den Prince William
Sound) und Fischfang. Wir suchen uns einen Zeltplatz (City Campground für $8 pro
Nacht) für die nächsten zwei
Nächte und gehen noch einkaufen. Zum Z'Nacht gibt es Hamburger und Baked
Potatoes zubereitet auf einem Wegwerfgrill (Amerikanischer geht's wohl nicht
mehr?!; den Grill haben wir übrigens danach (noch) nicht weggeworfen!)
Tag 23 (16), 19 Juni 2004 / Seward
Heute wird ausgeschlafen. Wir stehen erst um 08:00 Uhr auf und frühstücken gemütlich.
Mano "muss" auf den Mt. Marathon rauf (3022 Fuss über Meer; hier findet am 04.
Juli das alljährliche Mt. Marathon Race statt - den Berg hinauf und wieder
hinunter. Die Rekordzeit wird von Bill Spencer gehalten: 43 Min. und 23 Sek. Ich
habe es in ca. 1 Stunde und 40 Min. geschafft! und bin nicht wirklich langsam
gegangen - Das muss ein unglaubliches Tier
sein!). Dieser Berg ist fantastisch. Es geht gleich von Beginn an sehr steil
aufwärts und hört bis zum Gipfel nicht mehr auf. Die erste Hälfte geht durch
Wald und Busch bis ziemlich genau zur Baumgrenze. Danach geht es nur noch über
Geröll und Fels (ich denke Schiefer, da es plattenartig und ziemlich brüchig
ist); z. T. ein Schritt rauf und 1/2 wieder runter und Streckenweise sogar auf allen
Vieren. Vom Gipfel aus hat man eine wunderbare Aussicht über den ganzen Fjord
und die diesen umgebende Berglandschaft.
Dann der Abstieg: die ersten ca. 300 Meter rutsche ich auf einem Schneefeld
herunter (geil) und danach rennt man nur noch den Geröllhang runter (rennen geht
einfacher als laufen da es echt steil ist und man entsprechend rutschend nach Unten
getragen wird). Ganz am Ende wird es dann noch zu einer kleinen Kletterpartie,
wo der Geröllhang in einem Bachbett mündet, aber auch diese habe ich gut
überstanden (43' 23" unglaublich!). Während Mano "die Wanderung" macht
geniesse Heidi die Zeit mit "sünnele"-jupiie.
Nach ein bisschen Rubberband Workout und einem Erholungsspatziergang gibt es eine
lange und heisse Dusche (muss zwischendurch auch sein ;o). Danach gibt es Cesar
Salad mit Baked Potatos (jup, Wegwerfgrill - das kleine Ding hält sich tapfer) zum z'Nacht.
Tag 24 (17), 20 Juni 2004 / Seward - Cooper
Landing
Am Morgen; Heidi geht ins Seward Sealife Center und Mano stellt die Homepage
für den nächsten Upload (Alaska, Staffel 2) definitiv zusammen, so dass beim
nächsten Internetcafé die Daten nur noch kopiert werden müssen.
Am Nachmittag zeiht es uns weiter, Richtung Cooper Landing (Kari's zweite Heimat
;o), ein Fischerparadies (Kenai- und Russian-River treffen hier aufeinander), wo gesagt wird, das die
Wahrscheinlichkeit einen Bären zu sichten relativ gross sein soll (nehmen wir's
vorweg, bei uns hat's natürlich nicht geklappt). Da wir keinen gescheiten
Campingplatz finden, biegen wir einfach in eine Nebenstrasse (Schotterstrasse
ins Nichts!) ein und stellen unser Zelt dort auf. Später gehen wir noch
gemütlich eins
trinken und Tony Gehrig im RV-Park suchen (haben ihn leider nicht
gefunden; wir nehmen an, dass er wohl gerade in einer Bar am Erzählen war, wie riiiieesen gross der gefangene Goldfisch sei ;o) und legen uns
nach der Rückkehr schon bald einmal schlafen.
Tag 25 (18), 21 Juni 2004 / Cooper Landing - Soldotna
Wir unternehmen am späteren Morgen eine kleine Wanderung, dem Russian River
Trail entlang, zu den Russian River Falls; eine landschaftlich wunderschöne
Gegend, wo wir von den Wasserfall hinauf springenden Forellen und dem Wasserfall
ein paar Fotos schiessen.
Am Nachmittag fahren wir ein paar Meilen weiter nach Soldotna, ein kleines aber
ziemliche schönes Städtchen, wo wir wieder mal unser Vorräte aufstocken. Da es
heute der längste Tag im Jahr ist, wollen wir aufbleiben und suchen uns noch ein
Internetcafé um online mit den Zuhausegebliebenen zu chatten; leider hatte
dieses bereits um 22:00 Uhr geschlossen (der Zeitunterschied zur Schweiz beträgt
hier 10 Stunden).
Auf dem Rückweg zum Zeltplatz schiessen wir noch ein paar Photos vom
Sonnenuntergang (ca. 23:30 Uhr) und machen uns ready für den Schlafsack. Nach
dem "Klogang" stolpern wir noch über eine Elchkuh, welche auf dem Campingplatz
am Futtern ist.
Doch nicht genug Elch: Mitten in der Nacht wird Mano von Schritten direkt neben
dem Zelt geweckt, und plötzlich tritt ihm diese blöde Kuh, sorry, Elchkuh,
durch das Zelt hindurch (wir hatten in dieser Nacht nur das Innenzelt
aufgestellt) fast auf Arm!! Verdammt, sind wir erschrocken; ich ziehe meine Arm
natürlich sofort weg und durch die ruckartige Bewegung erschrocken (vielleicht
hat sie ja unser strahlend weisses Innenzelt wirklich nicht gesehen ;o), rennt
sie davon. Vom ersten Schock erholt, schnappen wir uns die Kameras und werden
draussen mit einer grasenden Elchkuh mit ihrem Jungen belohnt. Ok,
vielleicht ist Mano ja ein bisschen zu sexistisch; es hätte ja durchaus auch das
Junge sein können, welches das Zelt nicht gesehen hatte (aber dann hätte die
Mutter
das Kleine zumindest darauf aufmerksam machen können, dass es sich beim Zelt nicht um eine
grosse Blume handelt)!
Tag 26 (19), 22 Juni 2004 / Soldotna - Whittier
Kuhlos aber glücklich stehen wir am nächsten Morgen auf und machen uns,
nachdem wir unser Auto gefüttert haben, auf den Weg Richtung Whittier. Am
Zusammenfluss des Kenai- und Russian-River machen wir noch ein paar Photos von
der Fähre und den Fischer (hier wird praktisch Schulter an Schulter gefischt! -
Tony haben wir wieder nicht gesehen, aber vielleicht stand der ja unter Wasser
;o).
Unterwegs machen wir noch einen kurzen Abstecher ins kleine aber sehr heimelige
Hope. Ein Städtchen, welches ca. 150 Einwohner hat, welche das ganze Jahr über
hier leben; alle anderen sind nur Saisonniers von ca. Mai - September). Wir
geniessen noch ein lokales Bier, ein Alaskan Amber bzw. ein Alaskan Summer Ale
bevor es uns wieder weiterzieht.
Nach einer schönen Anfahrt nach Whittier müssen wir vor dem Tunnel (es führt nur
ein Tunnel nach Whittier, welcher sich die Autofahrer sogar mit dem Zug teilen
müssen! Kostet US$ 12.-- pro Fahrzeug) ca. 30 Minuten warten, bis wir diesen
durchfahren können. Nach der Ausfahrt aus dem Tunnel nur ungläubiges Staunen:
Das kann es ja wohl nicht sein?! Whittier, das ist eine Baustelle wo ein paar
Holzhütten drauf stehen, ein Blockhaus (wo sie anscheinend alle drin wohnen)
und ein paar Boote!! Bis hierhin der klare Tiefpunkt unser Tour de Alaska!
Irgendwie niedergeschlagen bzw. deprimiert erkundigen wir uns noch nach Prince
William Sound Rundfahrten und entschliessen uns dann Whittier wieder zu
verlassen (die angebotenen Touren waren primär auf Gletscher ausgelegt und ein
bisschen Sealife wollen wir halt schon auch noch sehen). Na ja, aufgeschoben ist
nicht aufgehoben. Kurz nach dem Tunnel schlagen wir, immer noch ungläubig, unser
Nachtlager auf (Williwaw Campground am Portage Glacier).
Nach langem Überlegen sind uns dann doch noch zwei Gründe eingefallen, welche
möglicherweise einige Leute nach Whittier führen könnte: 1. Man unternimmt eine
Prince William Sound Rundfahrt von Whittier nach Whittier oder man kommt von
einer Überfahrt nach Whittier (z. B. von Valdez nach Whittier). Andere Gründe
gibt es unseres Erachtens nun wirklich nicht!
Tag 27 (20), 23 Juni 2004 / Whittier - Sutton
Nach dem Frühstück versuchen wir uns im Alaska Wildlife Conservation Center
auf andere Gedanken zu bringen, was uns eigentlich ziemlich gut gelingt. Hier
gibt es mehr oder weniger alle heimischen Wildtiere zu sehen; vom Elch über den
Adler bis hin zum Schwarzbär. Danach
geniessen wir die Fahrt auf dem Seward Highway nach Anchorage, wo sich Heidi
noch einen kleinen Feldstecher kaufen geht um allfälliges Wildlife in der Distanz
besser sehen zu können
Nach Palmer suchen wir uns einen geeigneten Platz zum Übernachten, welchen wir
in Sutton finden; alles in allem ein ziemlich ruhiger Tag. In der Bibliothek von Sutton laden
wir die 2. Staffel auf unsere Homepage und geniessen den restlichen Abend auf
dem Campground (US$14.00, Dusche US$3.00 pro Person) mit ein bisschen "Füürle" und
kalten Cervecas.
Tag 28 (21), 24 Juni 2004 / Sutton - Tok
Katerstimmung am Morgen (Mano - immer dieses verdammte letzte Bier ;o(.
Entsprechend dauert es etwas länger und wir verlassen den Campground erst gegen
Mittag. Ausser der schönen Landschaft (Matanuska Gletscher, Wrangell Mountains)
entlang des Glenn Highway gibt es heute nicht viel zu berichten. Wir machen
unterwegs in Glennallen einen längeren halt um unsere Wäsche zu waschen und kurz
noch etwas einkaufen zu gehen. Danach geht es wieder weiter. Um 19:30 Uhr und nach
ca. 250 Meilen treffen wir in Tok ein und schlagen hier unser Nachtlager auf.
Tag 29 (22), 25 Juni 2004 / Tok - Northway
Heute wird ausnahmsweise mal "katerlos" aufgestanden. Wir fahren ins Visitor
Center um uns über den Top Of The World Highway und anderes zu informieren.
Leider müssen wir feststellen, dass der Highway aufgrund von diversen
ausgebrochenen Waldbränden (insgesamt sind es ca. 6 verschiedene Brände, welche
in der Nähe des Highways wüten bzw. diesen z. T. bereits überquert haben)
gesperrt ist.
Da die Aussagen bezüglich der Befahrbarkeit des Highways nicht eindeutig sind spekulieren
wir und bleiben in der näheren Umgebung von Tok (um den Top Of The World Highway
allenfalls morgen in Angriff nehmen zu können, obwohl, wenn wir ehrlich sind, diese
Wahrscheinlichkeit ziemlich klein ist, da die meisten Brände noch nicht unter
Kontrolle bzw. nicht einmal deren Grösse bekannt ist. Schau'mer mal!) da in Tok
selber praktisch nichts los ist. In Northway wo wir schlussendlich landen ist jedoch noch weniger los, aber der
Lakeview Campground, welcher sich ca. 2 Meilen südlich von Northway befindet ist
zumindest gratis.
Die ganze Landschaft erscheint durch den Rauch wie durch einen grauen, dunstigen
Filter und die Luft riecht stark nach verbranntem Holz. Auf ca. 200 - 300 Meter ist
die Sicht ziemlich normal, danach nimmt die Klarheit relativ schnell ab, bis man
auf ca. 500 Meter durch den Rauch nur noch die Silhouetten der Landschaft erkennen
bzw. erahnen kann.
Tag 30 (23), 26 Juni 2004 / Northway - Tetlin
Junction
Als wir aufstehen hängt noch immer der Duft von verbranntem Holz in der Luft
und auch der Himmel ist immer noch von den dichten Rauchschwaden bedeckt. Die Sonne kann
den Rauch praktisch nicht durchdringen und zeigt sich am Himmel als roter,
glühender Ball. Zumindest die Sicht hat sich gegenüber von Gestern jedoch ein bisschen
verbessert.
Wir fahren zur letzten Tankstelle zurück um Gewissheit zu erhalten, dass der
Highway nach Dawson City noch immer geschlossen ist. Wir entschliessen uns
entsprechend dem Alaska Highway nach Süden, nach Kanada, zu folgen und überschreiten
die Grenze um 11:01, nach 2204 in Alaska zurückgelegte Meilen. Unseren ersten
Halt in Kanada machen wir in Beaver Creek Visitors Center und man erzählt uns,
dass man beabsichtige um 24:00 Uhr einen (oder auch mehrere, je nach Nachfrage)
begleiteten Konvoi durch den Gefahrenherd in Richtung Dawson zu führen. Wir
entschliessen uns entsprechend, diese mögliche Chance wahrzunehmen und kehren um -
so verlassen wir
Kanada wieder, nach ca. 1 Stunde bzw. 23 gefahrenen Meilen. In dieser
Zeit konnten wir zumindest feststellen, dass a) in Kanada tatsächlich mit
"unseren" Massen gerechnet wird und b) der Benzinpreis um einiges teuerer ist
als in Alaska (Alaska: ca. CHF 0.65/Liter, Kanda: ca. CHF 0.90/Liter).
Da wir sehr viel Zeit tot zu schlagen haben, machen wir einen längeren Lese- und
Futter-Rast beim Tetlin Visitor Center bis wir weiter zum Besammlungsort, Tetlin
Junction, fahren und weiter lesen und Bereichte schreiben und rumhängen. Im Auto
neben uns warten ein paar Jugendliche (Kanadier oder Amis) mit uns und ziehen
sich Rammstein rein!
Tag 31 (24), 27 Juni 2004 / Tetlin Junction -
Kanadische Grenze
Um 02:05 Uhr, also mit 2:05 Stunden Verspätung geht es endlich los! Von
einem geführten Konvoi kann aber nicht die Rede sein; erstens werden wir nicht
geführt und zweitens fahrt jeder so wie er es für richtig hält. Am Anfang der
Strecke ist alles normal: üppiges Gebüsch und Bäume zu beiden Seiten der
Strasse. Doch plötzlich wird der Rauch intensiver und auf der einen Seite der
Strasse sind nur noch die schwarzen, verbannten Skelette der Bäume zu sehen,
während auf der anderen Seite weiterhin noch alles grün ist. Doch auch dies
ändert sich später noch; wir fahren durch eine auf beiden Seiten frisch
verbrannte Landschaft, wo z.T. noch kleinere Brandherde am Flackern sind. Es
überkommt einem ein bisschen ein komisches Gefühl, wenn man bedenkt, dass hier
noch vor kurzer Zeit alles in Flammen gestanden hat.
Wir fahren an der Ortschaft "Chicken" vorbei, wo wir gerne einen Halt gemacht
hätten (Chicken besteht eigentlich nur aus einem Restaurantbetrieb), denn
anscheinend muss dieses Restaurant ganz speziell sein; da Chicken jedoch zum gesperrten Teil
der Strasse gehört müssen wir wohl oder übel weiter. Von der grundsätzlich
schönen Landschaft (sanft geschwungene Hügel mit üppiger Vegetation) bekommen
wir praktisch nichts mit, da durch den vielen Rauch in der Ferne z. T. nicht
einmal mehr Silhouetten wahrzunehmen sind (an gewissen Stellen beträgt die Sicht
gerade mal ein paar Meter!).
Je näher wir in Richtung Kanada kommen desto besser sieht es aus: der Rauch wird
weniger und die Vegetation wechselt vom Schwarzen wieder ins Grüne; obwohl an
gewissen Stellen sichten wir auch im "grünen Bereich" kleine Feuer; ob es sich
hierbei um potentielle neue, grossflächige Brände handelt können wir nicht
sagen. Schliesslich erreichen wir um 05:00 Uhr die Kanadische Grenze. Da diese
jedoch erst um 08:00 Uhr öffnet, entschliessen wir uns für die noch
verbleibenden drei Stunden aufs Ohr zu legen.
Um 08:00 Uhr geht der Wecker ab und um ca. 08:15 Uhr überqueren wir (zum zweiten
Mal ;o) die Grenze nach Kanada; nach 2414 gefahrenen Meilen (abzüglich 23
kanadischen Meilen); naja, aufgrund des Zeitunterschiedes passieren wir die
Grenze erst um 09:15...
Tag 37 (30), 03 Juli 2004 / Whitehorse - Skagway
Wir entschliessen uns nicht über Haines Junction, Haines und anschliessend
mit der Fähre (für zwei Personen inklusive Auto US$ 100.00) nach Skagway zu
gehen, sondern direkt von Whitehorse aus.
Kurz nach unserer Abfahrt müssen wir beim wunderschönen Emerald Lake einen
kurzen Halt einlegen um ein paar Photos zu schiessen. Auf der Weiterfahrt
bessert sich das regnerische Wetter nicht wirklich, im Gegenteil, und so
bekommen wir vom Chilkoot Pass aufgrund von Nebel und Wolken (z. T. sind wir
fast in Schritttempo unterwegs) nur ansatzweise etwas von seiner Schönheit mit.
Der Grenzübergang nach den USA erfolgt wie immer relativ zügig und problemlos; die wollen
jeweils nur wissen, ob man Waffen, Alkohol oder Tabakware mit sich führt und
wohin man unterwegs ist.
Die Talfahrt nach Skagway ist auch zum grössten Teil von Wolken und
Nebel geprägt, welche sich praktisch bis auf Meereshöhe hinunterziehen.
Nach einem obligaten Besuch im Visitors Center finden wir heraus, dass wir voll
in ein Wettertief geraten sind (die Prognosen sind für mindestens eine Woche
schlecht: Nebel, Wolken, Gewitter und ziemlich kalt) und, dass alle RV-Parks und
Campingplätze ausgebucht sind (4th of July Weekend). Er empfiehlt uns, auf dem
Polizeiposten eine Erlaubnis einzuholen, welche es uns ermöglicht ausserhalb der
Stadt, auf den Tidal Flats, unser Zelt aufzuschlagen, was wir auch tun. Sie
empfehlen uns, nicht allzu weit in Richtung Meer zu fahren, da die Ebbe und Flut
in dieser Gegend ziemlich stark (ca. 10 Meter) seien, und sie erst gerade vor
einer Woche zwei RV's aus den Fluten ziehen mussten. Entsprechend gehen wir das
Risiko nicht ein und stellen unseren Van in sicherer Entfernung vom Meer auf
einen schönen Flecken zwischen den Bäumen ab ;o)
Am Abend gehen wir nochmals in die Stadt zurück um ein Bierchen zu trinken und uns das
angekündigte Feuerwerk anzuschauen. Dieses fällt jedoch ziemlich enttäuschend
aus; hier
könnten sie sich eine ziemliche Scheibe von unserem Seenachtsfest abschneiden.
Tag 38 (31), 04 Juli 2004 / Skagway
Wir gehen in die Stadt um uns eine typische 4th of July Party anzuschauen,
welche ziemlich lang gezogen aber nicht langweilig ausfällt. Den Anfang macht
die Kids Mini Parade (die machte ihrem Namen alle Ehre und bestand nur aus zwei
Gruppen) und der Main Parade, welche ziemlich interessant ist, bis auf einige
rein geschäftliche bzw. politische Auftritte. Den Rest des Tages schlendern wir
in der Stadt herum um uns die diverse Events wie: Eier Rennen, Seilziehen,
Armdrücken, Enten Rennen ...usw. anzuschauen, welche recht lustig und
unterhaltsam sind, nur leider erwecken einige den Eindruck, dass sie
nicht so richtig vorbereitet wurden und entsprechend etwas stockig und in die
Länge gezogen daherkommen.
Auf unserem Weg zum Auto kommen wir noch an der Bonanza Grill Bar vorbei und
stellen beim Vorbeigehen fest, dass sie live das Baseballspiel White Sox gegen
Cubs übertragen und so machen wir vor dem nach Hause gehen noch einen Bier,
Baseball und Snack Halt (die Cubs gewinnen mit 2:1 und somit auch das dritte
Spiel gegen die Stadtrivalen - Sweet Sweep! Go Cubbies).
Tag 39 (32), 05 Juli 2004 / Skagway - Tagish
Wir stehen bereits um 07:00 Uhr auf, da Mano die Uhr nicht auf Alaska-Zeit
umgestellt hat (minus 1 Stunde gegenüber Kanada) und so beim Erwachen meint, es
sei bereits 08:00 Uhr ;o). Null Problemo. Nach dem Frühstück gehen wir wieder
nach Skagway um unsere letzten Erkundungen bezüglich einem möglichen Ausflug
nach Juneau bzw. einer Whale-Watching-Tour zu machen. Wir entschliessen uns
schlussendlich für die Wale und fahren um 11:00 Uhr, nach dem wir uns noch die
ersten Pancakes gönnen, mit dem Boot los.
Es ist noch immer bedeckt, regnerisch und ziemlich kühl, aber als wir auf
unserer Fahrt zu Fred the Eagle kommen, können wir das alles für ein paar Momente vergessen: gemäss
unserem Skipper ist Fred ein ca. 15 Jahre altes Bald Eagle Männchen und werde
seit ca. 10 Jahren von ihm "trainiert"; und tatsächlich fliegt Fred nach ein
paar Aufmunterungen und Winken mit einem Fisch als Köder auf unser Boot zu und
zieht seine Kreise. Majestätisch schnappt er sich dann den ihm zugeworfenen Fisch direkt aus der
Luft und gleitet zurück zu seinem Nest um das Kleine zu füttern. Wie legal bzw.
illegal das Ganze ist, lassen wir hier einfach mal so im Raum stehen.
Nun, leider stellt es sich später heraus, dass es sich hierbei um den Höhepunkt
unseres Ausfluges gehandelt hat, denn ausser ein paar Seehunden, weiteren Adler
und einer wunderschönen Landschaft bekommen wir nichts mehr vor unsere
Photoapparate :o( und so gehen wir enttäuscht an Land um Skagway zu verlassen
und nach Kanada zurück zu kehren, wo wir kurz vor Tagish (wo wir eigentlich im
RV-Park übernachten wollten) eine wunderschönen, direkt am Tagish Lake
gelegenen, "wilde" Schlafstelle ausfindig machen und auch nutzen.